
“Let me take you by the hand and lead you through the streets of London” sang Ralph McTell in seinem Folk-Klassiker, der unzählige Male gecovert wurde – unter anderem auch in einer herrlich rotzigen Zuspätkommerpunkversion der Anti-Nowhere League.
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Damit soll unsere musikalische Reise durch London beginnen, die uns quer durch die britische Hauptstadt führt. Wir besuchen das Stadion von West Ham United mit den Cockney Rejects, treiben uns mit Morrisseys “Hairdresser On Fire” am Sloane Square in Chelsea herum, nehmen einen Drink in Pulps “Bar Italia” in Soho, gucken nach den East End Boys und den West End Girls, heiraten aber letztendlich ein Mädel aus Clapham in “Up The Junction” von Squeeze, sind der letzte lebende Junge in New Cross dank Carter USM und verabschieden uns mit Emmy The Great und dem brutalistischen Trellick Tower… weiter lesen
Archive for Juni, 2012

Im Inneren des kolossal-hässlichen Altbaus ist es angenehm frisch. Claire Boucher, das (einzige) Mastermind hinter Grimes, sitzt auf einem Sofa im Berghain, in der Hand eine Flasche Apfelschorle, und wirkt leicht dehydriert. Das dritte Album “Visions”, vor wenigen Monaten veröffentlicht, hat ihren Bekanntheitsgrad ins Unfassbare katapultiert. Sie gilt jetzt schon, und das zurecht, als nächster Popstar aus dem Underground. Das ganze Internet ist voll von tumblr-Fanseiten mit blinkenden GIF’s und tausenden Twitter-Kommentaren darüber “how cute she is”. Sie schläft, nach eigenem Bekunden, kaum noch. Boucher wirkt immer ein bischen wie eine neugierige Austauschstudentin, die alles in sich aufsaugt – europäische Kunst, Musik, Konzerte, Drogen, Freundschaften, kolossale Jugend. Mit 24 Jahren ist Claire Boucher aber auch im richtigen Alter, um sich um Zukunftsplanung herzlich wenig Gedanken zu machen.
Warst du früher schon in Berlin?
Ja, mit 16 Jahren war ich… weiter lesen
NICHT VERSÖHNT Das Frühwerk am Hals wie ein Mühlstein. Und wenn schon, die Fehlfarben veröffentlichen mit “Xenophonie” ein fantastisches neues Album: Seine Dringlichkeit, seine Wucht klingen unverschämt gut. Was auch ein Verdienst von Peter Hein ist, dem einzigen deutsch singenden Grantler von Rang
VON CHRISTIAN IHLE

Fehlfarben sind die Blind Faith der deutschen Punkszene, eine “Supergroup” aus Mitgliedern von Bands der ersten Stunde, die ab 1977 rund um den “Ratinger Hof” in Düsseldorf entstanden waren. Die Fehlfarben waren ihrer Zeit voraus. Nicht zufällig wurde vergangenes Jahr ihr 1980 erschienenes Debütalbum “Monarchie & Alltag” vom Rolling Stone zum besten deutschsprachigen Album aller Zeiten gekürt. Die Kraft der Musik und der Texte waren stilbildend. Und sie sind es noch. Bis heute sind die Fehlfarben die einflussreichste Band aus jenen frühen Tagen des deutschen Punk und New Wave… weiter lesen
“I can’t think of any people outside of Weird Al Yankovic who have both embraced and pissed on rock more than I have. Obviously there’s a level of reverence, but there’s also a level of intelligence to even know what to piss on.
Because I’m not pissing on Rainbow. I’m not pissing on Deep Purple. But I’ll piss on fucking Radiohead, because of all this pomposity. This value system that says Jonny Greenwood is more valuable than Ritchie Blackmore. Not in the world I grew up in.
So I find myself defending things. Is Ritchie Blackmore a better guitar player than me and Jonny Greenwood? Yes. Have we all made contributions? Yes. I’m not attacking that. I’m attacking the pomposity that says this is more valuable than that. I’m sick of that. I’m so fucking sick of it, and nobody seems to tire of it.”
(Billy Corgan in einem Interview mit Antiquiet

Pünktlich zur EM-Halbzeit haben wir die ukrainische Band Los Colorados eingeladen über ihre Lieblingssongs zu sprechen. Los Colorados sind auf die eher fantastische Idee gekommen, den alten Reel 2 Reel – Klassiker “I Like To Move It” in einer Polkapunkversion einzuspielen und gewinnen damit das Duell gegen alle offiziellen EM-Songs wie das fürchterliche Oceana-Werk deutlicher als Spanien gegen Irland.
• Your three favourite Punk singles/songs?

Ramones – Blitzkrieg Bop
The Clash – London calling
The Runaways – Cherry Bomb

• A record that will make you dance?

Donna Summer – She works hard for the money
• Your favourite song about football?
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1. Der Film in einem Satz:
Scheiß oder nicht scheiß – das ist hier keine Frage, denn die Antwort ist klar: ersteres.
2. Darum geht‘s:
Der römische Feldherr Coriolanus (Ralph Fiennes) besiegt Feinde ob seines eisernen Willens und seiner … weiter lesen
Zwischen dem britischen Musikmagazin NME und Morrissey bestand ein jahrelanger Streit, weil Morrissey sich zu Unrecht des Rassismus verdächtigt sah. Die Geschichte hat ihre Wurzeln in den frühen 90ern – und nun wohl endgültig zu ihrem Ende gefunden, entschuldigt sich der NME doch heute offiziell für die 2007er Titelstory:
In December 2007, we published an article entitled ‘Morrissey: Big mouth strikes again’.
Following this, Morrissey began proceedings for libel against us. His complaint is that we accused him of being a racist off the back of an interview which he gave to the magazine. He believes the article was edited in such a way that made him seem reactionary.
We wish to make clear that we do not believe that he is a racist; we didn’t think we were saying he was and we apologise to Morrissey if he or anyone else misunderstood our
“ZDF-Zuschauer wissen: Seit Sonntag ist Usedom ein Ort, an dem der Verstand Urlaub macht.
Wer Usedomina Katrin Müller-Hohenstein und Grillwurst-Olli Kahn am ZDF-Fußballstrand erlebt, der fragt sich: Wo ist der Anstieg des Meeresspiegels, wenn man ihn braucht?
Einmal Flut, und alles wäre gut!
Stattdessen fabuliert Müller-Hohenstein von „Mario Klose“, das Rentnerpublikum döst in Liegestühlen vor sich hin, und alles wirkt wie der knalltütige Fernsehgarten mit Fußball, ein sportgewordener Tony Marshall. Silbereisen, übernehmen Sie – der ZDF-Sportstadl kann nur besser werden!
Wobei man sagen muss: Es ist nicht einmal sicher, dass der Schlandfußball von der Rostsee, der mit der EM nur sehr am Rande zu tun hat, tatsächlich von Müller-Hohenstein und Kahn moderiert wird.
Viele Zuschauer sind sich sicher, dass es sich in Wahrheit um Anke Engelke und Bastian Pastewka handelt, die als Schunkelduo Wolfgang und Anneliese verkleidet sind, die als Müller-Hohenstein und Kahn verkleidet sind. Oder um Marianne und Michael mit Sonnenstich.
Moderierende Costa Concordia. Nur so ließen sich die Dialoge erklären, zu denen es an der Ostsee zum Schrecken der ortsansässigen Vegetation kommt.
(…)
Es passt so gut wie nichts beim Schlandburgenbauen auf Usedom. 45 Minuten vor dem Über-Spiel Spanien – Italien geht’s nicht um das Spiel, auf das sich die ganze Welt freut. Stattdessen begrüßt Müller-Hohenstein, die moderierende Costa Concordia, den ortsansässigen FC Insel Usedom.
Beschwipste Kamerafahrten treiben den Zuschauer an den Rand der Epilepsie. Wenn die Sonne scheint, wird Kahn so geblendet, dass sich seine Augen zu schießschartenähnlichen Schlitzen verengen. Wenn’s finster ist, wirft MüHos Mikro Schatten, die aussehen, als würde sie Herpes plagen. Und der zeitversetzte Sound klingt wie Bauchredner.
(…)
Fazit: Hohlfühl-Fußball statt Wohlfühl-Fußball – das Zuschauen macht matschig in der Birne. Und da hatte Poschi noch gar nicht mit dem Kommentieren begonnen.”
(Jörg Heinrich im Express)
Songs des Monats Mai: Fehlfarben, Masha Qrella, The Cribs, Santigold, Boy Division und Superpunk
von Christian Ihle1. Fehlfarben – Lang Genug

“Xenophonie” ist das beste Fehlfarben-Album seit dem “Knietief im Dispo”- Comeback vor zehn Jahren – und während die erste Single aus diesem Album mit “Platz Da” eher ein öder Stampfer ist, zeigt b-Seite und Albumtrack “Lang genug” warum: das Saxophon ist wieder so irritierend präsent wie auf “Monarchie & Alltag”, die Band spielt lebendiger denn je und Peter Hein hat bei aller Egalheit wieder genug Wut gesammelt, die er uns entgegenbrüllt.
Hein gelingt in einem der schönsten Momente des Albums gleichzeitig an der Tatenlosigkeit der Masse zu verzweifeln, zur Revolution aufzurufen, den Herrgott zu beschimpfen und sich in typisch Hein’scher Lakonie letztendlich einfach nur das nächste Bier herbeizuwünschen. “Was passiert in Bankenland? / Wann werden Banken wieder niedergebrannt? / Hört hier wer einen Aufruf zur Gewalt? /Bleibt nach der Revolution die Küche kalt? /… weiter lesen

LIARS, everybody’s favourite weirdos, spielen an diesem Sonntag abend in der Volksbühne in Berlin und veröffentlich ihr neues Album “WIXIW”(nein, wir auch nicht). Da die Band um Sänger Angus Andrew Mitte der letzten Dekade auch einige Jahre in Berlin verlebte, bietet es sich natürlich an, sie zu einem German Blind Date einzuladen – und erstaunlicherweise hören Liars auch tatsächlich die Fehlfarben-DAF-Verwandtschaft heraus, chapeau!
Fehlfarben – Apokalypse (1980)

My first impression of this was that of a more sentimental/poetic, less vivid version of DAF, one of my favorite artists on Mute. Upon further research I found that they started only a year after DAF, and seemed to have shared a bass player. Admittedly a shallow reason, it made me like it a bit more, though I would rather listen to DAF. While I… weiter lesen