vonandreas bull 26.08.2020

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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„Alle wieder unter einem Dach“. Dieses Motto war ein wesentliches Motiv, das uns vor gut fünf Jahren zur Planung des Neubaus in der Berliner Friedrichstraße trieb. Super Sache, seit nun schon fast zwei Jahren sind wir drin und drunter. Eigentlich.

Mehr als vorgesehen ist aus dem Motto eine Metapher geworden. Statt unter einem Dach arbeiten wir derzeit eher unter 170 Dächern. Abstandsregeln und Eindämmungsverordnungen, Vorsicht und Umsicht beim Umgang mit dem unheimlichen Virus verbannen rund 70 Prozent der Mitarbeitenden aus der ersehnten einenden Hülle.

3.800 der rund 5.500 qm sorgsam eingerichteten Flächen sind, zumindest statistisch, verwaist, 21.000 Kubikmeter unvorhergesehenes Raumvolumen verschaffen den Verbliebenen ungeahnt geringe Virenkonzentrationen an den Aerosolen.

Treffen für den kreativen Austausch

Aber wir sind ja gewohnt, Chancen zu nutzen, die wir nicht haben. Und so treffen wir uns mittlerweile eben einfach auf, statt unter dem Dach. Konferenzen, spontane, geplante und inszenierte Treffen für den in unserem Geschäft so elementaren kreativen Austausch von Ideen finden im Innenhof, auf der 80 qm bietenden Terrasse vor dem 6. Stock oder auf dem divers bepflanzten Dachgarten der 7. Etage ihre neuen Plätze.

Das gemeinsame Dach ist schließlich die immer noch wirksame Metapher für den Zusammenhalt, den die Idee taz und ihre publizistische Materialisierung täglich hervorbringt.

Dass dies alles auch unter widrigen Umständen wirkt, haben wir nicht zuletzt den Architekten E2A aus Zürich zu verdanken, die mit der Umsetzung des strukturellen Systems der taz-Hauses als Netz „eine Struktur ohne Hierarchie, in der alle Teile gleichviel leisten und nur zusammen Stabilität erreichen“ ein Gebäude gewordenes „Sinnbild der Organisation“ geschaffen haben. Dafür gebührt ihnen mindestens der Architekturpreis Berlin 2020, der am 1. und 2. Oktober 2020 von einer Jury bestimmt wird.

Auch für den Publikumspreis können Sie noch bis dahin online für das taz-Haus abstimmen: Bitte oben rechts auf dieser Seite den Stern anklicken.

Andreas Bull ist Geschäftsführer der taz. An dieser Stelle erörtert er in loser Folge die wirtschaftlichen Gegebenheiten des linken Medienhauses.

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