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vonMargarete Stokowski 17.03.2013

taz Buchmesseblog

Margarete Stokowski und taz-Autor*innen bloggen live von den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt. | Alle Infos unter: taz.de/buchmesse

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Apropos Endzeitstimmung… überall auf Messe wird ziemlich prominent ein Buch beworben, das „Rückblick auf den Feminismus“ heißt, mit dem Untertitel „Von Anfang an eine Lüge gegen Gleichheit, Logik und sexuelles Vergnügen“. An den Wänden der Messehallen hängt alle paar Meter ein Poster dazu. Sogar im Buchmesse-Programmheft ist auf der ersten Aufklappseite innen eine ganzseitige Anzeige.

Ein Kollege vom taz-Stand erzählt, er sei über die Plakate auch schon gestolpert. Ob jemand was darüber wüsste. Eine Kollegin sagt, sie habe von Protesten gehört, bei denen Leute gefordert haben, man möge den Stand des Verlags von der Buchmesse ausschließen.

Der Verlag, der so fett für dieses Buch wirbt, heißt Ahrimann-Verlag und niemand kennt ihn. Ich gehe zum Ahrimann-Stand in Halle 3. Der Stand ist klein, es gibt Mitarbeiter in Verlags-T-Shirts und den Spruch „Unser Programm ist die Wiederkehr des Verdrängten“ und einen voll provokativen Teufel als Verlagslogo.

Ich blättere ein bisschen in „Rückblick auf den Feminismus“. „Dazu gibt es heute um 14 Uhr einen Vortrag“, sagt ein Verlagsmensch zu mir. „Ich weiß“, sage ich. Steht ja so ziemlich überall.

Im Vorwort steht irgendwas über „Genderwahn“ und „Kinderschänderwahn“. Ach ja, der Dings, der Dings… I put the „hä“ in „Kinderschänderwahn“.

Ich frage, ob es Presseexemplare gibt. „Nein“, sagt der Verlagsmensch, „das müssen Sie kaufen!“ Er grinst. Das Buch kostet 29,80 Euro. „Ach“, sage ich, „auch, wenn ich drüber schreibe?“ Ja, sagt er. Pfff, sage ich. „Dann wollen Sie es nicht mehr?“, fragt er. Ähm, nee.

Daneben liegt noch ein Buch von der Autorin, die sich Kerstin Steinbach nennt, aber in echt wohl anders heißt. (Verlagsinfo: „Dr. rer. nat., geboren 1962 in Nürnberg, Studium der Medizin und Biologie an verschiedenen deutschen und ausländischen Universitäten. Veröffentlichte unter ihrem wirklichen Namen mancherlei »wissenschaftliche« Abhandlungen in der üblichen Sklavensprache, die in den einschlägigen, von unseren Steuergeldern ausgehaltenen »akademischen« Kreisen allgemein geschätzt werden.“) – Steinbach, ne? So heißen nur die Besten.

„Also dieses Buch ist über die bessere Zeit, und das andere, das Sie gerade angeschaut haben, ist halt über den Endsieg des Feminismus“, sagt der Verlagsmitarbeiter.

Der Endsieg des Feminismus… war der schon? Hab ich den verpasst? Sind wir schon fertig? Mit allem? Und warum so nazimäßig mit Endsieg und so? Wer war der Führer, bzw. die Führerin? Darf ich raten? Fängt mit A an und endet mit lice Schwarzer?

Ich hab zugegebenermaßen kaum Zeitung gelesen, während ich hier auf der Buchmesse war. Werde mich heute Abend informieren, was in der Zeit so passiert ist. Muss ja crazy gewesen sein.

Leute, ey, ihr hättet mir Bescheid sagen sollen.

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https://blogs.taz.de/buchmesse/2013/03/17/der-%e2%80%9eendsieg-des-feminismus%e2%80%9c-ahem/

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kommentare

  • Es war natürlich in der Tat eine Dummheit, kein Rezensions-Freiexemplar für die Presse bzw. Rezensenten zur Verfügung zu stellen! Ein schöner Beweis dafür, dass Egoismus durchaus unklug und irrational und zu kurz gedacht bzw. zu kurzfristig berechnend und nicht vorausschauend und deswegen durchaus oft unvernünftig und häufig für das rational-logische Denken eher hinderlich sein kann. Auch ökonomisch.
    Sehr empfehlenswert aber sind immerhin auch die Bücher des an Wilhelm Reich und seiner Psychologie ausgerichteten Ahriman-Verlages zu TTIP und CETA und den neoliberalen Freihandels-Abkommen und der neoliberalen Dienstleistungsliberalisierung TISA und vor allem auch das Buch des Inders Jaya Gopal „Gabriels Einflüsterungen“ bzw. auf Englisch „The misery of Islam“ zu Islam und Islamismus und Koran.
    Auch international hat dies sehr positive Rezensionen und Bewertungen und Rückmeldungen erfahren.

    Kerstin Steinbach „Rückblick auf den Feminismus Von Anfang an eine Lüge gegen Gleichheit, Logik und sexuelles Vergnügen“ 342 S., 140 Abb., 1. Aufl. 2012

    http://www.ahriman.com/buecher/feminismus.htm

  • Ich war zwar nicht in Leipzig, aber letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse, auch nicht für einen der Marktführer, sondern für einen kleinen Literaturverlag. Seit sich jede Zeitung nicht nur zwei Redakteure, sondern auch noch 20 „Blogger“ leistet, die dann stolz über die Messe laufen und Rezensionsexemplare fordern, haben wir hier einen Riegel vorgeschoben. Schriftliche Anfrage beim Verlag, ansonsten muß man eben kaufen oder in die Stadtbücherei. Denn wir wissen, wie es dann endet: Nach der Messe wird alles weggeworfen und Rezensionen kommen nie. Sieht dann so aus:

    http://blogs.taz.de/buchmesse/2012/10/14/tand-tand-ist-das-gebilde-von-messenhand/

  • Literaturnobelpreisträderin Doris Lessing beklagte beklagte bereits vor über 10 Jahren eine „denkfaule und heimtückische Kultur“, die sich des Feminismus bemächtigt habe und darauf hinauslaufe, „auf Männer einzudreschen“

    Sofort auf den Index die Frau. Am besten gleich ihre Bücher verbrennen.

    • Kritikerinnen des ideologischen Feminismus nach den Haupt-Ideologinnen Alice Schwarzer und Simone DeBeauvoir waren auch damals schon Esther Vilar, eine Feministin mit anderen Ansätzen (siehe ihre Bücher und Artikel und ihre berühmte noch ansehbare Fernseh-Diskussion mit Alice Schwarzer), und Kerstin Steinbach die u.a. mit purer Logik und Vernunft und nach dem Psychologen Wilhelm Reich argumentiert, und keineswegs erst Eva Hermann. Der lebensfeindliche und Männer-feindliche und Familien-feindliche Feminismus u.a. nach Alice Schwarzer und ihrer an gesellschaftlicher Macht-Ausübung interessierten Emma-Zeitschriftenredaktions-Clique hat zusammen mit dem postmodernen Zeitgeist und der postmodern dekonstruktivistischen Gender Ideologie nach der Gender Ideologin Judith Butler samt Gender Mainstreaming und Dekonstruktion der Geschlechter und Zwangs- und Frühsexualisierung von Kindern im Schulunterricht dafür gesorgt, dass Deutschland ein Familien-feindliches und Mütter- und Kinder-feindliches Land geworden ist, welches Mütter und Hausfrauen und Kinderkriegen aus ideologischen Motiven herabwürdigt und verächtlich macht, und neben dem ähnlich postmodernisierten und amerikanisierten Japan mit der manipulativ-technokratischen postmodernen Medien-Gesellschaft und NLP-Programmierung und NLP-Manipulation in den Medien (Sophistik und Rabulistik hätten die alten griechischen Philosophen wohl dazu gesagt) eine der niedrigsten Geburtenraten und die negativste demographische Entwicklung auf der ganzen Welt hat. Was ist die Atombombe demographisch gesehen schon gegen Alice Schwarzer und Konsorten gewesen? Zudem beruhen Alice Schwarzers Theorien und theoretische Ansätze und Dogmen und die Thesen ihrer Ideologie auf den nachweislich unseriös und manipulativ und fälscherisch erstellten falschen Daten des wissenschaftlichen Betrügers und Pädophilen Alfred Kinsey, dessen Kinsey-Report und Kinsey-Studien bzw. Kinsey-Studies medial propagiert und akademisch gehyped wurden und dem wie auch dem anderen großen Pädophilen und unseriösen Wissenschaftler bzw. wissenschaftlichen Betrüger und Ideologen der Pädophilie John Money bereits Judith Reisman wissenschaftlichen Betrug und unseriöses Arbeiten nachwies. Judith Reisman kritisierte auch die ebenfalls auf Alfred Kinsey und John Moneys falschen Daten aufbauende Gender Ideologin Judith Butler als Begründerin der Gender Ideologie und des Gender Mainstreaming und der Zwangs- und Frühsexualisierung von Kindern im Sexualkundeunterricht in der Schule. Siehe zur Postmoderne bzw. dem postmodernen Zeitgeist und der egozentrierten und sophistischen technokratisch-dekonstruktivistischen Ideologie der Postmoderne und medialer Manipulation und den postmodernen Medien-Gesellschaften mit ihrer Rabulistik und der neoliberalen Globalisierung und der Volkswirtschaftslehre auch den Franzosen Emmanuel Todd und seine Bücher zum Neoliberalismus und Freihandel und Globalisierung und Familien-Strukturen als Soziologen und Politologen und Statistiker und Demographen und den Psychologen C.G.Jung und den deutschen Volkswirtschaftsprofessor Bernd Senf aus Berlin als Volkswirtschaftler im Ruhestand und seine Website zu VWL und psychosozialen Hintergründen nach Wilhelm Reich und postmoderner Entwurzelung und Entfremdung und James DeMeo und Viktor Schauberger und Prof. Fritz-Albert Popps Biophotonen und Biophotonenforschung und Biophotonentherapie und Zellsignalen und Zellkommunikation und so weiter.

  • @Steffi,

    Danke!

    Offensichtlich ist es noch immer nicht dasselbe, wenn zwei Menschen das gleiche von sich geben. Steffi ist halt weiblich und Oliver, nunja.
    Aber so und nicht anders sind sie, die sich sonst do weltoffen gebenden Radikal-Femis, selbst mit der Veröffentlichung kritischer Kommentare.

  • Also, der Artikel sagt in Kürze: „ich hab da mal so ein Buch gesehen, dessen Haltung irgendwie falsch sein muss, weil zwei, drei Stichworte aus ihm nicht wie die Emma klingen, und die besaßen doch glatt die Dreistigkeit, mir keins zu schenken. Und überhaupt, wie kann der Feminismus denn gewonnen haben, wir sind doch total gegenkultur! Vielleicht, wenn Alice Schwarzer ein Verdienstkreuz bekommen würde, und in der Bild die abschaffung der Unschuldsvermutung für Männer männer fordern darf, und mit der Kanzlerin befreundet ist, und… ups, ok. Na dann, mach ich mal lieber einen subjektiven Artikel, der so von meinen Gefühlen handelt, wenn ich das Buch sehe und so…“

  • Gääähn…trotz der versucht hippen Sprache bekommt das Ganze wenig Swag wenn man ideologisch altbacken wie Margot Honnecker auf Kuba daherkommt!…Liebe taz…lasst mal endlich frischen Wind rein, geht mal raus und unterhaltet euch mit normalen Leuten…vllt hilft das. Euer Liquid_Taeja.

  • Ich lese schon lange keine taz mehr, weil ich diese ideologische Verblendung nicht mag sowie die Dauerfeindschaft gegen Männer.

    Feminismus scheint ja für die taz eine Art fundamentalistische Relligion zu sein.

    Ach, Ausschließen von der Messe wird gefordert? Ja, das passt zu Fundementalisten. Bloß nicht auseinander setzen mit den Andersgläubigen.

    Ich verstehe, warum radikale Feministinnen als „Femi-Nazi“ beschimpft werden. Passt zum Buchtitel.

  • Soso, „von Protesten gehört, bei denen Leute gefordert haben, bei denen Leute gefordert haben, man möge den Stand des Verlags von der Buchmesse ausschließen“? Geil, Meinungsfreiheit gilt für solche Leute nur solange ihnen die Meinung passt. Sounds like Nationalsozialismus.

  • „Eine Kollegin sagt, sie habe von Protesten gehört, bei denen Leute gefordert haben, man möge den Stand des Verlags von der Buchmesse ausschließen.“
    Und dann? Meinungsfreiheit und -vielfalt durch Wegsperren?
    Da kann man mal wieder ablesen, wie sehr sich Femizentrierte an das Siegen gewöhnt haben. Was also liegt näher, als mit einer offensichtlich schlichten aber effektiven „Endsieg“-Parole die gewohnten Reaktion zu provozieren? Tatsächlich wurde mit der gelungenen Aktion dem Feminat wieder einmal die Maske heruntergerissen, es als diktatorisches Regime entlarvt.
    Wer von euch erinnert sich noch an die gelungene Aktion der IGAF (Schweiz)?
    Die brauchten auch nur einmal rauszuhauen, sie würden eine Liste von Frauenhäusern veröffentlichen (hatten das nie vor) und der ganze feministische Staatsapparat lief innerhalb nur weniger Stunden auf Hochtouren. Die IGAF wurde so über die Grenzen der Schweiz hinweg bekannt und erfuhr vermehrt Zuspruch.
    Tja und nun pusht hier eine aufgeregte Femifraktion ein Buch, dessen Inhalt sein mag wie will, aber kaum einen Menschen je interessiert hätte. Hauptsache rechtes Feindbild aufrecht erhalten?

  • Empörung, #Aufschrei !

    Der Feminismus, welcher eine ganze Generation von Menschen in Zwietracht und Polarisierung stürtzte, wird kritisiert!

    Das geht nun gar nicht und da muss Zensur, Verbannung und Sibirien her …

    So geht ‚Pluralismus‘ im Matriarchat; scheint es …

  • was verpasst? Steht alles natürlich nicht bei der Mädchenmannschaft, eher in „Medusa schenkt man keine Rosen“ oder bei Maskulist.de
    … falls jemand von Euch den Mut, die Ausdauer und die Substanz hat, das zu lesen.

  • Allerdings weiß ich jetzt immer noch nicht was in dem Buch verwerfliches steht, daß unterschwellig die Nazikeule Steinbach ausgepackt werden muß.

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