Archive for Juli, 2007

31.07.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (185)

von Helmut Höge

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Diesen mobilen Poller mit einem draufmontierten Halteverbotsschild stellte der Hausmeister des Gebäudes der ehemaligen Wandererwerke in der Kochstraße auf dem Hof vor dem Lastenaufzug auf. Er bastelte diesen Poller jedoch nicht, sondern besorgte ihn sich – was auch immer das heißen mag. Der gesamte Komplex wird derzeit nebenbeibemerkt entmietet und in ein Kunsthaus umgewandelt – d.h. vollgestopft mit geschäftstüchtigen weiblichen Galeristen und halbberühmten männlichen Künstlern: das alte Modell, das in der Vergangenheit immer schief gegangen ist – zu Ungunsten der Frauen, aber diesmal könnte es klappen , d.h. zu Ungunsten der Männer ausgehen.

31.07.2007 von Helmut Höge
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Siemens/Bosch – Streikbilanz

von Helmut Höge

“Streit um StreikbilanZ2, titelt die Junge Welt heute. Es geht um zwei Broschüren, die den Arbeitskampf im Berliner Bosch-Siemens-Hausgerätewerk (BSH) vom Herbst 2006 auswerten – und zu unterschiedlichen Schlußfolgerungen kommen. Dazu schreibt JW-Autor Daniel Behruzi:

Der wochenlange Arbeitskampf im Berliner Bosch-Siemens-Hausgerätewerk (BSH) vom Herbst 2006 war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Das gilt auch für seine Dokumentation. Gleich zwei aktuelle Broschüren beschäftigen sich mit den Lehren dieses Kampfes: Eine von der IG-Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen und eine, die vom BSH-Vertrauenskörperleiter Hüseyin Akyurt gemeinsam mit linken Gewerkschaftsaktiven herausgegeben wurde.

Einig sind sich die Autoren darin, daß die Belegschaft mit ihrer Entschlossenheit einiges geleistet hat: Der Beschluß der Konzernspitze, die traditionsreiche Waschmaschinenfabrik in Berlin-Spandau dicht zu machen und rund 600 Arbeitsplätze zu vernichten, wurde nicht kampflos hingenommen und zum Teil sogar verhindert. In einer dreiwöchigen Betriebsversammlung informierten sich die Betroffenen und diskutierten ausführlich über Alternativen und Widerstandsformen. Erst dort wurde einem Teil der Beschäftigten… weiter lesen

30.07.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (184)

von Helmut Höge

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Erst brachte der Hausmeister eines Gewerbehauses in der Pollerhauptstadt Hannover ein weiß-rotes Parkverbotsschild im Hof an, dann, als das nicht half, stellte er mehrere mobile rotweiße Poller auf, die er fertig kaufte, und schließlich, als auch die nicht halfen, verband er sie mit einer schwarz-gelben Plastikkette. “Aber das ist auch noch nicht der Weisheit letzter Schluß,” meinte er anschließend, ” es geht immer weiter, die Arbeit wird mir also nicht ausgehen, das ist eine regelrechte Terrorspirale.”

30.07.2007 von Helmut Höge
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“Hausmeister des Rock n’ Roll”

von Helmut Höge

Unter dieser Überschrift veröffentlichte die Spanischdolmetscherin und taz-reporterin
Barbara Bollwahn heute einen langen Text auf Seite 3 über den Hausmeister des ehemaligen ORWO-Hauses in Berlin-Marzahn Peter Delorme.

Es dürfte erst einmal der letzte Text von Barbara Bollwahn sein, denn sie hat gekündigt, um sich als Autorin selbständig zu machen. In den nächsten Tagen findet ihre Abschiedsparty im Haus statt, wo noch immer alles durcheinander ist, weil mehrere Abteilungen umziehen und überall die Kisten des Archivs und des taz-shops herumstehen. Man könnte den Zeitpunkt eines innerlichen Weggehens bei der bekennenden Ostlerin Barbara Bollwahn relativ genau benennen, denn sie war sehr selbstbewußt und redefreudig, aber irgendwann schienen die tazler und das zeitungsprojekt sie zu langweilen, und sei es nur, weil sie mit ihrem ersten Buch, dem dann ein zweites folgte, großen Erfolg hatte. Ihre Titel lauten: “Der Klassenfeind + ich” sowie “Mond über Berlin”, letzteres gibt es auch als Hörbuch. Sie… weiter lesen

27.07.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (183)

von Helmut Höge

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Der Platzwar dieser verbummfiedelten Anlage  hielt es für nötig, die berankten Halteseile einer neuen Dachkonstruktion mit Pollern zu schützen, wobei er sich für mehrere kleine Pilonen entschied.

27.07.2007 von Helmut Höge
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Siemens – gleich noch mal

von Helmut Höge

 Neue Formen von Arbeitskampf und Organisierung bei Siemens

von INKEN WANZEK

1. Zur wirtschaftlichen Lage von Siemens
Siemens hatte als führender Weltkonzern im Jahr 2002 das zweitbeste Firmener-
gebnis in seiner 156-jährigen Firmengeschichte erzielt. Ausgerechnet in diesem Jahr
erfolgten am Siemens-Standort München Hofmannstraße (Mch H), dem zentralen
Entwicklungsstandort der Festnetzsparte (Telefonie etc.), Massenkündigungen.
2600 Arbeitsplätze sollten in nur sechs Wochen abgebaut werden. Das entsprach
einem Drittel der Belegschaft. Die Festnetzsparte ICN (Information, Communicati-
ons, Network) befand sich aufgrund des Einbruchs in der IT-Branche tatsächlich in
den roten Zahlen. Einen entscheidenden Anteil an diesen roten Zahlen hatten auch
unrentable Firmenaufkäufe in den USA. ICN war jahrzehntelang die »Cash Cow«
von Siemens und hat heute rentable Bereiche wie die Medizintechnik viele Jahre
lang »mit durchgefüttert«. Wären all diese Quersubventionen als Rücklage für den
Bereich ICN verwendet worden, dann… weiter lesen

27.07.2007 von Helmut Höge
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Siemens – nun wieder

von Helmut Höge

“Siemens macht Staatsanwalt neugierig – Noch mehr dubiose Zahlungen eingeräumt”, titelt der Tagesspiegel heute, weil der Konzern weitere “dubiose Finanzströme” eingestanden hat, die über ein “Liechtensteiner Konto” liefern. Über seine Luxemburger “Clearstream”-Finanzströme, die teilweise über die dortigen Konten der Deutschen Bank liefen, schweigt Siemens nach wie vor.

Auch viele Siemens-Manager schweigen – und “boykottieren damit die Aufklärung”, titelt die Süddeutsche Zeitung. Die vom Konzern eingeschaltete US-Kanzlei Debevoise & Plimpton beklagte sich nämlich gerade  beim Vorstand über die “Blockade” ihrer Untersuchungen durch “Führungskräfte in zahlreichen Landesgesellschaften”. Genannt wurden die von Österreich, Griechenland und Belgien sowie die von “zahlreichen Ländern” in Afrika und Asien. Konzernchef Löscher soll nun hart durchgreifen und auch Aufsichtsratschef Cromme will deren “Verhalten nicht hinnehmen”, ein Konzernsprecher versicherte, man sei an einer “vollen Transparanz” interessiert, denn die US-Börsenaufsicht SEC könnte “dramatische Geldbußen” verhängen, wenn die Arbeit von Debevoise blockiert werde.

Dazu muß man jedoch in Rechnung stellen, dass… weiter lesen

13.07.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (182)

von Helmut Höge

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Dieser rotweiße Poller, den der Hausmeister eines Lagerhallenkomplexes bei Hamburg unten einbetonierte und oben mit einem Anker in der Wand einmauerte, sollte eigentlich nur eine Kette vor der Einfahrt halten. Aber dann zerrissen die Fahrer  sie beim Rangieren immer wieder, so dass der Hausmeister immer dickere Ketten nahm. Die letzte hielt dann auch, dafür wurde der obige Poller umgerissen. Der Hausmeister schaffte es zwar, ihn wieder aufzustellen, aber dieser Vandalismus ließ seine Bastelleidenschaft erlahmen, d.h. seitdem hat pollermäßig nichts mehr unternommen. Die meiste Zeit sitzt er nun in seinem Kabuff und studiert das Betriebsverfassungsgesetz: vor einigen Monaten ließ er sich mit seinem dabei gesammelten Wissen sogar in den Betriebsrat wählen.

13.07.2007 von Helmut Höge
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Der Generationenquatsch

von Helmut Höge

Generation X, Generation Golf, Generation Berlin, Generation Praktikum…ständig werden neue Generationen kreiert. Michael Klundt hat in der Jungen Welt heute diesen reaktionären Schwachsinn analysiert:
Was »die soziale Frage« in Deutschland ist, scheinen seit dem Oktober 2006 wieder alle Bundesbürger zu wissen. Nachdem der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck auf Basis einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Unterschicht zu erkennen meinte, begann eine breite Kontroverse über deren Existenz, Entstehung, Beschaffenheit und Zukunft. Angesichts der gegenwärtigen Debatten um Unterschichten und Armut ist das Thema der sozialen Spaltung in Deutschland so sehr präsent, daß sich praktisch jeder dazu verhalten muß. Dies gilt auch dann, wenn man berücksichtigt, daß für Beck sowie für einige andere Politiker und Journalisten die »Unterschicht (…) zum Problem« wird (Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 9.11.2006) und nicht etwa die Verhältnisse und Politiken selbst, welche diese hervorgebracht haben. Insofern gab es für viele neo- und sozialliberale Beiträge in dieser Debatte keinerlei Grund, etwa… weiter lesen

12.07.2007 von Helmut Höge
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Aushilfsmeisterei und Hausmeisterkunst

von Helmut Höge

Kaum habe ich wieder angefangen, den Haupthausmeister Wolf Vetter ferienmäßig zu vertreten, schon bin ich wieder in mein eigentlich blog-thema reingerutscht: Das Werden und Vergehen der westdeutschen Alternativpresse quasi von innen heraus umzustülpen. Die taz – laut eigener Aussage inzwischen ein “Mainstream-Medium” – hat nicht nur die Regionalausgabe NRW abgewickelt und wird wahrscheinlich auch die taz-nord irgendwann wieder versenken, sie unternimmt derzeit neben dem selbstfinanzierten Ausbau der online-ausgabe bis hin zu taz 2.0 auch noch große Anstrengungen im offline-bereich, ja im gänzlich realen Raum sogar.

1. Wird dort nicht mehr an journalismischen Regionalausgaben gearbeitet, sondern an regionalen taz-Vertriebs- und Kommunikationszentren – an der wirklichen Basis gewissermaßen. Die ersten Resultate lassen zwar noch so manchen Flüchtigkeitsfehler erkennen, aber sind dennoch schon erstaunlich:

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So hat hier z.B. die taz-aktion “Meiningen zeigt Meinungen” quasi über Nacht Früchte getragen – in Form eines Ladens, in dem man Tabak, aber auch Nichtraucher-Zeitungen käuflich erwerben… weiter lesen