30.11.2012 von Christian Ihle

Disclaimer von Kommando Elefant:
Generell: Wir finden, es gibt keine besten Singles, beste Platten usw. Es gibt Meinungen die einen sozialisieren und es gibt Songs und Platten die einen durch einen Tag, eine Stimmung, einen Lebensabschnitt oder auch durchs bisherige Leben begleiten. Wir wagen dennoch den Versuch einer
ad hoc Bestimmung.
* Die drei besten Punksongs/-singles?

4´33‘‘ von John Cage (aus einer Diskussion heraus, was Punk ist)
„Blitzkrieg Bop“ von The Ramones (das intensivste Live-Konzert überhaupt)
„Seele brennt“ von Einstürzende Neubauten (und anderes von EN)
* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?

Copacabana – Barry Manilow
* Die Gruppe Ja, Panik – Deine Meinung?
nett (prinzipiell bewegen wir… weiter lesen
28.11.2012 von Christian Ihle
“Right now, we live in the f***ing piss torrents of a perma-f***ing c***shower and in such a f***ing world, conditions have deteriorated to the f***ing point where f***ing Mumford And Sons can get to reach Number f***ing one on both sides of the f***ing Atlantic, with their faux, “Golly, wouldn’t it be jolly to be poor, capering around the junkyard wearing neckerchiefs and being authentic” chic. Who buys this septic f***ing horseshit?
(…)
Well, here’s their latest f***ing album. And I have to admit, I’m surprised. I imagined it would represent the listening equivalent of scraping around the tenth circle of Satan’s own anus with a f***ing mandolin plectrum – but actually, it’s more like the f***ing twentieth. It is a growth on the left bollock of the testicles of f***ing pop.
(…)
This po-faced, gale force f***ing guff is meant to have us punching the… weiter lesen
27.11.2012 von Christian Ihle

Es ist eine verwirrende Geschichte mit dieser Jack November. Erstmal ist Jack gar kein Jack und erst recht kein Mann, sondern eine Dame namens Daniela Moos. Dann veröffentlicht sie ihre wirklich gute Debüt-EP auf dem 8mm Musik Label, das sich bis dato ja als Heimstatt von Brutalo-Shoegazern und Krautrockpsychedelikern ausgezeichnet hat, macht aber weder Shoegaze noch Psychedelica und hat auch mit Kraut nichts am Hut, sondern klingt eher wie eine Nine-Inch-Nails-Idee von Julee Cruise legendärem Twin-Peaks-Eröffnungssong “Falling”.
Diesen Donnerstag ist Jack November in der Brutstätte von 8mm Musik, der berüchtigten 8mm Bar in Berlin zu bewundern – als Startschuß für die 10-Jahres-Feierlichkeiten der besten Bar der Hauptstadt, die dann am Samstag ihren offiziellen Höhepunkt finden.
* Your three favourite Punk singles/songs?
I haven’t listened to any Punk music in years..
* Your favourite song… weiter lesen
26.11.2012 von Christian Ihle
Montag, 26.11.
Burn After Reading, NDR, 23.15

Im Ouevre der Coen Brothers ist “Burn After Reading” verglichen mit “Fargo”, “Big Lebowski” oder dem existentialistischen Meisterwerk “No Country For Old Men” eher ein Leichtgewicht, aber nichtsdestotrotz eine gelunge Komödie, oder besser: Farce. Brad Pitt grimassiert sich als tumber Fitesstrainer und George Clooney als ewiger Stenz durch eine Geschichte um eine verloren gegangene Daten-CD des CIA, doch die heimlichen Könige des Films sind John Malkovich und vor allem J.K. Simmons als Geheimdienstchef, der einem griechischen Einmannchor gleich die haarsträubenden Storyverwicklungen mit wachsendem Wahnsinn kommentiert.
Alternative: Der Duft der Frauen, Arte, 20.15: Das Original zum Film, der Al Pacino nach ewigem Warten endlich seinen ersten Oscar als Hauptdarsteller bescherte. Das italienische Original von 1975.
Dienstag, 27.11.
Die wundersamen Reisen des Karl Pilkington, Dmax, 23.15
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23.11.2012 von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:
Das wohl ambitionierteste Filmprojekt außerhalb Hollywoods ever.
2. Darum geht‘s:
Sechs Geschichten, die in sechs verschiedenen Zeitaltern spielen, deren Charaktere aber immer wieder von den gleichen Schauspielern dargestellt werden. Dabei streifen wir 1849, die 30er wie 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die Londoner Jetztzeit, eine dystopische Zukunft und eine, tja, Zukunft nach der Zukunft. Tom Hanks, Halle Berry, Ben Whishaw, Hugh Grant und Jim Broadbent sind die vertrauten Gesichter, die uns durch die Zeiten leiten sollen – oder am Ende uns vielleicht auch einfach nur mehr verwirren, weil nie so recht klar wird, ob es einen in sich logischen Zusammenhang gibt, dass verschiedene Charaktere von ein und demselben Schauspieler dargestellt werden.

(Quelle: Cinemablend, Vergrößern? Klick!)
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21.11.2012 von Christian Ihle
In diesem Monat wurde ich vom Intro Magazin eingeladen, neben Fraktus, Wolf Maahn, Kotzreiz, Trail Of Dead und Soko als Gastjuror bei “Platten vor Gericht” aufzutreten. Intro hatte ja mit ihrer Albenurteilsrubrik sozusagen Twitter vorweggenommen, denn streng ist die Anzahl der Zeichen begrenzt, mit denen man seiner Abscheu über die angetragenen Platten Ausdruck verleihen darf.

Das Ganze findet sich beim Plattendealer Eures Vertrauens oder online bei Intro selbst, bzw. jetzt hier. Wem im Folgenden zu viel geschimpft wird (nur SOKO fand die meisten Platten noch unerträglicher, hat aber offensichtlich ihr Abstimmungsverhalten an das Binärsystem angelehnt), der darf sich vertrauensvoll an Wolf Maahn wenden, bei dem die folgenden Bands ihre Zuhörer noch “in eine eigene Welt entführen”, “sehr inspirierend” sind, “der Sound umwerfend gut” und “total kreativ arrangiert” ist, die Songs “vor Kreativität übersprudeln”… weiter lesen
20.11.2012 von Christian Ihle
“Im Berghain boten sie zur nicht enden wollenden Verzückung des andächtig sich in den Hüften wiegenden Publikums knapp zwei Stunden lang melancholische Stadionrock-Balladen-Musik in meist mittlerem Tempo über meist mittel-kompliziert konstruierten Beatarchitekturen dar. Wenn der im Übrigen fabelhaft virtuos arbeitende Schlagzeuger einmal wieder einen besonders bedeutungsschweren Beatwechsel wagte, wurde das Publikum sogleich aus gleißenden Schlagscheinwerfern geblendet wie sonst nur bei einem Konzert von U2 oder meinetwegen auch Coldplay.
Auch sonst könnte man Apparat als die U2 oder meinetwegen auch Coldplay des Berliner Technos bezeichnen: Nicht nur haben sie ihre elektronischen Beats auf dem aktuellen Album „The Devil’s Walk“ daumendick mit Pathosbutter bestrichen; auch das heiser-dramatische Tremolo Bonos und den froschhaft gestopften Selbstzweifelgesang von Chris Martin beherrscht Sascha Ring inzwischen hervorragend.”
(Jens Balzer in der Berliner Zeitung über das Apparat-Konzert im Berghain)
Mit Dank an Daniel!
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19.11.2012 von Christian Ihle
Montag, 19.11.
The Town, ZDF, 22.15

Die Karriere von Ben Affleck bestritt verschlungene Wege. Für sein oscarprämiertes Drehbuch zu “Good Will Hunting” wurde er zunächst als Wunderkind gefeiert und in der Folge auch als Darsteller die jungen Hoffnung der Filmszene, aber zwischendurch ist Ben Affleck zum meistverlachten Mann Hollywoods verkommen. Der offizielle Tiefpunkt war “Gigli”, eine in jeder Hinsicht missratene Thrillerkomödie mit seiner damaligen Lebensgefährtin Jennifer Lopez.
Doch Affleck kam zurück, nahm auf dem Regiestuhl platz und überraschte alle mit dem Thriller “Gone Baby Gone”, der an die Krimis des späten Eastwood erinnerte. Gerade ist Affleck mit dem ebenfalls gelungenen Polit-Thriller “Argo” im Kino, doch seine zweite Regiearbeit “The Town” ist sein bisheriges Meisterwerk: Ein durchaus epischer, immer intensiver Thriller über vergebliche Versuche, ein Working-Class-Leben und eine Verbrechensvergangenheit hinter sich zu lassen.
Dienstag, 20.11.
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug,… weiter lesen
16.11.2012 von Christian Ihle

Kann es einen besseren Start für eine neue Band geben als von Mittelfeldzwerg Thomas Häßler auf die Schulter geklopft zu werden? Icke Häßler und Kollegen zeigten sich nämlich überraschend geschmackssicher und zeichneten die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, die sich aus Ex-Superpunks und -Blumfelds zusammensetzt, für den besten Fußballsong des Jahres aus!
Nachdem Superpunk gerade noch auf einer stürmisch bejubelten Abschiedstournee auf deutschen Bühnen unterwegs war, gibt sich Superpunk-Sänger Carsten Friedrichs rastlos: bereits ein paar Monate nach der Beerdigung der Top Old Boys erscheint also das Debütalbum seiner neuen Band mit dem etwas holprigen Namen “Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen”. Ansonsten bleibt vieles wie gehabt: Mod-, Punk-, und Northern Soul-Songs, die mit herzerfrischender Rumpeligkeit auf Vinyl über die Leiden und die Freuden des Lebens erzählen – und eben über Fußball. Wen die Superpunk-Wunde allzusehr schmerzt, der findet hier Linderung. Garantiert.
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15.11.2012 von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:
Der frühe Woody Allen außer Atem in Berlin.
2. Darum geht‘s:
Der junge Niko Fischer erwacht in einem fremden Bett, steht auf, geht raus und verlebt seinen Tag und eine Nacht in Berlin. Gebeutelt von Kaffeefaschisten, Psychologen beim Idiotentest, BVG-Kontrolleuren bei der U-Bahn-Fahrt, Nazis im deutschen Film, Golf spielenden Eltern, ehemaligen Schulkameradinnen, die frisch nach Berlin gezogen im Off-Off-Theater ihre Erfüllung finden, lässt sich Niko durch die Stadt treiben. Es passiert nichts und viel zu gleich.

Seit Tom Tykwer die rotschopfige Franka Potente durch Berlin gejagt hat, war die Hauptstadt nicht mehr so sehr Mittelpunkt eines Films. Nur: Lola rennt, Tom schlurft.
Und wie schön sich Hauptdarsteller Tom Schilling durch das schwarzweiße Berlin slackt, hängt und treiben lässt,… weiter lesen