23.02.2012 von Gerhard Dilger
Erst letzte Woche wieder hat Außenminister Guido Westerwelle in Brasilien und Peru die “Segnungen des Freihandels” als “Wachstumsmotor” beschworen. Doch die bereits unterzeichneten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Peru, Kolumbien oder den Ländern Zentralamerikas sind eine recht einseitige Angelegenheit.
“Keine Ratifizierung von weiteren Freihandelsabkommen zwischen der EU und Lateinamerika” fordert u. a. der Verein für eine ökologisch-solidarische Welt- und Energiewirtschaft PowerShift auf einer Website gegen die Ratifizierung der Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru.
“Deciding our future” heißt es dort. Nur leider haben weder EU-BürgerInnen noch die ParlamentarierInnen generell viel in der europäischen Handelspolitik zu sagen. Die Abkommen wurden wie üblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit und parlamentarischer Kontrolle ausgehandelt.
Doch nun müssen die Abkommen der EU mit Kolumbien und Peru zuerst dem Europäischen Parlament und anschließend den Parlamenten der Mitgliedsstaaten zur Ratifizierung vorgelegt werden.
Am 26.03.2012 wird… weiter lesen
10.02.2012 von Benjamin Kiersch
Ines Freier hat uns den folgenden Gastbeitrag geschickt:

Rio plus 20 wirft seine Schatten voraus: Das Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IAAS) veranstaltete in Potsdam eine Vortragsreihe zu nachhaltiger Entwicklung in Lateinamerika. Eine gute Gelegenheit, eine Rückschau auf die Entwicklung des Themas in der Region zu halten…
Nach der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 beschäftigte ich mich mit Konzepten für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika. Die Rio-Konferenz 1992 betonte die Grenzen von Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. In Chile brannten derweil die Wälder oder besser, was davon übrig war, wenn es nicht zu Holzschnitzeln für den Export verarbeitet wurde. Wirtschaftswachstum wurde um jeden Preis angestrebt.
Aber soziale Gerechtigkeit? Fehlanzeige. Die Gewinne aus dem Export blieben bei wenigen. Bildungs- und Gesundheitswesen waren während der Diktatur privatisiert worden – der Neoliberalismus hatte sein Experimentierfeld gefunden. Die soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung wuchs. In den anderen lateinamerikanischen Staaten sah es in den… weiter lesen
16.01.2012 von Gerhard Dilger
Presseerklärung
Der Bundestag wird sich übermorgen mit der Unterzeichnung und vorläufigen Anwendung des Abkommens zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und Zentralamerika andererseits befassen. Es ist absehbar, dass sich mit Inkrafttreten dieses Assoziierungsabkommens die wirtschaftliche, soziale und menschenrechtliche Lage in den zentralamerikanischen Ländern für die Mehrheit der dortigen Bevölkerung dramatisch verschlechtern wird.
Es wäre deshalb wünschenswert, wenn der Bundestag dem weiteren Ratifizierungsprozess des EU-Zentralamerika-Abkommens nicht zustimmen würde. Voraussichtlich werden die Parlamentarier den Abschluss der Verträge jedoch mehrheitlich durchwinken – weitgehend ohne öffentliche Diskussion und ohne zu wissen, worum es eigentlich geht.
Die unterzeichnenden Organisationen arbeiten seit vielen Jahren mit Partnern und Selbsthilfeorganisationen aus dem sozialen, gewerkschaftlichen und kleinbäuerlichen Bereich in Zentralamerika zusammen und lehnen wie diese das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen EU-Zentralamerika ab.
Freihandel darf kein Dogma werden – Freiheit für wirtschaftliche Alternativen und Wirtschaftsformen
Gemeinsam… weiter lesen