vonAchmed Khammas 13.02.2022

Der Datenscheich

Erneuerbare Energie, Science Fiction, Technikarchäologie und Naher Osten – verifiziert, subversiv, authentisch.

Mehr über diesen Blog

Montecrypto von Tom Hillenbrand (2021) ist ein Thriller an der Grenze zum SF, der durch seinen herrlich trockenen Wortwitz besticht. Das aktuelle Thema der Kryptowährungen wird sehr spannend behandelt, auch wenn die Geschichte erst einmal recht ruhig beginnt, als ein etwas britisch-steifer Exbuchhalter den Auftrag bekommt, das versteckte Erbe eines verstorbenen Kryptomilliardärs zu suchen – das natürlich noch ganz andere Akteure auf den Plan ruft, die weniger nett sind. Dazu bildet das Buch eine liebevolle Hommage an den Punkrock.

Future – Die Zukunft gehört dir von Dan Frey (2021/2022) ist ein Zeitreiseroman der vierten Art – denn hier kommen Informationen aus einer genau ein Jahr in der Zukunft liegenden Zeit. Was nicht ganz ohne Komplikationen funktioniert … aber auch nicht über größere Zeiträume. Es macht Spaß, die Entwicklung der Technologie bis zur Praktikabilität zu verfolgen, die menschlichen Irrungen und die gesellschaftlichen Verwicklungen, die letztlich auch die Erfinder schwer treffen. Leider ist das Buch mit einem schwachen Plot geschlagen.

Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach (2020/2021) ist nicht nur aufgrund des immensen Umfangs von fast 1260 Seiten ein Konvolut der Leselust, sondern auch wegen der fein gezeichneten Charaktere und der generationsübergreifenden bewegenden Geschichte. Mein deutscher Lieblingsautor beschreibt auf seine zutiefst menschliche Art eine versteckte Welt, deren genetische veränderte Menschen Flügel besitzen, da ihr Planet eine geringere Schwerkraft besitzt als die Erde. Was vielleicht wie eine verrückte Idee klingt – doch die liebevolle und detaillierte Beschreibung der Lebensumstände und Denkweise mach das Ganze von Seite zu Seite plausibler, bis man selbst vom Sdt springt und die Flügel der Phantasie weit ausbreitet. Einzig zu beanstanden ist das Ende, da dann doch etwas schnell kommt und weit weniger ausgearbeitet erscheint, als der Rest der wunderbaren Geschichte, die trotzdem meine höchste Empfehlung hat.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/datenscheich/2022/02/13/literatur-montecryptonisch/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.