vonChristian Ihle 21.01.2026

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Ein Punkfilm, der fast noch aus dem Auge des Hurricanes hinausschaut. 1980 gedreht, also in dem Moment, als die wilde Punkrevolution noch loderte, aber sich schon abzeichnete, dass die Seifenblasen einer neuen Utopie an Musikindustrie und menschlicher Natur zerplatzen werden. Demzufolge zeichnet „Breaking Glass“ auch Aufstieg und Fall einer Punkband nach, wobei Fall hier eindeutig Fame, Ego (und immer wieder) Industrie, Industrie bedeutet.

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In der Hauptrolle channelt Hazel O’Connor als Punksängerin stilistisch nicht nur Siouxsie & Nina Hagen, sondern wirkt zuweilen wie ein Blueprint für den Daryl-Hannah-Look aus dem zwei Jahre später entstandenen „Blade Runner“.

Ein interessanter Brückenschlag der Generationen findet durch die Besetzung der zweiten Hauptrolle statt: Phil Daniels, der junge wilde Mod aus „Quadrophenia“, versteht zwar als Musikmanager-in-waiting Punk weder als Musik noch Bewegung der nächsten Generation, aber sieht eben durchaus ihr Potenzial. So wieselt er sich mit der Band in genau jene Strukturen, die ihnen zwar Breitenwirkung versprechen, sie aber letztlich auch zerbrechen werden.

„Breaking Glass“ ist so ein vielschichtiger Snapshot eines Punkts in der Zeit, der aber – wie überraschend viele ernsthafte Punk-Filme der frühen 80er – bei aller Wildheit doch eine große depressive Note anklingen lässt.

Breaking Glass, UK 1980
Regie: Brian Gibson
zu sehen: bei Amazon Prime

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