vonSigrid Deitelhoff 11.06.2020

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Im vorigen Blog-Beitrag habe ich die Vorteile aufgelistet, die das Schwimmen zu Coronazeiten so mit sich bringt. Heute geht es um die Nachteile bzw. darum, was nicht so gut läuft.

Zum Beispiel machte mich eine Mtschwimmerin darauf aufmerksam, dass zwar die Umkleidebereiche, die momentan nicht genutzt werden, zwischen den Zeitfenstern gesäubert werden, die behelfsmäßigen Umkleidekabinen draussen jedoch sehr vermüllt sind.

Weiterhin ist es mehr als ärgerlich, dass es immer wieder Mitschwimmer gibt, die ohne Maske den Caferaum betreten wollen. Wenn sie dann auf die fehlende Maske aufmerksam gemacht werden, überhören sie den Einwand und verhalten sich sehr ignorant. Ich möchte keine Diskussion über die Vor- und Nachteile für das Tragen von Mund- und Nasenschutzmasken anzetteln. Aber gerade gestern und heute gab es nochmal in den Medien den Hinweis, dass die Städte in Deutschland, die keine Neuinfektionen aufweisen, ganz früh und konsequent eine Maskenpflicht einführt haben.

Ein anderer Nachteil betrifft das Fehlen der heißen Duschen an kalten Tagen. Letzte Woche war es wirklich sehr kalt: Niedrige Aussentemperaturen, kalte Windböen und die Becken waren auch nicht besonders warm. Die heißen Duschen nach dem Schwimmtraining, die geschützten Umkleidebereiche und auch die Haarföhne vermissten wir doch sehr zu Zeiten der Schafskälte! Bei solchen Temperaturen aus dem Schwimmbecken zu steigen, sich draussen abzutrocknen und anzuziehen ist schon grenzwertig, obwohl die PrinzenbadlerInnen wirklich „hart im Nehmen sind“. Bibbernd vor Kälte mit blauen Lippen und steifgefrorenen Händen versicherten sie sich gegenseitig, dass es trotz dieser Kälte ganz wunderbar sei, jeden Tag im Freibad schwimmen zu können. Einige MitschwimmerInnen überlegen sogar ernsthaft, in der kommenden Wintersaison dem EisschwimmerInnen-Verein beizutreten. Na ja – in der letzten Woche hatten sie bereits genügend Kälte-Trainingsmöglichkeiten.

Vor ein paar Tagen, an einem besonders kalten und windigen Tag, hat uns eine kleine „Entenfamilie“ im Sportbecken besucht. Enten scheuen weder Wind noch Wetter und sind die wahren EisschwimmerInnen. Vater, Mutter und ein ca. 9-jähriger Junge. Sie schwammen im Familienverband mindestens 25 Meter sehr langsam hinter mir her. Der Sohn krähte ganz laut durch das Sportbecken : „Die Frau vor mir schwimmt so langsam, dass ich ihr schon fast hinten rein schwimme“. Schade, doch keine echte Entenfamilie hinter mir im Becken.

Foto oben:© Mathias (Matze) Kutscha

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2020/06/11/entenfamilie-im-prinzenbad/

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