vonSigrid Deitelhoff 18.05.2021

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

Mehr über diesen Blog

In den letzten Wochen haben schon mehrere Schwimmbäder in Deutschlands Modellregionen ihre Sommersaison gestartet. Nur kein Neid! Auch in Berlin werden am Freitag (dem 21. Mai) 11 Freibäder ihre Tore öffnen, da der 7-Tage-Inzidenzwert unter 100 liegt und bisher (Halleluja!) kontinuierlich weiter sinkt.

Das Prinzenbad gehört zu den Freibädern, die am 21. Mai ihre Saison starten dürfen. Es gilt die aktuelle Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin und die üblichen Hygieneregelungen wie Abstand halten, Maskenpflicht etc.

Auf den Liegewiesen gilt weiterhin die 5-Meter-Abstandsregel, sonst 1,5 Meter. Damit sich keine Warteschlangen bilden, ist die Rutsche erst einmal geschlossen. Spielplätze sind nutzbar. Die Becken sind auf der doppelten Bahnenbreite geleint, es muss im Kreis geschwommen werden. Umkleiden und Duschen bleiben vorerst zu; auf den Wiesen sind blickdichte Umkleidebereiche abgesteckt. Es gibt zum Duschen nur kaltes Wasser. Auch die Kapazität in den Becken ist wegen der geltenden Abstandsregeln begrenzt.

Wie im letzten Jahr müssen vorab Zeitfenster online gebucht werden. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte, PayPal oder per Direktüberweisung. Der Ticketverkauf startet am Mittwoch (19. Mai) um 7 Uhr. Der Vorverkauf ist dann grundsätzlich vier Tage im Voraus möglich. Maximal können fünf Tickets erworben werden. Die Tarifsatzung der BBB bleibt auch im Sommer 2021 außer Betrieb. Es gilt für alle ein einheitlicher Preis von 3,80 Euro.

Wie im Sommer 2020 können BesucherInnen Tickets für ein festes Zeitfenster erwerben, währenddessen das Bad genutzt werden kann. Dieses Jahr gibt es zumeist vier Zeitfenster, wovon sich ein kurzes speziell an FrühschwimmerInnen richtet. Eine halbe Stunde vor Ende des Zeitfensters muss das Wasser verlassen werden; in der halben Stunde zwischen beiden Zeitfenstern reinigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Bad.

Der  Schwimmbad-Besuch ist in diesem Jahr mit mehr Aufwand verbunden, denn wir müssen beim Eintritt einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Ein Selbsttest gilt nicht, es muss schon ein offizieller Corona-(Schnell oder sonstiger)-Test sein. Für vollständig geimpfte Badegäste (14 Tage nach der 2. Corona-Impfung) sind Corona-Tests nicht notwendig. Der Impfnachweis muss dann aber vorgezeigt werden. Genesene dürfen auch ohne negativen Corona-Test schwimmen gehen (der Nachweis einer Corona-Infektion darf nicht älter als 6 Monate sein). Kinder unter 7 Jahren brauchen keinen Test.

Ich weiß nicht, ob ein negativer Coronatest wirklich notwendig für einen Badbesuch ist. Vermutlich aber schon, da die neuen Corona-Mutationen auch in Berlin auf dem Vormarsch sind. Andererseits hat die letzte Saison gezeigt, dass es gerade im Freibad relativ einfach ist, die Hygieneregeln einzuhalten – gerade auch im Hinblick darauf, dass nur die Aussenduschen zum Einsatz kommen und wir uns draussen und nicht in geschlossenen Räumen umziehen müssen. Nun gut, die Bäderbetriebe müssen sich aber wohl an die Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin halten, da ist dann nix zu machen…

Prinzenbadlerin Jeanny hatte in ihrem Kommentar zum letzten Blogbeitrag eine gute Idee: Mobile Testmöglichkeiten vor Ort am Prinzenbad.  Diesem Vorschlag möchte ich mich anschließen.

In der letzten Woche wurde vom Regierenden Bügermeister Michael Müller angekündigt, Kindern unter 12 Jahren in den Sommerferien freien Eintritt in die Berliner Freibäder zu gewähren. Eine schöne und begrüßenswerte Idee. Ich frage mich jedoch, ob auch eine Testung dieser Kinder vorgesehen und wie diese realistisch zu bewerkstelligen ist.

Liebe MitschwimmerInnen, ich hoffe, wir sehen uns alle ab Freitag gesund und munter im Prinzenbad wieder. Ich freue mich auf die Freibad-Saison 2021.

 

Die folgenden Freibäder eröffnen am 21. Mai ihre Sommersaison:

  1. Kindersommerbad Platsch, ab 10 Uhr
  2. Kombibad Gropiusstadt, ab 7 Uhr
  3. Kombibad Seestraße, ab 7.30 Uhr
  4. Kombibad Spandau Süd, ab 7 Uhr
  5. Sommerbad Humboldthain, ab 7 Uhr
  6. Sommerbad am Insulaner, ab 7 Uhr
  7. Sommerbad Kreuzberg, ab 7 Uhr
  8. Sommerbad Neukölln, ab 7 Uhr
  9. Sommerbad Pankow, ab 7.30 Uhr
  10. Sommerbad Wilmersdorf, ab 7 Uhr
  11. Strandbad Wannsee, 10 Uhr

Die Öffnungszeiten folgender verpachteter Strandbäder stehen bereits fest

– Strandbad Grünau: ab 1. Juni, 10 Uhr
– Strandbad Jungfernheide: ab 29. Mai, 10 Uhr
– Strandbad Lübars: ab 28. Mai, 9 Uhr
– Strandbad Wendenschloss ab 1. Juni, 10 Uhr

Foto oben: ©Sigrid Deitelhoff

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/prinzenbad/2021/05/18/es-geht-los/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Die Testpflicht ist wegen der deutlich höheren Infektiositöt der aktuellen SARS-CoV-2-Varianten dringender nötig als letztes Jahr. Neben dem Schutz der Schwimmbadbesucher untereinander dient sie aber auch einem „höheren“ Zwecks, nämlich einer erhöhten Testaktivität in der Bevölkerung, wo durch diese Zugangstests noch symptomfreie Infizierte frühzeitig erkannt und isoliert werden können, was Infektionsketten abbricht und somit einige weitere COVID-19-Fälle vermeidet. In der jetzigen Phase der Epidemie, in der die Impfungen noch nicht den Umfang haben, dass sie bremsend auf das Infektionsgeschehen wirken, ist es weiterhin wichtig durch nicht-pharmazeutische Maßnahmen R0 unter 1 gedrückt zu halten, ein Zustand, den wir erst bis vor kurzem erreicht haben
    Das sind durchaus legitime Hintergedanken, die hinter den vielen neuen Testpflichten stecken, ohne dass sie seitens der Politik deutlich kommuniziert werden.

  • Ach so, Entschuldige, hatte mich schon erschrocken.
    Im letzten Jahr war ich noch begeistert, fast alle 2 Tage schwimmen gehen zu können und ich kenne viele, die z.B. zwischen Büroschluss und Kinder abholen schnell noch ins Wasser sprangen oder gleich für mehrere Leute den Schwimmbadbesuch organisieren. Mit der Testpficht ist eine weitere Hürde dazu gekommen, die dies Manchen unmöglich macht .

  • Huch, werden die Kommentare in dem blog zensiert??
    Gestern habe ich einen Kommentar geschrieben, der zunächst veröffentlicht war und nun „weg“ ist.
    Ich habe angemerkt, dass sich der Eintrittspreis für bisher Ermässigungsberechtigte verdoppelt hat, was bisher kein Journalist erwähnt, geschweige denn bemängelt hat und dass und die Warteschlange am Freitag vor dem Bad 45 Min. dauerte, bis man mit seinen Formularen passieren konnte.
    Und dass ich Tests für Zoos, Freibäder etc. für sinnentleert halte.
    Darf soetwas hier im blog nicht angemerkt werden?
    Darf ich nur berichten, wie toll toll alles ist, besonders für Leute mit begrenzter Zeit?
    Bitte antworten:)

  • Der Eintrittspreis hat sich für die bisher Ermässigungsberechtigten (Geringverdiener, Wohngeldbezieher, Alg2-Bezieher u.s.w.) VERDOPPELT! Wundert mich, dass das in den vielen Berichterstattungen so gar kein Thema ist. Testen für den Zoo- oder Freibadbesuch halte ich für sinnentleert bzw. nur sinnvoll, für die vielen Testzentren… Das 30minütige Bahnenziehen wird ein mehrstündiger Act: planen, buchen, testen, warten,
    fahren und dann vor Ort (so wie am Freitag) eine Warteschlange bis sonstwohin, weil die ganzen Papiere in einer Art Nadelöhr an der Kasse noch kontrolliert werden müssen. Für Schwimmer mit engerem Zeitrahmen schlecht in den Alltag integrierbar.

  • Es gibt keine Dokumentation negativer COVID-Tests und der Anspruch jedes Bundesbürgers auf MINDESTENS einen kostenlosen Test pro Woche schließt mehrere Tests nicht aus. Es wird für uns, die gerne täglich oder häufig ins Prinzenbad gehen also nicht zwangsläufig teuer, sondern „nur“ aufwändiger, unserer Leidenschaft zu frönen. Mir isses das allemal wert. C U in the Pool.

  • ich habe mich mal erkundigt. ein test pro woche ist in einem impfzentrum in der nähe des prinzenbads umsonst. jeder weitere kostet 20 Euro!!! bedeutet ca. 400 euro im monat nur an testgebühren, wenn man vielschwimmerin ist. das ist doch wahnsinn!!!!!

  • Faktisch heißt das, dass die Freibäder vor allem für Geimpfte geöffnet werden, denn es macht wenig Sinn, sich für einen Schwimmbadbesuch zu einem Testcenter zu begeben, wo man das Risiko eingeht, sich zu infizieren, da dort auch viele Personen, die bereits infiziert sind, sich aufhalten, weil diese wegen ihrer Symptome einen Test machen möchten. Der Antigen-Schnelltest dient in erster Linie dazu, Cluster zu entdecken, zum Beispiel an Schulen. Für eine Eintrittsfunktion ist er ungeeignet, da er ca. 1 von 5 ansteckenden Infizierten nicht erkennt. Ich hoffe daher, dass hier nochmal nachgeschärft wird und man ausschließlich vollständig Geimpften den Zugang zu den Freibädern erlauben wird – gerade im Hinblick auf die ansteckenderen Mutationen ist alles andere zu leichtsinnig.
    Es sind bereits ca. 500000 Berliner vollständig geimpft, es könnte also durchaus voll werden im Prinzenbad.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.