30.08.2011 von Gerhard Dilger
Jean Ziegler hat der WOZ ein lesenswertes Interview gegeben.
Sie wurden kürzlich von den Salzburger Festspielen als Eröffnungsredner ausgeladen, wegen Ihrer angeblichen Nähe zu Libyens Herrscher Muammar al-Gaddafi.
Das ist ein Blödsinn, der seit zehn Jahren immer wieder aufgewärmt wird. (…)
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Das System, das sich nach der Implosion der Sowjetunion durchgesetzt hat, steckt in einer schweren Krise: Die Staaten sind verschuldet, die Finanzmärkte ausser Rand und Band.
Ach was. Das ist nur eine Krise für die Arbeitenden. Sie bezahlen die Zeche – in Griechenland, in Spanien, in Portugal. Ihnen werden Sozialleistungen gestrichen, neue Steuern auferlegt, während sich in privaten Händen unglaubliche Kapitalreserven häufen. (…)
Ich war lange im Komitee des Weltsozialforums. In Belém waren wir 220.000 Menschen, die 8.000 Organisationen vertraten. Alle kämpfen an verschiedenen Bruchstellen des Kapitalismus. Es gab kein Programm, es gab nicht mal eine Schlusserklärung. Hier entsteht
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29.08.2011 von Hildegard Willer
Am Freitag jährte sich zum 8. Mal der Jahrestag der feierlichen Überreichung des Berichtes der peruanischen Wahrheitskommission. Die Empfehlungen des hochgelobten Berichtes sind bisher nur teilweise umgesetzt worden. Vor allem die fehlenden oder von den Opfern als zu niedrig angesehenen Reparationszahlungen geben Anlass zu Protest.
Im Gegenzug findet man in verschiedensten Orten der Südanden immer mehr symbolische Erinnerungsorte an die Opfer des Bürgerkrieges. Im Juli fand an der Universität Hamburg eine deutsch-peruanische Tagung zum Thema “Erinnerungskultur in Peru” statt. Dort wurde auch die kritische Frage gestellt, wie sehr diese symbolische Erinnerungskultur in Peru dem “Goodwill” von Geberländern wie Deutschland geschuldet ist, oder ob sie tatsächlich im peruanischen Volk verankert ist.

Ein von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gefördertes "Erinnerungsmuseum" in Ayacucho, Peru
Fast 30 Jahre ist es her, dass Angélica… weiter lesen
29.08.2011 von Gerhard Dilger
Das deutsche Sommerloch nähert sich dem Ende, und Rettet den Regenwald ruft wieder zu einer Onlineaktion für Ecuadors visionäres Dschungel-statt-Öl-Projekt Yasuní-ITT auf:
An keinem anderen Ort der Erde wurden mehr Arten nachgewiesen als in den Regenwäldern des Yasuní-Nationalparks in Ecuador. Zu diesem Schluss kommen internationale Wissenschaftler: „Dank seiner einmaligen Lage am Äquator im Nordwesten Amazoniens liegt Yasuní im Zentrum der reichsten biologischen Zone der westlichen Hemisphäre. Es ist die einzige Stelle, wo sich maximale Vielfalt der Amphibien, Vögel, Säugetiere und Pflanzen überschneiden“, erklärt der Biologe Dr. Matt Finer.

Doch unter dem Urwald gibt es bedeutende Ölvorkommen. Bei deren Ausbeutung macht die Ölindustrie selbst vor den Schutzgebieten nicht halt. Die Fördertürme, Pipelines und Straßen fressen sich in den Regenwald hinein. Die größten bisher noch unerschlossenen Reserven – geschätzte 846 Millionen Barrel – liegen im Feld Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) an der Grenze zu Peru. Das 190.000 Hektar große Gebiet
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28.08.2011 von Gerhard Dilger
Porto Alegre (epd). Dialog nach monatelangen Massendemonstrationen für eine Bildungsreform in Chile: Am Dienstag soll es zu ersten Gesprächen zwischen der Studentenbewegung und dem konservativen Präsidenten Sebastián Piñera kommen. In der Provinzhauptstadt Temuco versammelten Studenten nahmen ein Dialogangebot des Staatschefs an, wie die Tageszeitung La Tercera am Sonntag berichtete.
Studentenführerin Camila Vallejo (Foto: dpa) sprach von einer “ersten Annäherung”. Vor einem wirklichen Dialog müsse die Regierung aber die “Repression” gegen Schüler und Studenten beenden, sagte die 23-Jährige. Am Ende eines zweitägigen Generalstreiks war am Freitagmorgen ein 16-jähriger Schüler in Santiago erschossen worden. Zeugen zufolge wurden die tödlichen Schüsse aus einem Polizeiauto abgegeben.
Seit Mai gehen chilenische Schüler, Studenten und Lehrer Woche für Woche für ein gutes und kostenloses Bildungssystem auf die Straße. Mit ihren Forderungen sympathisieren 80 Prozent der Chilenen. Der Rückhalt für den rechtsgerichteten Staatschef lag zuletzt nur noch bei 26 Prozent.
Für… weiter lesen
27.08.2011 von Benjamin Kiersch
Latin@rama dokumentiert den Bericht einer Frau, deren siebzehnjähriger Sohn am 23. August 2011 in einem Polizeirevier in Peñalolén, Santiago de Chile, festgehalten und misshandelt wurde. Die Autorin ist dem Autor des Blogs und Übersetzer des Textes bekannt. Er sieht keinen Grund, an der Authentizität des Beschriebenen zu zweifeln.
Anderthalb Seiten Text mit nur zwei Satzzeichen versuchten die Tatsachen zu beschreiben, aufgrund derer ich um 2:15 Uhr morgens [am 24. August 2011] im 43. Polizeirevier von Peñalolén Anzeige erstattete.
Der Text, den der diensthabende Beamte zu formulieren versuchte, konnte nur schwer meine Frustration und den tiefen Schmerz ausdrücken, den ich angesichts dessen empfand, was mein Sohn und ich in den vergangenen Stunden durchgemacht hatten.
Die Aussagen Dutzender Zeugen, dass die vier siebzehnjährigen Jugendlichen nichts mit der Demonstration in der Nähe zu tun hatten, konnten nicht verhindern, dass die Jugendlichen festgenommen und in ein Polizeifahrzeug gebracht wurden. Es scheint, als… weiter lesen
27.08.2011 von Benjamin Kiersch
Latin@rama documenta el testimonio de una mujer acerca de los hechos sucedidos en un recinto policial en Peñalolén cuyo hijo de 17 años fue detenido y maltratado por carabineros la noche del 23 agosto 2011. El autor del blog conoce a la relatora y no tiene dudas sobre la autenticidad del testimonio.
Una y media página de texto con sólo dos signos de puntuación, intentaban relatar los hechos por los cuales yo estaba haciendo una denuncia a las 02:15 de la madrugada en la 43 ͣ Subcomisaría de Peñalolén.
El texto que intentó transcribir el funcionario de turno, difícilmente lograba transmitir mi frustración y profundo dolor por los hechos ocurridos con mi hijo y la indignante experiencia vivida durante las horas previas.
La presencia de decenas de testigos que les dijeron a carabineros que el grupo de 4 jóvenes de 17 años que estaban deteniendo no tenían relación alguna con… weiter lesen
26.08.2011 von Benjamin Kiersch
Liebe Freundinnen und Freunde,
Ihr habt sicherlich die Bilder des gestrigen Tages im Fernsehen gesehen und die Berichte in den Medien verfolgt. Mich haben einige dieser Bilder und Berichte tief berührt. Ich weiß: Ich bin Gast in Chile, und als solcher zur Zurückhaltung bei politischen Themen verpflichtet. Aber ich bin auch Vater, Musiker, und Deutscher, und in diesem Sinne möchte ich euch heute schreiben.
Als Deutscher, denn: ich hatte zwar das Glück, auf der westlichen Seite des Eisernen Vorhangs geboren zu sein, aber die Familien meiner Eltern stammen aus Ostdeutschland, und ein Teil meiner Familie lebte in Bautzen. Aus der Ferne bekam ich mit, wie sie darunter litten, dass das autoritäre Regime der DDR ihre persönlichen Freiheiten beschnitt. Als Musiker, da ich weiß, dass Künstler in autoritären Systemen ein besonders schweres Leben haben, oder gar ihr Leben verlieren, wenn sie nicht die Meinung des Regimes vertreten. Und als… weiter lesen
26.08.2011 von Benjamin Kiersch
Queridas amigas, queridos amigos,
Seguramente vieron las imágenes del día de ayer en la tele, y siguieron las informaciones en los medios. A mí, algunos de estas imágenes e informaciones me han tocado profundamente el alma. Yo sé que soy huésped en Chile, y por lo tanto me corresponde ejercer tacto en asuntos políticos. Pero también soy padre, músico, y alemán, y en este sentido me gustaría compartir mis sentimientos con ustedes.
Como alemán, porque yo tuve la suerte de nacer al lado occidental de la Cortina de Hierro que separaba a mi país. Las familias de mis papás son de Alemania Oriental, y parte de nuestra familia vivió en la RDA, en Bautzen. Desde lejos seguí a ellos sufriendo el hecho que el régimen autoritario les negó sus libertades civiles. Como músico, porque sé que los artistas en sistemas autoritarios tienen una vida dura, y a veces pierden… weiter lesen
24.08.2011 von Gerhard Dilger
Germany’s leading independent newspaper is the leftist, Berlin-based die tageszeitung (taz), and one of the most visited blogs on Latin-American topics in Europe is taz’s “Latinorama”
… schrieb Camilo Jiménez vom kolumbianischen Wochenmagazin Semana am 27.11.2008. Drei Monate nach Gründung von Latin@rama war das schon sehr schmeichelhaft, aber mittlerweile sind wir in der Szene der deutschsprachigen Lateinamerika-Fans tatsächlich etabliert.
Seiten wie Womblog, amerika21, LateinAmerika XXI, KoBra oder die Plattform Belo Monte verweisen regelmäßig auf unsere Postings, jüngst auch die russische Botschaft in Costa Rica oder die ecuadorianische in Berlin.
Wie sexy ist Latin@rama?
Viele Besucher kommen über Suchmaschinen zu uns, die Liste der top search terms führen Evo Morales, “Sex” und Eduardo Galeano an. Meistgesuchte Frauen, über die man schnell bei uns landet, sind… weiter lesen
23.08.2011 von Knut Henkel
In Washington ist wieder mal die Liste der des Terrors verdächtigen Staaten veröffentlicht worden. Kuba steht wie gewohnt drauf. Für die Regierung in Havanna ist das eine der typischen Provokationen aus Washington, und dahinter steckt eine alte Bekannte. … weiter lesen