Reeperbahnfestival: 7 Konzerttipps!

First Hate

Der Missing Link aus Ice Age und den Pet Shop Boys: zwei blutjunge dänische Boys, die Synthie-Pop (mit durchaus groß geschriebenem POP) in Richtung kühle Düsternis weiterdenken und so etwas durchaus eigenes schaffen. „The One“ ist der Beste der vielen guten Songs der Dänen.

HMLTD

Die Hipster-Hype-Band aus London dieser Tage. Hier darf man wirklich gespannt sein, wie sich das stark von Ästhetik und Attitude geprägte Konzept auf einen Liveauftritt übertragen lässt. HMLTD sind aber ein weiteres Beispiel dafür, dass sich in England die Musikszene wieder sammelt und nach und nach wieder interessante Bands unterhalb der Mainstream-Aufmerksamkeit produziert.

Lord Youth

Die Selbstkategorisierung als „Neo-Noir-Folk“ mag etwas prätentiös klingen und vor allem soundtrackiger als die Songs von Micah Blaichman aus Queens, New York, tatsächlich sind. Das kürzlich veröffentlichte Album zeigt eine erstaunliche Bandbreite, eine Art Mischung aus Benjamin Brooker und Conor Oberst.

Erregung Öffentlicher Erregung

Eine frische Post-Punk-Band aus Berlin & Hamburg, die in ihren angemessen hysterischen Songs dem Bandnamen durchaus alle Ehren machen. Erregung Öffentlicher Erregung spielen in diesem Jahr sozusagen auf dem Friends-Of-Gas-Slot, deren Stern im Vorjahr bei einem bemerkenswerten Konzert in der Hanseplatte aufgegangen ist.

King Blues

Die alte Weisheit, dass schlimme Politik gute Protestsongs inspiriert, hat sich noch nicht so wirklich bewahrheitet (sonst müssten die USA ja neben Kendrick Lamar ja noch ein paar gute Künstler mehr gerade am Start haben), aber in England beginnen die Bands nun wirklich wieder an die alte Tradition der End-70er/Früh-80er anzuknüpfen, siehe Idles, Fat White Family oder Sleaford Mods. King Blues, die musikalisch das Rad nicht unbedingt neu erfinden und mehr vom klassischen Protest-Blueprint von Billy Bragg und The Clash beeinflusst sind, haben mit „Tory is a four letter word“ einen lobenswerten Eintrag zu diesem Kanon hinzugefügt.

King Creosote

Obwohl der schottische Singer/Songwriter unzählige Alben veröffentlicht hat, ist er nicht gerade häufig auf unseren Bühnen zu Gast. Das letzte King-Creosote-Album war ein weiterer Karrierehöhepunkt, eine Art schottisch gefärbte (Dudelsack!) Interpretation des amerikanischen Weird Folk Movements, aber mehr hypnotisch denn verstörend.

Andreas Spechtl

Nachdem die letztjährige Ja-Panik-Biographie mehr Fragen offen ließ als beantwortete, was die Zukunft dieser größten Band der letzten zehn Jahre anging, scheint sich aber der Eindruck zu verfestigen, dass auf absehbare Zeit Ja-Panik-Mastermind Andreas Spechtl auf Solopfaden nach einer neuen Erfüllung suchen wird. In der Zwischenzeit sogar unter eigenem Namen, nachdem das erste Solo-Album noch unter „Sleep“ lief und mit dubbiger Electronica überraschte. Diesmal sollen – wie man hört – zusätzlich noch arabische Einflüsse in den neuen Songs zu finden sein. Es bleibt spannend.

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