Archive for the ‘Allgemein’ Category

16.05.2013 von Detlef Berentzen
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Grund genug!

von Detlef Berentzen

Wenn so ein Tag sich schon morgens öffnet, wie ein Koffer vielleicht, und der Kaffee ist schwarz genug, dann lächelt irgendetwas in Dir, wo sonst alles Tagesschau ist, irgendein balzender Vogel stellt dir nach, die schwanzlose Katze hinterher, überall blaue Bänder und im Kasten eine einzige Geranie, die das letzte Jahr überlebt hat. Grund genug zur Freude.

07.05.2013 von Detlef Berentzen
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Hinterhofhörspiel. Und andere Zukünfte.

von Detlef Berentzen

“Thomas Weibel ist Journalist und Hochschullehrer, Blogger und Bassist.” Das hört man gerne, daß auch mal ein Bassist Kritik üben und Perspektiven malen darf, die des Kulturradios nämlich, um das es dem “Mehrspur”-Team um Wolfram Wessels (SWR2) nach wie vor und dringlich in seinem monatlichen Magazin geht. Längst kümmern sich die Badener-Badener nicht mehr nur um die audible Zukunft des deutschen Michels und seiner Michelin, sondern um das ganze Große, um das radiophone Europa. Wie steht es also um die kulturellen Frequenzen anderer Länder? Gibt’s da was zu lernen? Von jenem Thomas Weibel zum Beispiel, der neulich noch Programmentwickler beim Schweizer Rundfunk (DRS2) war? Und für “Mehrspur” zunächst den eidgenössischen Status Quo erläutert: … weiter lesen

06.05.2013 von Detlef Berentzen
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Metzger als Tierfreund!

von Detlef Berentzen

 

Er gibt nicht auf, spaziert mit einem Stapel Platten ins Studio, legt die Scheiben auf und moderiert: Albrecht, der bekannte Metzger, packt dich schon am frühen Morgen, beim ersten Kaffee, setzt Dir den Hendrix ins Ohr, spricht von einer wunderbaren “Heimsuchung des Bewußtseins” und schon geht’s weiter mit seinem “Knistern und Rauschen”, das die Fleetwoods, Joe Tex und meinetwegen auch die Coasters einst produzierten, dazu manch eine Coverversion, die besser tönt als das Original. … weiter lesen

30.04.2013 von Detlef Berentzen
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Dieses Land? Ist es nicht!

von Detlef Berentzen

Da war dieser Mai, ein erster, lang ist’s her (vierzig Jahre?), die Scherben samt Reiser auf dem Hänger, vorne ein Traktor und die Boxen wummern dieses Macht kaputt! und alle lachen, tanzen, schwer in Leder, schwarzes Halstuch, schnelle Turnschuhe an den Füßen. Später dann Rios Grab. Viel später. In Fresenhagen. Vorher der Abschied. … weiter lesen

26.04.2013 von Detlef Berentzen
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Die Sonne schien. Und doch nicht.

von Detlef Berentzen

 

….Vielleicht erinnerst Du dich nicht mehr, aber genauso hat es sich zugetragen: Da war Hermanns Spaziergang in der Neuköllner Hasenheide. Ein Frühlingstag, Ende April. Fast dreißig Jahre ist das her. Die Hanfpeople kifften am Denkmal von Turnvater Jahn, die Hundescheiße krümmte sich auf den zugemüllten Wegen und die Toten lagen entspannt hinter der efeuberankten Friedhofsmauer. Die Sonne schien. Und doch nicht.
Auf dem Spielplatz mit dem Kreisel kein Kind. Nirgendwo. Alle fürchteten die radioaktiv verseuchten Sandkisten. Alle versteckten sich vor dem nächsten Regen.
Mami, muß ich jetzt sterben? … weiter lesen

17.04.2013 von Detlef Berentzen
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Ende der Winterreise

von Detlef Berentzen

Ohnmächtig die Schauer, blau die Bänder, prall die Knospen, alle sind ganz dumm vor Glück, daß sie jetzt blühen dürfen, hüllen sich in die Wärme der kommenden Tage, wollen endlich jubeln, tanzen, begrüßen, was da kommt und vielleicht sogar gut wird. Zeit, die Winterreise zu beenden, den Leiermann auf der Kreuzung stehen zu lassen, den guten Schubert mit hinein in den Frühling unter die Lindenbäume zu nehmen, all die leuchtenden Tage zu feiern, sich vor ihnen zu verneigen, sie zum Klingen zu bringen. … weiter lesen

16.04.2013 von Detlef Berentzen
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Existentialismus? Jetzt!

von Detlef Berentzen

Karl Jaspers. Ein Norddeutscher, nicht zu überhören! Ein Absolvent des Oldenburger „Alten Gymnasiums“, das noch heute stolz auf ihn ist. 1883, vor 130 Jahren also,  an den Ufern des niedersächsischen Flüsschens Hunte geboren, ein Sohn aus gutem Hause – Bankiersfamilie! Und immer ein bißchen sssteif und ssstur. Im Gepäck eine Lungenkrankheit, die ihn Zeit seines Lebens behindern wird. Studierte am Neckar zunächst Jurisprudenz. Machte sich als liberaler Bürgerssohn über all die Kaisertreuen und deren schlagende Verbindungen lustig, die für ihn, erinnert er sich später, in ihrem uniformen „Wichs“ wie „Narren“ aussahen.  Blieb auch erst einmal nicht lange in Heidelberg, zog weiter nach München, gab das Jurastudium auf,  reiste bald darauf nach Berlin, studierte inzwischen Medizin, danach Göttingen und dann doch wieder Heidelberg. Jahrzehntelang Heidelberg,….dessen Charme schon der von Jaspers bewunderte Hölderlin intonierte: “Hölderlins ‘Heidelberg’ hat die wundersamste Deutung gegeben. Welche Stadt besitzt solch ein Lied? Ihr Adel weist durchweiter lesen

08.04.2013 von Detlef Berentzen
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Radio. Ist mehr als das!

von Detlef Berentzen

Wenn wir unser Selbstvertrauen wieder gewinnen, können wir eine ganze Menge tun. Wir müssen den Hörern vertrauen. (Marie Wennersten)

Radio ist mehr als eine Summe von podcasts, die irgendwo im Netz zwecks Download Schlange stehen, allzeit bereit für den nächsten Global Player als atomisierte Möglichkeiten für das Mittelohr all der Suchenden, die wie Wasser, von Klippe zu Klippe geworfen, sich blindlings von einer postmodernen Stunde zur anderen hören, womit wir schon bei Hölderlin wären, da lande ich immer, wenn mir all das Lobgehudel auf Webradio und Zukunft zu viel wird.

Radio will gemacht werden, geplant, entworfen, skizziert, phantasiert, inszeniert werden, es braucht die Sprache, den Klang, den Atem seiner MacherInnen, der es immer wieder neu belebt, in leuchtende Zusammenhänge setzt und vor dem schlimmsten Zeitgeist bewahrt. All die Debatten um derlei Belebungen geschehen viel zu oft Backstage und da ist es gut, daß es hie und da noch Sendungen gibt, die das Radio an und für sich reflektieren, nachfragen, was Radio einmal war, was aus ihm wird, was werden könnte und ob es nicht ein wenig zu schnell gedacht ist, wenn all die irrlichternden Beschleunigungen nun auch noch festgefügtes Programm und eherne Struktur werden sollen. Prima also, daß es so mutige kleine Lowest-Budget-Magazine wie “Mehrspur” (SWR2) gibt, die dem Kulturradio heimleuchten. Zumindest versuchen das Redakteur Wolfram Wessels und sein Team (s. Foto) Monat für Monat, satte (!) 30 Minuten lang – mehr gibt’s nicht, das muß reichen. … weiter lesen

26.03.2013 von Detlef Berentzen
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Kleine Ermutigung!

von Detlef Berentzen

Weiß strahlt die Kälte
Und droht
Mit Ewigkeit.

Doch kein frohes Lied
Das wir nicht singen werden.

Kein Lachen
Das uns nicht findet!

Noch bleibt uns
Atem genug!

Schwer seufzen die Beladenen
Bevor sie ihre Last abwerfen.
Und die Hoffnung
Zum Blühen bringen.

(db)

15.03.2013 von Detlef Berentzen
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Bad Waldsee wird Kinometropole!

von Detlef Berentzen

So einer fällt immer auf die Füße. Klar, es gab eine Menge Streit mit den Junioren im Weingartener “Kulturzentrum Linse” und schließlich mußte er gehen. So etwas passiert einem “Urvater”, wie ihn die Schwäbische Zeitung im Jahre 2011 nannte, “Vatermord” gehört zum Geschäft der Emanzipation. Auch wenn Eugen Detzel über Jahrzehnte hinweg unter dem Motto “Kino.Kneipe.Kultur” eine verdammt gute Arbeit gemacht hat und die “Linse” mit hervorragender Reputation ausstattete: Jegliches hat seine Zeit!

Einer wie Detzel klopft sich nach so einem Sturz den Staub aus den Kleidern und macht etwas Neues. Egal wie alt du bist, du bleibst ein Gründervater, wenn nötig auch ein Gründergroßvater. Und das barocke Oberschwaben braucht Kinos, die den Blockbustern mit Filmkunst Paroli bieten. Also Bad Waldsee. Beschaulich, übersichtlich, kurgeeignet. Seit über 45 Jahren kein (!) Kino mehr. Und jetzt dies: “Unser kleines 50-Plätze-Kino soll im Stil eines nichtgewerblichen Programmkinos “künstlerisch wertvolle und in besonderem… weiter lesen