Archive for November, 2012

28.11.2012 von Detlef Berentzen
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HörBar: Respekt, Hilfe, Unterstützung!

von Detlef Berentzen

Mir wird dies seit meiner Jugend zuteil: eine Stimme, die zu mir spricht, die mir, sooft sie spricht, stets von dem abrät, was ich gerade zu tun beabsichtige und die sich niemals zuratend vernehmen lässt. Diese Stimme ist’s, die mich davon abhält Politik zu treiben – und mit gutem Grund hält sie mich davon ab. (Sokrates)

Sie hören Stimmen. Immer wieder. Tag und Nacht. Halluzinieren körperlose mal laute, mal leise oder auch flüsternde Stimmen im Kopf, die ganz real zu ihnen sprechen – ein unheimliches Phänomen, mit dem viele Betroffene und auch ihre Umgebung oft nicht fertig werden. Erst recht nicht, wenn die halluzinierten Stimmen ihre Hörer zu Opfern machen, sie ängstigen und quälen, dominant werden. … weiter lesen

27.11.2012 von Detlef Berentzen
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LiteraNewz: Nachkriegsermittlungen!

von Detlef Berentzen


“Koch war geistesgegenwärtig genug , dass er sich im Fallen so drehte, dass die Frau auf ihn fiel. Und dann lagen sie da, sie auf ihm, die Gesichter nur wenige Millimeter voneinander entfernt und sie starrten sich an. Im Hintergrund begannen die Frauen zu lachen, ein befreiendes Lachen aus vollem Hals, ohne Bösartigkeit oder Häme, einfach ein Lachen über die Situation, die das Elend für einige Momente vergessen ließ.“

Elend, Trümmer, Verlorene, Vergessene, Verwirrte, Vertriebene, Täter, Opfer – das Jahr 1946 kennt keine Normalität. Nichts ist vergangen. Gar nichts. Überall Spuren von Verbrechen. Von alten, von neuen. Es ist mühsam, irgendeine Ordnung aufzurichten, die haltbar wäre. Und doch versuchen sie es. Paul Koch zum Beispiel, Kriminalkommissar in Mainz, war schon 1934 aus Nazideutschland Richtung Paris geflohen, dann Spanien, Internationale Brigaden, „unbelastet“ nennen sie ihn im Nachkrieg , brauchen jeden sauberen Charakter, hassen den Emigranten dafür, daß ihn nichts… weiter lesen

26.11.2012 von Detlef Berentzen
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SolothurnNewz: Im Grunde egal! Und doch nicht.

von Detlef Berentzen

Die Preise sollen ein Dankeschön und auch Ansporn dafür sein, dass sie weiterhin zum kulturellen Schaffen beitragen und die Kultur des Kantons bereichern. Solothurn ist vielfältig, und daher ein glücklicher Kanton. (Peter Gomm, Landammann)

“Die Preise werden einem in Solothurn um die Ohren gehauen wie den Kleinbauern die Subventionen”. Ein kritischer Satz, ein provozierender. Ein typischer Satz des Schweizer Schriftstellers Peter Bichsel (s. Foto), mit dem der Schillerpreisträger (Satz und Sieg!) den Künstler René Zäch verteidigt. Zäch sollte eigentlich den diesjährigen Kunstpreis des Kantons erhalten, war aber mit der Gestaltung (!) der Einladungskarte nicht zufrieden -  irgendwie “lieblos”, wie Bichsel sagen würde, der solche Preisverleihungen ohnehin lieber mit Herzblut und Tiefgang hätte. … weiter lesen

23.11.2012 von Detlef Berentzen
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LiteraNewz: Scharfe Schatten

von Detlef Berentzen

Sie sind Preisträger. Und ziemlich  jung : 15, 17, 18, 19, 20 Jahre alt. Aber nicht zu jung. Die ersten Verdichtungen haben Luna, Jana, Fiona, Max und die anderen längst hinter sich. Und noch viel vor sich – vielleicht. Auf alle Fälle haben sie  sich, wie 736 andere,  beim “Treffen junger AutorInnen” beworben, ihre Texte nach Berlin geschickt und dann gewartet. Sie wurden eingeladen, ausgepreist und jetzt stellt man sie vor – samt ihren Texten. … weiter lesen

22.11.2012 von Detlef Berentzen
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FriedNewz: Eine Stimme, die fehlt!

von Detlef Berentzen

Wer will/ dass die Welt/so bleibt/
wie sie ist/ der will nicht/
daß sie bleibt!
(Erich Fried)

 

“Wo Erich Fried für mich als kämpferische Figur absolut sichtbar wurde, war im Jahre 1967,  bei der Tagung der  Gruppe 47 in der Pulvermühle. Studenten aus Erlangen waren gekommen, feine junge Herren, die Revolution machen wollten. Wir reagierten höchst unterschiedlich, bildeten drei Parteien: da waren die Konrevolutionäre, wie Fried und Lettau, die Konservativen und  die Aufgeschlossenen mit Zweifel, dazu gehörten Grass und ich, obwohl ich mehr der Friedschen Truppe zuneigte. … weiter lesen

21.11.2012 von Detlef Berentzen
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HörBarHesse: Eigensinn & other delights

von Detlef Berentzen

Man sollte endlich mal von dem deutsch-innerlichen Größenwahn weggehen und zur Kenntnis nehmen, daß es kein Zufall war, wenn Hesse in Japan und den Vereinigten Staaten durch eine junge Generation so entdeckt wurde, daß „The Steppenwolf“  einfach nicht übersetzt wird – es gibt ja sogar eine Band: eine „Steppenwolf“-Band -, daß wirkliche Elemente des realen Hermann Hesse zu dieser großen Wirkung geführt haben, die ja mit der Wirkung keines anderen deutschen Schriftstellers zu vergleichen ist. (Hans Mayer)

Yeah! Das hat richtig Spaß gemacht mit den SchülerInnen (auch LehrerInnen) vom Hermann-Hesse-Gymnasium im schwarzwäldischen Calw. Die jungen Damen und Herren hatten zunächst gar nicht so viel am Hut mit dem alten Rosenzüchter aus Montagnola. Und waren schließlich doch mächtig interessiert, was vom quälenden Rad des Meisters noch aktuell war. … weiter lesen