In den vergangenen Monaten hat Ansgar Skoda in verschiedenen Abteilungen der taz ein Praktikum absolviert. Dabei bestand eine seiner Aufgaben darin, die Social Media Profile der taz mit denen von anderen Zeitungen zu vergleichen. Im folgenden die Ergebnisse seiner Analyse für Facebook und Twitterdie genannten Daten stammen aus dem April 2013.

Facebook ist weltweit die bekannteste und meistgenutzte Social Media-Plattform. Die taz hat in ihrem Facebook-Profil taz_kommune mit 41.387 Fans eine sehr viel kleinere Fanzahl als die fünf, zum Vergleich herangezogenen und wesentlich auflagenstärkeren Konkurrenzblätter. Die FAZ weist mit 79.890 Fans eine etwa doppelt so hohe Fanzahl auf. Die vier anderen untersuchten Fanpages können im sechsstelligen Bereich Fanlikes der Facebook-User und somit Abonnenten ihres Newsfeeds verbuchen. Die Bild-Zeitung führt bei den Fanzahlen mit 920.313 Fans mit großem Abstand, gefolgt von Spiegel Online mit 323.052 Fans. Es ist tatsächlich so, dass auf die Postings der Bild-Zeitung auch durchschnittlich die meisten Fans reagieren.

Auf dem Bild-Facebook-Profil sind Sport- und Fußballbeiträge besonders beliebt. Postings zu Fußballspielen und -ergebnissen erhalten regelmäßig mehrere tausend Likes und sogar Fankommentare werden von anderen Facebook-Fans oft hunderte Male geliked. Am 12. April erhielt folgendes Facebook-Textposting über 10.921 likes, wurde über 306 mal geteilt und 1.045 mal kommentiert: „Wahnsinn! Bayern vs. Barcelona und Dortmund vs. Madrid. Was sagt ihr den Spielpaaren? “Gefällt euch” das?“ Noch erfolgreicher war im April nur am 10. April das Fotoposting einer sich sonnenden Frau im Bikini mit dem Text „Juhuu! Der Sommer fällt dieses Jahr auf nächsten Sonntag -  Sommer = Gefällt mir!!!!“. Dieses Posting wurde 10.921 mal geliked, 2.596 mal geteilt und erhielt 403 Kommentare. Solche spielerische Aufforderungen zum liken funktionieren im Facebook-Profil der Bild-Zeitung anscheinend gut. Bei Postings mit anspruchsvolleren Inhalten gibt es jedoch auf dem Bild-Facebook-Profil wesentlich weniger Interaktion.

Simpson-Karikaturen und Sinnsprüche aus Saint-Exuperys Der kleine Prinz – „Gefällt mir“ das?

Auf dem Facebook-Profil von Spiegel Online waren im April Textpostings mit kurzen Sinnsprüchen von Hans Christian Andersen und aus Saint-Exuperys Der kleine Prinz die beliebtesten Postings. Jeweils durch ein „Guten Morgen“ eingeleitet und kurz in einem Zusammenhang gestellt, wurden die Zitate etwa 2.500 mal geliked, 500 mal geteilt und erhielten zahlreiche Kommentare. Auf der Facebook-Fanpage des SZ-Magazins, das fast doppelt so viele Fans hat wie die Facebook Fanpage der SZ selber, waren zwei Fotobildserien am 7. April, die das SZ-Magazin von Dritten weiterteilte, die Interaktionshighlights. Die Bildergalerien wurden jeweils etwa 5.000 mal geliked, 2.042 beziehungsweise 3.887 mal geteilt und vielfach kommentiert. Auch auf dem Facebook-Profil von Zeit Online war im April eine Bilderserie aus Indien das beliebteste Fanpagepostings, 991 geliked, 252 mal geteilt und dreißig mal kommentiert. Während FAZ.NET schließlich mit Comicbildpostings von den Simpsons oder Greser & Lenz im April die größten Zahlen seiner Fans nur im dreistelligen Bereich zum Liken und Teilen bewegen konnte, erregte bei der taz.kommune am 12. April ein Posting zum NSU-Prozess die größte Aufmerksamkeit. Das mehrzeilige Posting mit dem Beginn „taz berichtet über NSU-Prozess auf türkisch…“ erhielt 657 Likes, wurde 133 mal geteilt und 54 mal kommentiert.
Web-Tracking-Ergebnisse der taz für Facebook im Monat April

Unabhängig von der Fanpage taz.kommune zeigt das Web-Tracking durch das Analyse-Tool
etracker im Report der taz im Monat April für das Segment Facebook, das tatsächlich kontroverse Themen über Facebook besonders oft besucht werden. Neben der Artikelseite der Zeitung, die im April mit 11.080 Besuchern insgesamt die höchste Besucherzahl über Facebook heranzog, hatten Deniz Yücels Artikel „Wir Linkskoreaner“, „Liebe N-Wörter, ihr habt ‘nen Knall“ und „Super, Deutschland schafft sich ab!“ im April über Facebook die größten Zugriffszahlen. Erstgenannter Artikel hatte 7.527, der Zweitgenannte 6.567 und der Letztgenannte 5.846 Besucher und sie hatten jeweils über 7.000 bis über 8.000 Seitenabrufe über Facebook. Geringfügig weniger als diese Artikel wurde die Webseite taz.de von Facebook-Usern angeklickt. Die Absprungrate der Besucher, die über Facebook Artikel der taz besuchen, liegt durchschnittlich bei 70 Prozent und die Ansichtszeit pro Seite durchschnittlich bei einer Minute. Beide Angaben sind in Ausnahmefällen jedoch wesentlich höher oder geringer.

Twitter

Auf Twitter ist @tazgezwitscher mit 112.138 Followern gegenüber der untersuchten Konkurrenz gut aufgestellt, nur @zeitonline mit 259.719 und @bild mit 157.038 Followern haben jeweils wesentlich mehr Twitter-User, die ihren jeweiligen Newsstreams folgen. Der Twitter Account @SZ_Topnews hat „nur“ 105.941 Follower, @SpiegelOnline hat mit 97.237 Followern sogar weniger als 100.000 Follower und @FAZ_Topnews hat aktuell nur 72.617 Follower.

Sämtliche untersuchten Zeitungen haben auch noch andere Twitter-Profile, die sie auf ihren wichtigsten Profilen mit den jeweils meisten Followern des Öfteren retweeten oder in Tweets einbinden. Die Profile von @ZeitOnline, @Bild und @SpiegelOnline benennen die Social Media-Manager, welche die jeweiligen Twitter-Profile betreuen in ihren Bio-Kästchen namentlich, während bei @SZ_Topnews, @FAZ_Topnews und bei @tazgezwitscher nicht bekannt ist, wer eigentlich die jeweiligen Profile betreut. @ZeitOnline und @FAZ_Topnews folgen selber nur wenigen Unterprofilen der eigenen Zeitung und jeweils einem Konkurrenzprofil, während @SZ_Topnews auch eigenen Mitarbeitern folgt. @SpiegelOnline, @Bild und @tazgezwitscher folgen jedoch sehr viel mehr anderen Profilen von unter anderem Prominenten, Vereinen, Parteien, Politikern oder Privatpersonen. Da die jeweiligen Zeitungen über Twitter durchschnittlich wesentlich mehr Newsmeldungen posten als auf Facebook oder Google+, gibt es eine größere Verteilung der Interaktion mit den Followern. Auch sind die Newsstreams der untersuchten Zeitungen nach etwa einem Monat nicht mehr einsehbar, da Twitter diese nach einem längeren Zeitraum nicht mehr speichert und automatisch löscht. Meistens teasern die untersuchten Zeitungen aktuelle Artikel auf Twitter. Dabei wird oft die Möglichkeit genutzt, die Twitteraccounts von Autoren, die berichten, oder Unternehmen und Persönlichkeiten, über die berichtet wird, mit einzubinden. Selten werden auch Tweets eigener Hausautoren retweetet. So hat beispielsweise @tazgezwitscher im April viermal Tweets des Redakteurs Paul Wrusch retweetet.

Auf @ZeitOnline war im April mit Abstand der beliebteste Tweet „In Regenbogenfamilien leben nur Wunschkinder. Darum geht es dem Nachwuchs schwul-lesbischer Paare auch so gut “ Er erhielt 90 Retweets, wurde 36 mal favorisiert und erhielt zwei Antworten. Der zweitbeliebteste Tweet auf @zeitonline im April war zu einem ähnlichen Thema: „Homosexuelle dürfen in Frankreich künftig heiraten und Kinder adoptieren“. Er wurde 75 mal retweetet, 40 mal favorisiert und erhielt 5 Antworten. Bei @tazgezwitscher war im April ein frecher Tweet mit dem Hashtag #Kampfradler der Erfolgreichste mit der meisten Interaktion: „Kampfradler ? Viel schlimmer sind die Friedensradler – lahme Hobbyfahrer, die ab Frühjahr die Radwege verstopfen erhielt 47 Retweets, 16 Favorisierungen und 9 Antworten. Ebenfalls viel Interaktion löste auf @tazgezwitscher der Tweet aus: „Die taz titelt heute zum Rausschmiss der Chefredakteure bei einem Hamburger Nachrichtenmagazin“. Er erhielt 40 Retweets, 25 Favorisierungen und 9 Antworten.

Fazit

Während die taz auf Twitter von der Followerzahl und der Interaktion mit den Followern bereits im Vergleich mit den untersuchten Konkurrenzblättern gut dasteht, gibt es für sie auf Facebook durchaus möglichen Aufholbedarf. Wie einige Konkurrenzblätter es bereits tun, könnte man die Social Media-Accounts der taz personalisieren und dabei festlegen wer diese betreut. Etwa über Fotos könnte man hier Einblick in den Alltag des Planungsteams geben und dadurch einen persönlicheren Bezug zu den Followern oder Fans herstellen. Artikelteaser sollten wortgewandt umformuliert werden, um im Social Media-Posting einen Mehrwert zu liefern.  Unterhaltsame und ungewöhnliche Einbettungen von Fotos oder Videos, Comics, Sprüchen- oder Zitaten funktionieren in sozialen Netzwerken oft gut und könnten auch auf den Social Media-Plattformen der taz vermehrt eingebunden werden. . Es gibt viele mögliche neue Optionen, um noch mehr LeserInnen über die analysierten Kanäle zu gewinnen.


In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern – sowie in ganz Östereich und Teilen der Schweiz – ist Fronleichnam noch ein gesetzlicher Feiertag, was bedeutet, dass keine Post und keine Zeitungen ausgeliefert werden. Auch die taz wird in diesen Regionen am 30. Mai in den Briefkästen der AbonnentInnen und den Kiosken fehlen. Dennoch muß auch an diesem Tag niemand auf die Lektüre der taz verzichten: sie steht als ePaper zum Download bereit. Und dies nicht nur für diejenigen, die sie in Form eines digitalen Abos ohnehin schon beziehen, sondern für alle und kostenlos. Die regelmäßigen LeserInnen müssen also nicht auf ihre gewohnte Lektüre verzichten – und alle anderen haben die Möglichkeit, die elektronische Ausgabe der taz gratis zu testen. Das ePaper enthält sämtliche Beiträge der Druckausgabe einschließlich der Lokalteile (Berlin, Hamburg, Bremen) sowie – wie jeden Donnerstag in Berlin – mit dem  taz-Plan den Veranstaltungskalender für die kommende Woche.

Das ePaper liegt in verschiedenen Formaten vor. Der kostenlose Download startet, wenn Sie das entsprechende Icon anklicken:

    PDF gibt das ePaper wie die gedruckte Ausgabe wieder. PDF eignet sich für PC/Mac/Laptop und iPad.

EPUB ist ein Format für eReader. Auf dem PC/Mac ist das EPUB mit “Adobe Digital Editions” lesbar. Die Texte passen sich an die Größe des Lesegerätes an

MOBI ist das optimale Format für den Kindle von Amazon, Palm, Blackberry und Geräte mit Symbian-OS.

 

Wenn Sie der Test überzeugt, freuen wir uns, wenn Sie  (für monatlich 11,95 EURO) das  ePaper im Abo bestellen. Wenn Sie außerdem noch ein mobiles Lesegerät brauchen, liefern wir Ihnen (mit und ohne Zuzahlung)  das Tablet “Nexus 7″  als Prämie.


Nach einer Woche Doppelleben von taz.de und der Beta-Version möchten wir uns für alle bisher eingegangenen Rückmeldungen bedanken. Die Kommune sandte uns Entzücken bis Entsetzen in Artikelkommentaren, über die Social-Media-Kanäle und an die zentrale Adresse relaunch@taz.de. Damit helfen Sie uns, Stärken und Schwächen der Beta-Version von taz.de besser einschätzen zu können.
Die Seitengestaltung bewerten Sie in Ihren Zuschriften überwiegend positiv: Klarer, moderner, übersichtlicher, eleganter und gut bedienbar. Kritische Stimmen lauten hingegen auf “bild.de-Ähnlichkeit”, “spiegel.de-Ähnlichkeit”, “ard.de-Ähnlichkeit”.
In der Navigation werden (teils) die Menüpunkte Zukunft, LeserInnenbriefe und Debatte bzw. Meinung und Diskussion vermisst. Das Ressort “Öko” erscheint einigen LeserInnen nicht tauglich, die darin enthaltenen Themen sinnvoll zu repräsentieren.

Viele Rückmeldungen beschäftigten sich mit der Darstellung der Schrifttype. Die Serifenschrift erscheint vielen schlecht lesbar: “Augenkrebs!” befürchteten manche LeserInnen. Hier besteht Handlungsbedarf: Die Webmaster und der taz-Schriftentwickler (Luc)as de Groot arbeiten an einer Problemlösung.

Größere Bildelemente verursachen ungewohnte Ladezeiten, wurde von einigen bemängelt. Vor allem via twitter erreichte uns Bedauern über das Fehlen responsiven Designs. Das bedeutet, dass eine Website sich endgeräteunabhängig darstellen lässt. Dieses Bedürfnis haben wir mit der Mobilversion von taz.de gelöst, die Sie auch weiterhin unter http://m.taz.de/ finden.
Die neuen Funktionen hingegen, wie die “mitwandernde” Menüleiste oben, erfahren durchweg Lob. Vielleicht braucht es etwas Zeit, um sich an das neue Erscheinungsbild von taz.de zu gewöhnen. Manche werden nie zufrieden damit sein. Insgesamt aber erkennen wir eine neutrale bis positive Grundstimmung der NutzerInnen. Die Beta-Version, die noch Schwachstellen und Fehler haben mag, ins Netz zu stellen, wird auf designtagebuch.de als “transparente Herangehensweise” gelobt.
Wenn Sie die Beta-Version im Blick behalten, werden Sie die ständig stattfindenden Anpassungen und Änderungen bemerken. Wir freuen uns weiterhin auf Ihre Eindrücke, Kritik und Lob. Wir werden die Seite weiter optimieren, weiter “am offenen Herzen zu operieren” und möchten dafür auch weiterhin um Ihr Feedback bitten.


Einmal im Jahr berichtet das Bundesinnenministerium dem Deutschen Bundestag darüber, wie es um die Korruptionsprävention in 22 deutschen Bundesbehörden steht. Dieser Bericht wird meist im Juni erstellt und berichtet dann über das Vorjahr. An dem Bericht für das Jahr 2012 wird also noch gearbeitet. Das besondere an den Jahresberichten ist: Das Innenministerium hält sie für geheim genug, um sie nie zu veröffentlichen. Das könnte daran liegen, dass die Berichte besonders deutlich die Defizite aufzeigen, die es im Bereich der Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung noch immer gibt. So zeigt der Jahresbericht 2011 etwa, dass das Bundeskanzleramt bei der Korruptionsprävention besonders hinterherhinkt. Auch ist die statistische Grundlage des Berichts äußerst dürftig. Zusammengefasst: Ein Ruhmesblatt war der Jahresbericht noch nie.

In den vergangenen Jahren war es also nie die Bundesregierung, sondern stets Transparency Deutschland, die den Bericht letztlich eigenmächtig veröffentlicht hat – zu Recht. Denn was in den Berichten protokolliert wird, ist von öffentlichem Interesse. Dass die Bundesregierung diesem Auskunftsinteresse nicht von selbst nachkommt, ist zu beanstanden. Die Berichte für die Jahre 2007 bis 2010 finden sich hier.

Den aktuellen Bericht über das Jahr 2011 hat die taz auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) erhalten. Das Gesetz gestattet allen BürgerInnen, Informationen und Daten einzufordern, die bei Bundesbehörden vorhanden sind. Es ist ein sehr umfassendes Gesetz. Allerdings sind Behörden sehr kreativ darin, Ausnahmeregeln zu erfinden, mit denen sie eine Veröffentlichung umgehen wollen. Die Kollegen bei Zeit Online haben hier aufgeschrieben, mit welchem Einfallsreichtum Bundesbehörden das Recht auf Informationsfreiheit einschränken. Das Bundesinnenministerium gehört hierbei zu den Hauptakteuren. So zitieren die Zeit-Redakteure aus einem Protokoll aus dem Innenministerium, in dem es heißt: “Wenn ein IFG-Antrag eines Journalisten vorliegt, sind alle einschlägigen Ausnahmegründe (…) zu prüfen.” Die Zeit-Kollegen fassen zusammen: “Die Beamten sollen also nach Wegen suchen, um diese Anträge abzulehnen.”

In unserem IFG-Bescheid zum Jahresbericht zur Korruptionsprävention werden wir darauf hingewiesen, dass einer Veröffentlichung durch das Bundesinnenministerium nicht zugestimmt werden könne. Wir halten derartige Zustimmungen durch das Innenministerium sachlich und juristisch nicht für nötig. Im Gegenteil: Es gibt keinen Grund, weshalb der Bericht nicht ohnehin schon öffentlich sein sollte.

An dieser Stelle können Sie den Jahresbericht 2011 zur Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung einsehen.


Unter Nachwuchsjournalisten in Kiew, Minsk oder Moskau sagt man: Barbara ist sehr gut, sie kann nicht nur sprechen wie wir, die versteht auch unsere Probleme. Barbara Oertel, seit 1995 in der Auslandsredaktion der taz und dort für Osteuropa zuständig, begreift, wie es KollegInnen in Ländern geht, die einen hohen ethischen Anspruch haben und doch oft in postsozialistischen Verhältnissen zu straucheln drohen.

Öffentlichkeit ist in den jungen Staaten des Ostens ein Gut, das Tag für Tag hart erkämpft werden muss. Das weiß niemand so gut wie Barbara Oertel, die seit 2011 das taz-Auslandsressort leitet. Sie kann direkt in die Quellen und Medien gehen, um sich über “ihr” Gebiet zu informieren: Russisch hat sie in Hamburg und St. Petersburg studiert; Bulgarisch hat sie sich selbst und mit einer Lehrerin beigebracht. Journalistisch volontiert hat sie beim vorpommerschen Nordkurier.

Ihren sehr guten Ruf unter osteuropäischen Journalisten verdankt sie auch Workshops, die von der taz Panter Stiftung mit ausgerichtet werden. Anfang Mai etwa kamen im taz-Haus 14 Frauen und Männer aus Weißrussland, der Ukraine, Russland und Moldau zusammen. Thema: “Politischer Extremismus und der staatliche Umgang damit – am Beispiel Berlin“. Ihr Engagement, so hieß es, war vorbildlich.


taz-Abonnent Friedhelm B. hat uns geschrieben:

Hallo, ich habe eine kurze und hoffentlich simple Frage: Wie viel meiner monatlichen Abogebühren werden dafür verwendet, die schwäbische Regionalbeilage Kontext als Beilage der taz zu mir nach NRW zu schicken?

Lieber Friedhelm B., auf Ihre Frage habe ich eine kurze und simple, aber auch eine etwas längere Antwort. Zunächst: Ihre “Abogebühren” sind wichtige Erlöse für die taz und finanzieren mit allen anderen Abonnementserlösen 70 Prozent der Kosten der taz. Dafür vielen Dank!

Unsere Kosten würden aber nicht geringer werden, wenn wir Kontext:Wochenzeitung nicht im Verbreitungsgebiet NRW mit ausliefern würden. Es wäre teurer, wenn wir – was wir vor zwei Jahren, als wir die Kooperation mit Kontext begonnen haben, auch tatsächlich überlegt haben – Kontext lediglich in Baden-Württemberg verbreiten würden. Die vierseitige Beilage müsste entweder separat gedruckt und beigelegt werden, oder es müsste der Seitenumfang für die Auflagen in Baden-Württemberg und dem Rest in Nordrhein-Westfalen/Hessen/Bayern/etc. gewechselt werden.

Beides wäre kostspieliger, als die Seiten von Kontext:Wochenzeitung in kompletten Auflage mitzudrucken. Es wäre auch für unseren Vertrieb sehr viel komplizierter, da die Touren von der Druckerei in Gießen zeitlich anders organisiert werden müssten. Aus diesem Grund erhalten Sie bei der ehemaligen Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung auch immer deren Hessen- bzw. Bayern-Seiten, obwohl es Sie möglicherweise nicht interessiert, was in Bayern passiert.

Doch ich vermute, Ihnen geht es bei ihrer Frage um was anderes. Warum kriegen die blöden Schwaben jetzt Regionalseiten, die die taz in Nordrhein-Westfalen vor Jahren wieder gestrichen hat? Und Sie als Leser in NRW müssen diese Seiten auch noch mit ertragen!

Nun, Kontext:Wochenzeitung ist einmal als Projekt profilierter, aber unzufriedener JournalistInnen Stuttgarter Zeitungen entstanden. Anfänglich gab es bei diesen einen Traum vom unabhängigen Journalismus und einen Mäzen. Dann kam die taz dazu und sagte, wenn ihr das, was ihr da machen wollt, nur im Internet verbreiten wollt, dann können wir es doch in der taz.am wochenende drucken und unseren LeserInnenn der Zeitung einen Mehrwert bieten.

So fing das vor zwei Jahren an und hat sich inzwischen zu einem passablen Erfolg entwickelt. Die Geschichte aus Stuttgarter Sicht können sie hier lesen.

Kontext ist kein Teil der taz, Kontext ist vor allem auch keine Regionalausgabe der taz. Nachdem wir in NRW zwischen 2003 und 2007 vergeblich die Regionalisierung versucht haben mit Etappen von Münster über Bochum nach Köln und schließlich Düsseldorf und dafür schlappe 2,5 Millionen Euro versenkt haben, würden wir kein Regionalisierungsprojekt mehr ins Leben rufen.

Kontext:Wochenzeitung ist eine erfolgreiche Kooperation mit einem Journalistenprojekt im Internet, im Grunde ein Blog, in einer für uns sehr wichtigen Region. Dieser regionale Aspekt ist für uns als taz wichtig, weil wir ja wissen, dass wir in Baden-Württemberg eine treue und auch gut zahlende Abonnentenschaft haben, denen wir in der Vergangenheit anders als in Berlin, dem Norden und NRW jeden Zusatznutzen versagten.

Wichtiger aber als das Regionale von Kontext ist uns der publizistische Aspekt. Da ist Kontext eher vergleichbar mit unserer Beilage Le Monde diplomatique.

Der publizistische Horizont der taz erweitert sich also. Es ist gut, wenn die taz nicht nur den Kreuzberger Blick aus der Hauptstadt Berlin hat. Zumindest einmal in der Woche kommt jetzt der Blick aus dem Labor Baden-Württemberg dazu.

Mit besten Grüßen aus Berlin
Karl-Heinz Ruch, Geschäftsführer


Das “a-paper” der taz ist von Androidpit, den Spezialisten für Android-Apps, einem ausführlichen Test unterzogen worden. Ihr Fazit:

“Die taz.app hat während des Testzeitraums einen guten Eindruck hinterlassen. Die Umsetzung der Applikation ist gelungen und für interessierte Leser ist sie allemal einen näheren Blick wert. Besonders die Handhabung mit einem großen Smartphone oder einem Tablet erspart so manches Hantieren mit Zeitungspapier. Zwar gibt es noch Kleinigkeiten zu verbessern, aber im Endeffekt handelt es sich bei taz.app um einen sehr guten Vertreter der Zunft.”

Wie die Tester sehen das offenbar auch die NutzerInnen, auf Googleplay wurde die taz-App  bisher mehr als 37.000 mal heruntergeladen und die Erfahrungsberichte dort sind ebenfalls äußerst positiv. Auch bei den derzeit  4.456 AbonnentInnen des e-Papers und denjenigen, die die digitale Ausgabe in der Kombi mit ihrem Printabo benutzen, spielt die Android-App mittlerweile die Hauptrolle – weshalb wir seit einiger Zeit ja auch schon das wunderbare Nexus 7-Tablet als Prämie  für den Abschluß neuer Abos vergeben.

Wenn Sie ein Tablet oder Smartphone mit Android-Software besitzen können Sie das hoch gelobte “a-paper” der taz sofort ausprobieren: die App ist kostenlos und eine ebenfalls kostenlose Probeausgabe zum ausführlichen Testen ist enthalten. Wenn Sie überzeugt sind können Sie Einzelausgaben der taz im e-kiosk ordern, oder – noch besser! – für nur 11,95 pro Monat ein Abo bestellen.


Nach zwei Jahren Planung ist das neue taz.de so gut wie fertig, die taz präsentiert ab heute den Relaunch ihrer Internet-Seite. Begonnen wird mit einer Betaphase: So wird die neue Seite neben der alten taz.de-Seite für die Welt zugänglich gemacht.

Die alte und noch aktuelle taz.de-Seite wird weiterhin die erste Anlaufstelle für alle sein. Ab sofort gibt es aber einen Link zur neuen Seite, so dass sich alle NutzerInnen die neue Seite ansehen und ihr Feedback abgeben können. Mögliche Fehler und Probleme, die in der Betaversion auftauchen, können über relaunch@taz.de an die taz gemeldet werden. Wenn sie behoben sind, wird die neue Seite die alte ersetzen. “Das ist also eine Operation am offenen Herzen, die vor allem eins erfordert: Konzentration, Vorsicht und Gelassenheit. Von allen”, sagt Frauke Böger, Leiterin des Online-Ressorts.

Die Agentur KircherBurckhardt hatte das Design zum neuen taz.de entwickelt. Nach dem Relaunch wird die Seite ein attraktives neues Gesicht haben. “Wir wollten taz.de zeitgemäßer und aufgeräumter machen und finden, das ist ziemlich gut gelungen”, freut sich Julia Niemann, die mit Frauke Böger die taz-Online-Redaktion leitet. Das zeigt sich beispielsweise an der neuen Kommentarfunktion, die Mitgliedern der taz.de-Kommune Diskussionen in Echtzeit ermöglicht. “Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser” meint Donata Künßberg, die die Kommentare betreut. “Wir nähern uns damit der Diskussionskultur der Realität an. Angemeldete NutzerInnen können künftig nicht nur direkt ins Thema einsteigen, sondern auch moderierend tätig werden.”

Die taz wertet mit dem Relaunch aber auch die Internet-Präsenz ihres verlegerischen Angebots auf. Aline Lüllmann, die bereits die Einführung des freiwilligen Bezahlsystems taz-zahl-ich vor zwei Jahren verantwortete, leitet mit Nicola Schwarzmaier das Sitemanagement für das neue taz.de. Beide sehen den Relaunch als konsequente Fortsetzung der taz-online-Strategie: “Qualitätsjournalismus, der auf taz.de kostenfrei und verlässlich abrufbar bleiben wird, muss sich nicht hinter Bezahlschranken verstecken. Das lebendige taz-Kollektiv mit seinen vielfältigen genossenschaftlichen und partizipativen Ansätzen bietet genug Raum, um auch auf anderen Gebieten Erlöse zu erzielen”, sagen Lüllmann und Schwarzmaier.

Deshalb wird in Zukunft das ganze vielfältige Angebot, das sich um den Markenkern taz rankt, eine ansprechende Online-Präsenz finden: taz.shop, taz Panter Preis, taz.lab, taz.café und taz.presso, taz.reisen, der taz-Auftritt in den sozialen Medien, Verlosungen und Infos zu aktuellen Veranstaltungen, aber auch die im Verlag der taz publizierten Titel Le Monde diplomatique und zeo2 werden auf dem neuen taz.de ihren Platz finden.

“Die ganze taz wird auf taz.de publizieren. Und es kommt noch vieles dazu aus dem Universum der taz”, sagt taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch und unterstreicht, dass taz.de wie die ganze taz eine Sonderrolle im deutschen Pressemarkt innehat: “Eine Bezahlschranke wollen wir nicht, weil wir sie nicht brauchen. Unsere LeserInnen beteiligen sich freiwillig und engagiert bei “taz-zahl-ich”, genau wie bei unseren frei wählbaren Abopreisen.”


aline-luellmann-nicola-schwarzmaier

Aline Lüllmann (links) und Nicola Schwarzmaier

Die eine ist ohne die andere nicht zu haben: Nicola Schwarzmaier und Aline Lüllmann sitzen in der taz-Dependance in der Charlottenstraße fast nebeneinander. Und das müssen sie auch: Beide Kolleginnen realisieren just den Neuaufbau der Internetseite der taz. Wie es fachmenschlich heißt: den neuen Auftritt auf taz.de. Und wer sind die beiden? Aline Lüllmann wurde 1984 in Bremen geboren, kam 2005 zum Studieren nach Berlin und landete 2007 für ein Praktikum in der taz. Von beidem – Berlin wie taz – kam sie seither nicht mehr los.

Der erste Kontakt zur Internetwelt bestand, wie bei so vielen in den Neunzigern, in einem Kürzel namens AOL. Schnell interessierte sie, warum sich Menschen im Netz engagieren und was sie damit bewirken können. Über ihre Diplomarbeit zur Motivationspsychologie im Social Web kam sie erst als Community Managerin und jetzt als Sitemanagerin 2011 fest zur taz. Was sie antreibt? “Mit der taz will ich im Internet Wege beschreiten, zu denen die Leute sagen ,Warum haben wir das nicht schon längst so gemacht?!`” Ähnlich wie mit der “Pay-Wahl” von “taz zahl ich“.

Nicola Schwarzmaier wurde vor 31 Jahren in Würzburg geboren. Seit 2009 lebt sie in Berlin und arbeitet seit 2012 bei der taz – obwohl sie “von Print keine Ahnung” hat. Deshalb – und weil sie das Internet für die Zukunft hält – widmet sie sich in der taz dem Digitalen. Vorher hat sie bei der TV-Show “Top of the Pops” (wer erinnert sich?) volontiert, hat zweifach studiert, wollte Barista und Depiladora werden. Jetzt ist sie Sitemanagerin – ein Beruf, von dessen Existenz sie vorher nichts wusste.

YouTube Preview Image

So rasant kann’s gehen, vor allem persönlich. Eine E-Mail hat sie zum ersten Mal 1998 verschickt. Sie sagt: “Wenn ich heute nicht 53 Tabs auf dem Screen offen habe, fühle ich mich leer.” Sie ist, nebenbei, die Betreuerin des Sitemanagementsmaskottchens Chibi. Oft steckt sie den handtaschenfähigen Hund morgens in den Rucksack und bringt ihn zur Freude aller mit in den taz-Verlag.

Mehr Informationen zu den Zielen des taz.de-Relaunches (sowie ein Bild von Nicolas Hund): Ein merkantiles Standbein


Auf dem Podium: Mely Kiyak, Leo Fischer, Deniz Yücel und Sharon Otoo. Foto: David Oliveira

“Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen” lautete der Titel einer Podiumsdiskussion auf dem taz.lab Ende April im Berliner Haus der Kulturen. Das Panel, auf dem es um Sprache, Diskriminierung und Zensur ging, endete im Eklat. Die Schriftstellerin Sharon Otoo verließ unter Protest das Podium. Unserem Redakteur Deniz Yücel ist die Moderation leider entglitten. Der Kollege hat seine Sicht der Dinge nach der Veranstaltung in der taz veröffentlicht, auf unsere Bitte hin hat dies auch Sharon Otoo mit der ihren getan. Chefredakteurin Ines Pohl und der Leiter des taz.labs, Jan Feddersen, haben gemeinsam ihr Bedauern öffentlich gemacht.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland wirft nun Deniz Yücel in einem offenen Brief vor, er habe den Kolonialismus verharmlost, Genozide relativiert und sich als Moderator respektlos verhalten. Die Initiative verurteilt erneut die Benutzung des Wortes “Neger”, das die Initiative als “N-Wort” bezeichnet. Der Begriff werde “nach wie vor im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und Alltagsdiskriminierung gegen Schwarze Menschen in Deutschland verwendet” und sei “integraler Bestandteil rassistischer Konzepte” gewesen. Es werde Zeit, “dass sich die taz, ebenso wie die breite Gesellschaft, endlich kritisch mit dem Thema Rassismus und Sprache auseinandersetzt” und die “Stimmen derjenigen ernst nimmt, die üblicherweise als die so genannten Anderen gelten” und die als “Expert_innen zum Themenfeld Rassismus und Diversity anzuerkennen” seien. Den offenen Brief haben zahlreiche Gruppen sowie mehrere hundert Menschen unterschrieben.

Die offene Antwort der taz-Chefredaktion:

Wir haben innerhalb der taz in vielen Gesprächen – durchaus kontrovers – über den Vorfall, unseren Umgang damit und das Thema Sprache und Rassismus diskutiert. Rassismus ist für die taz inakzeptabel, Respekt im Umgang miteinander unabdingbar. Wir nehmen die Vorwürfe, die im offenen Brief der ISD genannt werden, sehr ernst. Und wissen, dass sich die taz, wie die Gesellschaft überhaupt, diesem Thema stellen muss. Dabei muss es um Grenzen gehen, die wir nicht überschreiten sollten, aber auch um die Frage, wann Diskussion unmöglich gemacht wird und wo Zensur beginnt. Auch über diese Grenze gilt es zu debattieren.

Das wollen wir nicht nur taz-intern tun, sondern auch öffentlich. Deshalb wird am kommenden Freitag auf den Meinungsseiten der taz eine Debattenserie zum Thema beginnen. Zudem wollen wir uns öffentlich der Diskussion stellen. Deshalb laden wir in den kommenden Wochen zu einer Podiumsdiskussion in Berlin. Die Planung läuft gerade. Zur Teilnahme an beidem haben wir die ISD herzlich eingeladen.

Nachtrag 24. Mai: Die Debattenserie eröffnet heute Daniel Bax mit dem Text “Warum so rücksichtslos?” Ein zweiter Artikel beschäftigt sich mit Critical Whiteness.


Auf der großen Netzkonferenz re:publica vergangene Woche in Berlin diskutierten in einer “Online-Elefantenrunde” die Leiter von  “Spiegel”-Online, “Zeit”-Online und “Südddeutsche.de” über die Schwierigkeiten, Online-Journalismus zu finanzieren. Eine neue Idee kam dabei nicht zum Vorschein, außer dass alle das innovative “taz-zahl-ich”-Modell lobten. Der Branchendienst Kress-Report schreibt dazu:

“Keinen Hehl machten die Online-Chefs aus ihrer Sympathie für das Modell der “taz”. Auf deren Online-Seite können Leser beim Abruf jedes Artikels entscheiden, ob sie freiwillig für die Lektüre bezahlen. Solch eine Idee könnte auch auf vielen anderen Seiten funktionieren, meinte Plöchinger: “Ich glaube, dass unsere Marken relativ viele Fans haben, die bereit sind, dafür zu zahlen.” Auch Wegner zeigte sich begeistert vom Einfall der “taz” und sagte: “Eigentlich müssten alle Leute nach Berlin pilgern.” Die Branche habe noch gar nicht ausreichend studiert, was da Tolles entstanden sei.”

Noch sind die Pilgermassen hier nicht eingetroffen – und falls sie kommen sollten, stellen wir ihnen das erfolgreiche “taz-zahl-ich”-Projekt gerne vor, allerdings auch verbunden mit der Skepsis, ob es auch bei ihren Websites wirklich funktionieren würde. Denn im Unterschied zu Spiegel, Zeit oder SZ verfügt die taz als genossenschaftlich organisierter Betrieb über eine Community, die sich sehr eng an das Projekt und die Zeitung gebunden fühlt. Und die von daher vermutlich auch eher bereit ist, das Webangebot der taz freiwillig zu honorieren, als das bei kommerzieller orientierten  Großverlagen der Fall wäre.

Auch wenn die Sympathie für unser Bezahlmodell in Fachkreisen weiter steigt können wir diesen Monat ausnahmesweise keine weitere Steigerung der Zahlunsgeingänge vermelden. Trotzdem kam mit 9.931,02 Euro Nettoerlösen im April eine beachtliche Summe über die freiwilligen Zahlungen bei taz.de rein.  Davon an regelmäßigen Zahlungen  5.738,95  Euro – ebenfalls etwas weniger als im Vormonat, was möglicherweise  mit der  ungewöhnlich hohen Zahl an Fehlbuchungen zu tun hat. Trotz dieses leichten Rückgangs – der auch mit den Osterfeiertagen und Ferien zu tun haben könnte – sind wir weiter begistert von der Zahlungsbereitschaft der NutzerInnen von taz.de. Die Gesamteneinahmen der Kampagne liegen  mittlerweile bei 130.992,70 Euro. Dafür allen ganz herzlichen Dank und die Bitte, uns auch in Zukunft zu unterstützen.
Bei Fragen oder Anregungen  kommentieren Sie hier oder schreiben Sie an taz-zahl-ich@taz.de.


Flimmern und rascheln: Der Erfolg unseres Kombiabos

Auf den ersten Blick zeigt die Grafik einfach eine regelmäßige und durchweg erfreuliche Steigerung der Anzahl von ePaper-Abos. Sie wurden in Kombination mit Abonnements der gedruckten taz bestellt, zur täglichen taz (grün) oder zur taz.am wochenende (rot). Seit gut einem Jahr bieten wir diese Kombinationen zu reduzierten Preisen an. Gleich im ersten Monat kamen 1.114 dieser Abos zusammen, jetzt sind’s 4.300. Wie zu erwarten war ist das Interesse der AbonnentInnen der gedruckten taz.am wochenende, das ePaper der übrigen taz-Ausgaben elektronisch als Plus hinzuzubekommen, deutlich größer, schließlich erhält man damit ja auch den Inhalt der täglichen taz zusätzlich.

Während der Anteil der ePaper-Abos zur täglichen Printtaz von 1,8 Prozent auf 4,5 Prozent kontinuierlich stieg, kletterte ihr Anteil bei den Abos der taz.am wochenende deutlich schneller von 5 auf 28 Prozent. Als förderlich erwies sich unser Prämieneinsatz: Vom September bis November 2012 sowie vom Februar bis März 2013 stiegen die Bestellungen besonders stark an. Ursache: das Angebot, bei Neuabschluss eines kompletten Kombiabos den 7-Zoll-Tabletcomputer Nexus 7 von Google als Lesegerät dazu zu bekommen.

Weil wir der Ansicht sind, dass diese Art, Zeitung zu lesen, unsere nähere Zukunft substanziell stützen kann, haben wir uns mit 2.000 weiteren dieser Geräte bevorratet – um sie besonders günstig an neue AbonnentInnen weiterzugeben. Sie erhalten das „Nexus 7“ Tablet als Prämie:

ohne Zuzahlung für den Abschluss eines Standardabos der taz plus ePaper mit einer Mindestvertragsdauer von 12 Monaten. Das Standardabo kostet 39,90 Euro oder 47,90 Euro im Monat – den Preis können Sie nach unserem Solidarprinzip wählen. Hinzu kommt 1 Euro in der Woche für das ePaper. Bestellen

mit einer Zuzahlung von 99 Euro für den Abschluss eines Abonnements der taz am Wochenende plus ePaper mit einer Mindestvertragsdauer von 12 Monaten. Dieses Abo kostet 23,90 im Monat. Bestellen

 

mit einer Zuzahlung von 99 Euro für den Abschluss eines ePaperabos der taz mit einer Mindestvertragsdauer von 24 Monaten. Das ePaperabo kostet 11,95 im Monat. Bestellen

 

 

Unsere Prämie: Nexus7

Das 7 Zoll Format – kleiner als ein iPad , größer als ein Smartphone – ist noch ungewohnt, aber es ist groß genug, um komfortabel zu lesen, leicht genug, um es in einer Hand zu halten und klein genug, um in der Jacken- oder Handtasche zu verschwinden. „7 Zoll werden der neue Standard“ notierte deshalb die „ZEIT“ nach den ersten Tests des „Nexus 7“.

Hinter einem scharfen Display sorgt im „Nexus 7“ ein moderner Vierkernprozessor für ein ruckelfreies Betriebssytem, schnelles Starten von Apps und flüssige Animationen. Und wie die Hardware, die von dem renommierten Hersteller ASUS stammt, steht auch die Software Android in der neuesten Version (4.2 Jelly Bean) für hohe Qualität und bietet beste Voraussetzungen für die Lektüre der taz, denn mit dem “aPaper” ist die taz eine der wenigen Tageszeitungen, die eine vollwertige Android-App anbietet. Leider können wir das Nexus 7 nur in Deutschland als Prämien anbieten.

Die seit Juni 2012 erhältliche Android-App der taz wurde bisher schon über 14.000 mal installiert und hat von den NutzerInnen sehr gute Bewertungen erhalten (4,1 von 5 Sternen).


Alles schön übersichtlich: Die neue Seitenstruktur von taz.de

Von Aline Lüllmann und Nicola Schwarzmaier

Seit Langem schon geistert das Wort durchs Haus. Seit einigen Monaten durchdringt es jede Mauer im Haus und in den Köpfen: der Relaunch von taz.de. Bitte? Was soll das für ein Wort sein? Manche sagen: Rilonsch. Andere Ré-Longe. Wieder andere Relounge. Geht’s noch?

Also: Ein Relaunch (der oder das [ri:lnt], zusammengesetzt aus dem Präfix “re” = lateinisch wieder bzw. neu und dem Nomen “launch” = englisch Start oder Einführung) ist die Überarbeitung eines Produkts (in unserem Fall des Webauftritts der taz) und meist aufwändiger zu realisieren, als erwartet wurde. Dem Prozess eines Relaunchs liegt, vornehm formuliert, eine chronische Retardation inne – es wird immer alles später als gedacht. Gut Ding will viel Weile haben. Gilt es doch, Fehler auf der Netzseite der taz auszubügeln und neue Spielwiesen zu schaffen.

Uns ist es bei diesem Relaunch besonders wichtig, die Möglichkeiten der LeserInnen zu mehren und ein komfortables Miteinander zu schaffen. Deshalb wird die Community-Funktion verbessert. Wer sich künftig zur taz-Kommune bekennt, kann einfacher kommentieren und reger interagieren. Aber auch anonyme Besucher kommen auf ihre Kosten. Die fundamental wichtigen Nachrichten auf taz.de werden Sie selbstverständlich weiterhin finden: übersichtlicher als bisher, inhaltlich gewichtet, nach taz-Kriterien ausgewählt.

Zudem werden Sie künftig unseren Verlag und seine Welt besser kennenlernen. Die taz ist viele! Wir sind mehr als eine Zeitung. Zur taz gehört auch eine Genossenschaft, der taz Shop sowie ein schickes Café, der Panter Preis, das taz.pressomobil, unser Auftritt in den sozialen Medien, die taz-Reisen in die Zivilgesellschaft und viele weitere Abteilungen, Projekte und Produkte – und auch das taz.lab, der taz-Kongress zum Geburtstag der Zeitung.

Pfingsten schon können Sie online sehen, worauf wir hingearbeitet haben. Stoßen Sie in Gedanken mit uns an, wenn Sie das neue Layout, die großen Bilder und die spannenden Inhalte sehen. Viel Arbeit war, was dann schmuck aussieht.

 

Nachtrag:

Nein, kein Schuss in den Ofen. Gleich geht es los mit taz.de/beta.
Wir freuen uns über euer Feedback an relaunch@taz.de.

Viele Grüße aus der taz
Aline

 


Marketing für die zeo2: PraktikantIn gesucht

Die Werbeabteilung des taz-Verlags plant die Werbe- und Marketingstrategien für zeo2, das Umweltmagazin der taz, und setzt diese um.

Für dieses Arbeitsgebiet suchen wir ab sofort eineN PraktikantIn für die Dauer von mindestens 3 Monaten. Wir bieten eine kleine Vergütung, ein gutes Team und vielespannende Aufgaben und Einblicke in die redaktionelle Arbeit der zeo2-Redaktion.

Es gibt überdies die Möglichkeit, an den internen redaktionellen Fortbildungskursen der taz.Akademie teilzunehmen.

Wir suchen ein teamfähiges und stressresistentes Organisationstalent mit Interesse an Verlagsmarketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Du studierst in den Bereichen Medienwissenschaften, Werbung, Marketing, vielleicht auch Naturwissenschaften, Du arbeitest eigeninitiativ und selbstständig. Du kennst die übliche Bürosoftware.

Bewerbungen bitte per E-Mail an die taz-Werbeleiter Wilhelm Vogelpohl: wv@taz.de


"Intuitiv zu bedienen": Der erste Online-Auftritt der taz

“Im Rahmen des beschriebenen Projektes konnte demonstriert werden, dass die Bereitstellung eines aktualisierten, WWW-gestützen Online-Angebots für eine Tageszeitung weitgehend ohne zusätzlichen Personalaufwand möglich ist”, schrieb Dirk Kuhlmann im Jahr 1996 in seiner Studienarbeit (PDF) für die Technische Universität Berlin. Unser erster Online-Auftritt war also ein Projekt eines Studenten, der dabei von der Technik- und Archivabteilung der taz, vor allem Ralf Klever, unterstützt wurde. Kuhlmann entwickelte für uns ein System, das täglich vollautomatisch alle Artikel aus der gedruckten taz im Internet veröffentlicht. “Es soll eine Dienstgestaltung gefunden werden, die intuitiv zu bedienen ist und eine möglichst einfache Navigation in der Dokumentenstruktur erlaubt”, so Kuhlmann in der Studienarbeit. Wenig intuitiv war hingegen die Adresse: http://www.prz.tu-berlin.de/~taz (aber immer noch besser als beim Spiegel, der anfangs unter http://muenchen.bda.de:80/bda/int/sponel.de erreichbar war).

Online waren die Texte genauso angeordnet wie in der gedruckten Ausgabe

Mit seiner Arbeit wollte Kuhlmann zum Beipiel auch untersuchen “ob und in welchem Umfang das Online-Angebot überhaupt angenommen wird”. Im Mai 1995 berichtete die taz über die neue Leseoption. Im Oktober 1995 hatte die Seite bereits durchschnittlich 1559 Leser am Tag, schreibt Kuhlmann. Laut einer Umfrage auf der Webseite las ein Drittel der Leser die taz von zu Hause “über vergleichsweise schmalbandige Verbindungen”, beim “derzeitigen Stand der Technik sind das Modems mit 14.400 baud”. Der monatliche Traffic bei der Technischen Universität für dieses Angebot lag bei 6 GB.

Am 12. Mai 1995 berichtete die taz erstmals über ihren Online-Auftritt

Zu Kannibalisierungseffekten auf die gedruckte Ausgabe kam es damals nicht: “Während des Projektzeitraums konnten weder positive noch negative Auswirkungen auf Abonnements- und Kioskverkaufszahlen festgestellt werden.” Die Umfrage ergab zudem: Etwa ein Viertel aller Teilnehmer konnte sich vorstellen, für ein elektronisches Abonnement zu bezahlen, und zwar in einer Größenordnung von durchschnittlich 15 DM pro Monat. “Solange keine bequemen Zahlungsverfahren und Mikroabrechnungsmethoden (Abbuchung von Kleinbeträgen pro angefordertem Artikel) zur Verfügung stehen, dürfte die Zahl jener Leser, die tatsächlich eine Abonnementsgebühr an die tageszeitung abführen würden, geringer sein”, so Kuhlmann.

Inzwischen gibt es solche bequemen Mikrozahlverfahren, trotzdem zahlt viel weniger als ein Viertel der Leser für taz.de. Aber auch wird Kuhlmann nicht überraschen, wenn er heute davon erfährt. Bereits 1996 schrieb er, es könne “eine mögliche systematische Verzerrung des Ergebnisses nicht ausgeschlossen werden: Denkbar ist, dass die antwortenden Personen durch bewusst falsche Angaben die Chancen für eine Weiterführung des Online-Dienstes zu erhöhen versuchen.”

Das Leserforum

Im Leserforum wurden im Verlauf von vier Monaten 164 Leserkommentare geschrieben, also einer bis zwei pro Tag. Dabei bezogen sich nur 13 Leserkommentare auf andere Leserkommentare. “Das elektronische Leserforum wurde demnach fast ausschließlich in der Art und Weise traditioneller Leserbriefe (d.h. als Forum für Statements) genutzt, weniger im Sinne einer USENET-Newsgroup (d.h. als Forum für Diskussionen).”

Viel häufiger nutzten die Leser dagegen die Möglichkeit, über die Webseite E-Mails an die taz zu schicken. “Während der Anfangsphase des Projekts waren die taz-internen Zuständigkeiten zur Bearbeitung von E-Mails noch nicht ausreichend geregelt.” Sie wurden daher offenbar nicht von der taz, sondern an der Prozessrechnerverbundzentrale der TU Berlin bearbeitet, was mehrere Stunden pro Tag in Anspruch nahm. “Unserer Erfahrung nach erfordert die (inhaltliche) Bearbeitung der Lesermitteilungen und -anfragen jedoch ein Vielfaches jener Zeit, die für die laufende (technische) Wartung des Angebots nötig ist.”

Eine eigene Online-Redaktion hielt Kuhlmann für sinnvoll: “Obwohl der laufende technische Betrieb eines Online-Angebots ohne nennenswerten Personalaufwand möglich ist, deuten sowohl eigene Erfahrungen mit verschiedenen hypertextgestützten Zeitungen als auch eine Vielzahl von Leserbriefen darauf hin, dass zusätzlicher inhalticher Aufwand nötig ist, um eine Online-Tageszeitung attraktiv und benutzerfreundlich zu machen.” Trotzdem behielt die taz das Grundkonzept von Kuhlmann noch bis zum Jahr 2007 bei: Jeder Artikel aus der gedruckten Ausgabe wurde automatisch online gestellt. Erst danach gründete die taz eine eigene Redaktion, die die Artikel noch einmal onlinegerecht aufbereitet, also zum Beispiel mit Bildern und Links versieht.