vonSchröder & Kalender 09.07.2018

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Samstag, den 7. Juli 2018

Nachdem wir vor zwei Wochen die letze Folge von ›Schröder erzählt‹ ausgeliefert hatten, erreichen uns jetzt viele Mails. Es ist schön, wenn man nach der Beendigung eines großen Projekts so viel positive Reaktion erfährt!

Ein Stuttgarter Subskribent schrieb: »Liebe Barbara Kalender, lieber Jörg Schröder, auch wenn es absehbar war, die gestrige Lieferung von ›Schröder erzählt‹ hinterlässt dieses wohlbekannte Gefühl, verlassen worden zu sein. Das ist immer das eindrücklichste Lektüreerlebnis, wenn man am Ende denkt, schade, warum geht es denn nicht weiter, und bei dem ich mir als Kind bei ›Emil und die Detektive‹ dadurch behalf, dass ich einfach gleich wieder von vorne begann. Sodass das einzige Mittel gegen die Wehmut nur sein kann: Demnächst mal die ganzen 4.000 Seiten noch mal am Stück zu lesen. (Und ebenso natürlich die Neuauflage des ›Siegfried‹) Ich bedanke mich für nahezu drei Jahrzehnte Literatur vom Feinsten und wünsche Ihnen beiden alles Gute.«

Ein anderer meinte: »Ich würde gern protestieren und sagen: Ihr solltet weitermachen! Als alter Schröder-erzählt-Junkie brauche ich auch künftig meinen Schuss!«

Ein Münchner Freund schrieb: »Das war nicht nur ein innovatives Konzept, das war auch ein langer, mitunter beschwerlicher Weg. Eure Gesichter beim Abliefern der letzten Kiste hätte ich gern gesehen: Sicher ein Strahlen! Und ebenso strahle ich zurück Richtung Wexstrasse, freue mich mit euch!«

Tatsächlich haben wir gestrahlt, als wir die letzte Büchersendung dem  Abholservice ›Hin + Weg‹ übergaben. Aber wir waren auch etwas wehmütig,  denn die Postfiliale in der Mainzer Straße existiert zwar noch im Internet, aber nicht mehr in der realen  Welt. So mussten wir beim letzten Mal auf die Sackkarre verzichten.


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Sonntag, den 8. Juli 2018

Heute erschien im Buchmarkt diese Meldung. Das Magazin wurde 1966 von Klaus Werner, Eberhardt Dickert und Christian von Zittwitz gegründet. Im BuchMarkt erfährt man vieles über die Buchhandels- und Verlagsbranche.

Abends las ich (JS) im ›Clos Gethseman‹ von Walter Hönigsberger, ein Roman in Sachen Wein. Zitat vom Klappentext: »Der Wein, bemerkte Ernst Jünger einmal, habe Europa mehr verändert als das Schwert. Ein Satz, den Karl Breitenstein nach all seinen Abenteuern unterschreiben würde. Was wäre, wenn in Ernst Jüngers Bemerkung mehr realhistorische Substanz steckt, als selbst ein  Autor wie Jünger sich vorzustellen wagte?«

Der Kollege Jörg Sundermeier berichtet auf  unterhaltsame Weise (tazleser kennen seine Kolumnen)  von ›11 Berliner Friedhöfen, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt‹. Darin las ich (BK), besonders berührte mich die Geschichte über den ›Künstlerfriedhof Friedenau‹, der bei uns um die Ecke liegt, und den wir gut kennen.

Montag, den 9. Juli 2018

Heute Mittag aßen wir bei einem Chinesen in Wilmersdorf. Hier bekommt jeder Gast  geschnitzte Rettich-Schwäne auf dem Teller. Während wir aßen, sahen wir am Nebentisch zwei Herren (einen kleinen und einen großen), jeder biß seinem Schnitzwerk den Kopf ab. Der Kleine meinte: »Mensch, sind die alt!« Ich hörte das und  dachte: »Kein Wunder, sie sind ja auch Dekoration, die waren schon auf mindestens 20 Tellern.«

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Mehr über das Gemüseschnitzen: Rettich-Vögel und erotische Pinguine

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(BK / JS)

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