Archive for November, 2007

30.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Album des Monats Oktober / Platz 2: Beirut – The Flying Cup Club

von Christian Ihle & Horst Motor

Als der 20jährige Zach Condon im letzten Jahr sein Debütalbum „Gulag Orkestar“ veröffentlichte, war das Staunen groß: wie konnte ein derart junger Amerikaner ein so formvollendetes, tief im europäischen Folk verwurzeltes Album in Eigenregie veröffentlichen?

beirut
… weiter lesen

29.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (48): Rainald Goetz über Oliver Gehrs

von Christian Ihle & Horst Motor

“Früher konnte man Oliver Gehrs jede Woche dabei zusehen, wie er öffentlich den Spiegel durchgeblättert und dabei rezensiert hat. Die Sendung, die jetzt wiederaufgenommen wurde, war sehr unterhaltsam, kam auf Watch Berlin, dauerte die mittlere Videobloglänge von drei bis vier Minuten, und hat natürlich hauptsächlich von Oliver Gehrs selbst gehandelt. Er ist schon ein ganz lässiger Typ, Dreitagebartgesicht, Fünftagebart, je nachdem, er gestikuliert irgendwie nett und führt sich dabei trotzdem auf eine unfassbar schamlose Weise als eitler Fatzke vor.

Das hat das Videobloggenre nämlich so an sich, totale Selbstentblößung der Gesamtperson. Ach so!, das ist also dieser Oliver Gehrs, den man als Autor irgendwie interessant gefunden hatte, jetzt sieht man ihn hier dreißig Sekunden und weiß sofort zumindest so viel über ihn, dass man ihn nie mehr richtig ernst nehmen kann. Als Kritiker, als Brain, als Argument, er ist halt so ein Mitteboy, einer mehr, quite sweet, im Kern aber… weiter lesen

28.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Morrissey vs. NME: Die Rassismus-Debatte reloaded

von Christian Ihle & Horst Motor

Der neue NME produziert einen handfesten Skandal und man fragt sich, ob denn schon wieder 1992 ist.

Die Vorgeschichte

Als Morrissey in den 80ern als Sänger der Smiths Indiepop auf die britische Kulturkarte setze, war der NME einer seiner größten Unterstützer und Bewunderer. Nachdem – der sicher streitbare – Morrissey auf Solopfaden wandelte, ereigneten sich einige Zwischenfälle, die in einem berühmten Artikel des NME gipfelten, der Morrissey Nationalismus und/oder rassistische Tendenzen vorwarf. Gründe waren einerseits Morrisseys romantisierendes Englandbild verbunden mit fragwürdigen Songtiteln (National Front Disco, Bengali In Platforms) sowie als letztendlicher Auslöser ein Konzert als Support von Madness, die bekanntermaßen eine starke rechte Gefolgschaft hatten, während dem Morrissey sich in eine England-Flagge wickelte.

Morrissey beendete daraufhin jeglichen Kontakt mit dem NME und erst seit dem Comeback-Album „You’re The Quarry“ 2004, das vom NME begeistert aufgenommen wurde, schien sich das Verhältnis langsam zu entspannen und so fand nach über einem Jahrzehnt Pause sogar das erste Morrissey-Interview mit dem NME statt.

Rassismus-Vorwürfe, reloaded

NME vs Morrissey
… weiter lesen

27.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Album des Monats Oktober / Platz 3: Bat For Lashes – Fur And Gold

von Christian Ihle & Horst Motor

Wie sollte Natasha Khan auch nicht geliebt werden. Die knuffige
Indie-Goth-Musikerin hat es mit ihrer Band Bat For Lashes letztes Jahr
vor allem deshalb bis zur Mercury Prize Nominierung geschafft, weil
sie etwas verkörpert, das es so als Role Model schon lange nicht mehr
gibt.
… weiter lesen

26.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Im Plattenregal im Oktober (2): The Libertines, Rilo Kiley, Scout Niblett

von Christian Ihle & Horst Motor

The Libertines – Time For Heroes: The Best Of

2002. Zwei Jungs und ihre beiden Freunde veröffentlichen endlich ihre Debütsingle auf dem hochgeschätzten Rough Trade Label, der Mutter aller Independent-Firmen Englands, erzählen in Interviews herrlichen, undruckbaren Unsinn über gay sex und rent boys, albion und arcadia, verhindern dank des Ausdrucks „two bob cunt“ jegliches Radioairplay ihrer Debütsingle und spielen bei ihrem ersten Vorband-Gig bei den in England zur damaligen Zeit enorm erfolgreichen The Vines statt ihrer Songs einen einzigen 20-minütigen-Jazz-Jam bis sie von der Bühne gebuht werden.
2007. Der ehemalige Sänger der oben genannten Band steht an Bekanntheit Elton John nicht nach, hatte das berühmteste Model der Welt zur Beinahefrau, veröffentlicht zum ersten Mal auf einem Majorlabel ein Album, das niemanden erschreckt, wirkt bei den MTV EMA Awards wie der nüchternste und vernünftigste Musiker in einem Panoptikum an zugedröhnten Rockgestalten und seine vormalige Band, die Retter der Romantik des… weiter lesen

25.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (47): Seal

von Christian Ihle & Horst Motor

“Erst einmal die gute Nachricht: Seal hat zum zweiten Mal in seinem Leben ein Album herausgebracht, das nicht so heißt wie er. Nach “Seal” (1991), “Seal” (1994), “Human Being” (1998) und “Seal” (2003) ist nun “System” erschienen, Seals neueste Platte, mit der er sich und der Welt gerne beweisen würde, dass er doch noch etwas anderes als Schmusesoul zustande bringt.
(…)
Und jetzt die schlechte Nachricht: Seals Back-to-the-Roots-Projekt scheitert leider auf niedrigstem Niveau. Man mag keinen Club besuchen, in dem auch nur eine der neuen Seal-Produktionen aufgelegt werden könnte, es sei denn, man möchte einmal außerhalb einer RTL2-Reportage erleben, wie russische Millionäre in einer Moskauer Großraumdisco ihren fünfzigsten Geburtstag feiern.
(…)
Durch seine Verbindung mit dem Bergisch-Gladbacher Model Heidi Klum, die rheinischen Frohsinn und kalifornisches Overstatement auf noch nicht dagewesene Weise in sich vereint, gerät Seal in letzter Zeit wieder in die Schlagzeilen der internationalen Klatschpresse.… weiter lesen

23.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

My Favourite Records… mit Stalkers

von Christian Ihle & Horst Motor

Eine neue Reihe des Popblog: Künstler und Bands antworten auf 11 Fragen über die Platten, die ihnen die Welt bedeuten.

Heute: Stalkers, die legitimen Erben der New York Dolls und Ramones. Natürlich aus New York.
… weiter lesen

22.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (46): Johannes B. Kerner

von Christian Ihle & Horst Motor

(immer noch) über den Eva Herman – Rauswurf in der Kerner-Sendung, hinsichtlich des Nazometers-Zwischenfall in der Harald-Schmidt-Show erneut angesprochen:

“Die Szenen sind im Internet anzusehen, und auch jetzt noch, mehr als einen Monat später kann, einen der Ekel packen über solche Moralbläserei. Wie verkehrt man Eva Hermans Auffassung von Frau und Familie auch findet, erkennbar ist sie keine Nationalsozialistin. Sie ist wahrscheinlich nicht sehr intelligent, das ist ihr Problem, aber dümmer als Kerners andere Gäste auch nicht. Auch nicht dümmer als Kerner selbst, es sei denn, man wollte dessen ans Schmierige grenzende Gewandtheit für Intelligenz halten.”

(Stephan Speicher, Berliner Zeitung)

Weitere Kerner-Schmähung:

* Schmähkritik Nr. 91

21.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Popcast (1): Download kills the indiestar. Das Ende von Indie wie wir es kennen?

von Christian Ihle & Horst Motor

In einer neuen Reihe gibt es mehrmals monatlich aktuelle Podcasts des Popvier-Teams zu aktuellen Themen rund um Musik und Popkultur.

Die Teilnehmer sind:
- Anja: schreibt für den Rolling Stone
- Christian: taz-popblog, Indiepedia
- Horst Motor: Gründer von Indiepedia und der Community motorhorst.de
- Säm: DJ, taz-popblog-Schreiber und Bayern2-Zündfunk-Regionalreporter

unter der Moderation von Björn Szostak.

Die aktuelle Folge:
behandelt die Probleme, die gerade in Pop-Nischen entstehen, wenn die Verkaufszahlen einbrechen und die wirtschaftliche Realität ein Verfolgen des Popstar-Traums verbietet: Popvier-Podcast 002

20.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (45): Rudi Völler über Oliver Bierhoff

von Christian Ihle & Horst Motor

“Mit Spielern, die Klubs wie Köln, Bayern München, Stuttgart, Bremen oder Bayer Leverkusen ausgebildet haben, kannst du diese Philosophie umsetzen. Die Philosophie für den Spieler Oliver Bierhoff, die musste noch erfunden werden. Brasilianische Spielweise einfordern mit Füßen aus Malta, das geht eben nicht. Jeder Trainer würde gerne offensiv spielen lassen. Aber wenn du zum Beispiel einen Spielertypen wie Bierhoff im Team hast, kannst du eben auch nicht brasilianisch spielen”
(…) … weiter lesen