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vonChristian Ihle 30.06.2011

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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In keinem Land der Welt ist der Band Art Brut so viel Begeisterung entgegengebracht worden wie in Deutschland. So wundert sich selbst der gemeine Engländer immer noch, dass Art Brut – Sänger Eddie Argos sogar den Sprung auf das Titelbild des deutschen Rolling Stone geschafft hatte.
In der Zwischenzeit mag es ruhiger um Argos und die Art Brut geworden sein, aber untätig war Eddie keineswegs. Nicht nur dass seine Hauptband bereits Album Nummer Vier dieser Tage veröffentlicht und er nach Berlin umgezogen ist, nein, sogar noch eine Nebenband hat Argos aus der Taufe gehoben. Die etwas umständlich, wenngleich zutreffend betitelte Band „Everybody Was In The French Resistance… Now!“ besteht aus Eddie und der Multiinstrumentalistin Dyan Valdés, die hauptberuflich wiederum bei den amerikanischen Indierockern von The Blood Arm tätig ist.
Musikalisch geht es bei „…French Resistance“ etwas gesitteter als bei den beiden dem Rock’n’Roll verpflichteten Mutterbands zu, dafür ist dieses Nebenprojekt noch mehr dem Witz und dem Nerd-Konzept verpflichtet als das bei Art Brut sowieso schon der Fall ist. Tatsächlich bestand das Debütalbum ausschließlich aus „Antwort-Songs“ – also Liedern, die als Antworten auf alte Songs gedacht waren (dabei aber keine Coverversionen sind!). So wird aus Bob Dylans „Don’t Think Twice (It’s Alright)“ eben „Think Twice (It’s Not Alright)“, der „You’ll Never Walk Alone“ – Legende wird die traurige „You Walk Alone“ Lebenswahrheit entgegengehalten und Kanye Wests “Gold Digger” wird zum “Coal Digger” degradiert. Wem das auf Albumlänge – verständlicherweise – zu arg „witzig“ geraten ist, dem sei aber noch einmal ausdrücklich die phänomenale Bühnenqualität von Eddie Argos ans Herz gelegt, der mit ganzem Körpereinsatz, viel Selbstironie und aufrichtiger Liebe zur Musik den Nerd der Nerds gibt und sich dafür zu Recht als einer der besten britischen Frontmänner der letzten Jahre feiern lassen darf.

Am Freitag, den 2. Juli, treten Everybody Was In The French Resistance …Now anlässlich der Death By Pop – Indiediscoreihe im White Trash auf.

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