Ein solides Einzelstück. Der gelbschwarze Kopf wurde dann einfach drübergestülpt. An ihm befindet sich ein Haken, um eine Kette dran zu befestigen. Hergestellt hat ihn der Haustechniker einer Parkverwaltung.
Archive for Juli, 2007
Als wir vor einigen Jahren zu dritt an einem “Glühbirnenbuch” arbeiteten, beteiligte sich auch Wladimir Kaminer mit einem Aufsatz am Thema: Es ging ihm darin um die Folgen des großen sowjetischen Planes zur Elektrifizierung des ganzen Landes – Goelro. Vor kurzem hat er noch einmal einen Text geschrieben – über den Widerstand gegen die Elektrifizierung in der Sowjetunion:
Ich komme aus einem Land, das ziemlich spät zwangselektrifiziert wurde. Die Russen mochten die Dunkelheit und wehrten sich gegen ihre Elektrifizierung – u.a. indem sie die Glühbirnen klauten oder kaputt machten. Dabei war die russische Wissenschaft immer ganz vorne, vieles Wichtige ist von Russen erfunden und entdeckt worden: die periodische Tabelle der Elemente, die Saturnringe, die Dampfmaschine usw.. Die Lichtbogenlampe wurde zum Beispiel von dem russischen Ingenieur Ladigin erfunden. Fünf Jahre später vervollkommnete Edison diese Erfindung – und patentierte sie.
Die Russen erfanden viel, konnten aber mit ihren Endeckungen nichts anfangen. Sie… weiter lesen
Dieser handgeschweißte DDR-Hausmeisterpoller unterscheidet sich von den meisten anderen dadurch, dass er unten und oben je zwei Haken hat, in die man vier Stangen einhängen kann, um ihn so mit einem anderen ähnlich konstruierten Poller zu verbinden. Auf diese Weise erhält man eine ganze Absperrbarriere. Auf teure Weise macht man das im Westen jetzt manchmal so, dass man die Poller so dicht setzt, dass nicht einmal ein Dackel mehr zwischen ihnen durchpaßt. So gesehen z.B. vor dem Infocenter des Biosphärenreservat-Managements in der Rhön. Es gibt auch ein Photo davon, dieses stellte ich später hier rein.
Geschafft, die Nacht ist vorbei. Sieben Uhr früh im Aufenthaltsraum der Massennotunterkunft der Stadtmission in der Lehrter Straße, zwischen Knast und Kanzleramt. Auf die Tische verteilt sitzen 80 Männer oder mehr, auch ein paar Frauen sind darunter, und alle sehen sie erschöpft aus. Hier schläft man sich müde. Gleich gibt es Frühstück, vorab aber eine kleine Andacht, wie jeden Morgen …
»Also ich muss euch eine Geschichte erzählen«, ruft die Studentin und ist dabei so was von begeistert. »… eine Geschichte, wie sie sich im Busch zugetragen hat!« Da sei ein Hirte gewesen, der habe Rinder gehabt, die er über den Fluss treiben wollte. Es habe da nur ein Problem gegeben: Im Fluss waren Piranhas. Böse Sache. Auf jeden Fall habe eben dieser Hirte ein krankes, bereits blutendes Rind ins Wasser geschickt. Selbstverständlich stürzten sich sämtliche Piranhas auf das Tier. Und während nun die Fischbrut beschäftigt und vor… weiter lesen
Diese beiden vom “Haustechniker” eines Ostberliner Dienstleistungsbetriebs hergestellten Poller wurden kurz nach der Wende mitsamt eines blauen Absperrbandes brutal vom Hof auf die Straße, d.h. vor die Tür, gesetzt – entsorgt, nachdem ihr Oberbuchhalter und ihr technischer Leiter sich im Zuge eines Management-Buy-Outs zu den neuen Chefs und damit zur Neobourgeoisie vor Ort gemausert – und als erstes u.a. das Büro des Parteisekretärs zu einem Investoren-Scheißhaus mit echten Kokospalmen und lichtschrankengesteuerten Pißbecken ausgebaut hatten. Der rechte Poller mit dem Rundfuß, der das blaue Absperrband locker um die Schulter geschwungen hat, scheint sagen zu wollen: “Wir sind unschuldig – an dieser ganzen Scheiße!”
Der inzwischen verstorbene Philosoph Jean-Francois Lyotard war einer der ersten, der sich nicht nur über Investorenscheißhäuser, sondern auch über diese Hightech-Pißbecken Gedanken gemacht hat:
Ein kleiner photoelektrischer Mechanismus setzt die Wasserspülung in Gang, sobald man mit aufgeknöpfter Hose seinen Penis dem Becken nähert: “Das ist eine ,neue… weiter lesen
Die neue “Zeitschrift für Deutschland”, mindestens für deutsche Vorbilder (Lady Di, Bruce Willis, Paris Hilton, Kate Moss), namens “Vanity Fair” (Eitelkeitskerb) macht sich Gedanken über die hiesige Wirtschaft und ihre Eliteköpfe:
“Präsident Horst Köhler trainiert zwei mal die Woche im Fitneßstudio und joggt regelmäßig. Deutschland wird fit. Die Konjunktur kann folgen.” Wiglaf Droste merkt dazu an: “Es ist die reine Esoterik” (Geheimwissenschaft), was die Vanity Fair da unter einer “wirtschaftlichen Analyse” verbrät.
Hier eine eher exoterische Analyse der Neobourgeoisie – im Osten:
Was jetzt “im Osten” geschieht, könnte man als nachholenden Kapitalismus bezeichnen, d.h. der abgebrochene Sozialismus hat anstelle der Bourgeoisie die Industrialisierung vollzogen und nun bildet sich dort – großenteils aus dem Funktionärskörper herausmendelnd – eine Neobourgeoisie heraus – was mit einer Rückkehr zu ethnischen Gemeinschaften, Stämmen, Religionen, Rassismen und anderen längst überwunden geglaubten Scheußlichkeiten einhergeht. Im ehemaligen Ostblock vollzieht sich jetzt also Ähnliches wie in den Ländern… weiter lesen