Posts Tagged ‘Köln’

15.06.2011 von Schröder & Kalender
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Mondfinsternis und Poesie

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Aus Köln haben wir dieses Foto mitgebracht. An der Kaimauer am Deutzer Ufer steht zu lesen: »Poesie, du alte Hure«, wir weisen damit auf das Poesiefestival, das heute Abend beginnt, hin. Wir allerdings werden  ab 20:23 Uhr auf dem Südbalkon die Mondfinsternis beobachten.

(BK / JS)

03.05.2010 von Schröder & Kalender
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Sünden ohne Stachel

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Bevor wir uns in den Zug nach Köln setzten, schickten wir die Freitagskolumne an die junge Welt ab, in der auch vom alten Sündenpfuhl ›Vater Rhein‹ die Rede ist.

Die Strecke über Wolfsburg waren wir noch nie gefahren, die Stadt – besser gesagt Volkswagen – hat Geld! Selbst der Hafen sieht aus wie geleckt, und mitten drin im weiten VW-Imperium ganz verloren ein Stern. Ein Wunder, dass Ferdinand Piëch in seiner Stadt eine Mercedes-Niederlassung überhaupt duldet.

Ankunft in Köln, mit der U-Bahn zum Ebertplatz, da sahen wir sie schon, die King Georg Klubbar.


Am 9. Mai 2010 sind Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen

André Sauer ist seit einiger Zeit neuer Inhaber der historischen Rotlichtbar, die bis zu den Ledersesseln im Original erhalten ist. Heute schaffen hier keine Frauen mehr an, stattdessen treten Literaten und Musiker auf. Und die ehemals sündigen Appartments im Hause dienen als Künstlerquartiere für die laufenden Veranstaltungen. Aber auch zivile Gäste können sich das Halbwelt-Flair in Andrés im Stil der 50er bis 80er Jahre eingerichteten Appartements einmal um die Nase wehen lassen. 65 Euro die Nacht für ein Doppelzimmer mit Dusche – fast geschenkt für dieses nostalgische Vergnügen.

Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in den vierten Stock, André zeigte uns unser Appartement Nizza

Danach machten wir einen Spaziergang am Rhein von der Bastei bis zum Martinswinkel, wo wir jeder drei Kölsch zischten. Als wir den berühmten Kölner Sammler und Antiquar Horst Nibbe einmal fragten, warum er so tierisch viel davon saufe, antwortete er … weiter lesen

27.04.2010 von Schröder & Kalender
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Erst Hamburg, jetzt Köln

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Wir sind zurück aus Hamburg, schön war’s dort im Literaturhaus an der Alster – lustig und locker – mit alten Freundinnen und Freunden, Autorinnen und Autoren, Subskribetinnen und Subskribenten. Gerhard Henschel und Richard Kähler überraschten uns mit Texten aus ›Schröder erzählt‹, die sie vorlasen. Richard Kählers Lesefrüchte aus ›Hamlet‹ von Peter Kuper waren anrührend.

Jörg vor der Lesung im Studio
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Wir wohnten im Hotel Wedina im blauen Haus, sehr empfehlenswert. Auf dem Weg zu unserem Zimmer lasen wir:

nachtleben 6,15 %
lesen 3,22 %
essen mit freunden 8,12 %
wohnungssuche 1,3 %
unterwegs von a nach b 11,5 %
koffer ein/auspacken 1,16 %

Barbara Kalender im Hamburger Hotel

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Die werden wir morgen wieder packen, denn wir reisen nach Köln. Wolfgang Frömberg von Intro (ehemals bei… weiter lesen

26.10.2009 von Schröder & Kalender
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Spex ist Spucke

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Heute kommt ein Roman mit dem seltsamen Titel ›Spucke‹ heraus, und morgen liest sein Autor im Monarch in Kreuzberg.

In Köln, Dresden und Bochum liest er ebenfalls, wo und wann, das findet man auf der Hablizel-Seite.

Marietta Kesting
v.l.n.r.: Barbara Kalender, Jörg Schröder, Wolfgang Frömberg, Berlin 2008. Foto: Marietta Kesting

In ›Spucke‹ geht es um ein Magazin gleichen Namens, das ist im Klartext ›SPEX‹, als es noch in Köln erschien. Wolfgang Frömberg war der letzte Literaturredakteur der alten ›SPEX‹. Im Roman ›Spucke‹ streift sein alter ego Walter Förster durch den Kölner Alltag, pendelt zwischen Szenekneipen und Interviews zum Beispiel mit Bret Easton Ellis, dem Schöpfer des Patrick Bateman. Mit Ellis sitzt er im Hyatt auf der »schäl Sick« immer den Rhein und den Dom im Blick. Aber der Leser hat Glück,weiter lesen

07.06.2009 von Schröder & Kalender
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Der Kampf gegen Gipfel – Christiane Ensslin wird Siebzig

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Christiane Ensslin, Konfirmation März 1954
(aus ›Zieht den Trennungsstrich, jede Minute‹)

Wenn dieses Blog erscheint, sitzen wir im Zug nach Köln, um Christiane zum Geburtstag zu gratulieren. Zum ersten Mal habe ich (JS) von ihr gehört, als sie 1977 für Franz Greno die Korrektur der Druckfahnen von Bernward Vespers ›Reise‹ las, die Greno für MÄRZ herstellte. Etwa zur selben Zeit war Christiane Mitgründerin der EMMA, auf dem ersten Titelblatt schreiten vier Frauen mit entschlossenen Mienen vorwärts:

Christiane Ensslin, Alice Schwarzer, Angelika Wittlich, Sabine Schruff
v.l.n.r.: Christiane Ensslin, Alice Schwarzer, Angelika Wittlich und Sabine Schruff

Heute hört sich das auf der EMMA-Website anders an: »Alice Schwarzer ist Herausgeberin und Gründerin der EMMA.« Kein Wort davon, daß die Zeitschrift ursprünglich ein Kollektivunternehmen war. Drei Jahre nach der Gründung gehörte dann Christiane Ensslin zu den 32 ehemaligen Mitarbeiterinnen der EMMA, die Alice Schwarzer »Respektlosigkeit gegenüber der Arbeit ihrer Kolleginnen, Selbstherrlichkeit und Dogmatismus vorwarfen«. … weiter lesen

05.03.2009 von Schröder & Kalender
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Wie ich lebe und warum

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in westlicher Richtung
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Der Künstler und Hochschullehrer Karl-Eckhard Carius entwickelte mit Studentinnen und Studenten in Vechta das Gruppenprojekt ›Rolf Dieter Brinkmann. Zeichen für einen Grenzgänger‹. Außerdem plante er eine Dichterplastik, deren Realisierung sich bis heute hinzieht. Carius konzentrierte sich deshalb zunächst auf die Ausstellung ›Der unheimliche Brinkmann‹ und die sie begleitende Anthologie ›Brinkmann. Schnitte im Atemschutz‹ (edition text + kritik, München), an der wir uns mit dem Text ›Zum harten Kern‹ beteiligt haben. Gut gefallen hat uns der Beitrag von Bazon Brock, ›Ich bin kein Dichter – ich fühle den Schmerz – R. D. Brinkmann ließ die Fetzen fliegen wie die Buddhisten ihre Gebetsfähnchen‹.

Und sehr interessant für uns, weil wir vorher nichts davon wußten, war der Essay des Dramaturgen Ludwig Haugk. Er berichtet von einer Laienaufführung im Jahr 1958 in der Aula des Gymnasiums Vechta. Wolfgang Borcherts Stück ›Draußen vor der Tür‹ wurde gegeben, in der Hauptrolle Rolf Dieter Brinkmann als Heimkehrer Beckmann. Ludwig Haugk schreibt: »Der Beckmann/Brinkmann hat jedoch Spuren hinterlassen. Über das normale Maß hinaus habe er sich mit der Rolle des Außenseiters Beckmann identifiziert, habe sich einen Bart wachsen lassen und sei tagelang in Maske und Kostüm durch die Stadt gelaufen, ›wie ein Gespenst‹ in einem – na klar: Borchert! – ledernen langen Mantel. Und dann nickt man in Vechta oder schüttelt mit dem Kopf, um anzudeuten: Dieser Auftritt war paradigmatisch für ›den Rolf‹: immer draußen, immer anders, abstoßend irgendwie und faszinierend zugleich.«

In seiner Besprechung der Anthologie in der FAZ erinnert Christopher Strunz an Jutta Koethers Aufsatz über R. D. Brinkmanns Beitrag zu der 1970 im März Verlag erschienenen Anthologie ›Trivialmythen‹:

»Wie die New Yorker Künstlerin Jutta Koether 1993 im Magazin ›Spex‹ schrieb, können Texte von Rolf Dieter Brinkmann beim Lesen einen aktuellen Existentialismus produzieren, der die vermeintlich eigenen Lebensumstände zugunsten der Kunst produktiv in Frage stellt. Jutta Koether hatte den Foto-Essay ›Wie ich lebe und warum‹ aus der 1970 veröffentlichten Anthologie ›Trivialmythen‹ gelesen: “Wie wir leben und warum. Gerade gestern diesen Satz als Titel einer Fotostrecke des Kölner Dichters R. D. Brinkmann gefunden; in einem alten März-Verlag-Reader. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Neu-Existenzialismus. Warum will ich jetzt doch hier leben und warum mich nicht davonmachen? Ja, ich hatte mich davongemacht. Seit 1989 habe ich die wenigste Zeit meines Lebens in Deutschland verbracht. Und in diesem Jahr ganz besonders Zweifel gehabt.”
Der Essay ›Wie ich lebe und warum‹ besteht aus einer Serie von Fotos, die Brinkmanns nähere Lebensumgebung, das vermeintlich Private, Ende der sechziger Jahre in Köln, wie seine Wohnung, zeigen. Banal, schmuddelig, trostlos. Die Bilder zeigen einen Alltag, dessen Sinn, ›warum‹, den Lesern zum Geschenk gemacht wird: Da könnten sie selbst darauf kommen. Es geht nicht um die Verwandlung relativ trostlosen privaten Lebens eines Autors in Kunst; als ›Fotostrecke‹, Foto-Essay, verschiebt der Text die philosophisch-existentialistische Frage des Titels auf die Ebene eigensinnig künstlerischer Produktion. Das ist das ›Anfangen‹, der schreibende Anfang von Brinkmann, den er in den Tonbandaufzeichnungen “Die Wörter sind böse” als etwas Schönes bezeichnet.«

Weil ›Trivialmythen‹ nur noch antiquarisch erhältlich ist (u.a. in der ›Großen März-Kassette‹ auf unserer Website, siehe März Verlag: Antiquariat) bringen wir jetzt Rolf Dieter Brinkmanns Beitrag in voller Länge: … weiter lesen

13.02.2009 von Schröder & Kalender
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Ein Rotlichtbiotop im Schrebergarten

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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In der jungen Welt berichten wir heute über den ›Kölschen Klüngel‹ Anfang der 60er Jahre. Wie das Severinsviertel heute aussieht, zeigt das Bilderbuch-Köln. Das Kolumnenformat in der jungen Welt ist auf 5.000 Zeichen beschränkt, deshalb erzählen wir die Geschichte hier weiter:

Die Strafverfolger waren zu Recht verschrien, mit den Verbrechern unter einer Decke zu stecken, hier war eben echtes altitalisches Land. Eine Art rheinischer Volksheld der frühen Jahre war Werner Haas, er war Leiter einer Sonderkommission, die der Innenminister Willi Weyer zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens eingesetzt hatte. Haas kam bezeichnenderweise aus Düsseldorf und kehrte mit dem eisernen Besen, veranstaltete ständig Durchsuchungen mit seiner Spezialtruppe. Da geriet die Gelassenheit der Kölschen Schmier ins Wanken. Bei einer Razzia am Grüngürtel in Ehrenfeld, vor einem Schrebergartenpuff, wurde einer seiner Einsatzleiter erschossen. Es traf ihn die für solche Fälle reservierte »verirrte« Polizeikugel. … weiter lesen

20.11.2006 von Schröder & Kalender
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Außerordentlich und obszön – Bildertausch (12)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Hella-174.jpg
Das Bild ›Hella / März‹ malte Berndt Höppner als Pendant zu ›Doris / März‹, welches wir als Cover-Illustration für Gunter Rambows Fotobuch benutzten. Höppner war Mitglied der Kölner Künstlergruppe Exit, die eng mit Rolf Dieter Brinkmann, Ralf Rainer Rygulla und Rolf Eckart John zusammen arbeitete. Die Bilder von Exit zeigte Uwe Husslein erstmalig in der Kölner Pop-Ausstellung im Zusammenhang mit Brinkmanns literarischer Produktion. Höppners Illustrationen wurden neben ›Doris‹ für zwölf weitere März-Titel benutzt darunter Ken Kesey, ›Einer flog über das Kuckucksnest,

Kesey-2.jpg
Paulus Böhmer, ›Aktionen auf der äußeren Rinde‹ und Hermann Peter Piwitt, ›Das Bein des Bergmann Wu‹. Berndt Höppner (1941 in Chemnitz geboren) ist Professor an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, er lebt in Biel. … weiter lesen

28.10.2006 von Schröder & Kalender
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Einer denkt mit

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

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Abends zur Pop-Ausstellung in die Rhenania: Die Straßenbahn ist voll, die Leute waren einkaufen, alle haben Tüten bei sich – eben Samstag abend. Wir wollen bis zur Endstation Ubierring fahren, in der Nähe ist der Rheinhafen, keine tolle Wohngegend. Ich bin eingekeilt zwischen einem jungen Typ mit Kopfhöhern, aus denen HipHop tönt, sowie einem arabisch aussehenden Mann mit Sohn. Er mustert mich während der Fahrt interessiert, bis er mich endlich eine Station vor der Endstation anspricht: »Sie müssen jetzt am Chlodwigplatz aussteigen, dann nehmen sie die Linie 16, denn sie wollen ja nach Bonn.«

Der gute Mann hielt mich in meinem schwarzen Vernissageanzug für eine der zehntausendzweihundert Regierungsmitarbeitern, die noch in Bonn sitzen. Nur achttausendachthundert arbeiten in Berlin! Soll Bonn die heimliche Hauptstadt bleiben? Auch wegen der katastrophalen Schuldenlast der Stadt Berlin ist der – eigentlich selbstverständliche – Umzug aller Bundesbehörden… weiter lesen

04.10.2006 von Schröder & Kalender
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Robert Blum

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

Am letzten Donnerstag um 9:00 Uhr ein kurzer Flug nach Köln zur Eröffnung der Pop-Ausstellung. Um 11:00 Uhr waren wir im Hotel am Barbarossaplatz, schönes Wetter. Wir liefen den Ring hoch, dann die Hahnenstraße runter, Richtung Neumarkt, Cäcilienstraße. Ganz Köln lief und saß draußen herum, der Konsum drehte sich wie wild. Was im Westen für Kohle verschnitten wird, am hellen Donnerstag Mittag! So brummen Kudamm, Wilmersdorfer und Schloßstraße zusammen nicht am Wochenende.

Endlich am Rhein, wir setzten uns am Fischmarkt in den Gasthof ›Im Martinswinkel‹, aßen Pfifferlinge mit Filetspitzen, da entdeckte Barbara an der Mauer eine kleine überwachsene Gedenktafel. Hier wurde am 10. November 1807 Robert Blum geboren, Abgeordneter der Frankfurter Paulskirche und der Held des Vormärz. Mit einer Delegation der Nationalversammlung war Blum 1848 während der Oktoberrevolution nach Wien gereist, um den Revolutionären eine Sympathieerklärung zu überbringen. Er trat in das Revolutionskorps ein und nahm an der Verteidigung Wiens teil. Die kaiserlichen Truppen unter Fürst Windischgrätz beschossen die Stadt, besetzten sie schließlich. Blum wurde verhaftet und standrechtlich erschossen. Er wurde zur Symbolfigur der gescheiterten März-Revolution, wovon das Bänkellied vom Robert Blum kündet:

»Der erste Schuß, der traf ihn in die Schläfe / Der zweite traf das Herz mit vollem Ruhm / Und so erschossen sie den treuesten / Den deutschen Freiheitskämpfer Robert Blum« … weiter lesen