Dieser Hausmeister einer Wohnanlage bei Bielefeld hat sich einen gemeinen liegenden Poller ausgedacht, den man kaum sieht, weswegen schon so mancher über ihn gestolpert ist, auch die Autofahrer übersehen ihn oft – und ramponieren dann ihre Ölwanne oder sonst irgendwas. Und genau darauf kam es dieser Mistsau an: es freut ihn, wenn die Leute sich über seinen waagerecht einbetonierten Stein ärgern.
Archive for Oktober, 2007
Am Wochenende – zurück aus der Rhön – war uns nach einem Videoabend zu Hause zumute. Beim Videoverleih um die Ecke stieß ich auf einen Film, in dem es um die späte Liebe eines gemobbten Literaturprofessors zu einer Hausmeisterin ging. Den mußte ich schon aus Pflichtgefühl ausleihen.
Es handelte sich dabei um den Hollywoodfilm “Der menschliche Makel”, den Robert Benton nach einem Roman von Philip Roth drehte. Nicht nur ist das Ganze völlig idiotisch und unglaubwürdig inszeniert (der weiße Professor, gespielt von Anthony Hopkins, ist eigentlich ein Schwarzer, der nur reichlich weiß gediehen ist, woraus er seine Vorteile zu schlagen verstand), die zu schöne Hausmeisterin, Faunia (gespielt von Nicole Kidman), ist gar keine Hausmeisterin, sondern Postaushilfe, Melkerin und Putzfrau – auf dieser Arbeitsstelle also bestenfalls Aushilfshausmeisterin. Aber nachdem man sie einmal in der Post arbeiten gesehen hat,. einmal im Kuhstall und einmal beim Putzen eines College-Treppenhauses – geht sie keiner… weiter lesen
Der Hausmeister dieses Gewerbekomplexes in der Kreuzberger Charlottenstraße gegenüber vom Arbeitsamt bastelt seit Jahrzehnten schon an einer optimalen Abpollerung des zu “seinem” Komplex gehörenden Parkplatz- und Entladebereichs. Ständig werden alte Poller rausgerissen und neue eingebuddelt, die dann mit Ketten verbunden werden, die man dann wiederum mit Schlössern sichert. Irgendwann sind die Schlüssel weg, dann kommen die Schlösser abhanden, die Ketten gehen kaputt und die Poller werden umgefahren… Dann ist es wieder mal so weit – und es wird ein ganz neues, noch besser durchdachtes aber auch noch teureres Poller-System angeschafft. Das obige mit den lilanen Betonklötzen hat sich auch nicht lange bewehrt – es ist schon wieder Geschichte. Für die Langzeitarbeitslosen von Gegenüber, die sich das jahrelang mit ansehen müssen, jedesmal wenn das Arbeitsamt sie einberuft, signalisiert diese unermüdliche Arbeit des Hausmeister an einer optimalen Abpollerung: Man muß sich immer wieder was Neues einfallen lassen, kreativ sein…Und das deprimiert… weiter lesen
Als New Yorks Bürgermeister Giuliani nach dem World-Tradecenter-Einsturz meinte, das Wichtigste, was die Amerikaner nach dieser Tragödie tun könnten, wäre, jetzt noch mehr und nun erst recht zu konsumieren, also quasi permanent shoppen zu gehen, da faßte man sich hier – in Europa, wie man so schön altmodisch sagt – an den Kopf: Diese Amis haben doch wirklich nur Scheiße im Kopf!
Aber 1. sind wir längst selber Amis mit eben dem selben Kopfinhalt und 2. schrieb bereits 1961 Jean Amery in seiner Nachkriegsstudie “Geburt der Gegenwart” – über Deutschland, Frankreich, England und Amerika:
“Die euramerikanische Zivilisation, wie sie sich uns zu Ende des schicksalsschweren Jahrzehnts 1950-1960 darstellt, hat nur einen einzigen Bezugspunkt: den Konsum. Der Rest ist Illusion.”
Zwischen der “Stunde Null” 1945 und dem sogenannten “Ground Zero” (2001) gab es zwar mal eine militante Konsumkritik – während der Studentenbewegung. Der alles verblödende Konsumismus wurde mit Herbert Marcuse als… weiter lesen