vonSigrid Deitelhoff 27.08.2015

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

Mehr über diesen Blog

(dpa/si) In Schwäbisch Gmünd startete der erste Flüchtlings-Schwimmverein Deutschlands. 14 Flüchtlinge trauten sich beim „Anbaden“ ins Wasser des Bud Spencer Bades.

Der Verein ist nach Angaben des Deutschen Schwimmverbandes der erste seiner Art. Für viele Teilnehmer sei das eine echte Herausforderung, sagte Initiator Ludwig Majohr. Denn das Geräusch des Wassers wecke Erinnerungen an die Flucht über das Mittelmeer. „Das geht nicht so wie bei deutschen Kindern, einfach hopp ins Wasser“, sagt der 69-Jährige.

Der Deutsche Schwimmverband lobte die Initiative. „Ob es dafür neuer Vereine bedarf, ist angesichts bereits zahlreicher vorhandener Angebote zu hinterfragen“, hieß es in einer Stellungnahme. Hilfreich wäre es, vorhandene Ressourcen zu bündeln und gemeinsam aktiv zu werden. In Schwäbisch Gmünd will der örtliche Schwimmverein die Flüchtling-Aktion unterstützen. Das Freibad ist nach dem Schauspieler Bud Spencer benannt, weil er dort 1951 bei einem Schwimmwettkampf für 100 Meter Freistil ins Wasser gestiegen war.

Na, wäre das nicht auch mal eine Maßnahme von Seiten der Berliner Bäderbetriebe, die da heissen könnte: „Berliner Bäderbetriebe bieten unentgeltlich Schwimmkurse für Flüchtlinge an“?

 

Foto oben (im Umkleidebereich des Prinzenbades): ©Sigrid Deitelhoff

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/prinzenbad/2015/08/27/erster-fluechtlings-schwimmverein-gegruendet/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Hallo Freunde,

    sorry ich bin es nochmal.
    Was könnte man tun um uns zu helfen ohne das Porzellan zerdeppert wird?
    Wir sind Rentner und im Internet nicht so fit wie Ihr alle, aber es ist leider nicht machbar das sich unsre Flüchtlinge z.B. per mail
    bei den Oberen in Stadt und Landkreis nach dem 1.FSV erkundigen würden, dann könnte evl. ein Zugzwang entstehen……!
    Wir sind eben nur ca. 25 Personen und in Schwäbisch Gmünd und dem Ostalbkreis BaWü kaum bekannt.

    Mit freundlichem Gruß
    Ludwig M. z.Zt. noch 1. Vors. des FSV

  • Hallo Freunde,

    es ist so wie es deutschlandweit postuliert wird: die ehrenamtlichen Hilfen für Flüchtlinge,da macht auch der 1. Flüchtlings-Schwimmverein
    keine Ausnahme, werden oft -nicht unterstützt bzw. gefördert, -nicht wertgeschätzt, -werden möglichst noch PR-mässig für die oberen Etagen
    ausgenutzt und dann -geschickt dazu gebracht von selbst aufzuhören!

    Wir fragen uns, wo die von Fr. Merkel zugesagten Gelder f.d. Ehrenamtsarbeit mit Flüchtlingen hin fliessen werden????

    Wir sind frustriert und legen erst mal alles auf Eis.
    Man kann nicht gegen Windmühlen kämpfen, denn wir müssen hier weiter
    wohnen und leben.

    Eine gute Zeit,
    mit freundlichem Gruß Ludwig M.

  • Hallo, nicht die taz, sondern die Nachrichtenagentur dpa hat über die Gründung des ersten Schwimmvereins für Flüchtlinge berichtet. Ich habe dann als Prinzenbad-Bloggerin diese Agentur im Blog veröffentlicht, weil ich das Thema wichtig finde.
    Ich finde es schockierend wie mit dem Initiator umgegangen wurde. Andere Medien haben darüber noch nicht berichtet (soweit ich das sehe). Gut, dass Herr Ludwig M. es hier öffentlich gemacht hat wie mit ihm umgegangen wurde.

  • Ja, ich finde es auch beschämend wie mit dem Initiator des Flüchtlings-Schwimmvereins Ludwig M. umgegangen wurde. Vielleicht sollten möglichst viele Menschen den Stadtwerken in Schwäbisch Gmünd schreiben und sie auffordern, sich zu entschuldigen und das Geld muss ihm auch erstattet werden!!!

    Herr Majohr, es ist unglaublich toll, was sie da auf die Beine gestellt haben. Danke! Bitte geben sie den Vorsitz nicht auf… Es ist verständlich, dass sie sich das genau nach diesen Erfahrungen überlegen… Trotzdem….

  • @ Ludwig M.
    + @ taz:
    Lese ich das richtig? Steht der erste Schwimmverein für Flüchtlinge, über den die taz am Wochenende so präsent berichtete, bereits vor dem Aus? Hat die taz nicht richtig recherchiert? Über eine unsichere Situation wie von Ludwig M. beschrieben hätte ich in dem taz-Bericht informiert werden wollen.

    Fragende Grüße
    euer Leser

  • Ich stelle mir genügend Bewegung bei Flüchtlingen in Berlin schwer vor. In einem fremden Land, wo man die Sprache kaum spricht, das Alltagsleben kaum kennt, kaum Geld hat, sich kaum auskennt? Ich an der Stelle der meisten Nachbars-Flüchtlinge in dem Flüchtlingsheim bei mir um die Ecke würde solange drinnen bleiben, bis ich mir wirklich sicher sein könnte, alles richtig zu machen. (Mehr?) Sportangebote für Flüchtlinge wären wirklich eine super Idee.

    Wäre doch auch im Interesse vieler Sportvereine mit schwindenden Mitgliedszahlen, sich um eine sportliche Infrastruktur für Flüchtlinge zu kümmern und auf sie zuzugehen. Dann stauen sich in den Heimen weniger Aggressionen an. Gesunde Menschen sind außerdem wie immer aktiver, auch bei dem, was sie der Gesellschaft im Laufe ihrer Integration zurückgeben.

  • Hallo an alle,

    aus der Lernwerkstatt Handwerk und Technik für Flüchtlinge Schwäbisch Gmünd gründeten wir am Mi, den 19.8. 15.30 Uhr den o.g. Verein.
    Ich wurde zum Vors. gewählt und überlege jetzt, davon zurück zu treten.
    Über Flüchtlinge wird viel und toll geredet oft im Konjunktiv, aber die Taten……..?

    Der AK Asyl und der Schwimmverband Württemberg haben mir neben Privatpersonen als einzige gratuliert und Hilfen zugesagt!!!

    Wenn aber trotz Infos weder zur Gründung noch zum 1. Anbaden jemand von den Stadtoberen/Stadträten erscheint, dann liege ich sicherlich irgendwie falsch.
    Auch die Zusage für freien Eintritt, denn die Bäder gehören den Stadtwerken und damit der Stadt, wurden eine halbe Stunde vor Anbaden telefonisch zurückgezogen.
    Das konnte ich den Flüchtlingen nicht vermitteln und bezahlte die 57 € privat.
    Ausser dem örtl. Schwimmverein, als den großen Bruder, war keiner der Offiziellen anwesend und man äusserte sich auch nicht in der örtl. Presse dazu!!

    Das war sicherlich keinesfalls ein Boykott, sondern nur einfach
    die Tatsache, das plötzlich alle im Urlaub waren!!!:-)

    Übrigens wurde mein PKW, der v.d. Bad stand, auch noch kostenpflichtig abgeschleppt, aber das war natürlich alleine meine Schuld.
    Bin ich nun ein Feigling wenn ich sage „es reicht“, ich steige aus?

    Zum Abschluss noch ein Lob den Medien! Presse, Rundfunk und SWR-Fernsehen haben sehr nett und hilfreich kommentiert. Danke!

    MfG Ludwig M.

    .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.