vonChristian Ihle 20.02.2026

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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The Weight (Padraic McKinley)

William Friedkins „Sorcerer“, aber zu Fuß.
Die große Depression. Ethan Hawke als brillanter Mechaniker und Weltkriegsveteran, der als alleinerziehender, herzensguter Vater wegen eines Fehltritts in eine Arbeitskolonie muss. Dort erhält er vom Aufseher (ein herrlich knarziger Russell Crowe) das Angebot, seine Gefängnisstrafe zu verkürzen, wenn er Goldbarren durch ein wildes Waldgebiet schmuggelt.

Wacklige Brücken, unstete Gemüter, Habgier und Eigennutz sind die verschiedenen Zutaten, die diesen Plotboiler zum Überkochen bringen. Padraic McKinley erzählt hier eine im besten Sinn klassische Abenteuergeschichte, die auf einer Erblinie von John Hustons „Der Schatz der Sierra Madre“ über Clouzots „Lohn der Angst“ bis natürlich Friedkins „Sorcerer“ liegt. Aber dank Hawkes Charakter dieser alten Räuberpistole noch eine zusätzliche Ebene des nachvollziehbaren Sehnens verleiht. Denn Ethan Hawke ist der einzige, der gar nicht mehr will, sondern nur zurück: zurück zur Tochter, zurück zum Leben.
Toll.

Matapanki (Diego „Mapache“ Fuentes)

Ein kleiner, wilder Punkfilm in grobkörnigstem Schwarzweiß. „Matapanki“ erzählt eine augenzwinkernde Geschichte über einen Punk mit Superheldenkraft, der gegen Imperialismus und die USA kämpft. Am Ende sogar im Faustkampf gegen den amerikanischen Präsidenten.
Frech und knackig.

Queen At Sea (Lance Hammer)

Fortgeschrittene Demenz gehört sicherlich zu den unangenehmsten Geschichten, von denen das Kino erzählen kann. Es ist ein langer, gradueller, aber unaufhaltsam fortschreitender Abstieg. Kein Thema, das nach Leinwand schreit. Umso erstaunlicher, wie es Lance Hammer in dem von ihm geschriebenen und gedrehten „Queen At Sea“ gelingt, nicht nur die Krankheit selbst angemessen darzustellen, sondern zu Beginn gar erfolgreich eine Krimi-Spannung einführt, wenn die Tochter (Juliette Binoche) annimmt, dass der Stiefvater (Tom Courtenay) mit ihrer Mutter Beischlaf vollzieht, ohne dass sie dazu Consent geben kann. Doch „Queen At Sea“ bleibt nicht bei dieser Frage stehen, sondern entwickelt sich zu einem generationenübergreifenden Drama weiter, das vor allem die Unmöglichkeit richtiger Entscheidungen im Angesicht dieser alles zerstörenden Kraft zeigt und auf einer so tristen, traurigen Note endet, die mitnimmt.

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