Archive for the ‘Peru’ Category

14.09.2011 von Hildegard Willer
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Peruvian Honeymoon

von Hildegard Willer

Nein, es ist kein Oxymoron, keine rhetorische Verschleifung zweier Gegensätze: Peru erlebt Flitterwochen.

Mit seinem neuen Präsidenten, mit seiner Fussballmannschaft und natürlich mit seiner Gastronomie. Etwas ungewohnt für ein Land, das sich so lange als Armenhaus und “failing state”, als Land der Extreme vorkam. Zuletzt als sich der Linksnationalist und ehemalige Putschist Ollanta Humala und die Diktatorentochter Keiko Fuijmori in der Stichwahl gegenüber standen. Humala gewann, unter grössten Bedenken sowohl aus Wirtschaftskreisen wie auch aus Kreisen derjenigen, die um die Demokratie in Peru fürchteten.  6 Wochen nach seinem Amtsantritt kann Ollanta Humala auf den Rückhalt von 70% der Bevölkerung zählen, wie eine jüngste landesweite Umfrage ergab. Das sind fast 20% mehr als die 52%, die vor drei Monaten für Humala gestimmt haben. Drei Gründe mögen den Ausschlag geben für diese hohe Beliebtheit:
Zum einen hat Humala mit der Ernennung eines marktfreundlichen Finanzministers die aufgeschreckten Wirtschaftskreise beruhigt. Nachdem Miguel Castilla… weiter lesen

29.08.2011 von Hildegard Willer
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Erinnerungskultur “importiert”?

von Hildegard Willer

Am Freitag jährte sich zum 8. Mal der Jahrestag der feierlichen Überreichung des Berichtes der peruanischen Wahrheitskommission. Die Empfehlungen des hochgelobten Berichtes sind bisher nur teilweise umgesetzt worden. Vor allem die fehlenden oder von den Opfern als zu niedrig angesehenen Reparationszahlungen geben Anlass zu Protest.

Im Gegenzug findet man in verschiedensten Orten der Südanden immer mehr symbolische Erinnerungsorte an die Opfer des Bürgerkrieges.  Im Juli fand an der Universität Hamburg eine deutsch-peruanische Tagung zum Thema “Erinnerungskultur in Peru” statt. Dort wurde auch die kritische Frage gestellt,  wie sehr diese symbolische Erinnerungskultur in Peru dem “Goodwill” von Geberländern wie Deutschland geschuldet ist, oder ob sie tatsächlich im peruanischen Volk verankert ist.

Ein von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gefördertes "Erinnerungsmuseum" in Ayacucho, Peru

Fast 30 Jahre ist es her, dass Angélica… weiter lesen

28.07.2011 von Gerhard Dilger
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Dyls Doppelpack (3): Susana Baca

von Gerhard Dilger

Perus neue Kulturministerin Susana Baca:

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07.06.2011 von Gerhard Dilger
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Neuer Schwung für Latino-Linke

von Gerhard Dilger

Südamerikas Linke darf sich über den Wahlsieg von Ollanta Humala in Peru freuen.

Es ist eingetreten, womit vor Monaten kaum jemand gerechnet hatte: Die durch und durch neoliberale, stark auf die USA ausgerichtete Pazifikachse, die zwei Jahrzehnte lang von Chile über Peru nach Kolumbien reichte, hat einen kleinen Riss bekommen. Unter Humala wird sich Peru stärker am Projekt einer Integration Südamerikas unter sozialem Vorzeichen beteiligen, das unter der Führung Brasiliens langsam Formen annimmt.

Von der Autokratentochter Keiko Fujimori hatten sich in- und ausländische Kapitalinteressen eine noch autoritärere Version eines Systems versprochen, durch die die Ressourcen des Andenlandes immer ungehemmter verscherbelt wurden. Inzwischen sind nahezu sämtliche Öl- und Bergbaureserven zur Ausbeutung freigegeben, doch beim Volk kam von den astronomischen Wachstumsraten kaum etwas an.

Auch deshalb ist die ehedem linke Apra-Partei von Nochpräsident Alan García von der Bildfläche verschwunden. Mehr noch: Die vier Kandidaten, die allesamt eine Fortsetzung seines… weiter lesen

05.06.2011 von Hildegard Willer
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Ein 5. Juni in Peru – eine Dosis “Memorex”

von Hildegard Willer

“Memorex” – die Pille für alle, die an gesellschaftlichem Gedächtnisschwund leiden. Als solcherart verpackte “Medizin” brachten die Keiko-Fujimori-Gegner in den letzten Tagen die Übeltaten des Fujimori-Regimes der 90-er Jahre wieder in Erinnerung.
Wenn man allerdings verstehen will, warum die Peruaner heute die Wahl zwischen zwei Präsidentschaftskandidaten der Extreme haben, dann reicht eine geringere Dosis Memorex: auf den Tag genau vor zwei Jahren kündigte sich im Massaker von Bagua bereits an, dass im neuen Wirtschaftswunderland Peru einiges faul ist.
Zur Erinnerung: die Indigenas des Amazonastieflandes hatten monatelang gegen die von Alan García vorgesehenen neue Eigentumsregelung des Amazonasgebietes protestiert. Der peruanische Staat wollte die Gemeinschaftsrechte der Indigenas einschränken, um einfacher Schürf- und Bohrrechte an in- und ausländische Investoren vergeben zu können. Protest heisst in Peru meist die Blockade einer der grossen und wenigen Überlandstrassen. So blockierten vor zwei Jahren auch die Indigenas die Strasse zu einem für die Hauptstadt wichtigen… weiter lesen

29.05.2011 von Hildegard Willer
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Der Armutsberater

von Hildegard Willer

Beide stammen sie aus Arequipa, der Stadt im Süden Perus, die sich rühmt ein Freistaat im Staat zu sein. Beide sind weltweit bekannte Bestsellerautoren. Beide gehören sie dem liberalen Lager an. Der kleine Unterschied: der eine hat einen Nobelpreis, der andere nicht.

Böse Zungen in Peru meinen, es sei auf die langjährige Rivalität zwischen dem Schrifsteller Mario Vargas Llosa und dem Wirtschaftswissenschaftler Hernán de Soto zurückzuführen, dass Hernán de Soto für Keiko Fujimori Wahlkampf macht. Kurz nachdem Mario Vargas Llosa seine Unterstützung für Fujimoris Rivalen Ollanta Humala bekannt gegeben hatte, zog Keiko Fujimori ihr As aus dem Ärmel: Hernán de Soto würde ihr als Chefberater für die Armutsbekämpfung im Wahlkampf und danach im Amt beistehen.

Alle Lüge, sagt de Soto beim Gespräch mit der Auslandspresse am 26. Mai im Besprechungszimmer seiner Beraterfirma ILD (Instituto de Libertad y Democracia).  Er unterstütze Fujimori , weil dies ein wegweisender Moment für Peru sei,… weiter lesen

28.05.2011 von Hildegard Willer
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Tausende protestieren gegen Fujimori

von Hildegard Willer

Am 26. Mai haben viele Peruaner wieder ein Stück Würde zurückgewonnen. 10 Tage vor der Stichwahl am 5. Juni zwischen Keiko Fujimori und Ollanta Humala sind gut Zehntausend Peruaner dem Aufruf des Dachverbandes der Menschenrechtsgruppen gefolgt und haben öffentlich gegen eine Rückkehr der Sippe Fujimori in den Regierungspalast protestiert.

Der Protestmarsch war bitter nötig, denn die Umfrageergebnisse zeigen seit Wochen Keiko Fujimori mit fünf Prozentpunkten vor Ollanta Humala. Keiko Fujimori, die Tochter des wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, hat nicht nur die Wirtschaftselite sondern auch die mächtigsten Medien Perus hinter sich.  Aber auch bei vielen armen Bewohnern kommt Fujimori dank ihrer intensiven und assistentialistischen Basisarbeit gut an. Vor allem die Stadtbewohner der Küstenregionen wählen Keiko weil sie verspricht das liberale Wirtschaftsmodell nicht anzutasten, das Peru hohe Wachstumszahlen ebenso wie eine hohe Zahl sozialer Konflikte eingebracht hat. Die selben Medien, die vor 10 Jahren sich noch für die Demokratie… weiter lesen

10.05.2011 von Hildegard Willer
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Peru: De Soto-Plag

von Hildegard Willer

(“Glaubt mir, ich würde nie für Keiko arbeiten, wenn sie keine Demokratin wäre. Der Beweis ist, dass ich nur für demokratische Präsidenten gearbeitet habe, wie Keikos Vater, Mubarak und Gaddafi” – Karikatur von Carlín in “La República”)

Auch Peru hat seinen Plagiatsskandal: der nach Mario Vargas Llosa wohl berühmteste lebende Peruaner, der Wirtschaftswissenschaftler Hernán de Soto, soll von seinem Doktoranden Michael Coppedge abgeschrieben haben. Das behauptet Gustavo Gorriti, einer der bekanntesten investigativen Journalisten Perus.

Das Delikt geschah vor fast 20 Jahren. Der Verfasser der Bestseller “Der andere Weg” und “Das Mysterium des Kapitals” war damals Berater des frisch gewählten Präsidenten Alberto Fujimori. Dieser hatte keine Mehrheit im Kongress und löste das Parlament deshalb am 5. April 1992 kurzerhand auf. Eine Mehrheit der Peruaner fand diesen “autogolpe” (Selbst-Putsch) damals nicht besonders schlimm, die Reaktionen aus dem Ausland fielen umso heftiger aus. Die Gemeinschaft der Amerikanischen Staaten (OAS) rügte… weiter lesen

10.04.2011 von Hildegard Willer
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Peru: China, Cholo, Comandante, Gringo – kulturelle Stereotypen im Wahlkampf

von Hildegard Willer

Wen die Peruaner lieben, den nennen sie bei Vornamen oder geben ihm oder ihr einen Spitznamen. Damit ist man sozusagen in die Familie aufgenommen, im Guten wie im Schlechten. Oft verweisen die Spitznamen auf kulturelle Stereotypen, die im multikulturellen Peru äusserst vielschichtig und dynamisch sind. Die vier aussichtsreichsten Kandidaten für die morgigen Wahlen sind von den Peruanern deswegen längst “getaggt” worden: Comandate, Cholo, China, Gringo.

Schauen wir uns an, wie die Kandidaten diese Stereotypen bewusst einsetzen oder aber sich dagegen wehren.

El “Comandante” Ollanta Humala:

Der Übername “Comandante” rührt von der militärischen Vergangenheit Humalas und erinnert positiv an seinen Putschversuch gegen den in den letzten politischen Zügen liegenden Alberto Fujimori. Vor allem die Wähler in den ländlichen Gegenden wählen Humala eben deswegen: weil sie sich von ihm die Regierung der festen Hand erhoffen, die gegen Schlendrian, Korruption und sonstige Übel vorgeht. Im negativen jedoch erinnert “Comandante” an… weiter lesen

07.04.2011 von Hildegard Willer
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Warum Hugo Chávez in Peru kein Bein auf den Boden bekommt

von Hildegard Willer
Eine junge Leserin stellte mir die Frage, warum die Peruaner eine so grosse Abneigung gegenueber Hugo Chávez haben, wenn er doch sonst als Held präsentiert wird ?

Eine gute Frage. Nun ist mit Hugo Chávez heute kein grosser Staat mehr zu machen. Sein Status als Revolutionsheld a la Che Guevara verfällt immer mehr. Seit George W. Bush als hemdsärmliger Gegenspieler von der politischen Weltbühne abgetreten ist, steht Chávez heute ziemlich isoliert da als Haudegen mit diktatorischen Allüren in der politischen Landschaft Südamerikas. Seine Verbündeten sind zunehmend Diktatoren oder demokratisch gewählte Autokraten: Fidel Castro, Daniel Ortega, Gaddafi. Vor allem aber: Seinem Land, Venezuela, geht es trotz seines Ölreichtums, wirtschaftlich immer schlechter – nicht gerade ein Leistungsausweis für den bolivarianischen Sozialismus.

Dennoch ist die Frage der Leserin berechtigt, denn in Peru mochte man Hugo Chávez noch nie. Auch nicht zu den Zeiten, als der Bolivarianismus a la Chávez noch als hoffnungsvoller Gegenentwurf… weiter lesen