Posts Tagged ‘Peter Härtling’

22.01.2013 von Detlef Berentzen
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“Wie Hölderlin geatmet hat, weiß ich nicht!”

von Detlef Berentzen

 

Drum, so wandle nur wehrlos
Fort durchs Leben, und fürchte nichts!
(FH)

Nun haben ihm die Nürtinger also den Ring aufgesteckt, nicht den der Nibelungen, nicht den von Tolkien oder Iffland, sondern den, der den „Dichtermuth“ Hölderlins, aber auch den des Peter Härtling zitiert, der sich dem “Fritz” in seinem Roman “Hölderlin” auf unkonventionelle Art und Weise nähert:

“Ich bemühe mich auf Wirklichkeiten zu stoßen. Ich weiß, es sind eher meine als seine. Ich kann ihn nur finden, erfinden, indem ich mein Gedächtnis mit den überlieferten Errinnerungen verbünde. Sein Leben hat sich niedergeschlagen in Poesie und Daten. Wie er geatmet hat, weiß ich nicht. Ich muß es mir vorstellen.” … weiter lesen

22.11.2012 von Detlef Berentzen
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FriedNewz: Eine Stimme, die fehlt!

von Detlef Berentzen

Wer will/ dass die Welt/so bleibt/
wie sie ist/ der will nicht/
daß sie bleibt!
(Erich Fried)

 

“Wo Erich Fried für mich als kämpferische Figur absolut sichtbar wurde, war im Jahre 1967,  bei der Tagung der  Gruppe 47 in der Pulvermühle. Studenten aus Erlangen waren gekommen, feine junge Herren, die Revolution machen wollten. Wir reagierten höchst unterschiedlich, bildeten drei Parteien: da waren die Konrevolutionäre, wie Fried und Lettau, die Konservativen und  die Aufgeschlossenen mit Zweifel, dazu gehörten Grass und ich, obwohl ich mehr der Friedschen Truppe zuneigte. … weiter lesen

19.10.2012 von Detlef Berentzen
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GrimmNewz: Wenn Sprache “fein und zart” wird!

von Detlef Berentzen

“Wenn jedes Volkes eigenthümliche Sprache der Stamm ist, an dem alle seine innersten Kennzeichen sich darthun und entfalten, so geht ihm erst in der Dichtung die Blüte seines Wachsthums und Gedeihens auf. Poesie ist das, wodurch uns unsere Sprache nicht nur lieb und theuer, sondern woran sie uns auch fein und zart wird., ein sich auf sie nieder setzender geistiger Duft.” (Jacob Grimm, Rede auf Schiller)

Der “Verein für Deutsche Sprache” verleiht, so lese ich gerade, auch den Preis “Sprachpantscher des Jahres” für besonders bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache”, an Fritz Pleitgen etwa, an Hartmut Mehdorn oder Klaus Wowereit. Warum auch nicht? Der Verein steht eben ein für “Sprachloyalität” und steht auf gegen den Trend  zum babylonischen “Denglisch”. Hört sich vielleicht witzig an, ist es aber nicht. Yo, Man!, wer Radio hört, braucht mitunter  nur ein paar Minuten, um zu merken, daß der Trend tatsächlich zum “Pantschen” geht. Soll er doch. Meinetwegen. Solange es Zeilen wie diese gibt, ist noch nichts verloren: … weiter lesen

02.05.2012 von Detlef Berentzen
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CaesarsSalad: Aus den wilden Archiven der Bewegung (4)

von Detlef Berentzen

Springer 100.0
Unvergessen

 

…..

Der Springer-Konzern kontrolliert 32,7% aller deutschen Zeitungen und Zeitschriften. Dadurch ist die zuverlässige Information der Öffentlichkeit gefährdet. Die Schriftsteller der Gruppe 47 halten diese Konzentration für eine Einschränkung und Verletzung der Meinungsfreiheit und damit für eine Gefährdung der Grundlagen der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.
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16.02.2012 von Detlef Berentzen
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RadioNewz: Jenseits des Ressentiments!

von Detlef Berentzen

vom bischofsberg die haube/verwest denn hier kein stein?/das kind spielt in der laube/ ein wappenbild mit taube/das kind spielt: ich bin klein//die mutter springt ins feuer/die gasse stülpt sich um/ein bischof im gemäuer/speist säulenungeheuer/das kind spielt: ich bin dumm.(Peter Härtling: Olmütz 1942-1945)

Viele Schriftsteller sind auf der Suche. Nach den Räumen von Kindheit und Erinnerung.  Vergeblich oft. Auch Mähren ist Gegenstand solch einer Suche. Kritische deutschsprachige AutorInnen wurden dort einst von den Nazis verfolgt, andere im Nachkrieg von Tschechen vertrieben. Ihre Literatur wurde obsolet. … weiter lesen

11.11.2011 von Detlef Berentzen
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LiteraNewz: Der Hirbel und die anderen

von Detlef Berentzen

 

Volkach? Gar nicht so weit entfernt von Nordheim oder Eisenheim, in Unterfranken! Immer noch keine Ahnung? Von Altstadt, Fachwerk, Echtehof und Schelfenhaus? Aber jetzt: Die knapp 10.000 Einwohner zählende Stadt verfügt über eine veritabele “Akademie”. Eine für “Kinder- und Jugendliteratur”. Und hat bislang jedes Jahr einen Großen Preis vergeben. An Michael Ende, Otfried Preußler, Klaus Kordon, Nikolaus Heidelbach oder Gudrun Pausewang, zum Beispiel. Übrigens ist der Preis deshalb so Groß, weil er für ein ganzes Lebenswerk vergeben wird. Und heute abend bekommt ihn Peter Härtling.

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13.06.2011 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (146): Ein Leben. Zum Klingen gebracht.

von Detlef Berentzen


“Wenn ich nach der Lektüre des “Schubert” höre, Härtling schreibt jetzt an einem Buch über Schumann, dann sage ich still in mich hinein: mir reicht es jetzt eigentlich, wer kommt als nächster? Und dann lese ich das Buch und finde es fantastisch.” (Peter Bichsel)

Da saßen wir vor einiger Zeit (rauchend noch) bei einem Weißwein am Tisch einer Pizzeria in der Nähe vom Berliner Schlachtensee und Peter Bichsel erklärte mir seinen Freund Härtling. Daß der nur Figuren und Stoffe auswähle, die ihn berühren, bei ihm tiefe Empfindungen provozieren und genau jene Nähe, jenes Sich-Einfühlen zulassen, das den (gern auch heftig umstrittenen)  “Hölderlin” der 70er-Jahre erst möglich machte. Nach dem Roman über den schwäbischen Dichter, der so folgenreich “unter die Deutschen kam”, und für den junge “Brigitte”-Redakteurinnen ihren Peter Härtling noch heute “lieben”, folgen gemeinsame Wege mit Schubert, Schumann, E.T.A. Hoffmann, Mozart u.a., allesamt Suchende, die Härtling zu Gefährten… weiter lesen

03.01.2011 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(94): Vom Atem der Worte

von Detlef Berentzen

“Wenn eine Erzählung in sich selber stockt, dann stockt einem auch der Atem. Und das sind Momente einer ganz merkwürdigen Bewußtlosigkeit. Man ist nicht mehr ganz bei sich, man verliert die Sache, nicht nur aus den Augen, sondern auch aus dem Kopf, hält den Atem an und erstickt förmlich dran.” (Peter Härtling)

Für ihn ist Schreiben wie Atmen. Das einstige Kriegskind Peter Härtling sucht und findet  in den Figuren seiner Bücher immer wieder neue Gefährten – oft sind es Randständige, Außenseiter, die ihm zu lebenslangen Begleitern werden. … weiter lesen

12.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(81): Endlich! Wieder leicht geworden!

von Detlef Berentzen

am morgen
zwischen den zeilen
neuen atem finden

Er schreibt am Fenster. Draußen Gingko, Froschkönig, der Butt vom Grass im frischen Laub. Und lebt zwischen den Zeilen. Immer und noch. In den letzten Jahren stürzte er des Öfteren aus seinen Texten heraus ins Bodenlose, doch war da immer etwas, das ihn auffing. Liebe meistens. Liebe, die er immer noch versucht zu buchstabieren, um ihr “Alphabet” zu lernen,…notiert er. In seinem neuen Buch behauptet Peter Härtling gar, er sei “Leicht geworden, für Gedankenflüge” – 77 Tagebucheintragungen veröffentlicht zum 77. Geburtstag (13. November 2010). Dem Stuttgarter Radius-Verlag fällt immer etwas ein. Ist der doch lange schon Heimat für “Fundevögel” und “Notenschriften”, für Erinnerungsstationen, für Miniaturen, in denen Härtling sich selbst nachspürt, aber auch manche Winterreise in deutsche Lande unternimmt.

Liest man die 77 Zettel (die keine sind), dann kommt der alte Härtling unverblümt daher, bekennt sich zu “Müdigkeit und… weiter lesen

28.09.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(63): Paul kommt!

von Detlef Berentzen

„Ich habe in vielen meiner Bücher Rettungsfiguren erfunden, Erwachsene, die oft schrullig sind, am Rande stehen, die spinnen, bei denen Kinder Unterschlupf finden, die Kindern nah sind in ihrer Eigenheit. Ich habe keine pädagogischen, keine didaktischen Bücher schreiben wollen, sondern Bücher fürs Leben.“

Zehn Jahre hat Peter Härtling (s. Foto) kein Buch für Kinder mehr geschrieben.  Und jetzt kommt Paul. Das „Hauskind“. Auch eines, das Rettung sucht und Unterschlupf, Zuneigung findet. Bei den Nachbarn im Haus. Bei Oma Käthe, Doktor Adam, beim Gewürzhändler Üdal und überhaupt. Mutter und Vater haben so gut wie keine Zeit für Paul, sind ständig unterwegs, wollen sich trennen,  demnächst schon. Peter Härtling weiß sehr genau, wie sich das anfühlt: „Paul könnte Theater machen, könnte um sich schlagen, das Hoffest durcheinander bringen, Papa bloßstellen. Er und Mama machen, was ihnen gerade passt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass Paul, wie sie von ihm sagen, „pflegeleicht“ ist. Paul denkt: Ich sollte aufhören, pflegeleicht zu sein. Die würden staunen!“

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