Archive for Juni, 2010

24.06.2010 von Helmut Höge
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“Die Idee des Kommunismus”

von Helmut Höge

Eine  “wissenschaftlich-künstlerische Konferenz” in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (vom 25.-27.Juni)

“Entflieht auf leichten Kähnen!”

Ostfriesisches Fluchtfahrzeug. Photo: Peter Grosse

“Was gibt es überhaupt in der Geschichte, was nicht Ruf nach oder Angst vor der Revolution wäre? fragte sich der französische Philosoph Michel Foucault. Sein Freund und Kollege Gilles Deleuze hätte da eingestimmt, wobei die Revolution für ihn keine Geschichte war, sondern ein  “Werden – was die Historiker nie begreifen”. Und dass sie – die Revolution – noch jedesmal übel endete, “das weiß man doch!” Schon die englischen Romantiker redeten über Cromwell genauso wie die heutigen Ex-Linken über Stalin. “Die tun so, als hätte man die ganzen Schweinereien erst jetzt entdeckt. Und was wurde aus der französischen Revolution? Napoleon. Oder die Amerikaner – die haben doch ihre Revolution genauso vermasselt wie die Bolschewiki. Auch sie wollten eine neue Gesellschaft, den neuen Menschen”. Dieses Scheitern… weiter lesen

23.06.2010 von Helmut Höge
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Spatzen

von Helmut Höge

Japanischer Spatz (von Katsushika Hokusai)



Nach der früher lange umstrittenen taz-Spendensammlung “Waffen für El Salvador” – um der dortigen FMNL-Guerilla zum Sieg zu verhelfen, gibt es nun einen “taz-Hedge-Fonds für Spatzen” – zum Ankauf von sechs Hecken – Hedges, die für Spatzen lebensnotwendig sind. Vier Buschgewächse wurden bereits gepflanzt. Die taz hat seit einiger Zeit ein Café mit einem Café-Garten, den die Spatzen gerne anfliegen, um übriggebliebene Essensreste aufzupicken. Dort sollen die Hecken gepflanzt werden. Ein Dialog in einem Cafégarten aus Silvia Bovenschens Roman “Wer weiß was” mag verdeutlichen, wie man sich die Situation an einem solchen Ort vorzustellen hat:

Ein Mann und eine Frau unterhalten sich. “Sie arrangierte mit der Kuchengabel die Krümel auf ihrem Teller. Gab ihnen eine geometrische Anordnung. Aber ein mutiger Spatz pfuschte ihr, festgekrallt am Tellerrand, mit spitzem Schnabel ins Werk. ‘Freche Viecher,’ sagte sie. ‘Sie sind vom Aussterben bedroht,’ sagte er. ‘Wirklich?… weiter lesen

22.06.2010 von Helmut Höge
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Küstenwirtschafts-Krise (4)

von Helmut Höge

Der deutsche “Maritim-Komplex”

“Wir schaffen es/ Auch ohne Waffen-SS!” so dichtete der Kabarettist Wolfgang Neuss noch kurz vor der “Wende”: Zu vorschnell, denn in restaurativen Zeiten kommt längst Verschüttetes wieder hochgeduckt. Bis zum Abzug der Alliierten 1990 begnügte sich die BRD mit der Rückendeckung ihrer Industriellen und Banker auf den internationalen Märkten  (“Exportweltmeister Deutschland”), indem Korruptionsaufwendungen  steuerabzugsfähig waren (bis 1997!) und das Wirtschaftsministerium Listen für sie  zusammenstellte, mit was für Bestechungsgelder man in welchem Land rechnen mußte, um erfolgreich zu sein. Zudem war die Kartellaufsicht eher ein Kartellförderungsinstrument. Mit der Auflösung des Ostblocks und den  Nachwendewirren agiert nun, spätestens mit der Finanzkrise,  die deutsche Nation selbst auf  den Weltmärkten wie einst  mit politischen – und militärischen Mitteln.

Das Problem, das die  “Deutschland AG” dabei angeht, ist Folgendes: Die Deindustrialisierung verbunden mit der Computerisierung hat Millionen großteils studpider Jobs vernichtet. Für die “Doofen” gibt es seitdem “Sicherheitsaufgaben” (Wach- und Schutzdienste),… weiter lesen

21.06.2010 von Helmut Höge
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“StadtNatur”

von Helmut Höge

Von links nach rechts: lebende Poller in weiß, Zierpoller aus schwarzem Gußeisen und eingetopfte Natur in grüner Reihe

Zum Thema “Stadtnatur” konnte man  am Wochenende gegen Eintritt unzählige Veranstaltungen und ausgewählte Orte abklappern. Berlin ist eine grüne Stadt. Als der Senat neulich eine Gruppe New Yorker “Urbanisten” mit dem Schiff von Tegel abholte, fragte einer anschließend: “Where is the City?” Vom Schiff aus hatten sie fast nur Grünanlagen gesehen. Nun waen diese  flächendeckend ins Stadtmarketing aufgenommen worden. “Stadtnatur”: Warum zieht es immer mehr Pflanzen und Tiere in die Stadt und warum werden die Städter immer pflanzen- und tierversessener?

Grad werden tausende von Baumscheiben von den Anwohnern aufs Liebevollste “begrünt”. In Kreuzberg gibt es immer mehr Imkerinnen. Man nimmt es bald leichter, wenn um einen herum dieser oder jener Mensch vor die Hunde geht, als wenn zwei, drei Pappeln gefällt werden. Dagegen gründet sich sofort eine Baumschützer-BI. Das… weiter lesen

16.06.2010 von Helmut Höge
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Küstenwirtschafts-Krise (3)

von Helmut Höge

Schiffe als Poller (in Bergen, Norwegen)
Der serbische Regisseur Zoran Solomun, den ich seit seinem Film über den “Chinesenmarkt” von Budapest kenne, befindet sich gerade im den Chinesen gehörenden Hafen von Piräus – auf der Suche nach “abandoned ships”, um darauf gestrandeten Seeleute zu interviewen, wobei ihm der lokale Inspektor der Seeleute-Gewerkschaft “International Transportworkers Federation” (ITF) hilft.

Ich schrieb ihm kürzlich:

Lieber Zoran,

ich glaube diesen Hinweis auf eine “maritime Konferenz” der Linken im
Herbst 2010 habe ich dir noch nicht geschickt…wäre vielleicht
interessant auch für deine Recherche:

Der Autor des JW-Artikels (vom 26.5.2010) ist Hamburger Rechtsanwalt und
auf Seeleute- und allgemein Schifffahrts-Probleme spezialisiert:Rolf
Geffken.

Den Hinweis bekam ich gestern von einem anderen Küstenwirtschafts-Kenner
aus Bremen, er lebt aber in Berlin in der Wienerstraße: Hartmut Rübner.
Der Historiker hat sich vor allem mit dem ITF beschäftigt, dabei jedoch
auf dessen heorische Phase… weiter lesen

15.06.2010 von Helmut Höge
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Naturschutz vs. Menschenrechte (3)

von Helmut Höge

Öko-Poller in der Lüneburger Heide. Photo: Peter Grosse

Globales Leiden – Lokale Freuden

Am Wochende zeigte der “Choriner Landsalon e.V.” im Ökozentrum “Bahnhof Chorin-Kloster” noch einmal das Dokudrama “Die Zeit der Unvernunft”. Der sehr computerverspielt daherkommende englische Film handelt von der “Klimaerwärmung”. Zuvor war er bereits im Rahmen der “Ökofilmtour2010″ in 69 brandenburgischen Orten gezeigt worden. Obwohl er laut der Lokalpresse “schockierte und nachdenklich machte”, hatte er keinen der sechs Preise dieses aufklärerischen Filmfestivals bekommen. Sie gingen z.T. an TV-Dokumentationen, die das Bienensterben, die Landschaftsvernichtung von oben, die ökologische Landwirtschaft von unten, die “Wildnis” für Kinder, die “Klugheit” von Pflanzen und die “Verlogenheit” der Atomindustrie thematisierten.

Die nochmalige Aufführung des Films “Die Zeit der Unvernunft” im 2006 privatisierten und für Kultur ausgebauten Bahnhofs von Chorin, inmitten des Biosphärenreservats Schorfheide, war diesmal mit einem Auftritt des Biologen Michael Succow verbunden, der überall in Osteuropa die Einrichtung von Nationalparks initiiert. Über… weiter lesen

14.06.2010 von Helmut Höge
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Was draußen wartet: Real Players, Realismus-Kunst und Realvernünftler

von Helmut Höge

Der Titel der 6. Berlin Biennale “Was draußen wartet” soll einen neuen “Realismus” ankündigen. Nach Besichtigung der von Kuratorin Kathrin Rhomberg vornehmlich in Kreuzberger “Dark Cubes” platzierten Ausstellungsobjekte, gelangte die Kunstkritikerin des Tagesspiegel Nicola Kuhn zu der Einschätzung: Sie, die Kuratorin der 6 Berlin Biennale, “versuchte  erklärtermaßen” – allerdings fast vergeblich – “hinter die Oberflächen, die sichtbare Ebene der Wirklichkeit zu gelangen. Ein Anspruch, den die Berlin Biennale seit ihren Anfängen besitzt, wurde sie doch als Gegenspielerin zu den erstarkenden Galerien in der Stadt und den schwächelnden Institutionen gegründet.”

Was ist darunter zu verstehen? Dazu hielt der kroatische Philosoph Boris Buden im Vorab-Rahmenprogramm der Biennale einen Vortrag – im “Festsaal Kreuzberg”: “How Realism Survived the Cultural Turn? A Case Study.” Budens Vortrag begann mit einem FAZ-Artikel, in dem kürzlich auf die sich auftuende  Kluft zwischen den verarmenden staatlichen  Museen und den immer reicher ausgestatteten Privatsammlungen hingewiesen wurde. Während es… weiter lesen

13.06.2010 von Helmut Höge
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“Pollerfreund”

von Helmut Höge

Der Pollerphoto-Sammler und Küstendenker Peter Grosse brachte kürzlich einen “Pollerfreund” ins Spiel: den Betreiber des “waterblog tugster”. Dazu schickte er ein Photo von ihm – auf einem New Yorker Poller sitzend:

http://tugster.wordpress.com/about/

Peter Grosse schickte dazu aber auch noch einige weitere Photos von Pollern und ihrer unterschiedlichen Verwendung:

Poller im Krieg (ein abgeschossener Pilot stürzt zur Erde)

Poller im Kalten Krieg (ein deutscher Kleinflugzeugpilot überfliegt die Pollerreihen an der Kremlmauer)

Poller im Frieden (neben einer Pflastermalerei am Kai)

Poller und Pilone (schützen einträchtig die Dampfpfeife beim New Yorker Hafenkonzert)

Poller und Penner (ebenfalls einträchtig – in Wien)

Poller mit rätselhaftem Zeichen (in Rejkjavik)

Poller “Helgoland”, Entwurf: Peter Grosse

13.06.2010 von Helmut Höge
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Naturschutz vs. Menschenrechte (2)

von Helmut Höge

Im ersten blog-eintrag zu diesem Thema, am  8.5. 2009, ging es um eine Veranstaltung mit Mac Chapin im Berliner “Mehringhof”. Der Anthropologe ist Direktor des “Center for the Support of Native Lands” in Arlington, Virginia und arbeitet seit 40 Jahren mit indigenen Völkern im Lateinamerika zusammen. 2008 war zu dem Problem bereits das Buch “Naturschutz und Profit” von Klaus Pedersen erschienen, der in Wirklichkeit Peter Clausing heißt und Beiratsmitglied der Informationsstelle Militarisierung e.V. ist.

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Er  hat nun in der Jungen Welt zum Thema “Naturschutz vs. Menschenrechte” einen weiteren Text veröffentlicht:

Naturschutz im Klonialstil

Nationalparks gelten allgemein als Zonen unberührter Flora und Fauna. Doch ihre Geschichte ist oft eine von Rassismus, Eurozentrismus, Vertreibung und Vermarktung

Naturschutz hat – von wenigen Ausnahmen abgesehen – sein positives Image bis
zum heutigen Tag bewahrt. Naturschutz scheint von rassistischen und
kolonialistischen Ideologien weit entfernt zu sein. Das liegt vermutlich
daran, dass… weiter lesen