Archive for the ‘Medien’ Category

16.09.2010 von Gerhard Dilger
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In eigener Sache

von Gerhard Dilger

Der Protest der taz-AuslandskorrespondentInnen schlägt unerwartet hohe Wellen.

Besonders freut uns die Solidarität von LeserInnen, GenossInnen und KollegInnen. So hat uns – unter vielen – das Team der Leipziger Lateinamerika-Website Quetzal viel Glück gewünscht.

Und Frank Braßel, der im Auftrag des Evangelischen Entwicklungsdienstes in Ecuador arbeitet, hat folgenden Brief  geschrieben:

Gruselig, was wir da von der taz lesen muessen. Hatte sie sich bislang von einem relativ (in Relation zu den meisten anderen deutschen Tageszeitungen, nicht in Relation zu den Notwendigkeiten einer komplexen globalisierten Welt) dichten und qualifizierten Korrespondentennetz gelebt, versucht sie nun offenbar, den langjaehrigen Fehlentwicklungen der meisten anderen deutschen Tageszeitungen nachzueifern.

Bald werden wir die gleichen – fadenscheinigen, uniformen – Meldungen der multinationalen Presseagenturen, welche die grosse “Pressevielfalt” verbraet, verlogen als “Artikel” ausgegeben, vermehrt in der taz lesen koennen – und immer weniger von der Welt verstehen. Das ist

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07.07.2010 von Gerhard Dilger
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Stolz ohne Endspiel…

von Gerhard Dilger

… so macht taz-Cousine la diaria aus Montevideo ihre heutige WM-Beilage auf.

Und am Samstag “werden wir zum dritten Mal in der Geschichte zum Spiel der Trauer antreten”.

11.06.2010 von Claudius Prößer
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Aus für einen Nostalgiker

von Claudius Prößer

Keine zwei Monate hat er sich auf seinem Posten gehalten: Miguel Otero, im April von Präsident Sebastián Piñera als Botschafter im Nachbarland Argentinien eingesetzt, hat am Dienstag sein Rücktrittsgesuch eingereicht, das von der Regierung in Santiago umgehend angenommen wurde. Gestolpert ist der fast 80-Jährige über seine stramm reaktionären Ansichten, insbesondere eine Apologie des Putsches und der Pinochet-Diktatur. Für Piñera bedeutet die Abdankung seines Parteifreunds eine weitere Blamage nach diversen unglücklichen Personalentscheidungen (wie zuletzt im Fall Iván Andrusco).

Was war passiert? Der Jurist Otero, renommierter Anwalt und in den Neunzigerjahren Senator für die rechte Partei Renovación Nacional, hatte sich geärgert, weil die argentinische Tageszeitung Clarín anlässlich seiner Ernennung eine recht ätzendes Porträt verröffentlicht hatte – das Porträt eines enthusiastischen Putschisten, der in leitender Funktion an der Universidad de Chile Razzien gegen linke Dozenten und Studenten mitverantwortete, später an der demokratisch nicht legitimierten Gesetzgebung der Militärjunta mitwirkte und sich… weiter lesen

08.06.2010 von Benjamin Kiersch
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Zensur in Bolivien: Der Fall Llajtaymanta

von Benjamin Kiersch

Das hätten sich Llajtaymanta nicht träumen lassen: Anfang Mai brach eine Welle von wutschnaubenden chauvinistischen Kommentaren über eine der bekanntesten Folklore-Gruppe Boliviens herein. Eine auf Facebook gegründete Protestgruppe hat bereits über 13000 Mitglieder. Selbst die bolivianische Kulturministerin bestellte die Musiker ins Ministerium ein.

Was war passiert? Die Gruppe hatte zum Karneval einen Tanz für das Centro Cultural Andino komponiert und aufgenommen – was professionelle Musiker halt machen, um Geld zu verdienen. Der Titel heisst „Mi corazón está contigo“ und ist im Rhythmus des Caporales komponiert, einem traditionellen bolivianischen Tanz, der aus der afrobolivianischen Tradition entlehnt ist, und jedes Jahr von zahllosen Gruppen zum Karneval aufgeführt wird. Der Tanz symbolisiert die Unterdrückung der ArbeiterInnen während der Kolonialzeit: der Vortänzer („Caporal“) „motiviert“ die übrigen TänzerInnen, seine „Untergebenen“, mit Peitsche und Schellen zum immer schnelleren Tanz.

Der Text der Llajtaymanta-Auftragsarbeit scheint unauffällig:

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12.01.2010 von Gerhard Dilger
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Lula hebt ab

von Gerhard Dilger

Höher geht´s nimmer: Le Monde und El País ernannten ihn im Dezember zum Mann des Jahres 2009, die Financial Times immerhin zur elfwichtigsten Persönlichkeit der Nullerjahre: Sieben Jahre nach seinem umjubelten Amtsantritt wird Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva umschwärmt wie noch nie.

Lula mit Wunschnachfolgerin Dilma Rousseff

Auch in seiner Heimat ist Lula  – der Name ist eine Koseform von Luiz und hat anderslautenden Gerüchten zum Trotz nichts mit mit dem gleichnamigen Tintenfisch zu tun – populärer denn je: Für die BrasilianerInnen ist er Vertrauenswürdigste im ganzen Land, will das Umfrageinstitut Datafolha anhand einer Liste von 22 Männern und fünf Frauen herausgefunden haben, die zudem fast alle weiß sind.

Auf den vorderen Rängen folgen Nachrichtensprecher William Bonner, der einmal verriet, als idealen Gesamtzuschauer stelle er sich einen brasilianischen Homer Simpson vor, dann der katholische Charismatiker Marcelo Rossi und Schnulzenkönig… weiter lesen

24.12.2009 von Gerhard Dilger
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Newsweek wünscht sich Putsch gegen Chávez

von Gerhard Dilger

Nach dem gelungenen Staatsstreich in Honduras ist 2010 Venezuela an der Reihe -

Evo Morales, Fernando Lugo, Hugo Chávez und Rafael Correa auf dem Weltsozialforum 2009

jedenfalls wenn es nach Newsweek geht. Das US-Magazin übt bereits an der passenden medialen Begleitmusik – in Form einer “Vorhersage”.  Als nächstes wird man Chávez wohl wieder einmal Verfolgungswahn unterstellen…

Merry Xmas!

26.11.2009 von Gerhard Dilger
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Andenvampire – Räuberpistole aus Peru (2)

von Gerhard Dilger

Es ist still geworden um die “Fettmörder” aus den peruanischen Zentralanden, die Dutzende armer Bauern auf dem Gewissen haben sollen. Dabei wirbelten die Gangster, die angeblich Menschenfett für 15.000 Dollar pro Liter an europäische Kosmetikfirmen verkauften, am letzten Freitag furios durch die Weltpresse. Auf Websites wie Spiegel Online, aber auch auf taz.de gehörte die Räuberpistole zu den Klickfavoriten.

Begierig wurden die entsprechenden Agenturmeldungen aus Lima aufgegriffen und zusammengemixt. Die Opfer seien entführt und enthauptet worden, berichteten dpa, AFP und AP unter Verweis auf peruanische Medien und hohe Polizeioffiziere. Dann habe man die Leichen “an Haken über Kerzenflammen” aufgehängt, ihnen das Fett entnommen und sie anschließend verscharrt oder in einen Fluss geworfen.

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Stunden bevor die ersten Meldungen über die “Fettmafia” die deutschen Redaktionen erreichten, hatte in Peru die prominente Fernsehmoderatorin Rosa María Palacios bereits die “Volksverdummung” durch Kollegen und Polizei gegeißelt. In einer 8-Minuten-Reportage ihres Magazins… weiter lesen

20.11.2009 von Gerhard Dilger
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Boulevard global: Räuberpistole aus Peru

von Gerhard Dilger

Was hat deutsche LeserInnen aus Lateinamerika zu interessieren? Für Blatt- und Portalmacher spielen Nachrichtenagenturen bei der Themenauswahl eine wichtige Rolle. Nur bieten diese auch aus dem fernen Südamerika immer öfter Klatsch-, Skandal- oder Schauergeschichten.

So berichteten heute dpa, AFP und AP unter apodiktischen Überschriften wie „Menschen in Peru ermordet, Fett verkauft“ von einem „mutmaßlichen Fetthändler-Ring“ aus Peru, auf dessen Konto Dutzende von Morden gehen sollen. Die Opfer, meist arme Bauern, seien entführt und enthauptet worden, heißt es unter Verweis auf peruanische Medien – und die dortige Polizei.

So wird man berühmt

Dann habe man die Leichen „an Haken über Kerzenflammen“ aufgehängt, ihnen das Fett entnommen, sie anschließend verscharrt oder in Flüsse geworfen.

„Die Bande kassierte 15.000 Dollar für jedes Kilogramm menschliches Fett“, schrieb dpa zunächst im Indikativ, die Käufer seien laut Polizeigeneral Eusebio Félix Murga europäische Kosmetikfirmen gewesen. afp und ap erhöhten den Exotik-Grusel-Faktor mit einem Schuss blutrünstiger Andenmythologie.… weiter lesen

26.08.2009 von Claudius Prößer
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Rapa Nui macht dicht

von Claudius Prößer

Als Patricio Rosende, Staatssekretär im chilenischen Innenministerium, ges­tern auf Rapa Nui, der Osterinsel, eintraf, bekam er zur Begrüßung einen dicken Blumenkranz um den Hals gehängt, wie es auf pazifischen Inseln Brauch ist. Der Anlass seiner offiziellen Visite ist freilich aus­ge­rech­net die wachsende Unlust, mit der die Einheimischen ihre Besucher empfangen. Die Rapanui, Nachfahren der ursprünglichen polynesischen Bevölkerung, aber auch seit langem auf der Insel lebende “Kon­ti­nen­tal­chi­le­nen” sind es leid, dass immer mehr Menschen das winzige Fleckchen Land bevölkern, das 1888 von Chile annektiert wurde und der Nation seitdem den Vorwand liefert, sich als tricontinental zu rühmen: als Land, das zugleich auf dem amerikanischen, dem antarktischen und dem ozeanischen Kontinent liege.

Waren bei der letzten Volkszählung im Jahr 2002 noch knapp 3.800 In­sel­be­woh­ner registriert worden, schätzt man die Wohnbevölkerung heu­te schon auf 5.000 – von denen die indigenen Insulaner lediglich 40 Pro­zent ausmachen. Immer mehr Chilenen, die… weiter lesen

13.08.2009 von Gerhard Dilger
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10 Jahre ohne Jaime Garzón

von Gerhard Dilger

Vor zehn Jahren wurde Kolumbiens genialster Satiriker Jaime Garzón ermordet. Das Verbrechen, das auf das Konto der rechtsextremen Paramilitärs geht, ist bis heute ungeahndet geblieben.

Geradezu prophetisch muten heute jene Szenen an, in denen sich Garzón mit dem heutigen Präsidenten Álvaro Uribe beschäftigt, der damals Gouverneur des Bundesstaates Antioquia war.

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Warum sich Uribe immer noch Hoffnungen machen kann, 2010 erneut wiedergewählt zu werden, erklärte der Schriftsteller Héctor Abad Faciolince vor ein paar Tagen in der FR.

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