vonSigrid Deitelhoff 24.05.2021

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Das Schwimmen habe ich in den letzten chlorfreien 8 Monaten zwar nicht verlernt, aber meine Kondition ist hinüber. Ganz zu schweigen von meiner Schwimmtechnik, die auch zu wünschen übrig läßt. Aber ich bin damit nicht allein. Fast an jedem Cafeteria-Tisch jammern die PrinzenbadlerInnen über ihren schlechten Schwimmstatus. Und mindestens die Hälfte von Ihnen ist wesentlich jünger als ich. Also, was soll’s?!. Da heißt es in den nächsten Wochen: Üben! Üben! Üben!

Es ist wunderbar, wieder jeden Morgen ins Becken eintauchen zu können. Okay, es ist zur Zeit noch ein wenig frisch, aber die Kälte und die Schwimmsehnsucht verbindet uns FrühbadlerInnen.  Falls es nicht wärmer werden sollte, gründen wir einfach einen Eisbade-Verein… Aber mal im Ernst, den meisten Stammgästen scheint die Kälte ausserhalb des Beckens nichts auszumachen und das Wasser im Becken ist gut temperiert.

Schwieriger gestaltet sich eher das ganze Schwimm-„Drumherum“. Gut, die Onlinebuchungen vorab sind wir inzwischen gewöhnt. Das ist okay. Aber das aus den 3 Schwimmslots – wie im letzten Jahr – nun 4 Zeitfenster mit jeweils weniger Schwimmzeit installiert wurden, finde ich nicht toll. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass mehr SchwimmerInnen pro Zeitfenster zugelassen werden. Aber das ist erst mal nur ein Eindruck. Vielleicht animiert die Öffnung der Freibäder zu diesen Corona-Zeiten auch Bädegäste zum Schwimmen, die sonst ein Freibad nur von aussen sehen. Dafür spricht auch, dass ich an den ersten Tagen immer mal wieder am Eingang von Badegästen gefragt wurde, wo denn nun die Schwimmbecken seien…Im Laufe der nächsten Wochen nimmt vermutlich die Anzahl der Restaurant-BesucherInnen zu und die der Badegäste ab. Wer weiß?

Ich habe mir überlegt, dass die eingeschränkte Schwimmzeit pro Zeitfenster vielleicht auch Auswirkungen auf die Prinzenbad-Cafeteria haben könnte. Je nach Trainingspensum überlegen sich einige SchwimmerInnen, ob sie nun ihr Training zu Ende bringen oder doch lieber noch im Prinzenbad-Cafe frühstücken wollen, insbesondere wenn die Badegäste nicht punktgenau zum Beginn eines Zeitfensters das Freibad betreten oder die Wartezeit vor dem Eingang besonders lang ist, da alle Buchungen und Testergebnisse kontrolliert werden müssen. Bisher habe ich schon einige dieser Abwägungen „Schwimmpensum oder Frühstück“ von PrinzenbadlerInnen am Beckenrand mitbekommen. Ich hoffe, dass die Verkürzung der Schwimmzeiten nicht zu Lasten der Prinzenbad-Cafeteria geht!

Richtig aufwendig und nervig finde ich diese ganze Corona-Testerei für PrinzenbadlerInnen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind. Motzen muss hier erlaubt sein, auch wenn ich super froh bin, dass wir überhaupt schwimmen dürfen. Und, na klar – die täglichen Corona-Tests haben m.E. auch ihre Berechtigung,  schon allein wegen der SARS-CoV-2-Varianten, wie Rüdiger im Kommentar erklärt. Trotzdem: Noch nie gab es so viel Logistik-Arbeit für SchwimmerInnen. Meine Tage sind angefüllt von den täglichen Online-Buchungen der Schwimmzeitfenster, der Test-Termin-Buchungen;  dem Schlangestehen (trotz Buchung)  vor den Corona-Test-Stationen; dem Testen und auf das Ergebnis warten; Testergebnisse ausdrucken oder digital verwalten; die Bescheinigung nicht vergessen, zum Prinzenbad mitzunehmen. Ausserdem ist so ein Corona-Test nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig – ganz im Gegenteil!  Vermutlich haben wir FreibadlerInnen am Ende der Sommersaison alle entzündete Nasenschleimhäute von der täglichen Testerei… Hinzu kommt, dass viele SchlangesteherInnen vor den Testzentren nicht unbedingt die Abstandregeln einhalten. Ich hoffe nicht, dass ich irgendwann aufgrund des Test-Procedere eine Hochrisikowarnung mittels Corona-App bekomme. Dann wäre erst mal Quarantäne statt Schwimmvergnügen angesagt. Und dass, obwohl ich auf keine Partys gehe, keine FreundInnen treffe und die Hygieneregeln einhalte…

 

Übrigens: In einer dpa-Agentur-Meldung vom 21.5. steht: „Vorgeschrieben ist ein negativer Corona-Test, der auch im Prinzenbad noch möglich ist.“ Stimmt das? Können wir uns im Prinzenbad testen lassen?

Zum Schluss möchte ich noch auf Fiona’s Kommentar zum letzten Beitrag aufmerksam machen. Sie weist u.a. darauf hin, dass es keinen ermäßigten Eintrittpreis mehr für Geringverdiener etc. gibt. Danke für diesen Hinweis. Das ist m.E. eine berechtigte Kritik.

Foto oben: ©Mathias Kutscha

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2021/05/24/buchen-testen-schwimmen/

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kommentare

  • Moin,

    was für mich leider völlig unverständlich ist, ist der begrenzte Zeitraum zum Buchen der Tickets. Ich wollte heute um 13.47 Uhr ein Ticket für den laufenden Slot 12.45 bis 15.45 buchen. Es waren auch noch 340 Tickets verfügbar. Das Problem: Das Buchen eines Tickets geht nur 60 Minuten nach Anbruch des Slots. Ein Ticket im Bad selbst zu kaufen ging auch nicht! Warum lassen die Bäderbetriebe potentiell 340 Tickets verfallen, obwohl der Slot noch 2 Stunden lief? Unglaublich…

  • Hallo Sigrid,
    die Zahl der Besucher pro Zeitfenster ist m.E. genau wie im Vorjahr, aber durch die verkürzten Slots verteilen sich die Besucher nicht mehr so locker im jeweiligen Zeitraum.
    Ich finde die Regelung mit vier statt drei Einheiten wirtschaftlich und unter dem Aspekt, mehr Menschen die Chance auf einen Besuch zu geben, zwar verständlich, fühle mich aber trotzdem zu schnell wieder „rausgeworfen“. Immerhin wurden die Zeiträume zwischen den Slots deutlich verkürzt.

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