vonproduktentwicklung 19.12.2019

taz baut um

Die tägliche App, die taz am Wochenende, taz im Netz und Community – alles wird neu. Hier berichten die Produktentwickler*innen von den Baustellen in der taz.

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taz-Leser*innen sind treu. Das wussten wir zwar schon, aber unsere aktuelle Befragung hat das noch einmal sehr eindrucksvoll bewiesen. 12.824 Menschen haben teilgenommen. Zwölftausendachthundertvierundzwanzig!

Deshalb erst einmal an all die Abonnent*innen, Genoss*innen, taz.de-Besucher*innen, tazzahlich-Unterstützer*innen, Facebook-Freund*innen und Twitter-Follower*innen, die den Fragebogen ausgefüllt haben: Danke! Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Und Danke dafür, dass sie uns Produktentwickler*innen so viel Arbeit beschert haben.

Denn aktuell sitzen wir vor den 800 Seiten Auswertung, die uns Professor Dr. Bernd Blöbaum und seine Studierenden von der Uni Münster überlasen haben, um die bisherigen Ergebnisse auszuwerten und um herauszufinden, auf welche Fragen wir gerne noch detailliertere Antworten hätten.

Hier schon mal ein paar Zahlen vorab: Der Abonnent oder die Abonnentin der gedruckten Zeitung ist im Schnitt 59 Jahre alt. 58,4 Prozent gaben an, männlich zu sein, gut 40 Prozent sind weiblich und 0,7 Prozent divers. Der/die durchschnittliche taz.de-Leser*in ist jünger und männlicher: Er/sie ist 46 Jahre alt. 69,5 Prozent der Antwortenden sind männnlich, 27,8 Prozent weiblich und 2,8 Prozent divers. Unser weiblichstes Publikum erreicht die taz am wochenende: 51,6 Prozent der Leser*innen sind Frauen (47,4 Prozent Männer, 0,6 Prozent divers).

Was allen gemein ist: Die Leser*innen, die an der Umfrage teilgenommen haben, benoten die taz sehr, sehr (uns die Schamesröte ins Gesicht treibend) positiv. Die Zeitungsleser*innen geben ihrer taz die Schulnote 1,59, die Wochenend-Leser*innen der taz am wochenende eine 1,67, und die tazzahlich-Unterstützer*innen geben taz.de eine 1,76. Auch in den Werten, die sie teilen, den Themen, die sie für wichtig halten, und den Motiven, die sie zur taz gebracht haben, unterscheiden sich die unterschiedlichen Alterskohorten und Unterstützer*innengruppen kaum. „Es zeigt, dass die taz kein Ein-Generationen-Projekt ist“, sagt Geschäftsführer und taz-Gründer Kalle Ruch, der sich in diesen Tagen in den Ruhestand verabschiedet. Beruhigt, dass es weitergeht.

Und wie halten Sie es mit der Digitalisierung?

Wir Produktentwickler*innen möchten natürlich im Besonderen wissen, wie und ob unsere Print-Leser*innen uns auf dem Weg folgen werden, nach dem wir absehbar die taz am Wochenende als Wochenzeitung weiterentwickeln werden und unter der Woche komplett auf digitale Angebote (auf taz.de und eine tägliche Ausgabe in der neuen taz-App) setzen wollen.

Wir haben unsere täglichen Print-Abonnent*innen gefragt, wie sie darauf reagieren würden, wenn die taz in zwei bis fünf Jahren nicht mehr jeden Tag als gedruckte Zeitung zu ihnen gelangen würde. Sie konnten verschiedene Szenarien für sich als sehr wahrscheinlich bis vollkommen unwahrscheinlich bewerten.

Einerseits: 40 Prozent halten es momentan für ein zumindest wahrscheinliches Szenario, dass sie zu einer anderen Zeitung wechseln. Andererseits: Die Mehrheit will uns weiterhin unterstützen. 50 Prozent halten es für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich, dass sie in Zukunft ein Kombi-Abo aus der täglichen digitalen Ausgabe in der App und dem gedruckten Wochenendabo nutzen. 47 Prozent können sich vorstellen, dann die taz am wochenende zu abonnieren, 46 Prozent auf die tägliche Ausgabe in der App umzusteigen. Für 17 Prozent kommt das Gleiche in Frage, wenn sie von der taz ein Gerät dafür bekommen. 33 Prozent wollen taz.de nutzen und 15 Prozent halten es für mindestens wahrscheinlich, die taz über taz zahl ich zu unterstützen.

Besonders Mut macht uns die Gruppe der Abonnent*innen, die schon heute zusätzlich zur gedruckten Zeitung die digitale taz in der App abboniert hat. Denn alljene, die schon mit unseren digitalen Produkten in Kontakt gekommen sind, sind sehr viel aufgeschlossener, sich von der täglichen Papierausgabe zu verabschieden – und sie sehen die Vorteile der taz in der App deutlich.

Das stärkste Argument für einen möglichen Umstieg aufs Lesen der digitalen Ausgaben ist übrigens über alle Gruppe hinweg: die Umwelt. Mehr als 50 Prozent der Unentschlossenen und immerhin 20 Prozent der Ablehnenden sind der Meinung, dass wegfallender Papierverbrauch und kein Transport mehr unter der Woche gute Gründe fürs Lesen auf digitalen Geräten sind.

Wir Produktentwickler*innen stehen also vor allem vor der Aufgabe, unsere Leser*innen mit den digitalen Produkten in Kontakt zu bringen. Denn die taz macht nicht das Trägermedium aus, sondern der kritische, unabhängige Journalismus. Quer durch alle Nutzer*innengruppen gehört zu den wichtigsten Erwartungen an die taz, ihre Unabhängigkeit und Unterscheidbarkeit zu erhalten – also: dass die taz anders bleibt. „Die taz ist ein wichtiges Projekt, dass ich aus Solidarität unterstütze“, sagen 94 Prozent unser Tageszeitungs-Abonnent*innen und 98 Prozent unserer taz-zahl-ich-Unterstützer*innen.

Weitere Ergebnisse aus der Befragung werden wir demnächst aufbereiten und dann auch hier veröffentlichen. Versprochen.

Und jetzt suchen wir weiter nach Korrelationen. Professor Blöbaum will noch vor Weihnachten Fragen von uns haben – und da wollen wir ihn und seine Studierenden ungern enttäuschen. Nicht, dass denen zwischen den Jahren langweilig wird.

Lena Kaiser, Luise Strothmann & Jürn Kruse, Produktentwickler*innen

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Schicken Sie uns Ihre Anregungen für den Prozess an zukunft@taz.de.

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