26.08.2011 von Benjamin Kiersch
Queridas amigas, queridos amigos,
Seguramente vieron las imágenes del día de ayer en la tele, y siguieron las informaciones en los medios. A mí, algunos de estas imágenes e informaciones me han tocado profundamente el alma. Yo sé que soy huésped en Chile, y por lo tanto me corresponde ejercer tacto en asuntos políticos. Pero también soy padre, músico, y alemán, y en este sentido me gustaría compartir mis sentimientos con ustedes.
Como alemán, porque yo tuve la suerte de nacer al lado occidental de la Cortina de Hierro que separaba a mi país. Las familias de mis papás son de Alemania Oriental, y parte de nuestra familia vivió en la RDA, en Bautzen. Desde lejos seguí a ellos sufriendo el hecho que el régimen autoritario les negó sus libertades civiles. Como músico, porque sé que los artistas en sistemas autoritarios tienen una vida dura, y a veces pierden… weiter lesen
11.08.2011 von Benjamin Kiersch
Gestern war ein wunderschöner Frühlingstag in Santiago, und 150,000 Schüler und Studenten nutzten die Gelegenheit zu einem Spaziergang durch das Stadtzentrum. In ganz Chile gingen an die 500,000 Personen auf der Strasse, um für ein faires und besseres Bildungssystem zu demonstrieren.
Einige Highlights des Frühlingstags:
-> Auch zahlreiche Schüler elitärer Privatschulen spazierten mit und zeigten ihre Solidarität mit den Forderungen der Bewegung, nach dem Motto “Unser Privileg ist Euer Recht”. Im Saint George College fiel der Unterricht aus, um den Schülern die Teilnahme an der Demonstration zu ermöglichen. Auch an der Deutschen Schule Santiago solidarisierten sich in einer Befragung immerhin 56 % der Schüler mit den Protesten.
-> Am Abend war im Zentrum Santiagos, wie schon am vergangenen Donnerstag, ein beeindruckendes Konzert von Tausenden Kochtöpfen zu hören, die an offenen Fenstern und auf der Strasse geschlagen wurden. Bizarrerweise ging die Polizei an manchen Orten mit Tränengas… weiter lesen
07.08.2011 von Benjamin Kiersch
Die Deutsche Schule in Arica war einer von vielen Schauplätzen exzessiver Polizeigewalt gegen Schüler und Studenten in Chile, an denen am vergangenen Donnerstag über 800 Personen bei Protesten für ein faires Bildungssystem festgenommen wurden. Bei der Räumung der Schule wurden 17 Schüler in Polizeigewahrsam genommen, darunter mehrere Minderjährige. Das Nachrichtenportal soyarica.cl dokumentiert den Polizeieinsatz:



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Die Deutsche Schule in Arica, die mit Mitteln der Bundesregierung unterstützt wird, war bereits vor ein paar Wochen aufgefallen, als eine Schülerin, die zu einer Schülerversammlung im Pausenhof der Schule aufgerufen hatte, von der Schule suspendiert wurde. Die Entscheidung wurde inzwischen von einem chilenischen Gericht aufgehoben, wie Kollege Dilger in der taz berichtete.
Mehrere taz-Leser haben das Verhalten der Schulleitung kommentiert.
In einem offenen Brief an die Leitung der Deutschen Schule Arica schreibt Reinhard Fitzek:
„In Momenten der Krise ist es seit jeher Rolle der… weiter lesen
05.08.2011 von Benjamin Kiersch
Gestern wurde das Zentrum Santiagos erneut Zeuge einer Grossdemonstration der Regierung, die mit immer verzweifelteren Mitteln versucht, mit Gewalt statt Dialog den Konflikt um die Bildungsreform in Chile zu lösen: Statt Hunderttausend friedlicher Studentinnen noch wie vor ein paar Wochen legten diesmal Tausende Polizisten in Nahkampfuniform den Verkehr in der Innenstadt lahm, spritzen wahllos mit Wasserwerfern umher und brachten Passanten mit Tränengas aus der Fassung.
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Dieses Staatstheater wird der Merheit der Chilenen langsam zu viel: Laut einer gestern veröffentlichen Umfrage des respektablen Centro de Estudios Públicos sind inzwischen 53 Prozent der Bevölkerung mit Präsident Piñera unzufrieden. Nur noch 26 % unterstützen die Regierung. Damit ist Piñera der unbeliebteste Präsident seit der Rückkehr Chile zur Demokratie im Jahr 1991.
Bald dazu mehr hier und auf taz.de.
20.07.2011 von Benjamin Kiersch
Der Kinostart des neuen Harry Potter Streifens in Chile letzte Woche brach alle Rekorde: Über 80 000 begeisterte Kinobesucher sahen den Film am ersten Tag, nach knapp einer Woche waren es bereits 278 000, und stellten damit den bisherigen Besucherrekord von Ice Age 3 in den Schatten. Vor den chilenischen Kinos bildeten sich lange Schlangen zauberstabschwingender Kinder und Jugendlicher mit lustigen Hüten. Und täglich werden es mehr.

Was nur wenige wissen: der Film kam in Chile mit extra editierten Untertiteln in die Kinos, die zeigen, dass Harry in Hogwarts mit seinen magischen Kräften die Revolution der Piguine unterstützt, über die bereits an anderer Stelle in diesem Blog berichtet wurde:

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Ein Schelm, der sich denkt, dies sei der wahre Grund für den zauberhaften Erfolg von Harry Potter in Chiles Kinos.
06.07.2011 von Benjamin Kiersch
Wie Kollege Dilger bereits in der taz vom Freitag berichtete, war das Zentrum von Santiago am vergangenen Donnerstag Zeuge der größten Demonstration in Chile seit der Rückkehr zur Demokratie vor 22 Jahren. Hundertfünfzigtausend Schülerinnen, Studenten, Lehrer und Professoren zogen über die Alameda, um für eine Reform des Bildungssystems zu demonstrieren. Unter den Demonstrierenden waren auch Schüler privater Eliteschulen wie dem Saint George College, die sich mit den Protesten solidarisieren. Auch in anderen Städten machten Tausende Schüler und Studentinnen mit kreativen und bunten Protesten auf ein drängendes Problem der chilenischen Gesellschaft aufmerksam: Im Zentrum der ihrer Forderungen stehen die Chancengleichheit in der Bildung, die Verbesserungen der prekären Verhältnisse in den öffentlichen Schulen, sowie eine staatliche Unterstützung der Universitäten.
Auch im Internet gibt es viele kreative Formen des Protests, wie das folgende Video zeigt, eine Parodie auf einen Werbespot für ein beliebtes koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk:
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30.03.2011 von Gerhard Dilger
Dieser Tage haben wir wieder einmal der Waldforschungsstation Pró-Mata einen Besuch abgestattet, wo der Tübinger Biologe Rainer Radtke samt Studierenden im Rahmen seiner alljährlichen Brasilienexkursion weilt. Zuvor war die Gruppe u. a. im Naturschutzpark Cristalino in Amazonien und dem Feuchtgebiet Pantanal.
RR 2009 bei der Feldforschung
Von Porto Alegre geht es vier Autostunden lang, die letzte querfeldein über eine Schotterpiste, bis zur wunderschön im Araukarienwald gelegenen Station. Besonders von 1920 bis 1960 tobte hier der Raubbau wie heute in Amazonien, nun ersetzen im Norden des Bundesstaates Rio Grande do Sul an vielen Stellen Kiefernplantagen (“grüne Wüsten”) den Primärwald.
Immerhin kommt das Projekt der brasilianischen und deutschen Biologen, die ältesten Bäume der Welt und damit auch die Artenvielfalt im südlichsten Teil des Atlantik-Regenwaldes zu schützen, noch nicht ganz zu spät – in der chilenischen Region Araucanía haben die Eukalyptus- und Kiefernmonokulturen… weiter lesen
14.01.2011 von Claudius Prößer
Der ehemalige chilenische Formel-1-Pilot Eliseo Salazar, Teilnehmer der diesjährigen Dakar-Rallye durch Chile und Argentinien, ist schon am vergangenen Dienstag mitsamt seinem Hummer aus dem Wettbewerb ausgeschieden, angeblich wegen Problemen mit der Schaltung. Ein im Netz kursierendes Video lässt er grobe Orientierungsprobleme vermuten.
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PS: Am Donnerstag starb während der 11. Etappe in Argentinien (Chilecito-San Juan) ein 42 Jahre alter Einheimischer beim Zusammenstoß seines Kleinlasters mit dem Toyota-Team Eduardo Amor/Horacio Alejandro Fenoglio (Argentinien). Er ist das 60. Todesopfer in der Geschichte der Rallye. Der Mann aus Tinogasta war Landarbeiter, er hinterlässt Frau und Kinder. Die beiden Rallye-Fahrer erlitten keine ernsthaften Verletzungen.
25.11.2010 von Claudius Prößer
Am Mittwoch (24.11.) ist Sergio Valech in Santiago de Chile im Alter von 83 Jahren gestorben. Valech, katholischer Bischof im Ruhestand, hatte sich nach dem Putsch 1973 im Kampf für die Menschenrechte verdient gemacht. Von 1987 bis 1992 leitete er die Vicaría de la Solidaridad, eine Einrichtung der Kirche, die Opfern von Menschenrechtsverletzungen rechtlichen und menschlichen Beistand leistete (mehr hier). In dieser Funktion weigerte er sich standhaft, von der Vicaría gesammelte Daten der Militärjustiz zu überlassen. Die Regierung von Ricardo Lagos ernannte ihn später zum Vorsitzenden einer Kommission, die schwere Menschenrechtsverletzungen, insbesondere Fälle von Folter, in den Jahren der Diktatur untersuchte – nach ihm auch “Valech-Kommission” genannt. Im Jahr 2004 legte sie ihren Bericht vor: ein Dokument von kaum zu überschätzender Bedeutung für die Aufarbeitung der jüngsten chilenischen Vergangenheit (neben dem “Rettig-Bericht” von 1991, der die Todesopfer des Pinochet-Regimes auflistete).

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