30.05.2012 von Achmed Khammas
Das Programm Wider die Müdigkeit (Against the fatigue) am 02. und 03. Juni wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung zusammengestellt und umfaßt Filme, Ausstellungen, Gespräche, Lesungen und Musik.

Ausgangspunkt ist die These der «Müdigkeitsgesellschaft», die der Karlsruher Philosoph Byung-Chul Han dem Westen anheftet. Nun sollen Literaten, Wissenschaftlerinnen, Musiker, Malerinnen, Comic-Zeichner und Kuratoren aus dem arabischen Raum und Mittel- und Osteuropa zwei Tage lang über ihren Widerstand in Unterdrückungsregimen berichten.
Stattfinden tut das Ganze an der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin – der Eintritt ist frei.
Eine der deutschsprachigeb Diskussionen findet zwischen Hamed Abdel-Samad (Ägypten) und mir statt und wird von Daniel Gerlach (zenith) moderiert. Sie trägt den Titel “I want to keep my dictator” und läuft am Samstag, den 02. Juni, von 19:00 bis 19:45 im Großen Saal 1.
Weitere Veranstaltungen finden in Freiburg und Köln statt.
05.05.2012 von Achmed Khammas
Vor zwei Tagen erreichte mich – wie sicherlich sehr viele andere auch – ein Aufruf von Avaaz:
Gesendet: Donnerstag, 03. Mai 2012 um 18:18 Uhr
Von: “Ricken Patel – Avaaz.org”
Betreff: Dringend – massiver Angriff auf Avaaz!
Da sich diese ominöse Organisation inzwischen auch in Syrien massiv und unfreundlich eingemischt hat, nahm ich mir das Recht, auf den Bettelbrief zu antworten. Was ich Euch nicht vorenthalten möchte:
Hallo!
Ich weiß zwar nicht, wo diese Mail landet, wenn sie an [avaaz@avaaz.org] gesendet wird, möchte den aktuellen Aufruf aber nicht unbeantwortet lassen.
Ihr berichtet von einem massiven Angriff auf Avaaz - und tut so, als würdet Ihr nicht wissen, wer dahinter steht und warum.
Vielleicht solltet Ihr einmal in den Spiegel schauen, Euch an die eigene Nase fassen und Euch überlegen, ob Euer Verhalten tatsächlich im Sinne einer friedlichen Zukunft FÜR ALLE ist (was ich gegenwärtig ausgesprochen bezweifle!). Eure Hintergründe,
… weiter lesen
07.04.2012 von Achmed Khammas
Als in der ufafabrik im Jahr 2000 das bislang größte Öko-Festival Berlins lief – mit dem Titel ID22 -, da waren die phantastischen Modelle von Matthias Schmeier auch mit dabei… und bildeten ein Highlight, an dem sich Jung und Alt ergötzten.
Von Ende April bis Mitte Mai haben nun die Frankfurter das Glück, sich die akribisch genau gestalteten Szenarien anschauen zu können – denn unter dem Titel Ästhetik des Widerstands, Revolution und Klassenkampf im Maßstab 1:35 werden die Dioramen bald im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld ausgestellt:

“Wer glaubt, Modellbau sei spießig und latent militaristisch, kann sein Urteil jetzt auf eine Probe stellen. Über den 1. Mai hinweg freuen wir uns, eigenwillige Dioramen des Kölner Künstlers Matthias Schmeier ausstellen zu dürfen. München zur Zeit der Räterepublik, der Spanische Bürgerkrieg, Szenen aus dem Vietnamkrieg, eine Frankfurter Autonomendemo nach dem Tode Günter Sares… Anschaulich und detailbegeistert führt die Ausstellung durch Nachbauten geschlagener Kämpfe.… weiter lesen
30.03.2012 von Achmed Khammas
Da ich in den letzten drei Wochen wirklich viele Bücher verschlungen habe, möchte ich die geneigte Leserschaft auf die interessantesten, spannendsten und vielleicht auch wichtigsten dieser Druckwerke hinweisen… mit den besten Empfehlungen.
Chronologisch geordnet fange ich mit zwei Meisterwerken von John Brunner an, die ich das letzte Mal von 30 Jahren gelesen hatte. Und die ich nun so frisch und so aktuell fand, wie am ersten Tag. Sogar sprachlich sind die Romane absolut up-to-date, was mich dann doch schon etwas verblüfft hat. Es handelt sich um Schafe blicken auf (von 1972), einen Öko-Thriller, sowie um das Buch Der Schockwellenreiter (von 1975), bei dem es um das Thema der elektronischen Vollüberwachung geht. Ich finde, beide Romane sollten DRINGEND neu aufgelegt werden, denn sie scheinen nicht für die 70er, sondern für uns HIER und HEUTE geschrieben worden zu sein! Details darüber finden sich im Netz genügend, daher weiter…
Von 1987 datiert der… weiter lesen
18.03.2012 von Achmed Khammas
Nun mal ehrlich. Was würde bitteschön hierzulande für ein bigotter Aufschrei inszeniert werden, wenn bei den nächsten Wahlen beispielsweise in Tunesien oder Ägypten ein moslemischer Scheich zum Staatspräsidenten gewählt würde.
Unsere ach so demokratisch-laizistischen Politiker und Pressevertreter würden unisono Zeter und Mordrio brüllen und das Ende des Abendlandes durch den Beginn eines jihadistischen Armageddons herbeibeschwören, wetten?
Aber umgekehrt ist es kein Problem, wenn ein christlicher Pfarrer bzw. Pastor mit Stasikontakten die Rolle des Bundespräsidenten spielen soll? Der noch zwei Tage vor seiner offiziellen Nominierung jegliche diesbezüglichen Ambitionen dementiert hat? Also so schnell den Wendehals verdrehen schafft ja nicht einmal ein Wettergockel auf der Kirchturmspitze!
Und mit solchen windigen Finten will der Westen – im weitesten Sinne – vom Rest der Welt noch ernstgenommen werden? Ich finde das einfach nur noch peinlich.
Daß Politiker überhaupt obsolet sind ist eine Meinung, die sich – endlich – zunehmend mehr und mehr… weiter lesen
08.03.2012 von Achmed Khammas
Na toll!
Vor wenigen Tagen lief die Meldung durch die Medien:
US-Senator: McCain fordert Luftangriff auf Syrien
Das konnte ich natürlich nicht so stehen lassen. Mein entsprechender, und tatsächlich auch veröffentlichter Kommentar auf SpOn (#9 / 05.03.2012 / 23:08) lautete daher:
Luftangriff auf McCain
Wie ist es eigentlich andersherum?
Darf ich – z.B. – einen Luftangriff auf McCain fordern? Oder mache ich mich damit strafbar?
Und falls ja, wieso nicht auch er?
Meinem Verständnis von Demokratie, Frieden und Menschwürde nach sollte jede Form von Kriegshetze (schwerst!) strafbar sein, Senatoren und andere Politiker nicht ausgenommen.
Wie können wir das durchsetzen?
Eine Antwort erhielt ich bislang noch nicht. Aber – immerhin – mußte ich auch noch keinen Drohnenangriff auf meine Hütte verzeichnen.
Zur vorgestrigen Meldung Assad-Regime: Strategen warnen vor blutigem Abnutzungskrieg habe ich inzwischen… weiter lesen
22.02.2012 von Achmed Khammas
Ein Debüt, das aufgeht wie eine Nova – und die gelungenste Kombination von SF und Fantasy, die mir bislang untergekommen ist. Diese junge Frau schreibt wie die alten Säcke des Genres – die Koryphäen dieser Literaturgattungen sollten sich also warm anziehen…!
Mag sein, daß man meine Begeisterung als überschwänglich empfindet, doch der erste Teil der “Chronicles of Limarå”, der unter dem Titel “2044 – Deine Seele, Dein Blut” im ChaWila Verlag erschienen ist und die ersten drei Tage dieses Epos umfaßt, hat mich davon überzeugt, daß mit Limarå ein neues Talent die Szene betreten hat, welches Maßstäbe setzt.
Rasante Action-Szenen wechseln sich ab mit einer liebevollen, sanften, ja sogar spirituellen Sicht auf den Planeten und das Universum. Die kosmische Größe umfaßt dabei mehrere Galaxien, während die Einzelcharaktere von eindringlicher Individualität sind – und sich auf Anhieb einen Platz im Herzen von Leserin und Leser erobern.

Und wie sieht es… weiter lesen
01.02.2012 von Achmed Khammas
Ich habe mich die ganze Zeit zurückgehalten, aber was zuviel ist ist zu viel.
Nachdem heute ein weiterer Hetzartikel auf Spiegel-Online erschienen ist, habe ich dort folgenden Kommentar gepostet, den ich hier veröffentliche, weil er dort höchstwahrscheinlich zensiert wird (wie schon alle anderen – höflichen und sachlichen! – Kommentare, die ich zuvor geschrieben habe). Der Satz in Anführungszeichen ist ein Zitat:
*
“…ihr eigener Schwiegervater gewesen, der 1982 in der Stadt Hama ein Massaker an bis zu 20.000 Sunniten befohlen habe…”
Ich spreche offen, da Ihr diesen Eintrag sowieso nicht veröffentlichen werdet (wie schon alle vorangegangenen nicht).
Es ist einfach zum kotzen, wie IHR (der Spiegel) Euch habt korrumpieren lassen.
Hafez al-Assad hat damals einen militanten, bewaffneten Aufstand der Moslembrüder niedergeschlagen, die eine islamistisch-theokratische Herrschaft anstrebten – die möglicherweise schlimmer gewesen wäre, als alles was in Persien passiert ist.
Die allererste Bombe in Damaskus ist direkt neben unserem… weiter lesen
22.01.2012 von Achmed Khammas
In Berlin wird ein Araber in seiner Wohnung erschossen. In Serbien treffen sich die Anhänger eines vergessenen Erfinders. In Sibirien verschwindet ein Ort von der Landkarte. Nur einer weiß, wie die Ereignisse zusammenhängen: Jack Wilson, Elite-Ingenieur mit indianischen Wurzeln. Zur Sonnenwende wird er die Zivilisation an ihr Ende bringen. Am Tag des Todestänzers …
So lautet jedenfalls der Klappentext des merk-, denk- und lesewürdigen Romans Der Todestänzer von John F. Case, erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008. Wobei ich stark hoffe, daß solche Realitätsmodelle schön brav in ihren Buchdeckeln verbleiben. Denn sonst würde ich mir wirklich in die Hosen machen…

Es ist ein etwas seltsamer Roman, besonders am Schluß, wenn der Protagonist Jack Wilson seine lange geplante und aufwendige Rache-Aktion (mit einem Resonanz-EPM) deshalb nicht durchführt, weil seine frisch angetraute Liebe – wie er erst im allerletzten Moment erfährt – einen Herzschrittmacher hat. Statt dessen opfert… weiter lesen
02.01.2012 von Achmed Khammas
Diesmal ein kleiner Link in eigener Sache.
Pünktlich zum Jahresanfang ist dort die SF-Kurzgeschichte Michaela wacht veröffentlicht worden.
Eine Empfehlung!
Um die Kommentare zu sehen bitte Artikeltitel anklicken…
*
(Mit Dank an Florian Rötzer)