02.05.2012 von Detlef Berentzen
Springer 100.0
Unvergessen

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Der Springer-Konzern kontrolliert 32,7% aller deutschen Zeitungen und Zeitschriften. Dadurch ist die zuverlässige Information der Öffentlichkeit gefährdet. Die Schriftsteller der Gruppe 47 halten diese Konzentration für eine Einschränkung und Verletzung der Meinungsfreiheit und damit für eine Gefährdung der Grundlagen der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.
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16.02.2012 von Detlef Berentzen

vom bischofsberg die haube/verwest denn hier kein stein?/das kind spielt in der laube/ ein wappenbild mit taube/das kind spielt: ich bin klein//die mutter springt ins feuer/die gasse stülpt sich um/ein bischof im gemäuer/speist säulenungeheuer/das kind spielt: ich bin dumm.(Peter Härtling: Olmütz 1942-1945)
Viele Schriftsteller sind auf der Suche. Nach den Räumen von Kindheit und Erinnerung. Vergeblich oft. Auch Mähren ist Gegenstand solch einer Suche. Kritische deutschsprachige AutorInnen wurden dort einst von den Nazis verfolgt, andere im Nachkrieg von Tschechen vertrieben. Ihre Literatur wurde obsolet. … weiter lesen
11.11.2011 von Detlef Berentzen

Volkach? Gar nicht so weit entfernt von Nordheim oder Eisenheim, in Unterfranken! Immer noch keine Ahnung? Von Altstadt, Fachwerk, Echtehof und Schelfenhaus? Aber jetzt: Die knapp 10.000 Einwohner zählende Stadt verfügt über eine veritabele “Akademie”. Eine für “Kinder- und Jugendliteratur”. Und hat bislang jedes Jahr einen Großen Preis vergeben. An Michael Ende, Otfried Preußler, Klaus Kordon, Nikolaus Heidelbach oder Gudrun Pausewang, zum Beispiel. Übrigens ist der Preis deshalb so Groß, weil er für ein ganzes Lebenswerk vergeben wird. Und heute abend bekommt ihn Peter Härtling.
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13.06.2011 von Detlef Berentzen

“Wenn ich nach der Lektüre des “Schubert” höre, Härtling schreibt jetzt an einem Buch über Schumann, dann sage ich still in mich hinein: mir reicht es jetzt eigentlich, wer kommt als nächster? Und dann lese ich das Buch und finde es fantastisch.” (Peter Bichsel)
Da saßen wir vor einiger Zeit (rauchend noch) bei einem Weißwein am Tisch einer Pizzeria in der Nähe vom Berliner Schlachtensee und Peter Bichsel erklärte mir seinen Freund Härtling. Daß der nur Figuren und Stoffe auswähle, die ihn berühren, bei ihm tiefe Empfindungen provozieren und genau jene Nähe, jenes Sich-Einfühlen zulassen, das den (gern auch heftig umstrittenen) “Hölderlin” der 70er-Jahre erst möglich machte. Nach dem Roman über den schwäbischen Dichter, der so folgenreich “unter die Deutschen kam”, und für den junge “Brigitte”-Redakteurinnen ihren Peter Härtling noch heute “lieben”, folgen gemeinsame Wege mit Schubert, Schumann, E.T.A. Hoffmann, Mozart u.a., allesamt Suchende, die Härtling zu Gefährten… weiter lesen
03.01.2011 von Detlef Berentzen

“Wenn eine Erzählung in sich selber stockt, dann stockt einem auch der Atem. Und das sind Momente einer ganz merkwürdigen Bewußtlosigkeit. Man ist nicht mehr ganz bei sich, man verliert die Sache, nicht nur aus den Augen, sondern auch aus dem Kopf, hält den Atem an und erstickt förmlich dran.” (Peter Härtling)
Für ihn ist Schreiben wie Atmen. Das einstige Kriegskind Peter Härtling sucht und findet in den Figuren seiner Bücher immer wieder neue Gefährten – oft sind es Randständige, Außenseiter, die ihm zu lebenslangen Begleitern werden. … weiter lesen
12.11.2010 von Detlef Berentzen

am morgen
zwischen den zeilen
neuen atem finden
Er schreibt am Fenster. Draußen Gingko, Froschkönig, der Butt vom Grass im frischen Laub. Und lebt zwischen den Zeilen. Immer und noch. In den letzten Jahren stürzte er des Öfteren aus seinen Texten heraus ins Bodenlose, doch war da immer etwas, das ihn auffing. Liebe meistens. Liebe, die er immer noch versucht zu buchstabieren, um ihr “Alphabet” zu lernen,…notiert er. In seinem neuen Buch behauptet Peter Härtling gar, er sei “Leicht geworden, für Gedankenflüge” – 77 Tagebucheintragungen veröffentlicht zum 77. Geburtstag (13. November 2010). Dem Stuttgarter Radius-Verlag fällt immer etwas ein. Ist der doch lange schon Heimat für “Fundevögel” und “Notenschriften”, für Erinnerungsstationen, für Miniaturen, in denen Härtling sich selbst nachspürt, aber auch manche Winterreise in deutsche Lande unternimmt.
Liest man die 77 Zettel (die keine sind), dann kommt der alte Härtling unverblümt daher, bekennt sich zu “Müdigkeit und… weiter lesen
28.09.2010 von Detlef Berentzen

„Ich habe in vielen meiner Bücher Rettungsfiguren erfunden, Erwachsene, die oft schrullig sind, am Rande stehen, die spinnen, bei denen Kinder Unterschlupf finden, die Kindern nah sind in ihrer Eigenheit. Ich habe keine pädagogischen, keine didaktischen Bücher schreiben wollen, sondern Bücher fürs Leben.“
Zehn Jahre hat Peter Härtling (s. Foto) kein Buch für Kinder mehr geschrieben. Und jetzt kommt Paul. Das „Hauskind“. Auch eines, das Rettung sucht und Unterschlupf, Zuneigung findet. Bei den Nachbarn im Haus. Bei Oma Käthe, Doktor Adam, beim Gewürzhändler Üdal und überhaupt. Mutter und Vater haben so gut wie keine Zeit für Paul, sind ständig unterwegs, wollen sich trennen, demnächst schon. Peter Härtling weiß sehr genau, wie sich das anfühlt: „Paul könnte Theater machen, könnte um sich schlagen, das Hoffest durcheinander bringen, Papa bloßstellen. Er und Mama machen, was ihnen gerade passt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass Paul, wie sie von ihm sagen, „pflegeleicht“ ist. Paul denkt: Ich sollte aufhören, pflegeleicht zu sein. Die würden staunen!“
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20.04.2010 von Detlef Berentzen

“In diesem Buch erzählt ein Davongekommener von einem Wunder, ohne sich zu wundern.” Peter Härtling hat das Nachwort zur Neuauflage von Valentin Sengers Buch geschrieben: “Kaiserhofstraße 12″, die autobiographische Geschichte eines Jungen, der mit seiner jüdischen Familie vor den russischen Roten an den Main flieht, bald darauf in Frankfurt von deutschen Braunhemden verfolgt wird, sich mit seinen Leuten jahrelang im Hinterhaus versteckt, Tag und Nacht um sein Leben fürchtet, aber auch Hilfe findet: von Freunden, Nachbarn, Behördenmitarbeitern – doch, das gab es. Auch das. Manchmal. Senger überlebte und schrieb all das auf. Und nun liest (fast) ganz Frankfurt sein Buch. … weiter lesen