Archive for Februar, 2011

28.02.2011 von Christian Ihle
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“Die schlechteste Oscarsendung der Geschichte…”

von Christian Ihle

“The worst Oscarcast I’ve seen, and I go back awhile. Some great winners, a nice distribution of awards, but the show? Dead. In. The. Water.”

twitterte die 68jährige amerikanische Filmkritiklegende Roger Ebert am Ende der Oscar-Verleihung letzte Nacht. Und man kann ihm schwerlich widersprechen. Zum ersten Mal durften die Schauspieler Anne Hathaway und James Franco die Veranstaltung moderieren – ein offensichtlicher Versuch der Academy nach schlechten Einschaltquoten in den Vorjahren eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
Anne Hathaway mühte sich dabei noch redlich, selbst eine vermasselte Anmoderation möchte man nicht als Problem sehen, sondern ein generell espritfreies Buch, eine beinah komplett pointenfrei Oscarmoderation. Noch schlimmer dabei James Franco, der außer einem wissenden Grinsen beinahe nichts zum Gelingen des Abends beitragen konnte – fast absurd abwesend wirkte das Multitalent Franco.

Besonders dramatisch deutlich wurde die biedere Moderation als der mehrfache Oscar-Moderator Billy Crystal auf der Bühne Bob Hope Tribut zollte… weiter lesen

26.02.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (397): Wir sind Helden über die BILD-Zeitung und deren Werbekampagne

von Christian Ihle

Zur Vorgeschichte: Wir Sind Helden wurden von der Werbeagentur Jung von Matt gefragt, ob sie nicht an der laufenden BILD-Werbekampagne teilnehmen möchten:

“…wir sind als Wer­be­agen­tur mit der ak­tu­el­len BILD-​Kam­pa­gne be­traut, in der wir hoch­ka­rä­ti­gen Pro­mi­nen­ten eine Bühne bie­ten, ihre of­fe­ne, ehr­li­che und un­ge­schön­te Mei­nung zur BILD mit­zu­tei­len.
Der­zeit pla­nen wir die nächs­te Pro­duk­ti­ons­pha­se für Früh­jahr 2011. Die neu zu pro­du­zie­ren­den TV- und Ki­no­spots sowie Pla­kat-​ und An­zei­gen­mo­ti­ve sol­len die be­ste­hen­den Mo­ti­ve von Ve­ro­ni­ca Ferres, Tho­mas Gott­schalk, Phil­ipp Lahm, Ri­chard von Weiz­sä­cker, Mario Barth u.v.m. er­gän­zen. Für diese Fort­füh­rung der Kam­pa­gne möch­ten wir sehr gern “Wir sind Hel­den” ge­win­nen.
Das schö­ne an der Kam­pa­gne ist, dass sie einem guten Zweck zu Gute kommt. BILD spen­det in Namen jedes Pro­mi­nen­ten 10.​000,- Euro an einen von Ihnen zu be­stim­men­den Zweck.”

Die Antwort von Judith Holofernes lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und hat einen ungekürzten Eintrag in unsere Schmähkritik-Rubrik verdient:

“Liebe Wer­be­agen­tur Jung von Matt,

bzgl. Eurer An­fra­ge, ob wir bei der ak­tu­el­len Bild -​Kam­pa­gne mit­ma­chen wol­len:

Ich glaub, es hackt.

Die lau­fen­de Pla­kat -​Ak­ti­on der Bild -​Zei­tung mit so­ge­nann­ten Testi­mo­ni­als, also ir­gend­wel­chem kom­men­tie­ren­dem Ge­seie­re (Auch kri­ti­schem! Hört, hört!) von so­ge­nann­ten Pro­mi­nen­ten (auch Kri­ti­schen! Oho!) ist das Per­fi­des­te, was mir seit lan­ger Zeit un­ter­ge­kom­men ist. Will hei­ßen: nach Euren Maß­stä­ben si­cher eine ge­lun­ge­ne Ak­ti­on.

Sel­ten hat eine Wer­be­kam­pa­gne so ge­schickt mit der Dumm­heit auf allen Sei­ten ge­spielt. Da sind auf der einen Seite die Pro­mis, die sich den­ken: Hmm, die Bild­zei­tung, mal ehr­lich, das lesen schon wahn­sin­nig viele Leute, das wär schon schick… Aber ir­gend­wie geht das ei­gent­lich nicht, ne, weil ist ja ir­gend­wie unter mei­nem Ni­veau/ evil/ zu sicht­bar … weiter lesen

25.02.2011 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit The Vaccines und Kartenverlosung!

von Christian Ihle

Der heißeste Gitarren-Tipp des Jahres kommt aus England und deshalb freuen wir uns natürlich, die Vaccines auf ihrer ersten Deutschland-Tour zu präsentieren und je 1×2 Karten pro Stadt (Termine siehe am Ende) verlosen zu können!

e-Mails an ihle.christian at googlemail.com – Angabe der Stadt nicht vergessen!

* Your three favourite Punk singles/songs?

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** Void – Who Are You?
** Descendents – Hope
** Minor Threat – Straight Edge

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* A record that will make you dance?

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The Smiths – Girlfriend In A Coma

* Your favourite song lyrics?

‘you mean it’s all been meaningless?’ … weiter lesen

24.02.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 10: Willkommen im Untergrund)

von Christian Ihle

Nachdem wir den Beschwerlichkeiten der Berlinale Tribut zollen und für einige Wochen unsere Jahresvorausschau unterbrechen mussten, wollen wir aber dennoch nicht darauf verzichten, unsere Lieblingskategorie noch zu präsentieren. Acts, denen wir in erster Linie fantastische Alben zutrauen, die aber in kommerzieller Hinsicht vielleicht Schwierigkeiten haben werden – mit WU LYF, Islet und dem Unknown Mortal Orchestra versuchen dabei gleich drei der vorgestellten Bands im Zeitalter von MySpace und Facebook wieder etwas Rätsel in die Musiklandschaft zurückzubringen:

WU LYF

wu lyf

Ohne Zweifel die interessanteste neue Band der Welt. Langsam lichtet sich der Nebel der Verwirrung, erste vermummungsfreie Bilder und die Namen der Bandmitglieder sind nun ebenso bekannt wie Auftritte außerhalb Manchesters absolviert. Noch immer wissen wir nicht wie wir WU LYF zutreffend beschreiben sollen und sind mit unserem Schubladenversuch Foals meets Tom Waits meets Hip-Hop-Sample-Leidenschaft meets Stone Roses dermaßen unzufrieden, dass wir kapitulieren und letzten Endes nur auf die Band selbst verweisen können:

“The Lucifer Youth Foundation (World Unite) are kids that play heavy, lost brothers looking for a place to call home.”

Verwiesen sei zudem auf unseren ersten Artikel über WU LYF und darauf, dass – ohne einen einzigen offiziell veröffentlichten Song – keine andere Band mehr Lieder in unsere 2010er Jahres-Top-50 gebracht hat wie Manchesters Finest, nämlich vier an der Zahl (Such A Sad Puppy, Heavy Pop, I Got Dem Wu Wu Busted Teef Spitting It Concrete Like The Golden Sun God, Concrete Gold).

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Anhören:
* I Got Dem Wu Wu Busted Teef Spitting It Concrete Like The Golden Sun God
* Heavy Pop
* Such A Sad Puppy
* Nic Cave

Chuckamuck

chuckamuck

Ich will nie mehr klagen, dass die Strokes, die Strange Boys, die Black Lips in Deutschland nicht möglich sind, dass das Rotzige heimischen Bands scheinbar schon von Beginn an ausgetrieben wird, denn Chuckamuck aus Berlin zeigen, dass ich ja doch falsch liege. Teenager sollten sich verlieben, betrinken, raufen und tanzen zu diesen Songs! Gröhlen, … weiter lesen

23.02.2011 von Christian Ihle
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Berlinale Rückblick 2011

von Christian Ihle

Dem einhelligen Tenor, dass die diesjährige Berlinale nicht nur wenig auf dem Glamour- und Starsektor zu bieten hatte, sondern auch nur vereinzelt Arthouse-Highlights setzen konnte und Regisseurgroßmeister auffahren ließ, kann man schwer widersprechen.
Dennoch ein kurzer Rückblick auf die Popblog-Berlinale – was war sehenswert, welche Filme sollten gemieden werden:

Exzellent:

* Submarine (Regie: Richard Ayoade): Harold & Maude meets Hallam Foe unter der Regie von Wes Anderson.
* The Future (R.: Miranda July): I’ve seen The Future, baby: it is Hipster.
* Khodorkovsky (R.: Cyril Tuschi, Dokumentation): Oligarchopoly: komme Putin in die Quere, gehe ins Gefängnis, begebe dich direkt dorthin.
* The Advocate for Fagdom (R.: Angélique Bosio, Dokumentation): Die Underground-Trash-Gay-Porn-Horror-Legende Bruce LaBruce und ihr küstlerisches Wirken.
* Utopia Ltd. (R.: Sandra Trostel, Dokumentation): Musikbusiness brennt.

Empfehlenswert:

* Die Vaterlosen (R.: Marie Kreutzer): Halt dich an deiner Familie fest. Nicht.
* Tomboy (R.: Céline Sciamma): Girls will be boys.
* The Unjust (R.: Seung-Wan Ryoo OT: Bu-dang-geo-rae): Wenn jeder jeden betrügt, gewinnt keiner.
* Unknown (R.: Jaume Collet-Serra): Wer bin ich – und wenn ja wieviele?
* Dom (R.: Zuzana Liová): Schweige, schweige, Häusle baue.
* True Grit (R.: Joel & Ethan Coen): A Western for old men.
* Cave of Forgotten Dreams (R.: Werner Herzog, Dokumentation): “The Descent” mit dem besten Geschichtenerzählonkel der Welt.

Erträglich:

* Into The White Night (R.: Yoshihiro Fukagawa, OT: Byakuyakô): Früh übt sich, wer ein Massenmörder werden will.
* Tropa De Elite 2 – Elite Squad 2 (R.: José Padilha): Die schlimmsten Verbrecher sind die Verbrechensbekämpfer.
* Made in Poland (R.: Przemyslaw Wojcieszek): I fought the law, ich weiß nur nicht, warum und wozu.
* Scenes From The Suburbs (R.: Spike Jonze): Das Aufwachsen in der Vorstadt, the horror, the horror.
* The Stool Pigeon (R.: Dante Lam, OT: Sin yan): Das Verpfeifen im Großstadtwalde.
* Viva Riva! (R.: Djo Munga): Money. That’s what I want.
* Rundskop (R.: Michael R. Roskam): Wie ein wilder Stier, in Belgien, in der Hormonmafia.
* Kommt Regen, kommt Sonnenschein (R.: Yoon-ki Lee, OT: Saranghanda, saranghaji anneunda): Schweigend dem Beziehungsende entgegen.

Enttäuschend: … weiter lesen

22.02.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (396): CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt über SPD-Chef Sigmar Gabriel

von Christian Ihle

“Das Verhältnis von Gehirnmasse zu Körperumfang wird bei Sigmar Gabriel immer ungünstiger.”

(CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt über Sigmar Gabriel anlässlich eines Guttenberg-Berlusconi-Vergleichs des SPD-Chefs)

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 300 Folgen Schmähkritik
* Wer disst wen?

21.02.2011 von Christian Ihle
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Berlinale (8): Wer wenn nicht wir über Gudrun Ensslin, Khodorkovsky

von Christian Ihle

Wer wenn nicht wir

1. Der Film in einem Satz:

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2. Darum geht‘s:

Bernward Vesper ist Sohn eines in Nazikreisen einst hochgeschätzten Schriftstellers und verspricht dem Vater auf dem Totenbett, dessen alten Werke wiederzuveröffentlichen. Während seines Literaturstudiums lernt Vesper die Studentin Gudrun Ensslin kennen und lieben – beide gründen einen Verlag und bringen zunächst die Blut- und Bodentexte von Bernwards Vater heraus, wandeln sich aber im Laufe der Zeit zu Revoluzzern. Während Vesper strikt an die Macht der Worte glaubt, wird Ensslin durch den Einfluß von Andreas Baader radikalisiert und entschließt sich, Taten statt Worte zu setzen – die Geschichte der RAF beginnt…

Zunächst muss man Andreas Veiel, der sich bisher einen Ruf als Dokumentarfilmer gemacht hat, beglückwünschen, dass er tatsächlich in der durch & durch auserzählt geglaubten Geschichte um die RAF-Protagonisten neue Aspekte entdeckt und Ensslins Ehe beleuchtet, deren Umstände selten thematisiert wurden. Allerdings ergibt sich wie schon bei Eichingers “Baader-Meinhof-Komplex” erneut die Problematik, dass die Historie keine rechte Film-Dramturgie abgeben will – wieder liest sich die Geschichte von Ensslin wie eine Ansammlung von Ereignissen und erneut gelingt es nicht, eine Struktur, eine Klimax, auf die der Film zuarbeitet, zu finden.
Zudem ist es zwar recht und billig, dass ein Spielfilm spekulativ ist, aber Szenen, in denen sich Gudrun Ensslin mit nacktem Genital in Scherben setzt, um – ganz der frühe Emo – “wenigstens irgendetwas zu spüren” sind derart weit draußen, dass hier die Erfindung zu sehr die Figur überstrahlt. Wäre es nicht eine Nummer kleiner gegangen? Vielleicht ein “RAF 4 REAL” in den Unterarm ritzen?

Ansonsten folgt auch Veiel dem alten Dogma, dass RAF-Filme immer nackte junge Damen zeigen müssen. Es sei ihm dabei lediglich angerechnet, dass August Diehl – mit erstaunlichem Mut zur Hässlichkeit – ebenfalls blank ziehen muss.

3. Der beste Moment:

Als am Anfang der alte Vesper Bernwards Katze erschießt. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass Katzen die Juden unter den Tieren wären.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wem “Baader Meinhof Komplex” zu bombastisch war und mehr über das frühe Leben der Gudrun E. erfahren möchte, Nacktszenen inklusive.

* Regie: Andres Veiel
* imdb

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Khodorkovsky

Khodorkovsky

1. Der Film in einem Satz:

Oligarchopoly: komme Putin in die Quere, gehe ins Gefängnis, begebe dich direkt dorthin.

2. Darum geht‘s:

Der Milliardär Mikhail Khodorkovsky ist Besitzer der russischen Ölfirma Yukos und der reichste Unter-40-Jährige der Welt. Doch als in Russland Putin an die Macht gelangt, wird Khodorkovsky verhaftet und in ein sibirisches Gefängnis gesteckt. Die Vorwürfe lauten auf … weiter lesen

21.02.2011 von Christian Ihle
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Kartenverlosung Allo Darlin’

von Christian Ihle

Für Kurzentschlossene haben wir noch zwei Karten für das heutige Berlin-Konzert von Allo Darlin’ im Kreuzberger Wasserturm, deren wunderbares, referenzschweres “Woody Allen” einen hervorragenden Abschluss der Berlinale ergeben würde.

Danke für die Teilnahme, die Karten sind verlost!

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In the movie of our lives, would Woody Allen write the screenplay?
Not his best era, but certainly not his worst either
But I wouldn’t like to be like Diane Keaton in Manhattan
So cerebral was she, runs away from any romance

But though you’re neurotic, and a little paranoid
It doesn’t make me Annie, it doesn’t make you Alfie

Woody Allen couldn’t play you
Woody Allen couldn’t play you
I know you want him to
But he couldn’t play you

If the Swedish director Ingmar Bergman was still with us
What a mastermind but surely he’d have trouble with us
See… weiter lesen

20.02.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (395): Heinz Strunk über Ostdeutsche

von Christian Ihle

“Die ostdeutsche Population besticht durch eine wahnsinnige Humorlosigkeit und durch ein extremes Fehlen an Charme und Eleganz.”

(Autor und Spitzenkandidat der PARTEI Heinz Strunk über Ostdeutsche in einem Interview mit der TAZ)

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 300 Folgen Schmähkritik
* Wer disst wen?

Bonustrack:

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19.02.2011 von Christian Ihle
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Berlinale (7): Unknown mit Liam Neeson, Coriolanus von Ralph Fiennes

von Christian Ihle

18 Jahre nach Schindlers Liste präsentieren die beiden damaligen Hauptdarsteller je einen neuen Film auf der Berlinale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während sich Neeson in den Dienst eines kompetenten Actionthrillers stellt, legt Ralph Fiennes alle Fesseln ab und verfilmt mit sich als Hauptdarsteller und Regisseur ein Shakespeare-Drama. Vanity-Projekt, ick hör dir trapsen…

Unknown

unknown identity

1. Der Film in einem Satz:

Wer bin ich – und wenn ja wieviele?

2. Darum geht‘s:

Martin Harris (Liam Neeson) ist Biochemiker und reist mit seiner Frau Liz (January Jones aus “Mad Men”) nach Berlin, um an einem Kongress im Hotel Adlon teilzunehmen. Auf dem Weg wird er in einen Autounfall verwickelt, fällt für vier Tage ins Koma und verliert sein Gedächtnis. Als er wieder aufwacht, wird er weder von seiner Frau noch von sonstwem erkannt…

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Eine klassische Hitchcock-Geschichte präsentiert Regisseur Collet-Serra mit dem komplett in Berlin spielenden “Unknown”, nur löst er vielleicht doch etwas früh das Rätsel, ob Harris nun Harris ist. Aber immerhin ist damit die Geschichte noch nicht zu Ende gedreht, etwas twist-und-turn lässt sich Collet-Serra dann doch nicht entgehen, so dass die zweite Hälfte des Films dankenswerterweise nicht zu schnödem Actionkino verkommt. Kompetent gemacht, auch viele Implausibilitäten des Anfangs durch das Ende der Geschichte begründend ist “Unknown” ein sicher nicht spektatulärer, aber guter und unterhaltsamer Krimi klassischer Machart, in dem Berlin sich zum heimlichen Hauptdarsteller aufschwingt.

3. Der beste Moment:

Solange wir mit Dr. Martin Harris rätseln, ob er denn nun verrückt geworden ist oder alle anderen.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wem Max Frisch “Stiller” dann doch immer zu viele Seiten hatte und Identitätsfragen lieber in zwei Stunden Kino inklusive Verfolgungsjagd geklärt haben möchte.

* Regie: Jaume Collet-Serra
* imdb

Coriolanus

1. Der Film in einem Satz:

Scheiß oder nicht scheiß – das ist hier keine Frage, denn die Antwort ist klar: ersteres.

2. Darum geht‘s:

Der römische Feldherr Coriolanus (Ralph Fiennes) besiegt Feinde ob seines eisernen Willens und seiner … weiter lesen