Archive for Oktober, 2009

31.10.2009 von Schröder & Kalender
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Das Okkulte

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Sonderblog zu Halloween

»Colin Wilson wurde 1931 in Leicester geboren, verließ mit sechzehn Jahren die Schule und schlug sich in verschiedenen Berufen durch. Als 1956 sein erstes Buch ›The Outsider‹ erschien, wurde Wilson von der Kritik enthusiastisch als literarisches Wunderkind begrüßt und ›Outsider‹ ein internationaler Bestseller. Seitdem hat Colin Wilson zahlreiche Bücher über Philosophie, Okkultismus, Kriminologie und Sexualität geschrieben, neben erfolgreichen Romanen. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Sunday Telegraph schrieb über ›Das Okkulte‹: »… das anregenste und informativste Buch zum Thema«, Books and Bookmen meintr: »Ein Muss für jeden, der sich noch ein wenig für die Entwicklung der Zivilisation interessiert.«

Colin Wilson, Das Okkulte, März Verlag
Wilson, Colin: ›Das Okkulte‹. Aus dem Englischen von Helma Schleif und Nils Thomas Lindquist. Originaltitel: ›The Occult‹. Brosch., 860 Seiten, (8°). Einbandgestaltung: Jörg Schröder. März Verlag, Berlin und Schlechtenwegen 1982

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Thematische Übersicht
Einleitung

Erster Teil: Ein Überblick über das Thema

I. Kapitel: Magie – die Wissenschaft der Zukunft
II. Kapitel: Die dunkle Seite des Mondes
III. Kapitel: Der Dichter als Okkultist

Zweiter Teil: Eine Geschichte der Magie
I. Kapitel: Die Evolution des Menschen
II. Kapitel: Die Magie der Primitiven
III. Kapitel: Adepten und Eingeweihte
IV. Kapitel: Die Welt der Kabbalisten
V: Kapitel: Adepten und Hochstapler
VI. Kapitel: Das 29. Jahrhundert – Magie und Romantik
VII. Kapitel: Das Tier aus dem Abgrund
VIII. Kapitel: Zwei russische Magier

Dritter Teil: Die latenten Kräfte des Menschen
I. Kapitel: Hexerei und Lykanthropie
II. Kapitel: Das Reich der Geister
III. Kapitel: Ausblicke

Bibliograhpie
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29.10.2009 von Schröder & Kalender
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Die Doktormacher (1)

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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aus Kultur & Gespenster

Aus der Kriminalakte: Einer der Doktormacher im Büro der »Anglican Free Church Mission« (Foto: NN)

Die Karriere der Frankfurter Doktormacher begann im Knast von Butzbach, dort druckten sie auf den Maschinen der Gefängnisdruckerei die ersten Verleihungsurkunden. Wo wir die beiden kennenlernten, fast ein Buch und einen Film über sie machten, und wie es dann weiterging, das ist eine verwickelte Geschichte, die in der ›Hochstapler # II‹-Ausgabe von Kultur & Gespenster steht. Und weil sie so schön ist, jetzt auch in Fortsetzungen in unserer Kolumne in der jungen Welt.

(BK / JS)

26.10.2009 von Schröder & Kalender
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Spex ist Spucke

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Heute kommt ein Roman mit dem seltsamen Titel ›Spucke‹ heraus, und morgen liest sein Autor im Monarch in Kreuzberg.

In Köln, Dresden und Bochum liest er ebenfalls, wo und wann, das findet man auf der Hablizel-Seite.

Marietta Kesting
v.l.n.r.: Barbara Kalender, Jörg Schröder, Wolfgang Frömberg, Berlin 2008. Foto: Marietta Kesting

In ›Spucke‹ geht es um ein Magazin gleichen Namens, das ist im Klartext ›SPEX‹, als es noch in Köln erschien. Wolfgang Frömberg war der letzte Literaturredakteur der alten ›SPEX‹. Im Roman ›Spucke‹ streift sein alter ego Walter Förster durch den Kölner Alltag, pendelt zwischen Szenekneipen und Interviews zum Beispiel mit Bret Easton Ellis, dem Schöpfer des Patrick Bateman. Mit Ellis sitzt er im Hyatt auf der »schäl Sick« immer den Rhein und den Dom im Blick. Aber der Leser hat Glück,weiter lesen

24.10.2009 von Schröder & Kalender
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Trivialmythen und Springer

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Renate Matthaei  schreibt in ihrem Vorwort: »… der Schriftsteller hat es nicht nötig, Fiktion zu erfinden … die Fiktion existiert schon, diese Feststellung des englischen Science-Fiction-Autors J. G. Ballard ist die Grundthese dieser Anthologie. Sie ist entstanden als Beweis, daß Literatur möglich ist auch und gerade dann, wenn die allgemeine Fiktionalisierung der Umwelt ihr das Monopol auf Imagination streitig macht. Die ›Bilder‹ des Konsums, mit denen Fernsehen, Film, Illustrierte, Zeitung, Mode, Sport oder Beatshow unser Gehirn füttern, zapfen der Literatur ständig Energie ab. Aber sie führen ihr gleichzeitig auch ständig neues poetisches Material zu.«

Wir danken Prof. Georg Stanitzek von der Universität Siegen für »neues poetische Materials« zu den ›Trivialmythen‹. Ein ehemaliger Studenten schrieb in eine Mail, die wir mit dessen Genehmigung zitieren: »Eine Bibliothek der Johns Hopkins Universität lässt wirklich kaum zu wünschen übrig. Und was dann doch fehlt, kann man sich einfach wünschen. So habe ich direkt zu Anfang erstmal eine große Bestellung aufgegeben unter vielem anderem die Trivialmythen-Anthologie. Und wie das Leben so spielt, wurde über einen Zwischenhändler in Deutschland ein Band der nur noch antiquarisch verfügbaren ersten Auflage gekauft, jedoch nicht irgendeine Kopie (siehe Anhang), sondern eine ziemlich eigentümliche. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf die vier Stempel lenken, die gleichsam wohl als die Springer-Lektüre der Trivialmythen gelten kann (weitere Anstreichungen, Gebrauchsspuren oder Leseknicke waren nicht zu finden). Nachdem ich zuerst länger über das “AUSGESCHIEDEN” nachgedacht habe, ist mir die zentrale Pointe erst später in den Sinn gekommen, ein gestempeltes: “Mit Abbildungen”.

Ich fühlte mich jedenfalls nach dem Öffnen des Buches wie bei einem Jahrhundertfund, vielleicht reicht es ja bei Ihnen zumindest für eine kleine Heiterkeit. Diese Datei ist jedenfalls geschenkt. Viele Grüße aus Amerika, Frederic Ponten«
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23.10.2009 von Schröder & Kalender
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Laß jucken

von Schröder & Kalender

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Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Vom Bedeutungswandel der Redewendung »Laß jucken« handelt unsere heutige Kolumne in der jungen Welt.

(BK / JS)

20.10.2009 von Schröder & Kalender
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Neues vom Überraschungsstaat

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Ein Sonntagmorgen, nach einer Veranstaltung, gingen wir über die Gertraudenbrücke, dann die Friedrichsgracht hoch, überquerten die historische Jungfernbrücke, dort an der Oberwasserstraße liegt der mächtige Komplex des Auswärtigen Amtes.

Kein Mensch auf dem sunday morning sidewalk, die Stimmung entsprechend, alle zehn Meter Beobachtungskameras an grauen Masten und dann machten wir ein waghalsiges Experiment: Barbara zückte die Panasonic und fotografierte die Parterrefenster des Außenministeriums. Jetzt würden sie gleich rausstürzen, irgendwelche Sicherheitsbeamte, Ausweise verlangen und so weiter. Aber nichts geschah:

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16.10.2009 von Schröder & Kalender
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Roter Stern über China

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Snow, Roter Stern über China, März Verlag
Edgar Snow (2. v.l.) und Mao Tse-tung
(Fotograf: NN)

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Der Spiegel schrieb über Snows ›Roter Stern über China‹: »Wie alle “Roten”, die der Reporter damals traf, neigte der “Vorsitzende” dazu, nur über Komitees und Organisationen, über Resolutionen, Schlachten, Strategie und Taktik, nie aber über sich selbst zu reden. Individuelle Leistungen schienen im Bewußtsein Maos aufgelöst zu sein in kollektiven Heldentaten. Doch Snow wußte den Guerillaführer zu reizen mit “falschen Gerüchten”. Mao erzählte ihm die Geschichte seines Lebens. Und verblüfft bemerkte der Autor eine Zuhörerin, die “mindestens so interessiert” lauschte wie er selbst: Maos Frau, Ho Tzu-ch’en; selbst sie hatte “vieles noch nie zuvor gehört”.«

Den vollständigen Artikel kann man hier lesen.

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In unserer heutigen Kolumne in der jungen Welt erzählen wir die Lektoratsgeschichte des Buches.

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Edgar Snow, Roter Stern über China, März Verlag
Edgar Snow, ›Roter Stern über China‹. Titel der Originalausgabe: ›Red Star Over China‹. Die deutsche Übersetzung von Gerold Dommermuth und Heidi Reichling folgt der revidierten amerikanischen Ausgabe von 1968, soweit nicht Edgar Snow neue Aktualisierungen und Verbesserungen vorschlug. Die Übersetzung wurde von Anna Wang durchgesehen. Engl.brosch.,  666 Seiten sowie zwei farbige Karten. März Verlag, 1970 (nur noch antiquarisch erhältlich).

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Edgar Snows ›Roter Stern über China‹ gehört zu den Klassikern über die chinesische Revolution. Als erster westlicher Journalist sprach Snow 1936 Mao Tse-tung in Yenan, der Hauptstadt der ersten rotchinesischen Gebiete. Seine Darstellung, die auch heute nichts an ihrer Lebendigkeit verloren hat, stellt die soziale Lage in China vor der Revolution ungeschönt dar und beschreibt anschaulich die Entwicklung der revolutionären Massenbewegung. Snow bringt in dieser revidierten, erweiterten und auf den aktuellen Stand gebrachten Fassung autobiographische Skizzen Mao Tse-tungs, Schilderungen aus den Dörfern, Berichte vom Leben der rotchinesischen Truppen und politische Einschätzung sowie Erinnerungen vom Langen Marsch. … weiter lesen

14.10.2009 von Schröder & Kalender
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Zwei Messetips

von Schröder & Kalender


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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Wegen vielfältiger Arbeiten vor Ort fahren wir in diesem Jahr nicht zur Frankfurter Buchmesse. Aber immerhin sind wir dort mit einer Geschichte über die Frankfurter Doktormacher vertreten, die so unglaublich ist, wie es nur die Realität sein kann. Sie handelt von zwei Ganoven, welche die Promotionsurkunden in der Butzbacher Gefängnisdruckerei anfertigten. Nehmt also und lest: In der neuen Ausgabe von Kultur & Gespenster zum Thema Hochstapler (Nr. 9).

Die Kulturzeitschrift erscheint vierteljährlich und wird von Gustav Mechlenburg, Jan-Frederik Bandel, Nora Sdun und Christoph Steinegger im Textem Verlag herausgegeben. Auf der Buchmesse findet man die Ausgabe am Stand der Edition Nautilus, Halle 3.1 B 165)

Ja, und dann nicht vergessen: Unser Kommissionsverleger Martin Schmitz zeigt in diesem Jahr zum letzten Mal die große Jubiläumsausgabe von ›Schröder erzählt‹: Halle 3.1 B 169.

Martin Schmitz, Jubiläumskassette Schröder erzählt
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09.10.2009 von Schröder & Kalender
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Trocchis Bude

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südlicher Richtung.
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Irving Rosenthal

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In seiner fulminanten Rezension für ›Die Zeit‹ schrieb Helmut Salzinger über Irving Rosenthals Roman ›Schöps‹: »William S. Burroughs hat an Rosenthals Buch vor allem den Stil gelobt. Es habe dieses beinahe vergessene Element wieder ›literaturfähig‹  gemacht. In der Tat. Dieser Roman kommt von jenseits der Grenze, vor der die literarischen Moden entstehen und vergehen. Er rehabilitiert den Begriff Kunst und widerlegt durch sein bloßes Vorhandensein die Thesen mancher linker Theoretiker, nach denen es so etwas wie Kunst unter den gegenwärtig herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen nicht geben könne. Als ob die Alternative Kunst oder Revolution wirklich eine wäre. Wie der Revolutionär Che Guevara sich der Revolution verschrieben hat, so hat Irving Rosenthal sich der Kunst verschrieben, unter vollem Einsatz seiner Person, bis zur Selbstaufgabe, unbedingt und konsequent, das Risiko, dabei draufzugehen, nicht scheuend. Und was dabei herausgekommen ist: ein revolutionäres Kunstwerk. . . ….« Den vollständigen, sehr lesenswerten Artikel findet man in ›Die Zeit‹ vom 10.04.1970.

Hauptfiguren dieses Romans sind die Literaten des Undergrounds der späten 50er Jahre und frühen 60er Jahre – darunter Allen Ginsberg, Alex Trocchi und ihr Kreis –, vor allem Irving Rosenthal selbst (er war Editor der jetzt schon legendären Zeitschrift ›Big Table‹). Mit ›Schöps‹, einem Roman aus ätzenden aber immer brillanten Essays, dramatischen Szenen und Gedichten ; über Drogen, Insekten, literarische Stile, Nationalismen, Edelsteine und Homosexualität, wurde ein Werk veröffentlicht, dessen Stil und Methode einen bedeutenden Einfluß auf die amerikanische Literatur hatte.

William S. Burroughs über ›Sheeper‹: »Rosenthal hat den Stil, ein fast vergessenes Element, wieder literaturfähig gemacht. In jedem Satz bringt er dessen Siegel an. Jedes Wort transmutiert durch die Alchemie des Arrangements. Leuchtende Käfer bewegen und verschieben sich in einem glitzernden Mosaik mandarinhafter Komplexität. Ein brillantes Buch.«


Rosenthal, Irving: ›Schöps‹. Aus dem Amerikanischen von Wulf Teichmann. Originaltitel: ›Sheeper‹. Leinen,  328 Seiten, (8°). Umschlaggestaltung: Jörg Schröder mit einer Vignette. März Verlag, Darmstadt 1969

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03.10.2009 von Schröder & Kalender
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Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Nachbemerkung zu unserem Blog ›Das Müllstück‹ (1 – 3): Trotz heftiger Kritik erlebte das Fassbinder-Stück ›Der Müll, die Stadt und der Tod‹ am Donnerstag seine deutsche Uraufführung. Nach den Prinzipien des Urheberrechts kann nun jede deutsche Bühne das Stück nachspielen. Was wir über die Zusammenhänge wissen und davon halten, haben wir in unseren Blogs gesagt. Interessant ist: Das Mülheimer Theater an der Ruhr vertritt die Auffassung, daß es ihrer Aufführung gelinge »den bewußten und unbewußten Antisemitismus als Tatsache der bundesrepublikanischen Wirklichkeit festzustellen«. Als ob es dafür eines Beweises bedurfte!

Interessant sind die bisherigen Pressereaktionen. ›Der Freitag‹ konstatiert: »Ein politisch eher entschärfter Abend«, die ›Kölnische Rundschau‹ bejubelt die Aufführung, fragt »was an diesem Stück antisemitisch ist« und beantwortet die rhetorische Frage mit der Auskunft: »Mag sein, dass Ciulli die strittigen Textpassagen eliminiert hat.« Die Zeile »Er saugt uns aus, der Jud, trinkt unser Blut und setzt uns ins Unrecht, weil er Jud ist und wir die Schuld tragen« kam also in Mülheim nicht über die Rampe. Und die ›Berliner Morgenpost‹ resümiert: »Das Stück kann in Deutschland gespielt werden. Das wäre nun geklärt.« Wir sind gespannt, was uns die nächsten Aufführungen bescheren werden.

»Dieser Roman, kein Zweifel, ist ein Monstrum. Er schlägt um sich, jähzornig, ohne Übersicht, ohne Besinnung oder gar Disziplin, er beutelt seine Frankfurter Erzählstoffe durch und wird von ihnen durchgebeutelt.« Reinhard Baumgart, Süddeutsche Zeitung. … weiter lesen