Archive for September, 2011

26.09.2011 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 120

von Helmut Höge

Das Schengenregime stürzen!

Arabische Schlauchboot-Flüchtlinge. Photo: grenzenlos-europa.blogspot.com

Den linken Intellektuellen fällt zur Unterstützung der arabischen Aufständischen bisher nur die Forderung nach Öffnung der Schengengrenze ein, mindestens ein Überdenken der bisherigen Abschottung Europas gegenüber den islamischen Orientalen. “Die Demokratiebewegungen in Nordafrika bieten die Chance für einen Neuanfang,” heißt es z.B. in einem Appell von “medico.de”. Ein Sprecher der Bundeswehr hatte jedoch schon 1998  gegenüber der interessierten Öffentlichkeit die neue “Nato-Verteidigungsdoktrin” dargelegt: “Sie ist nicht mehr nach Rußland hin angelegt, die russischen Soldaten haben inzwischen die selbe Einstellung zum Krieg wir wir auch – sie wollen nicht sterben! Ganz anders sieht es jedoch bei den Arabern aus, mit dem Islam. Deswegen verläuft die neue Verteidigungslinie jetzt auch” – Ratsch zog er hinter sich eine neue Landkarte auf- “etwa hier: zwischen Marokko und Afghanistan”.

Während der arabischen Aufstände seit Anfang 2011 äußerten nicht wenige Politiker öffentlich: Man müsse die inzwischen etwa 90.000… weiter lesen

21.09.2011 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 119

von Helmut Höge

Der Herrscher – links als Muslim, rechts als Philosoph.

Unsinnig aber opportun: Das Goethe-Institut verlieh gerade den “Nachwuchspreis für Philosophie” an den Tunesier Sarhan Dhouib – für seinen Nachweis, dass Koran und Menschenrechte kompatibel sind.


Desungeachtet müssen die Menschen ihren philosophisch vorgedachten Bewegungsspielraum nach wie vor gegen alle Koranisten und Bibelargumentierer erkämpfen. Die Religion ist weltweit auf dem Vormarsch – sowohl im individualistischen Okzident als auch im antiindividualistischen Orient. Und für die Philosophie gilt dementsprechend das Gegenteil. So gesehen ist Sarhan Dhouibs Kompatibilitätsstudie eine intellektuelle Bankrotterklärung. Anders der iranische Soziologe Asef Bayat, dessen Forschungen unter den jungen arabischen Linken auf großes Interesse stoßen. Er sieht auch dort noch Bewegungsspielraum – wo andere nichts (mehr) sehen:

1. Die “Nonmovement”-Bewegung, so sagt es der in Leiden lehrende Soziologe Asef Bayat in seinem 2010 veröffentlichten Buch “Life  as Politics”, ist in Ländern mit despotischen Regimen die… weiter lesen

13.09.2011 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 118

von Helmut Höge

Arab Women. Photo: galik.com

“Taschenspielerei mit Handlungen

Wir kennen die neue Miele – die Revolution auf dem Waschmaschinensektor, das IPhone – die Revolution in der Kommunikation, die sms-revolution – sie “ermöglicht den leichten SMS Versand per Web und Handy”, die Revolution der Reichen – “In immer mehr Ländern fordern sie höhere Steuern – für sich selbst”, die Textbook- Revolution – “the use of free educational materials by teachers and professors”….An Revolutionen ist also kein Mangel.

Was diese und viele weitere ähnliche “Revolutionen” eint ist, dass es sich dabei fast immer um eine bloße Erfindung bzw. Verbesserung eines Produkts handelt, das lautstark als ein Umsturz des Bisherigen beworben wird.

Ganz anders in den arabisch-islamischen Despotien: dort geht angeblich eine “unsichtbare” bzw. “stille Revolution” vor sich – und zwar in “nonmovements”, wie der in Leiden lehrende iranische Soziologe Asef Bayat das 2010 in seinem Buch “Life as Politics” nennt,… weiter lesen

09.09.2011 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 117

von Helmut Höge

Arab Women on a Rooftop. Photo: artnet.de

Frauen unterm Islam

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Aus der taz von heute:

taz: Frau Akbar, die afghanische Regierung und die internationale Gemeinschaft streben Verhandlungen zur Lösung der Konflikte an. Erste Vorgespräche hat es in Afghanistan bereits gegeben. Stärken Verhandlungen die Taliban?

Noorjahan Akbar: Ich behaupte nicht, dass die internationale Gemeinschaft die Taliban unterstützt. Aber letztlich sagt sie, ohne es an die große Glocke zu hängen: Lasst uns den Einsatz beenden und Afghanistan verlassen. Aber das heißt, Afghanistan falsch zu einzuschätzen. Denn wollte man den Einsatz beenden und gehen, hätte man das schon nach dem Sturz der Taliban Ende 2001 machen können – ohne so viele unserer Leben zu riskieren und den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen. Da die westlichen Länder sich hier aber engagiert und den Frauen einige Freiheiten gebracht haben, können sie jetzt nicht so einfach gehen und alles wieder… weiter lesen

08.09.2011 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 116

von Helmut Höge

“SyrianRevolution”. Photo: facebook

Überleben als Kunst

Was ist los – heute am Donnerstag? (1) Die Zeitungen sind – quasi im Vorfeld der NineEleven-Zeremonien – voll mit  Auslotungen des “Arabischen Frühlings”. In der Berliner Zeitung wird eine Rede von Tahar Ben Jalloun veröffentlicht, die FAZ porträtiert den schönen Verlag für Literatur arabischer Schriftstellerinnen, wobei kurz der  saudi-arabische Roman von Badfreya El-Beshr “Der Duft von Kaffee und Kardamon” vorgestellt wird. In allen Romanen, die der palästinensische Pensionär Abdul-Rahman Alawi verlegt, geht es um den Kampf von Frauen um mehr “Freiraum”. Mit dem Westgenre “Roman” wurde das “Individuum in den Mittelpunkt” (der gesellschaftlichen Umstände) gestellt. Die FAZ schreibt: “An dem einzelnen Menschen kommt hier [im Orient] niemand vorbei.” Soll wohl heißen: der Arabische Frühling, das ist ein Aufstand der Individuen (“nonmovement” nannte es 2010 der Iraner Asef Bayat) – in dem die Frauen die Avantgarde bilden, denn sie sind die am Unterdrücktesten.… weiter lesen