10.02.2012 von Benjamin Kiersch
Ines Freier hat uns den folgenden Gastbeitrag geschickt:

Rio plus 20 wirft seine Schatten voraus: Das Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IAAS) veranstaltete in Potsdam eine Vortragsreihe zu nachhaltiger Entwicklung in Lateinamerika. Eine gute Gelegenheit, eine Rückschau auf die Entwicklung des Themas in der Region zu halten…
Nach der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 beschäftigte ich mich mit Konzepten für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika. Die Rio-Konferenz 1992 betonte die Grenzen von Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. In Chile brannten derweil die Wälder oder besser, was davon übrig war, wenn es nicht zu Holzschnitzeln für den Export verarbeitet wurde. Wirtschaftswachstum wurde um jeden Preis angestrebt.
Aber soziale Gerechtigkeit? Fehlanzeige. Die Gewinne aus dem Export blieben bei wenigen. Bildungs- und Gesundheitswesen waren während der Diktatur privatisiert worden – der Neoliberalismus hatte sein Experimentierfeld gefunden. Die soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung wuchs. In den anderen lateinamerikanischen Staaten sah es in den… weiter lesen
10.02.2012 von Gerhard Dilger
Monika Griefahn, Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Stiftung (“Alternativer Nobelpreis”), überreichte gestern in Berlin einen offenen Brief von Alternativen Nobelpreisträgern und Mitgliedern des World Future Council an die Bundesregierung. Die Preisträger wenden sich gegen die Übernahme einer staatlichen Hermesbürgschaft für den Bau des brasilianischen Risikomeilers Angra 3. Sie zeichnen gemeinsam mit Vorstands- und Jurymitgliedern der Right Livelihood Award Stiftung. Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, nahm den Brief entgegen.

Chico Whitaker mit einer Anti-Atom-Petition auf dem Weltsozialforum 2012
“Wir gratulieren der Bundesregierung zu ihrem Beschluss, aus der Atomkraft auszusteigen. Allerdings sollte sie dabei konsequent sein und auch nicht mehr den Bau von neuen AKWs im Ausland wie Angra 3 in Brasilien fördern,” erklärt Chico Whitaker Ferreira, Preisträger 2006 und Mitbegründer des Weltsozialforums, “sonst scheint das Leben eines Brasilianers weniger wert zu sein als… weiter lesen
31.01.2012 von Knut Henkel
Kubas Kommunisten haben sich am Wochenende zur Klausur getroffen. Die Debatte der gesellschaftlichen Probleme und die Reformen standen im Vordergrund. Weitermachen lautet das Credo bei den Reformen, aber bitte hüsch langsam. Für Homo- und Transsexuelle sowie die schwarze Minderheit könnte sich die Konferenz jedoch positiv bemerkbar machen.

Mariela Castro, Kubas prominenteste Kämpferin für Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenrechte
In Kuba ist die Partei das Organ, welches die Geschicke der Insel steuert – wichtiger als die Gesellschaft und der Staat. So steht es in der Verfassung des Landes. Folgerichtig war im Vorfeld der 1. Konferenz der Partido Comunista de Cuba (PCC) spekuliert worden, ob es auf der Konferenz einen neuen Reformschub geben könne. Doch alle Hoffnungen in diese Richtung hatte der 1. Sekretär der PCC und Staatschef Raúl Castro schon im Vorfeld der Konferenz eine Absage erteilt, bei der turnusmäßigen Sitzung des Parlaments Ende Dezember.… weiter lesen
16.01.2012 von Gerhard Dilger
Presseerklärung
Der Bundestag wird sich übermorgen mit der Unterzeichnung und vorläufigen Anwendung des Abkommens zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und Zentralamerika andererseits befassen. Es ist absehbar, dass sich mit Inkrafttreten dieses Assoziierungsabkommens die wirtschaftliche, soziale und menschenrechtliche Lage in den zentralamerikanischen Ländern für die Mehrheit der dortigen Bevölkerung dramatisch verschlechtern wird.
Es wäre deshalb wünschenswert, wenn der Bundestag dem weiteren Ratifizierungsprozess des EU-Zentralamerika-Abkommens nicht zustimmen würde. Voraussichtlich werden die Parlamentarier den Abschluss der Verträge jedoch mehrheitlich durchwinken – weitgehend ohne öffentliche Diskussion und ohne zu wissen, worum es eigentlich geht.
Die unterzeichnenden Organisationen arbeiten seit vielen Jahren mit Partnern und Selbsthilfeorganisationen aus dem sozialen, gewerkschaftlichen und kleinbäuerlichen Bereich in Zentralamerika zusammen und lehnen wie diese das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen EU-Zentralamerika ab.
Freihandel darf kein Dogma werden – Freiheit für wirtschaftliche Alternativen und Wirtschaftsformen
Gemeinsam… weiter lesen
21.12.2011 von Gerhard Dilger
Von Christian Russau und Katarine Flor, amerika21.de
Rio de Janeiro. Am 9. November dieses Jahres soll es im umstrittenen ThyssenKrupp-Stahlwerk TKCSA in Rio de Janeiro zu einem Vorfall gekommen sein. Dabei brach unter den Arbeitern der Stahlhütte Panik aus. Dies zeigen die Bilder eines nun amerika21.de zugespielten Videos, das ein anonym bleibender Mitarbeiter des Stahlwerks mit seinem Handy auf dem Werksgelände aufgenommen hatte. Auf dem Video sind Arbeiter zu sehen, die in Panik von dem Hochofen des Stahlwerks wegrennen. Über den Vorfall hatte im November zuerst die Zeitung der Gewerkschaft der Ingenieure von Rio, Senge-RJ, berichtet. Ein besorgter Anwohner hatte der Zeitung von “einer großen Staubwolke” beim Stahlwerk und einem explosionsartigen Knall berichtet, der im Umkreis von bis zu 500 Metern zu hören gewesen seien soll.
Die Werksleitung der TKCSA erklärte gegenüber der Gewerkschaftszeitung, im Werk sei es… weiter lesen
28.11.2011 von Hildegard Willer
Drei Meldungen, die erst mal nichts miteinander zu tun haben:
1) Die Raiffeisenbank in meinem Allgäuer Heimatdorf verkauft ihren Kunden normalerweise solide Sparbriefe und finanziert die lokalen Betriebe oder den beliebten Häuslesbau. Gross war mein Erstaunen, als der Bankangestellte bei meinem letzten Besuch einen Prospekt hervorzog und meinte, da gäbe es auch noch sichere Anlagen in Minenprojekten in fernen Ländern….
2) Meldung in der peruanischen Wirtschaftszeitung “Gestión” vom 28. November 2011: Die USA hat ihren Platz als zweites Hauptexportland für peruanische Produkte eingebüsst. Die meisten peruanischen Ausfuhren gehen weiterhin nach China. Den zweiten Platz hat die kleine Schweiz den USA abgerungen.
3) Seit einer Woche tobt in Peru eine heftige Auseinandersetzung ob der Umweltgenehmigung für das geplante Grossabbauprojekt “Conga” in der nordperuanischen Provinz Cajamarca. Teile der lokalen Bevölkerung wehren sich mit Strassenprotesten und Blockaden gegen das Projekt. Für die seit Juli amtierende Regierung Humala steht die Entscheidung an, ob sie… weiter lesen
29.10.2011 von Gerhard Dilger
Hundreds Protest at Belo Monte Dam Site
UPDATE: Statement from partners
Altamira, Brazil – On Thursday, the Belo Monte Dam construction site was occupied by 400 indigenous people, fishermen and riverine community members who oppose the project due to its severe environmental impacts and human rights violations.
The occupation was a collective decision made by 700 representatives from local communities who attended a seminar against the Belo Monte Dam held this week in Altamira, and it proved an important step forward in the continuing struggle to halt the project.

Protesters notified the Brazilian government about the occupation through letters and direct contact. The groups said in a statement: “In the face of the Brazilian government’s intransigence to dialogue and continuing disrespect, we occupied the Belo Monte construction site and blocked the Trans-Amazon highway. We demand a definitive cancellation of the… weiter lesen
16.10.2011 von Gerhard Dilger
Auf den Demonstrationen in Lateinamerika war neben den indignad@s , den “Empörten” aus Spanien, der chilenische Frühling der wichtigste Bezugspunkt.

Fotos: Der 15.10.11 in Porto Alegre
Chile ist auf dem Subkontinent derzeit die Hochburg systemkritischer Proteste.

Gestern gingen wieder Zehntausende auf die Straße. In Santiago zogen über 30.000 vom Hauptgebäude der staatlichen Universität von Chile, das seit vier Monaten besetzt ist, in einem bunten Festzug über die Prachtallee Alameda zum O’Higgins-Park.

“Echte Demokratie jetzt!”
Neben SchülerInnen und Studierenden waren viele Familien und auch RentnerInnen unterwegs. “Wir sind Opfer eines gewalttätigen und unmenschlichen Wirtsschaftssystems”, sagte die Lehrerin Edelmira Pacheco.

“Wir wollen 10 Prozent des BIP für öffentliche Bildung”
Thematische Schwerpunkte setzten die Demonstranten an mehreren “Stationen”: Dort inszenierten sie ihre Forderungen… weiter lesen
05.10.2011 von Gerhard Dilger
Der Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA/Poonal) berichtet:
Acht Monate vor Beginn der UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung, kurz Rio+20, haben VertreterInnen sozialer Bewegungen die Dominanz der industriellen Landwirtschaft und das Wachstumsparadigma der Wirtschaftspolitik in Brasilien kritisiert. Der Export von Rohstoffen und Agrargütern als Grundpfeiler des Wirtschaftswachstums seien für die Vertreibung der Menschen vom Land, für Umweltzerstörung und für zunehmende Armut verantwortlich.

Rund 300 AktivistInnen aus Bauern- und Umweltorganisationen, WissenschaftlerInnen, StudentInnen und JournalistInnen aus ganz Brasilien waren Ende September in Salvador beim Encontro Nacional de Diálogos e Convergências zusammengekommen, um Alternativen zum herrschenden Wirtschaftsmodell zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die ökologische familiäre Landwirtschaft, die Solidarökonomie und die Frage, wie die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen intensiviert werden kann.
Forderung nach mehr Partizipation
Den Themen, die im Juni 2012 auf der Tagesordnung der UN-Nachhaltigkeitskonferenz in Rio de Janeiro stehen werden,… weiter lesen
28.09.2011 von Gerhard Dilger
Ausriss aus dem heutigen Estado de São Paulo, der brasilianischen FAZ:

“Papa Lula”, haben die Demonstranten in La Paz Evo Morales in den Mund gelegt, “solange ich an der Regierung bin, gewinnt Brasilien”.
Und hier eine Analyse des Democracy Center aus Cochabamba.