Die niedrigen Gehälter der taz

Nachdem wir heute die Stellenanzeige für ein Volontariat  auch auf der Facebook-Seite der taz gepostet hatten, kamen dort und in diversen emails empörte Kommentare über die niedrige Bezahlung von 903,15 EURO/Monat an:  „Beschämende Bezahlung!“ – „Als linke Tageszeitung sollten sie sich doch einen Stundenlohn überlegen, der über 5,39 liegt. (Berechnungsgrundlage: 903,15‚/ 4,35 Wochen / 38,5 Wochenstunden )“ – „Pure Ausbeutung… Das sollte sich kein Volo, der dort künftig arbeiten will, gefallen lassen“. So und so ähnlich lauteten die Kommentare – und sie scheinen verständlich, doch nur auf den ersten Blick und wenn man die taz nicht kennt. Als selbstverwalteter Betrieb haben sich die Mitarbeitenden der taz von Beginn an für sehr niedrige Gehälter entschieden, weil die Zeitung anders gar nicht machbar gewesen wäre. Die Gründergeneration verzichtete am Anfang zum Großteil oft völlig auf eine Bezahlung und finanzierte die Arbeit für das Projekt „tageszeitung“ durch nächtliches Taxifahren oder andere Nebenjobs, auch der dann bald eingeführte Einheitslohn von 800,00 und später 1000,00 D-Mark im Monat  war mehr als bescheiden – und trotz zahlreicher Lohnerhöhungen  in den verganenen Jahrzehnten sind die Gehälter im Hause taz auf diesem niedrigen Niveau geblieben. Denn anders wäre die Zeitung auch heute nicht machbar. Als auf der letzten Generalversammlung der taz-Genossenschaft die Forderung nach Tariflöhnen gestellt wurde, machte die Geschäftsleitung eine einfache Rechnung auf: derzeit liegen die Gehälter auf  etwa 2/3 der in der Branche üblichen Tarife. Bei Bezahlung des vollen Tariflohns müßten also entweder 1/3 der Belegschaft entlassen werden – oder 12.000 Abonnements hinzukommen. Da Ersteres nicht wünschenswert und Letzteres  kurzfristig unrealistisch ist, wird sich am Gehaltsniveau der taz also so bald nichts ändern. Weder für die Volontariate, noch für die Redaktion oder den Verlag – denn alle werden auf einem niedrigen Level entlohnt. Und dennoch arbeiten die meisten sehr gerne für die taz, weil das kleinere Geld durch größere Möglichkeiten, Freiheiten und ein einzigartiges Umfeld durchaus aufgewogen wird.

Siehe auch: Die Einnahmen und Ausgaben der taz

UPDATE: Da unterschiedliche Darstellungen im Internet kursieren und im Fernsehen geäußert werden, noch mal ganz deutlich:
Die taz zahlt etwa ein Drittel weniger als der Tarif für ZeitungsredakteurInnen beträgt (die Differenz hängt u.a. von der Zahl der Kinder ab, da gibt es Zuschläge). Dennoch zahlt die taz ihren MitarbeiterInnen (außer VolontärInnen) etwa das Doppelte des geplanten Mindestlohns von 8,50 Euro brutto pro Stunde.

Kommentare (114)

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  1. Da würde ich die taz doch gern nochmal abonnieren, um sie nochmal abbestellen zu können.
    (Letztes Mal wegen der mangelnden Textqualität. In der Freizeit möchte ich nicht Tippfehler sammeln müssen)

  2. Pingback: Mindestlohn | Beim nächsten Geld wird alles anders

  3. Wir betreiben seit sechs Jahren eine Pension in Erfurt, speziell für Gäste, die mit dem Fahrrad anreisen. Unser Geschäftsmodell sieht nicht vor, dass wir damit reich werden wollen. Im Gegenteil. wer mehr über uns wissen möchte, findet etwas unter „Aktuelles“ auf http://www.rad-hof.de. Arbeit soll Freude bereiten (was immer mehr Menschen von sich wohl nicht mehr sagen können) und ist damit eine wichtige Komponente eines „guten Lebens“. Wir haben dieses „gute Leben“ und glauben, die tazler haben es auch. Nun stellen wir uns vor, ein Gast würde uns meiden, wenn er erfährt, dass wir zu wenig verdienen. Unvorstellbar! Warum dann ein taz-Leser schreibt, dass er nach dieser „Schreckensbotschaft“ über die taz-Gehälter diese Zeitung nicht mehr lesen will, ist uns ein Rätsel. Er hätte ja zum Beispiel etwas tun können, damit m e h r Leute die taz lesen! Für unsere Gäste liegt auf Wunsch die taz neben dem Frühstücksteller.

  4. Pingback: 2. Zombie-Medien und ihr Einfluss auf Journalisten, Leser und Werber | Content Royal

  5. Hallo, Redaktion,

    Könnten Sie mal bitte ausrechnen, wie viel die taz mehr kosten müsste,
    wenn nach Tarif (Volontäre einbezogen) gezahlt werden würde.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Stefan Werner

  6. Pingback: Die Doppelmoral der taz und ihrer Leser | arprin

  7. Das ist der mit Abstand eindrucksvollste Beweis für linke Doppelmoral den ich je gelesen habe…Ich beginne mehr und mehr an meiner politischen Einstellung zu zweifeln. Aber vielleicht ist das ja der wahre Auftrag der taz.

  8. Die TAZ ist von nun an für mich gestorben.
    Jedes Unternehmen, welches mit fairer Entlohnung der Mitarbeiter „nicht machbar“ ist hat keine Existenzberechtigung.
    Sie sehen keinen Cent mehr von mir. Tschüss.

  9. Es scheint keinen Wert zu haben, aber nochmal:

    Die taz zahlt weniger als der Tarif für Zeitungsredakteure betragen würde, etwa ein Drittel weniger (die Differenz kommt v.a. auf die Zahl der Kinder an, da gibt es Zuschläge).

    Die taz zahlt mehr als der eventuell kommende Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde. Wieviel mehr ist schwer feststellbar, weil wir keine Arbeitszeit erfassen.

    Reiner Metzger,
    taz chefredaktion

    • Wie kann die taz denn Volontären mehr als 8,50 Euro pro Stunde zahlen, wenn das Gehalt bei 903,15 Euro brutto liegt? Nach einem Teilzeit-Volontariat hörte sich die Ausschreibung nicht an. Oder meinen Sie die Redakteure oder gar die Chefredaktion?

  10. Sorry, eine derartige Scheinheiligkeit schreit einfach zum Himmel…
    „Wenn wir nicht so schlecht bezahlen würden, würde das Geld nicht reichen. Entweder müssten wir Leute entlassen, oder aufhören. Weil zu wenig Leute unsere Zeitung kaufen.“
    Wissen Sie, welche Entgegnung SIE für jeden Unternehmer hätten, der so argumentiert? Erhöhen Sie doch die Preise, bis es reicht. Und wenn sich das nicht umsetzen lässt, MIT menschenwürdigen Gehältern („Man muss von einer Vollzeit-Arbeit leben können“), dann müssen sie eben vom Markt verschwinden.
    Denkt eigentlich irgendjemand auch mal ein klein bisschen selbstkritisch über die TAZ nach?

  11. Zu den epd-Kunden gehören neben allen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten rund zwei Drittel der deutschen Tageszeitungen, darunter sämtliche überregionalen Blätter von der „FAZ“ bis zur „taz“. Die Spanne der Regionalzeitungen, die epd abonniert haben, reicht von Kiel bis Konstanz und von Saarbrücken bis Frankfurt an der Oder. Sie nutzen die Texte, Bilder und Infografiken für die Blattgestaltung oder den Online-Auftritt ihrer Verlage.

  12. Will was zu dem einstiegsgehältern sagen. Anscheint ist es gang und gebe bei den Einzelhändlern, dass so wenig bezahlt wird. eine Kommilitonin hatte sich bei Aldi beworben für eine Traineestelle bzw. Stelle, wo man später halt mal mehrere Ketten leitet. Bei Gespräch hieß es dann, dass man ersteinmal nen anderen Vertrag bekommt, als der der ausgeschrieben sei und die Tätigkeiten erst nach ca. 2 Jahren übernimmt. Sie sollte (und jetzt haltet euch fest als Kassiererin eingestellt werden) Ab und zu sollte sie zwar diese Tätigkeiten übernehmen, aber direkt als Kassiererin…das ist doch ne Frechheit, oder? Wenn du dann vielleicht nach der Zeit rausfliegst steht auf deinem Zeugnis auch nur, dass du als Kassierer gearbeitet hast, dass kommt sicher gut bei vielen Unternehmen an! Einstiegsgehalt übrigens zwischen 1500 und 1700 brutto im Monat! Ich bin weiß gott nicht „zimperlich“, würde auch mal artfremde Tätigkeiten übernehmen und gehe notfalls (sofern andere Aspekte stimmen) mit dem Gehalt etwas runter aber das ist eine der größten Sauereien die ich je gehört habe. ALDI schäme dich!

  13. Ein Zeitungsschmierfink sollte generell nur mit Backpfeifen entlohnt werden.
    Journalist ist der vornehmere Ausdruck für Drecksau (Louis Aragon).
    Ach ja, ich stamme von der einzig fortschrittlichen und revolutionären Klasse ab.

  14. Pingback: Restebloggen (100) | überschaubare Relevanz

  15. Also ich finde das für einen jungen Menschen gar nicht so wenig, was die taz da zahlen möchte. Selbst ich, Ü40 interessier(t)e mich für diese Stelle. Reizvolle, spannende Aufgabe. Meine Mutter Ü60, verdient als Altenpflegerin ein bisschen mehr als 1000 Euro. Im 3-Schichtsystem. In Relation dazu – und vielen anderen Jobs – nicht so schlecht bezahlt. Und vermutlich weniger körperlich belastend.

    Gruß Kalo. Ohne h.

  16. Das verstehe ich nicht ganz „Frei, freier, Prekariat“. Prekariat ist ja wohl ein alter Begriff des Klassenkampf.

    Arme freie Journalisten bei der taz? Das sind dann zwei Sondersituationen von Tazlern, die Sie beschreiben. Nicht wahr? Kann ja sein, dass die zwei genau so leben wollen, wie sie es tun. Ich sehe kein System dahinter.

  17. Pingback: Die TAZ und der Mindestlohn | Torsten Heinrich - In dubio pro libertateTorsten Heinrich – In dubio pro libertate

  18. Wenn hier schon die Rede von den niedrigen Gehältern der taz ist, dann bitte auch an die Freien Journalist_nnen denken. Von denen lebt vermutlich ein großer Teil unter prekären Lebensumständen. Glaubt man den Ausführungen des Lobby-Vereins DJV im Bundestag.

    So sagte Ulrike Kaiser als stellvertretende Vorsitzende des DJV am 18. Januar 2012:
    „Es ist inzwischen auch so, dass viele Freie gar nicht mehr zu den Freien gerechnet werden, weil sie einen Großteil des Unterhalts nicht mehr mit Journalismus verdienen, sondern in anderen Bereichen.“

    „Es gibt im Journalismus relativ wenig Arbeitslose. Wir haben einen relativ geringen Anteil an gemeldeten Suchenden oder Arbeitslosen, denn die Leute melden sich nicht beim Arbeitsamt, sondern versuchen sich als freie Journalisten irgendwie über Wasser zu halten. Sie gehen
    also nicht in Arbeitsmarktstatistiken ein. Deshalb sprechen wir von einer großen verdeckten Arbeitslosigkeit. Das ist ein sehr großes Problem.“

    Ausschuss für Kultur und Medien, Wort-Protokoll Nr. 17/53

    Aus Sicht dieser Journalist_nnen wäre das Volontärsgehalt wahrscheinlich Luxus.

    • Beispiele:

      taz-Kolumnist Martin Reichert schrieb in seiner Kolumne, dass es für ihn ein finanzielles Problem ist, den Berliner Nahverkehr zu nutzen.

      taz-Kolumnistin Margarete Stokowski schrieb in ihrer Kolumne, dass sie sich beim Laufen durch wohlhabende Gegenden in Berlin wünscht, die Reichen würden doch einfach mal Geld aus dem Fenster werfen. Auch an anderen Stellen schrieb sie über ihre Geldsorgen. Da sie in ihrer Kommune sogar Yeah-Marmelade selbstkocht anstatt sie bequem im Bio-Geschäft oder so zu kaufen und dafür lieber mehr zu publizieren, gehe ich davon aus, dass die taz auch diese großartige Autorin schlecht bezahlt!

    • „Journalist_nnen“ – Du hast doch nicht alle Latten am Zaun. So was wie Dich hat man früher für Geld auf dem Rummelplatz gezeigt.

  19. „Auf der anderen Seite: 7 Euro die Stunde für eine Verkäuferin sind eine Sauerei. Erst recht, wenn klar ist, dass die Frau niemals Hartz-IV-Leistungen bekäme, weil sie in einer Partnerschaft lebt. Mit den Billiglöhnen nutzt man die Lage von Millionen von Ehefrauen aus. In Frankreich leisten die sich 9,34 Euro brutto die Stunde als Mindestlohn. Da sollten wir uns nicht lumpen lassen. Es wird Zeit für den Großversuch.“ – Barbara Dribbusch in der taz, 18.09.2013….

  20. @wasmitmedien

    Guten Tag,

    Standardvolontariat bei der taz ist das hier schon mehrmals erwähnte Studienbegleitende Volontariat. Also eines, bei dem ein Volontariat in der Studienordnung des Studienganges Journalismus zwingend vorgeschrieben ist und nicht nur Praktika. Diese Standardvolontariate dauern ein Jahr, weil die VolontärInnen schon eine breite Vorbildung haben (Nachrichten, Reportagen, Technik schon im Studium oder anderswo sich draufgeschafft haben). Während dieser Volontärszeit sind die Studenten nicht an der Universität, müssen also auch keine Kurse oder Prüfungen absolvieren.
    Handelt es sich „wirklich um eine Ausbildung“? Wir hoffen, Ihre Ansprüche zu erfüllen: Die Leute lernen Leser betreuen, Wochenendjournalismus, große Recherchen wenn sie das wollen. Sie kriegen ein langes Zeugnis, wir haben einen Betreuer für sie und interne Schulungen.
    Ich habe keine exakte Statistik zur Übernahme der Volontäre. Das ist phasenweise sehr verschieden: Wenn die taz nicht wächst, oder gerade nicht viele tazler anderswo hin wechseln, ist es natürlich auch bei den Stellen eng. Meine Schätzung: etwa die Hälfte der Volontäre wird übernommen. In den vergangenen Jahren sogar mehr.

  21. Ihr sabbelt hier alle so eine scheisse….
    ja die taz könnte es anders machen und nur zahlenden menschen einsicht in ihre artikel währen. nein das tun sie nicht und dafür sage ich DANKE!

    • ALLE DIE HIER MOTZEN, ÜBERWEIST DER TAZ DOCH ALLE 2x 10€ (oder 10€ mehr) dan können sie sicherlich bessere gehälter zahlen

      • Was sollte einen dazu motivieren? Damit man später lesen darf was die Deutschen doch für Egoisten sind?

        • Das zu erwartende Massen-AErlebnis, dass Viele hinter dr taz stecken.

          Die taz is gesellschaftlich gewollt. Sie ist nicht nur in Haufen Papier/Daten, dr landesweit verteilt wird. Sie ist nach wie vor Gegenöffentlichkeit für Probleme der Gesellschaft, für die anderswo kein Platz ist.

          • Wer Ausbeuter-/Hunger-Löhne zahlt (in diesem Fall die taz), ist ein Problem für die Gesellschaft.

          • Schwachsiniger Spinner. Inzestopfer. Diese albernen Rote Khmer für Arme und „Gegenöffentlichkeit“. Geh’sterben, Du Hirni.

  22. Mh, die von der Chefredaktion geäußerte Maximalzahl von 5 Volos finde ich sehr hoch. Daraus schließe ich, dass auch bei der taz durchaus die Einstellung billiger Arbeitskräfte forciert oder zumindest für den Workflow miteingeplant wird.
    Ich nehme ferner an, dass das Volontariat bei Ihnen standardmäßig zwei Jahre geht. Wieviele der Volos werden denn übernommen? Handelt es sich bei dem Voliontariat auch wirklich um eine Ausbildung – Praktika, Seminare an Journalistenschulen, Anleitung durch einen Redakteur, Feedbackgespräche, anständiges Zeugnis, das mehr als 5 Sätze beinhaltet -, kann ich Ihre Argumentation zumindest akzeptieren.
    Oft sieht die Realität aber anders aus. In vielen Verlagshäusern leisten Volontäre genau dasselbe wie Redakteure, bekommen keine bis wenig Praktika in anderen Verlagen oder Redaktionen (ein Blick über den Tellerrand schadet nicht) zugestanden und sollen möglichst effektiv arbeiten. Nach ihrem Volo werden sie vor die Tür gesetzt und die nächste Generation der 900-Euro-Jobber nimmt ihren Platz ein.
    Sie sprachen davon, dass die Volos Studenten seien. Bleibt neben dem Volo überhaupt Zeit für ein Studium?
    Vielleicht haben ja auch die, um die es in dieser hitzigen Diskussion geht, Lust, hier ein bisschen was über ihren Alltag als (ehemalige) Volos bei der taz zu erzählen. Für eine Einordnung wäre dies sehr hilfreich – vorausgesetzt ihnen wird kein Maulkorb aufgesetzt.

    • @wasmitmedien

      Guten Tag,

      Standardvolontariat bei der taz ist das hier schon mehrmals erwähnte Studienbegleitende Volontariat. Also eines, bei dem ein Volontariat in der Studienordnung des Studienganges Journalismus zwingend vorgeschrieben ist und nicht nur Praktika. Diese Standardvolontariate dauern ein Jahr, weil die VolontärInnen schon eine breite Vorbildung haben (Nachrichten, Reportagen, Technik schon im Studium oder anderswo sich draufgeschafft haben). Während dieser Volontärszeit sind die Studenten nicht an der Kurse, müssen also auch keine Kurse oder Prüfungen absolvieren.
      Handelt es sich „wirklich um eine Ausbildung“? Wir hoffen, Ihre Ansprüche zu erfüllen: Die Leute lernen Leser betreuen, Wochenendjournalismus, große Recherchen wenn sie das wollen. Sie kriegen ein langes Zeugnis, wir haben einen Betreuer für sie und interne Schulungen.
      Ich habe keine exakte Statistik zur Übernahme der Volontäre. Das ist phasenweise sehr verschieden: Wenn die taz nicht wächst, oder gerade nicht viele tazler anderswo hin wechseln, ist es natürlich auch bei den Stellen eng. Meine Schätzung: etwa die Hälfte der Volontäre wird übernommen. In den vergangenen Jahren sogar mehr.
      Reiner Metzger,
      taz Chefredaktion

  23. Sehr schön den Unsinn eines Mindestlohns erklärt. Besser können es auch die Liberalen nicht. Es wäre wünschenswert, wenn die Taz das, was sie für sich in Anspruch nimmt, auch für andere Arbeitgeber gelten ließe, dann wäre diese leidige Debatte in Deutschland endlich vom Tisch.

  24. Wer nicht in der Lage ist einen entsprechenden Mindestlohn zu zahlen, der sollte mal überlegen, ob er überhaupt in der Lage ist das Geschäft zu führen. Miserable und sehr traurige Stellungnahme.

  25. Diese Stellungnahme ist peinlich. Besonders für die taz. Von Euch erwartet man mehr.
    Mindestlohn ist Mindestlohn. Wenn die Branche oder das Geschäftsmodell das nicht hergibt, dann wird es eben der Markt schon regulieren. Unbequem, aber letztlich gut so. Sonst ändert sich nichts, weil der durchschnittliche Deutsche sind offenbar all zu gern ausnutzen lässt oder nicht bereit ist, etwas anderes zu machen.

    Der Argumentation hier könnten sich zahlreiche Branchen und Unternehmen anschließen. Und genau DARUM geht es doch. Wer so argumentiert, hat das mit dem Mindestlohn nicht verstanden. Egal, ob man dafür ist oder nicht.

  26. Ich wäre froh gewesen wenn ich so eine Vergütung bekommen hätte. Bei einem Münchener Sender bekam ich gerade mal 680 Euro. Die Miete betrug da alleine schon 385€. So musste ich halt neben dem Volo noch an einer Tanke arbeiten. Die TAZ macht das schon richtig so.

  27. Wer den Mindestlohn nicht zahlen kann sollte sein Geschäftsmodell überdenken ;-)

  28. Waren die Linken nicht strikt für den Mindestlohn? Reichtum für Alle? Aber natürlich brauchen nur Arbeitnehmer den Mindestlohn, die bei den bösen reichen Unternehmern arbeiten. Bei den Ausbeutern. Die Mitarbeiter von linken Zeitungen brauchen nichts zu fressen, die können Marx lesen, wenn der Magen knurrt.

  29. Ficken!
    Da krich ich so einen Hals, wenn ich das lese, dass ich meine Anständigkeit verliere:
    Welche anständige jounalisierende Person (das ist dieser Sexus neutrale aus der STVO, den mag ich. Eat this, gendertrollende Person!) macht ihren Job gewissenhaft und zuhöchst motiviert, wenn, ähm, die Miete, viermal Tanken, Versicherungen und wenn man Glück hat noch bisschen LTE-Internet aufm Handy im Monat gerade so bezahlt werden können.
    Journalisten: Ihr seid die Kontrollinstanz der politisch aktiven Personen, die die Kontrollinstanz der Geheimdienste sind und die Staatssicherheit als auch Stabilität verantworten. Wenn die niemand auf Schritt und Tritt beguckt und in die Tiefenanalyse politischer Argumentation als auch allgemeine systematische Fehler aufdeckt und „aufdenkt“, dann muss das so ein „Held“ machen, und noch so viele weitere „Helden“, weil ihr, die eigentlich dafür arbeiten sollten und dementsprechend bezahlt werden, nicht richtig bezahlt werdet…
    Fickt euch mal! Fickt euch, ihr Redaktionslullies! Ficken ist bei korrekter Praxis ja sogar was schönes. Ficken ist an sich kostenlos (abgesehen von den Unterhaltskosten ggf.) Schreibt doch einfach mal revolutionäre Totalgrütze in eure Blätter, damit sich was ändert. Ihr müsst ja nichteinmal streiken, einfach Katzenbilder abdrucken oder Loren Ipsums schreiben. Oder alle Zeitungen drucken nur noch DPA-Meldungen. HAHA.
    Ich hab so einen Hals! Wenn ich eine Tageszeitung lese, lese ich darin 90% bekannte Grütze, die ich weiß oder gerade überall im Netz schon erfahren habe. Teilweise in schlechtem Deutsch, umnarrativ, ohne Zerlegung und Reflexion der Argumente. Alles nur stupider Informationsmüll.
    Auf der einen Seite meinen die einen ,dass sei Absicht und politisch gewollt, dass die Leser lethargisch gemacht werden. Ich bin aber der Auffassung, dass die Redakteure lethargisch geworden sind und Einfach keine Bildung durch ordentliche Zeitungen mehr stattfindet.
    Man kann ja nun wirklich gar nix mehr vernünftig diskutieren, es gibt ja gar keine anderen Denkansätze mehr!
    Ey! Man!
    Ey!
    Dann werdet halt insolvent, aber bezahlt die Leute, wenn ihr so dickschädlig seid, keine anderen Modelle sich auszudenken. Warum könnt ihr euch keine anderen Modelle ausdenken? Weil ihr die Leute, die Querdenken könnten zu existenzbedrohten. lethargischen Lilles gemacht habt, vielleicht ohne es zu wissen, aber jetzt zu spüren… Die retten unsere Welt! Reporter sind unsere Helden, sie wissen es nur nicht mehr, weil sie gelähmt sind von Unterbezahlung und Existenzangst, ihr Fickverlage.
    Krich ich Hals! Hier!

    Auf wiedersehen.

  30. … und nochmal durchatmen.

    Die TAZ setzt auf kein privates Modell, sondern auf ein genossenschaftliches und soziales Miteinander verbunden durch das gemeinsame Ziel, guten Journalismus zu bieten. Dafür ist jede Menge Idealismus und Begeisterung gefragt, die sich marktwirtschaftlich nicht rechnen. Bei den Gehältern und PraktikantInnenlöhnen geht es nicht um kapitalistisches Lohndumping, damit Aktienkurse in die Höhe getrieben werden und private Gewinne maximiert werden. Mindestlöhne sind dort wichtig, wo der Profit einzelner auf Kosten von Arbeitnehmern maximiert wird. Die gute Idee der TAZ aber kann nur überleben, wenn alle Beteiligten, GF, Redakteure, Genossenschaft wie LeserInnen solidarisch das Projekt am Leben halten.

    • Mindestlöhne sind dort wichtig, wo Menschen in abhängiger Erwerbsarbeit darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt durch die von ihnen aufgenommene Beschäftigung zu verdienen, Punkt! Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob das Unternehmen Lohndumping aus „bösen kapitalistischen“ Erwägungen heraus betreibt oder ob eine „solidarische Genossenschaft“ dahinter steht.

      Und nochmal zum durchatmen: Wie die Chefredaktion auf dieser Seite bestätigt, handelt es sich in dem vorliegenden Fall um 3 bis 5 Personen. Ihnen nun in einem Akt genossenschaftlicher Solidarität die 8,50 Euro zuzugestehen und damit auch ein POLITISCHES Zeichen gegen die Kostenlosmentalität der Praktikantenrepublik zu setzen, wäre einer linken Tageszeitung würdig!

      Stattdessen bedient sich der Blogeintrag in erschreckender Art und Weise der gleichen Argumentation-Arithmetik und Sprache, wie ein knauriger Senior-Chef, der die Angestellten in seinem „familieneigenen Traditionsbetrieb“ mit Blick auf „die Chinesen“ an der kurzen Leine hält, während er vier Stunden am Tag mit Rolex am Arm auf dem Golfplatz rumlungert. „Was beschwert ihr Euch denn?! Hier ist doch alles Gemütlich, wir sind eine große Familie und überhaupt gibt es zu meinem Geburtstag doch immer Kuchen…“

    • „Guter Journalismus“ ist ein Oxymoron, so wie weißer Rappe oder schwarzer Schimmel. Zeitungsschmierfinken sind Dreck, Dreck, Dreck.

  31. zynisch und voller Doppelmoral Ihre Argumentation.

    Man stelle sich mal das Geschrei in linken Zeitungen vor, wenn in einem kapitalistischen Betrieb die Belegschaft Tariflöhne fordert und die Geschäftsführung damit droht, ein Drittel der Mitarbeiter zu entlassen.

    Aber angeblich arbeiten ja alle gerne bei der taz und sind zufrieden. Warum fordern die dann höhere Gehälter?

  32. Die TAZ erklärt uns die Probleme eines Mindestlohns…dass ich das noch erleben darf…

  33. Pingback: Die kleine heiterkeit des tages | Schwerdtfegr (beta)

  34. Aus Überzeugung habe ich bisher auf die Lektürer Ihrer Zeitung verzichtet – und fühle mich ein weiteres Mal bestätigt!
    Wer aufgrund seines Geschäftsmodells keine €8,50 Stundenlohn leisten kann, sollte sein Geschäftsmodell überdenken. Was für den oft gescholtenen brandenburger Friseur gelten soll müss für ein bundesweit agierendes Unternehmen wie das Ihre gleichermaßen gelten.
    Daher: Überdenken Sie ihr Geschäftsmodell! Sollte der Mindestlohn für Sie nicht bezahlbar sein ist eine geregelte Insolvenz mit Sicherheti für alle (Beteiligte wie Unbeteiligte) das Beste!

    • Hey, jetzt mal runter vom Gas! Nur weil die Geschäftsführung nicht die Grundzüge der Betriebswirtschaft kennt, sollte man nicht an der Expertise der Redaktion zweifeln. GF und Redaktion sind in jedem Verlag zwei Parallelwelten. Daher: Mehr Geld für Redakteure, heftige Prügel für die GF.

      • Hallo,

        nein, Dagobert Duck hat absolut und belegbar Recht. Warum?
        Wenn die GF das fehlende BWL-Verständnis (wie hier unterstellt wird) hat, und die Redaktion das goutiert und supportet und – vollkommen unsensibel und offen die mediale Inkompetenz zur Schau stellend – zeigt, dass man da dahinter steht… ja dann…
        Selbst gegen Mindestlohn schreiben, und hier es noch „stolz“ verkünden? Das passt nicht zusammen. Hier wurden grundlegende Dinge der Kommunikation einfach nicht verstanden. Wie ich jetzt darauf komme?
        Hier wird „Erde verbrannt“: Will heißen den Mächten Argumentationsgrundlage geliefert, die gegen die (u.a. von der taz propagierten) Position des Mindestlohn reden und schreiben. Jetzt können die schon schön schreiben und sagen (wie mir schon untergekommen ist), dass auch die taz Argumente gegen den Mindestlohn bietet.
        Danke, taz! Also von FDP und CDU :-D

        Gruß

        • Nein, Dagobert Duck hat nicht Recht, denn die taz hat kein reines Geschäftsmodell, da sie Gewinnerzielung als hauptsächliches Ziel hat.

          Das unterscheidet sie von der Springerpresse, aber auch von Spiegel, Apple und Co – egal welchen weiteren Anspruch sich diese Unternehmen sonst verleihen.

          Das Statement ist ja auch eindeutig: Für die Redakteure und anderen Angestellten gilt das gleiche: Sie arbeiten freiwillig für ⅔ des üblichen.

          Das untermauert, dass es um mehr geht als nur das „Geschäftsmodell“.

          Und das ist auch gut so.

          Wenn sich jede menschliche Tätigkeit – auch bezahlte – nur daran messen lassen dürfte, ob es sich kostendeckend vermarkten lassen, dann hätten wir wirklich die neoliberale Hölle.

          In der es nur noch Hollywood-Blockbuster und Musicals gibt, aber keine städtischen Theater.

          • Kleiner Nachtrag:

            Ich bin übrigens kein Leser, geschweige denn Abonnent der taz. Ist nicht nicht mein Ding, zu klassisch links – aber deswegen kann ich trotzdem anerkennen, dass es ihnen um mehr geht als am Ende des Monats möglichst viel Werbung an die Leser gebracht zu haben.

          • Da gehts jetzt aber komplett durcheinander! (BTW: Der ECHTE Neoliberalismus verlangt nach einem starken Staat, damit man ich in den gegebenen Grenzen FREI entwickeln und verhalten kann: Das Gesetz nur kann uns Freiheit geben… aber das ist was anderes.)

            Wie ich darauf komme? Wir sind da nicht weit voneinander entfernt, so Meinungsmäßig. An anderer Stelle habe ich (nciht hier) darauf ebenso hingewiesen, dass die taz ein „Sonderfall“ ist (also von wegen Geschäftsmodell und so) und wurde mit dem Spruch „linke Bigotterie“ bedacht. Und genau darauf zielt meine Kritik: SO kann man das nicht transportieren und öffentlich darstellen, zumindest nicht, wenn man (auch von Gegenern) ernst genommen werden will, mag man sachlich noch so gute Argumente haben, oder sich sachlich noch so sicher fühlen.

            Der Vergleich mit den Theatern hinkt: Dort werden die Leute eher „normal“ bezahlt (im Bezug auf Branche) und der kulturelle (und wichtige!!!!!!!) Auftrag aus Steuern (zurecht!!!!) bestritten… Bitte in der analogie stringend un konsistent bleiben, sonst liefern wir dem „neoliberalen“ Pack (Entschuldigung) nur noch mehr Futter!

            Gruß
            F

    • Es ist doch schön zu sehen, dass Menschen mit ihrer Dummheit nicht hinter’m Berg halten!

  35. Jep, eben, dann wäre die taz nicht machbar. Ja sowas. Und so geht es mit einem zu hohen Mindestlohn auch vielen mittelständischen Unternehmen. Aber bei linken Zeitungen ist das wieder okay, wenn man unter 8,50€ ist? Entweder es machen alle mit oder wir lassen den Mindestlohn.

  36. Das ist ja schön… Ihr argumentiert euch ihr gerade selbst zu Tode. „Anders wäre es nicht machbar“ und „ansonsten müssten wir Leute entlassen“ sind nun mal die typischen Argumente JEDES Unternehmens. Der Friseurmeister argumentiert genauso, wenn es um seine Angestellten geht. Auch die „bösen“ Leiharbeitsfirmen argumentieren genauso. Entweder arbeiten im Niedriglohn oder gar nicht arbeiten. Ist schon echt peinlich, wie ihr euch hier rauswinden wollt und selbst auch noch Eigentore schießt. Willkommen in der Realität liebe linken Gutmenschen. #lol

  37. „Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben. Mit einem zum Leben ausreichenden Lohn meine ich mehr als das bloße Existenzminimum – ich meine Löhne, die ein anständiges Leben ermöglichen.“
    Franklin D. Roosevelt, 1933

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Linkes Gutmenschentum hin oder her, man muss es sich auch leisten können!

  38. Wieviele der Kommantatoren hier, die so lautstark die Backen aufblasen und „Ausbeutung“ anklagen, unterstützen die taz – durch ein Abo, als Mitglied der Genossenschaft oder mit freiwilligen Zahlungen ??? Ich tippe mal max. 5 % – der Rest liest hier online für lau, hat noch nie einen Cent zur Finanzierung beigetragen und tönt dafür umso lauter über die „unwürdige“ Bezahlung. Ich hab einen Tipp, der besser und wirksamer ist als euer empörtes Gelalle: geht zum Kiosk und kauft eine taz oder schaltet ein Abo – und werbt noch ein paar Freunde und Nachbarn dasselbe zu tun. 12.000 Abonnements sind schnell beisammen und dann gibts paradiesische Tariflöhne für alle Volontäre und Redakteure !
    Wer weiter nur parasitär mitliest und sesselpuperische Empörung absondert ändert nichts… also: kriegt euern Hintern hoch !

    • Meine volle Zustimmung, Obi. Ich hab mir die Komm. gerade durchgelesen und kann nur den Kopf schütteln. 900 für ein Volontariat ist so übel nicht, aber die „Experten“ hier haben offensichtlich wenig Ahnung wie es in der Branche aussieht, dafür aber umso mehr wohlfeile Empörungsvokabeln… und ich schätze nicht mal 3 % haben je für irgendeinen taz-Artikel irgendetwas bezahlt.

    • Obi, das ist falsch gedacht. Anständige Gehälter sollten nicht auf Spenden und freiwilligen Gaben beruhen, sondern auf festen Preisen. Niemand zwingt die taz zum vergleichsweise niedrigen Ladenpreis.

      Online: Mal abgesehen davon, dass ich mich nicht angesprochen fühle, weil ich regelmäßig die taz am Kiosk kaufe (in Zukunft vielleicht weniger, angesichts dieser Praktiken), ist niemand außer der taz dafür verantwortlich, ihren gesamten content kostenlos ins Netz zu stellen. Niemand zwingt sie dazu. Andere, die das dann lesen, des „Schmarotzertums“ zu bezichtigen, ist schon starker Tobak. Sorry, aber das ist so ne ganz blöde, linke Moralrigorismustour. Ich möchte gerne die taz sehen, wenn mal rauskommt, dass Springerprktikanten ausgebeutet werden. Wetten, dann kommt es knüppeldick? Es geht hier um eine ganz einfach Regel: Miss andere daran, wie sie handeln, nicht daran, wie sie reden. Da hilft kein „branchenüblich“ und kein Schimpfen, eine Zeitung, unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung, ist nun mal auch ein Wirtschaftsunternehmen, und wenn sie ihren Mitarbeitern zu wenig zahlt, wirtschaftet sie falsch.

    • Na. sowas aber auch: Schuld an Hungerlöhnen sind also Menschen, die ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Angebot – niemand hat die taz schließlich ins Web gezwungen, sie ist freiwillig dorthin gegangen, verspricht sich von der Zweitverwertung ihrer Arbeit gewiss auch einen Profit und tritt als kostenloses Angebot auf – als ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Angebot nutzen. Ich verstehe.

      Bevor ich jetzt irgendwas Unflätiges, nicht Druckreifes und Primitives sage, mache ich mal einen guten alten Smiley ;) und bitte um Abkühlung. Ideologische Verblendung macht… wie das Wort »Verblendung« schon sagt… eben blind. Jene, die nicht erblindet sind, werden einsehen, dass 900 Euro im Monat kaum dazu geeigenet sind, in einer größeren Stadt der BRD auch nur zu wohnen und zu essen. Von lohnenden Lebenszielen gar nicht erst zu reden.

    • Spendest du denn auch an Friseure, Leiharbeitsfirmen, Restaurants und Putzfirmen, damit die höhere Löhne zahlen können? Oder siehst du das da ganz anders und hältst diese Firmen für Ausbeuter?

    • Warum sollte ich Unternehmen unterstützen, die Ausbeuterlöhne zahlen?

      Ausbeuterbetriebe gehören (solange sie an ihren Ausbeutermethoden festhalten) boykottiert, nicht unterstützt!

  39. „Die gut 100 Taz-Redakteure liegen über dem eventuell kommenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.“

    Das ist schon klar. Alles andere wäre auch ein starkes Stück. Die eigentliche Frage ist doch aber, ob es glaubwürdig ist, die eigenen Mitarbeiter so deutlich unter Tarif zu bezahlen und gleichzeitig nach einheitlichen, flächendeckenden Mindestlöhnen zu rufen. Da wünsche ich mir einfach mehr Verständnis für wirtschaftliche Zwänge, gerade aus Ihrer Situation heraus.

    • Wirtschaftliche Zwänge?

      Nun, ich habe auch mal so argumentiert, aber man lernt ja dazu. Stein des Anstoßes? Unter anderem der Kabarettist „Volker Pispers“. Geld ist da – hier in diesem Land. Es sammelt sich nur bei den „immer Gleichen“ an.

      Mindestlohn hat NICHTS mit ökonomischen Sachverstand zu tun, sondern mit einer menschenwürdigen Bezahlung in einer Überflussgesellschaft. (Das war Pispers frei zitiert!)

      So isses, sagt ein Abonnent!

  40. Ausbeuter! Kapitalistenschweine! Men-schen-ver-ach-tend!!!

    • Hallo Stalin, per Definition sind Kapitalisten Leute, die über Kapital verfügen. Das heißt auch nur diese können ebengenannte Schweine sein. Da musst Du Deinen Marx nochmal lesen – oder verstehen…

  41. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich war über das taz-Gehaltsniveau etwas erstaunt. Einerseits bin ich verwundert, dass dafür Top-Journalisten überhaupt zur Arbeit gehen. Und ich bin sehr dankbar, dass sie es machen. Und weil ich gerne gute Leistung auch gut belohnt wissen will, habe ich eben ein Abo bestellt. Wochenendabo, denn in der Woche habe ich leider keine Zeit für eine Zeitung. Aber zehn Ausgaben für zehn EUR? Sorry, ich will ja nicht belehrend wirken, doch Sie verschenken Ihre Leistung. Die Verlagsleitung sollte für so eine Preisgestaltung mit einem nassen Handtuch verhaut werden. Von den Redakteuren. Da kann finanziell nie was werden. Verlagt ein Kaufmann für seine Leistung nicht auch gutes Geld, so ist er bald Pleite. Und genau das darf nicht passieren.

    Bitte unterlassen Sie ruinöse Marketingaktionen, Sie überleben das finanziell nicht und gefährden die Existenz der Redakteure.

    Warum ich nur ein Probeabo bestellt habe? Ich kenne die Wochenende-taz noch gar nicht, die normale taz lese ich eher selten. Und als letzter FDP-Wähler zähle ich auch nicht zur taz-Zielgruppe. Doch ich bin froh, dass es eine Tageszeitung wie die taz gibt und unterstütze gerne auch Verlage, die anders denken. Weil nur ein Korrektiv der Gesellschaft immer wieder den besseren Kurs zeigt.

    Mein Respekt gegenüber der Redaktion.
    Und meine Einladung an die Verlagsleitung, sich auch als Linksdenker mal aus puren Egoismus mit BWL zu beschäftigen.

  42. tja, dann erhöht doch einfach den Preis.

    das ist es doch was die Mindestlohnbefürworter den Betrieben zurufen.

  43. Es geht nicht darum, dass man von dem betrag nicht leben könne. es geht darum, dass es in der Branche einen Traif gibt – auch für Volontäre! Und dass sich die Zeitung nicht an den Tarif hält, gleichzeitig aber lautstark die Einführung eines einheitlichen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns fordert. Wahrscheinlich liegt der Trick darin, dass sie mit diesem in Höhe von 8,50 Euro wohl umgehen könnte, nicht aber mit einem mutmaßlich deutlich höheren Branchenmindestlohn.

  44. Kommt mal wieder alle auf den Teppich… Es geht hier um ein Volontariat, dass mit dem Bafög-Höchstsatz vergütet wird… Wo ist das Problem? Ich habe bisher nicht erlebt, dass irgendjemand einen Aufriss macht, weil Studenten zu wenig zum Leben haben… In München ist es vielleicht nicht möglich davon zu leben, aber in Berlin ist es das! Zurzeit leben meine Freundin und ich als Studenten in Stockholm – und sie da, wenn man sparsam ist reicht das Bafög sogar hier gerade so!!! Und Stockholm ist im einiges teurer als Berlin! Wenn man also nicht gerade in P’berg leben will, sondern auch andere Bezirke (Lichtenberg, SPandau zum Beispiel) ins Blickfeld nimmt, kann man davon leben! Nicht in Saus und Braus, man kann auch nicht ständig Party machen, aber man kommt damit 1,5 Jahre lang um die Runden!!!!

  45. Die taz erklärt die freie Marktwirtschaft und liefert gleichzeitig das Argument, warum Mindestlöhne nicht gut sind. Klasse!

  46. Merkwürdige Argumentation im Artikel. Wenn ihr anständig bezahlen müsstet, würdet ihr also schließen müssen. Das ist doch exakt die Argumentation der Arbeitgeberverbände, wenn es um den Mindestlohn geht. Für mich seid ihr bzgl. der Mindestlohndebatte damit disqualifiziert.

  47. Nur weil es hier teilweise durcheinander geht:
    Die gut 100 Taz-Redakteure liegen über dem eventuell kommenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.
    Nicht über dem Mindestlohn liegen die Volontäre, im Schnitt drei bis fünf Personen.
    Das sind meist Studenten, sie bekommen den BaFög-Höchstsatz.

    Und die Möglichkeit, den Kaufpreis zu erhöhen, nutzen wir natürlich so oft es geht. Das tun angesichts der Einnahmenprobleme durch das Internet alle Zeitungsverlage derzeit. Aber da sind wir nach unserer Schätzung immer an der Grenze des Möglichen. Wenn die Auflage nach einer Preiserhöhung stärker zurückgeht, als die Preiserhöhung bringt – dann bringt das ja wohl nichts.

    Reiner Metzger,
    taz Chefredaktion

    • Wenn es nur um zwei bos fünf Leute geht, die da deutlich weniger bekommen, als die Stammbelegschaft, dann sehe ich euer wirtschatliches Argument, dass ihr euch höhere Löhne für Volontäre nicht leisten könnt, nicht ein. Seid ehrlich und sagt: „Wir bekommen Volontäre auch für den Lohn, deswegen zahlen wir nur so wenig. Außerdem finden wir es richtig, jungen Menschen deutlich weniger zu zahlen als älteren.“

    • Um wieviel müsste denn der Kaufpreis erhöht werden, um diesen „im Schnitt drei bis fünf Personen“ ein Gehalt in Mindestlohn-Höhe auszuzahlen?

      • <0.9% (23% Erhöhung für 1/25 der Leute) mit der Annahme dass Lohnkosten die einzigen Kosten sind die den taz Preis bestimmen.

  48. Nun die taz könnte es so machen wie es alle anderen mit dem Mindestlohn auch hinkriegen. Es gibt halt Teilzeitverträge, die dem aktuellen Lohn entsprechen und weil alle/fast alle vom Sinn des Projekts überzeugt sind arbeitet man eben mehr.
    Fast jeder Doktorand an einer Uni wird so ausgebeutet, Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst werden nach Haushaltslage gern auch mit 35 oder 38 Stunden pro Woche statt 40 bezahlt.
    Weder die Universität noch die Stadt, der Landkreis werden davon reich! Man gibt jungen Menschen eine Chance zu promovieren, man bezahlt Kindergärten und Bibliotheken.
    Alles das passiert jeden Tag, aber die taz fällt darüber zu Recht gnadenlos her. Es dann aber selbst zu machen, also nicht Tariflohn (der ja schon eine Untergrenze darstellt) zu zahlen, weil man das ja nicht „kann“, das ist heuchlerisch.

  49. Wenn die taz geblieben wäre, was sie mal war, würde ich auch wieder ein Abo nehmen wie früher mal. Leider ist viel zu viel Mainstream mittlerweile an der taz-Ordnung und deshalb bleibe ich eine der ehlenden 12.000.

  50. Facebookkommentareernstnehmen ist zwar menschenfreundlich, sieht der taz auch ähnlich und irgendwie hat das auch was Heiteres … aber am Ende zeigt genau dieser Artikel hier ein weitere Mal, was das eigentlich ist.

  51. Leute:
    die tageszeitung ist auch links.
    Wirtschaftliches Links-Sein bedeutet automatisch ewigen Zoff mit Kapitalismus. Der Konflikt ist unlösbar. Im Vergleich zu den Verhältnissen, über die die Zeitung tagtäglich berichtet – Mikroausschnitt verhungernde Flüchtlinge vor Europas Grenzen – können sich alle in der taz froh schätzen.

  52. Der Unterschied der TAZ zu einer „normalen“ Firma ist, das es bei der TAZ keinen Ausbeuter gibt. Es gibt niemand der von den niedrigen Gehältern profitiert und sich damit die Taschen voll macht.

    • Also ist der Chef eines kleinen Friseursalons auch ein Ausbeuter, weil er seinen Mitarbeitern nicht mehr bezahlen kann? Glauben Sie, dass dieser Chef sich „die Taschen vollstopft“? Krankes Weltbild!

  53. Es gibt keine moralisch vertretbaren Dumpinglöhne! Weder beim Systemgastronom, noch in der Pflege und auch nicht bei der Genossenschaft einer (selbstbetitelten) linken Tageszeitung. Dieser Blogeintrag ist zynisch und trieft vor Doppelmoral. Er könnte wortgleich aus der Pressestelle einer 400-Mitarbeiter Klitsche in der strukturschwachen Provinz stammen.

    Der schon fast hilflose Einwurf, „dass zwei Drittel vom Tarif in der Medienbranche fast schon fürstliches Gehalt darstellen“, wie von der Leserin eva angeführt, macht es auch nicht besser. Ganz im Gegenteil: Der klassische Zeitungsjournalismus muss sich, wie alle anderen Branchen auch, mit dem Strukturwandel arrangieren. Das ewige Gejammere, dass der eJournalismus den Markt zerstöre, zaubert die Tatsachen nun auch nicht weg… zumal in dem Blogeintrag ja stolz darauf verwiesen wird, dass die Selbstausbeute praktisch zur DNA der taz gehöre, schon lange bevor das Internet aus dem Asyl militärischer Einrichtungen auf die Menschheit losgelassen wurde.

    Am Ende des Tages müssen taz-Volos ihre Rechnungen genauso bezahlen wie die Haareschneider, Direkt-Marketing-Angestellten und Pflegekräfte dieser Welt. Und da spielt es keine Rolle, ob die 903,15 EURO/Monat mittels Anregung zum „zivilgesellschaftlichen Dialog“ oder Wenden des Burger-Patties verdient wurde. Leben kann manfrau von beidem nicht!

    P.S.: Der am naheliegendste Lösungsansatz fällt den Verfassern dieses Blogeintrags nicht ein: Die Erhöhung des Kaufpreises für die Druckausgabe. Oder behaupten die Menschen im Vertrieb gar, dass dann die Auflage ins bodenlose krachen würde, weil die „sozial schwächer gestellten Leser der taz die Zeitung nicht mehr kaufen könnten?!“ Ja? So ähnlich? Dacht‘ ich’s mir…

  54. Nee, sieht die taz auch ein, das manche Gegebenheiten einfach keinen höheren Lohn zu lassen. Endlich seht ihr das ein. Ein flächendeckender Mindestlohn mach die TAZ kaputt. Wo sind ihre Artikel gegen einen gesetzlichen Mindestlohn??? Nur Tarifpartner koennen den angemessenen Lohn definieren..

  55. Dazu passt übrigens auch sehr gut jener Beitrag von vor 2 Jahren.

    http://blogs.taz.de/hausblog/2011/10/25/warum_ich_nicht_mehr_fuer_die_taz_arbeite/

    „Freiheiten und ein einzigartiges Umfeld“ muss man sich erst einmal leisten können…

    • Hier geht es wohl um eine Voluntariatsstelle, also letztendlich noch um eine Ausbildungsstelle. Hierbei spielt dann – neben der finanziellen Vergütung – sicherlich auch eine Rolle, was kann ich danach mit der Ausbildung erreichen.

      Kai Schöneberg (s. link von Marcel), 43, war von 2001 bis 2003 bei der taz bremen und dann unser Niedersachsen-Korrespondent in Hannover. Seit 2009 ist er Redakteur bei der Financial Times Deutschland.

      Ich denke mal, hätte er sein Voluntariat bei dem „Musterstäder Tageblatt“ gemacht wäre er bei FTD nicht mal zum Vorstellungsgesrpäch geladen worden. Soviel ich mich erinnere gibt es da so einige ehmalige TAZ-Mitarbeiter für die die TAZ ein gutes Sprungbrett war.

      und zu „“Freiheiten und ein einzigartiges Umfeld” muss man sich erst einmal leisten können“. Scheint wohl doch so zu sein, dass man etwas erst dann schmerzlich vermisst wenn es nicht da ist.(s. besagter Link unter UPDATE):

      „Geld ist nicht alles im Leben: Kai Schöneberg ist seit Mai 2012 wieder bei der taz, als Leiter des Ressorts Wirtschaft & Umwelt.“

  56. Wie gesagt es ist die Doppelmoral, denn differenzierte Artikel zum Mindestlohn liest man halt in der Taz selten..Es wird ja nicht nur der Taz so gehen sondern allen Wohlfahrtsverbänden und den Kirchen. Habe mic immer drüber geärgert, dass dieses Thema nie richtig in den Medien diskutiert wurde, sondern immer nur „Sie sind für einen flächendeckenden Mindestlohn oder Sie sind ein Arschloch“. Es gibt da uach kein richtig oder falsch, sondern beide Lösungen haben Gewinner und Verlierer, aber es wäre doch Auftrag der Medien gewesen gerade das mal herauszuarbeiten wer denn genau profitiert und wer eventuell auch verlieren könnte.

  57. Wer die taz nicht irgendwie finanziell unterstützt und damit zum entsprechenden Budget beiträgt, sollte hier am besten ganz die Klappe halten. Irgendwo muss das Geld ja herkommen, oder?

    • wenn die taz mitarbeitende angemessen bezahlen würde, könnten die sich auch mal ne Zeitung kaufen und so die taz unterstützen – wer keine fairen löhne bezahlt braucht sich nicht wurden wenn keiner sich sein Produkt leistet/leisten kann

  58. Die Verbrecher von der taz haben gefälligst Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, besser noch von 10 Euro pro Stunde zu zahlen. Und wenn sie dabei eingehen, dann ist das das Problem der taz und von sonst niemandem, dann muss man kreativ werden und überlegen, wo man das Geld hernimmt. So wie alle anderen Betriebe. Und was die soziale Relevanz der taz angeht: Wie arrogant ist das? Jeder Friseursalon und jede Dönerbude ist relevanter.

  59. Soll wirklich eine Unternehmensphilosophie als Rechtfertigung für schlechte Bezahlung herhalten? Das Argument, es gäbe bei besserer Bezahlung weniger Arbeitsplätze ist mindestens so alt wie die Mindestlohndebatte. Die TAZ hat hier entgegen ihrer Stellungnahme keine Sonderstellung wegen der vermeintlichen gesellschaftspolitischen Bedeutung. Diese haben z.B. auch soziale Einrichtungen, die oftmals mit dem selben Argument schlecht bezahlen.
    Wenn man so denkt, soll man auch so ehrlich sein und offen und allgemeingültig gegen einen allgemeinen Mindestlohn eintreten. Alles andere ist bigott.

  60. Das ist doch kein Problem. Bald gilt bundesweit der gesetzliche Mindestlohn, und dann sind der Ausbeutung – auch bei taz, der Böll-Stiftung, grünen Wahlkreisbüros, SPD-Beteiligungen und der Linken – Grenzen gesetzt. Endlich Gleichheit für alle!

    Noch ein Vorteil: Die taz muss in den Anzeigen keinen Lohn mehr nennen, weil automatisch 8,50 EUR gezahlt werden. Ich bin auf die ersten Mindestlohn-Verstöße und die Sanktionen der Behörden gegen die o.g. Organisationen gespannt. Ja, auch Gutmenschentum kann manchmal anstrengend sein, aber für eine gute Sache muss eben jede*R bluten.

  61. Die Begründung ist absolut nachvollziehbar. Das einzige, das hier sauer aufstößt, ist die Doppelmoral. Die Zwänge der Realität gelten offenbar immer nur für einen selbst. ;) Und das Argument, die taz sei kein „Geschäftsmodell“ ist doch absurd, denn für die hauptberuflich Beschäftigten, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, macht das ja nun keinen Unterschied.

  62. Das gilt dann aber für alle Unternehmen, oder gilt das nur für die taz?

  63. 1000€ für ein Volontariat in einer bekannten Tageszeitung sind etwas wofür sich die meisten Literaturwissenschaftler (ja, die meisten von uns haben nach wie vor den P-Schein) die sprichwörtlichen Finger ablecken würden.

    Wer hier aufschreit hat die aktuellen Realitäten in Berlin und im Journalismus allgemein nicht mitbekommen und echauffiert sich auf Grund der Diskrepanz TAZ vs. eBoheme.

  64. Allen, die hier Empörung heucheln, sollte gesagt sein, dass zwei Drittel vom Tarif in der Medienbranche fast schon fürstliches Gehalt darstellen. Nicht nur Volos (und Praktikanten?) – auch für Redakteure.
    Die taz muss wirtschaften. Und nur weil sich große Geldscheffel-Firmen ähnlich rausreden, heißt es noch lange nicht, dass die Begründung der taz unehrlich ist.

    Ein Gegenbeispiel: Der MDR – immerhin Profiteur der Rundfunkzwangsabgabe – zahlt seinen Volos nur 1000 Euro. Weiß jetzt nicht mehr ob brutto oder netto aber das ist bei der Summe ja unerheblich.

    Und? Wo bleibt da der Aufschrei?

  65. Liebe taz,

    erstmal top, dass ihr euch der Diskussion stellt und der dargelegte Standpunkt ist auch sicherlich, vor allem aus Sicht der Zeitungsmacher ligitim. Dennoch macht ihr es euch ein wenig zu einfach, indem ihr bei der Darstellung der Optionen (entweder 1/3 der Belegschaft entlassen oder 12.000 Abonoments hinzugewinnen) ein wenig zu einfach, indem ihr eine weitere mögliche Option auslasst: Den Copy-Preis um 30% erhöhen, sicherlich nicht populär und nicht 1:1 umsetzbar aber gerade die Leserschaft der taz würde euch sicherlich bei einer begündeten Erhühung des Copy-Preises um ca. 15% nicht davon laufen.

    Grüße!

  66. Wie sage linke Protagonisten des Mindestlohn immer, ein Geschäftsmodell, dass keine 8,5 € für den Mitarbeiter erwirtschaftet, hat keine Daseinsberechtigung. Scheint für die TAZ nicht zu gelten, denn hier setzt man sich ja für das „Gute“ ein, da kann man schon mal andere Maßstäbe anlegen.
    Merkt ihr eigentlich, welche Doppelmoral ihr da propagiert?

    • Natürlich ist die taz eben kein Geschäftsmodell. Bei einem geschäftsmodell geht es um Erzielung eines Gewinnes, das ist aber nicht der Zweck der taz. Von Doppelmoral kann also keine Rede sein.

      • Was ist denn das für eine billige Ausrede. Wenn diese Aussage das Finanzamt lließt, stuft es eure publizistische Tätigkeit wegen mangelnder Gewinnabsicht als Liebhaberei ein.
        Ihr haltet euch also wirklich für was Besseres in der Medienlandschaft!?

  67. Macht es ganz einfach – legt die Einnahmen aus flattr und Eurem Taz-Zahl-Ich komplett auf die Bezahlung von Volontären und Praktikanten um, zusätzlich zum bisherigen Gehalt – dann kann jeder Leser selber entscheiden, wieviel die Volontäre und Praktikanten verdienen sollten.

  68. Mit dieser Begründung kann sich jedes mittelgroße Unternehmen rausreden. Dort macht die Arbeit bestimmt auch Spaß und die Gründer haben meist vor langer Zeit auch mal ohne viel Geld angefangen, na und?
    Gerade die taz, die in solchen Fragen gegenüber Dritten regelmäßig keine Gnade kennt, sollte sich schämen.
    Es gibt durchaus auch noch andere Möglichkeiten als Leute rauszuwerfen, z.B. sind sicher auch die Anzeigenerlöse noch deutlich steigerbar. Immerhin ist die taz-Leserschaft intellektuell und wirtschaftlich eine hoch interessante Zielgruppe.

    Vermutlich haben manche Anzeigenkunden aber einfach kein Bock mehr auf das Blatt, weil sie schonmal für irgendwas redaktionell, auch gern sehr reißerisch und platt und manchmal einfach mies recherchiert irgendwas Ähnliches von den Redakteuren vorgeworfen bekommen haben.

    Da werden solche Begründungen wie die oben gerne genüsslich als Blabla und Schutzbehauptungen dargestellt.

    Diese Doppelmoral ist einfach nur zum kotzen.

  69. Ist die Bezahlung jenseits von Gut und Böse? Ja. Gibt es eine praktikable Alternative? Nein. Ein Drittel der Leute entlassen und damit für die verbleibenden zwei Drittel einen Tariflohn anbieten, oder eben die Einnahmen auf magische Weise nach oben schrauben sind beides unsinnige Optionen. Auch als Linker muss man die Grundlagen der Betriebswirtschaft beherrschen, und ein Betrieb der entweder kein verkaufbares Produkt anbietet (weil zu wenige Redakteure angestellt sind) oder der dauerhaft Verluste macht (weil die höheren Löhne durch konstant bleibende Einnahmen nicht bezahlt werden können) ist eben kein Betrieb mehr, sondern sehr schnell Konkursmasse.

    Der Vergleich zu den Friseursalons passt hier nicht, denn die argumentieren ja damit dass ihre Konkurrenten ebenfalls billig seien. Wenn der Mindestlohn für alle gleiche Bedingungen schafft, den Leuten aber immer noch Haare wachsen, werden eben alle ihre Preise erhöhen.

    Was allerdings zur spannenden Frage führt: Was will die taz tun, wenn die Bundesregierung einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einführt??

    • Den Leuten wachsen zwar immer noch Haare, sie lassen sie sich dann aber nur noch alle 6 Wochen anstatt alle 4 Wochen schneiden. Gar nicht so schwer zu verstehen, oder?!?

  70. Die Leute, die diese Beschwerdemails geschrieben haben, sind wahrscheinlich diejenigen, die andererseits erwarten, im Internet kostenlos Qualitätsjournalismus zur Verfügung gestellt zu bekommen…

  71. … genau so argumentieren Friseursalons im Osten und andere Kleinbetriebe, die den Mindestlohn nicht werden bezahlen können …

    • yeah… weil auch jeder Friseursalon, genau wie die taz, seine Hauptfunktion darin sieht, den zivilgesellschaftlichen Dialog zu födern, statt Geld zu verdienen… :-p

      Stellen wir demnächst Sportvereine an die Wand, weil sie Mitglieder für lau arbeiten lassen? Moderne Sklaverei praktisch?

      • das die taz mehr beiträgt zum „zivilgesellschaftlichen Dialog“ als Friseursalons, ist wohl frommes Wunschdenken. In letzteren findet deutlich mehr Kommunikation ab, freilich ungefiltert von den selbsternannten Förderern des „zivilgesellschaftlichen Dialogs“ …

  72. Und wir wundern uns, daß ihr über unseren Haustarifstreit in der Verlagsgesellschaft Madsack (heute 32. Streiktag), ebenso wie die gesamte andere Presse, nicht berichtet.

    Eure Situation ist natürlich anders. Bei uns ist das Geld da. Die Rendite soll nur auf Wunsch der ddvg zweistellig sein, damit weiter eingekauft werden kann, und dafür muss man am Personal sparen oder dieses in tariffreie Zonen verschieben.

  73. Kann die Differenz zum „Mindestlohn“ nicht als Anteil (mit besonderen Kündigungsregeln) in die taz-Genossenschaft eingezahlt werden?

    • Es ist ein wenig billig, sich mit den eigenen Gründerjahren in einem anderen Jahrhundert herauszureden.

      Heutzutage reiht man sich mit zu niedrigen Löhnen ein in das System Merkel, das Spardiktat, den Exportimperialismus und Generation Leiharbeit.