Archive for the ‘Stadt’ Category

10.03.2013 von Hildegard Willer
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Perverse Demokratie

von Hildegard Willer

Die Peruaner duerfen ihre Buergermeister abwaehlen, aber nicht mitentscheiden, wenn vor ihrer Haustuer eine Tagebaumine entsteht

In Suedamerika kann es gar nicht  zuviel  Demokratie geben, denkt so mancher – Pustekuchen. Was momentan in Lima ablaeuft, ist eine Verballhornung demokratischen Handelns. Viele Limeños wollen ihre Oberbuergermeisterin Susana Villarán abwaehlen. Handhabe dazu gibt ihnen ein Gesetz, das noch der autoritaere Alberto Fujimori in den 90-er Jahren auf den Weg gebracht hat, und das unter dem Eindruck  der spaeteren Aufdeckung der Korruption genau jenes Fujimori ausgefeilt wurde: gewaehlte Amtstraeger koennen noch vor Ablauf ihrer Amtsperiode abgewaehlt werden, wenn ein Viertel oder maximal 400 000 der Wahlberechtigten dies mit ihrer Unterschrift fordern.  Bis an fielen meist erwiesenermassen korrupte oder von den Wahlverlierern der Korruption bezichtigte Dorfbuergermeister diesem  Verdikt der Basis zum Opfer. Nun ist die Basisdemokratie in der Hauptstadt angekommen: 400 000 Buerger, also 5% der Hauptstadtbewohner,wollten ein Referendum ueber den Verbleib von Villarán… weiter lesen

26.09.2011 von Knut Henkel
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Der Fluch der 26.

von Knut Henkel

Die 26. Straße treibt den Menschen in Bogotá tagtäglich den Zorn ins Gesicht, denn eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt ist Baustelle. Da sorgt für Staus, Mißmut und Wut. Zurecht, denn der Umbau der Straße war schlecht geplant, kostet Unmengen an Geld und lässt dubiose Politiker und Baufirmen profitieren. Eine kolumbianische Realitätssatire. … weiter lesen

10.03.2010 von Claudius Prößer
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Nach dem Beben

von Claudius Prößer










(Bilder aus Concepción, Lota, Lebu, Coronel und Curanilahue)

07.01.2010 von Claudius Prößer
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Sauber und gebrochen

von Claudius Prößer

Clip ansehen: aufs Bild klicken Ein Mann kommt an am Flughafen von Santiago, zusammen mit seinem kleinen Sohn. Sie besteigen ein Taxi, später die U-Bahn. Gemeinsam staunen sie über die moderne Stadt, in der die Autobahn aus Platzgründen unter den Fluss gelegt wurde und die metro sauberer ist als zuhause in … Berlin. Am Ende will der neugierige Junge die Moneda betreten, den Ort wo Allende starb und Pinochet regierte, der Vater erschrickt und will ihn aufhalten, aber dann sagt die freundliche junge Dame, die den Präsidentenpalast gerade verlässt, dass der Lucas natürlich gerne hineindarf. So sehr hat sich Chile verändert.

Die rührende kleine Geschichte ist Teil des aktuellen Wahlkampfspots von Eduardo Frei. Richtig ist, dass Santiago in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Modernisierungsschub durchgemacht hat. Dass die Stadt wächst und brummt und glänzt (wenn auch nicht an allen Stellen). Und dass

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25.09.2009 von Claudius Prößer
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Superpapa ante portas

von Claudius Prößer
Katholiken alle Länder, aufgehorcht: Chile kann bald einen Weltrekord ver­mel­den – die größte Karol-Wojtyla-Statue aller Zeiten. Errichtet werden soll das 13,5 Meter hohe Ungetüm (7,5 Meter Bronze-Papst, 6 Meter Sockel) ausgerechnet am Rande von Bellavista, dem Künstler- und Bo­he­me­vier­tel von Santiago . Seit die private Initiative vor wenigen Tagen pub­lik wur­de, regt sich freilich allenthalben Protest gegen den superpapa (so der Pub­li­zist Cristián Warnken im Blog des “Mercurio”).

Hintergrund des Aufstell-Papstes, der einem anderen religiösen Wahr­zei­chen Santiagos, der Marienstatue auf dem Gipfel des San-Cris­tó­bal-Bergs, Konkurrenz machen wird, ist die Umstrukturierung des Viertels, in dem zwei private Hochschulen ihre Hauptquartiere be­zie­hen werden. Die beiden Universitäten – die Universidad San Sebastián und die Universidad Andrés Bello – sollen zusammen mit der tra­di­tions­rei­chen Jurafakultät der Universidad de Chile, die hier seit vielen Jahr­zehn­ten residiert, rund 7.000 Studenten anlocken und neben dem Bar­rio República ein weiteres Hochschulviertel in der… weiter lesen

01.07.2009 von Gerhard Dilger
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Onetti über Vargas Llosa

von Gerhard Dilger

Juan Carlos Onetti, einer der Begründer der modernen lateinamerikanischen Literatur, wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Prominentester Fan ist sein peruanischer Kollege Mario Vargas Llosa, der heute abend in Frankfurt seine Studie “Die Welt des Juan Carlos Onetti” vorstellt. Darin vereinnahmt der Rechtsliberale den pessimistischen Uruguayer mehrfach als Kronzeugen für seine eigene Sicht auf Lateinamerika.

Onetti kann sich dagegen nicht mehr wehren. Doch mit seinem hintergründigen Humor hatte er sich schon mehrfach trefflich über den 27 Jahre jüngeren Vargas Llosa geäußert:

1977, über eine Begegnung in San Francisco elf Jahre zuvor: „Ich sagte zu ihm, ohne dass er anschließend beleidigt war: Schau, Mario, du hast zur Literatur eine eheliche Beziehung – du musst von dann bis dann deine Pflicht erfüllen. Für mich ist das ein Verhältnis zu einer Geliebten: Wenn ich Lust habe, dann schreibe ich, verrückt, absurd, was auch immer“.

1989: „Ich bewundere

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09.10.2008 von Benjamin Kiersch
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Liebes Berliner Abgeordnetenhaus und andere linke Stadträte,

von Benjamin Kiersch

Eure Kollegen im Parlament der Hafenstadt Gijón in der nordspanischen Provinz Asturien haben gerade eine Resolution zur Unterstützung der bolivianischen Regierung verabschiedet. In dem Text heißt es, die Stadt unterstütze „die Souveränität Boliviens nach den schweren Unruhen der letzten Wochen, die an die Tragödien und Staatsstreiche erinnern, die das Land vor 35 Jahren heimsuchten.“

Das Dokument fordert Respekt für Bolivien und seine demokratisch gewählte Regierung. Außerdem fordern die Abgeordneten die Nichteinmischung in interne Angelegenheiten des Landes und verurteilen jegliche Versuche, die Regierung mit Gewalt zu stürzen.

Weiterhin verurteilen eure Kollegen die jüngsten Angriffe auf Behörden und mahnen eine gründliche Untersuchung der Vorkommnisse an, um die Verantwortlichen zu identifizieren.

Die Resolution des Stadtparlaments von Gijón schließt mit einer Reflexion des uruguayischen Schriftstellers Eduardo Galeano: „Die ganze Welt krankt an Rassismus – auch wenn die Krankheit selten zugegeben wird.“

Na, wie wär’s mit einer ähnlichen Erklärung? Formulierungshilfen… weiter lesen

05.09.2008 von Claudius Prößer
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Hunde unterm Palast

von Claudius Prößer

Im unterirdischen Centro Cultural Palacio La Moneda, einem der Vor­zei­ge­projek­te der Lagos-Regierung, ist gerade eine niedliche kleine Aus­stellung mit dem Titel “Pintacanes” zu sehen. Bei den seriell aus Glas­faser gepress­ten und künstlerisch gestalteten Hunden handelt es sich im Prinzip um eine Spiel­art der abscheulichen Berliner Buddybären, aber hier stimmt das Konzept: Kein steriles Wappentier stand Modell, sondern ein kleiner, räudiger Straßenköter, ein quiltro, dem man in den Straßen von Santiago auf Schritt und Tritt begegnet und der deshalb als legitimer Vertreter der Metropole gelten darf. Auch die Verfremdungen haben es in sich. Renommierte bildende Künstler haben sie gemeinsam mit Be­woh­nern des Stadtteils La Pintana geschaffen, sie erzählen von Sex, Dro­gen und Armut, von Lebensfreude und einem ge­witz­ten Um­gang mit na­tio­naler Identität. Wau!