von 31.08.2011

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Die taz.de-Vuvuzela: Deniz Yücel

Für seine Kolumnen-Reihe „Vuvuzela“, die er anlässlich der Fußball-WM 2010 auf taz.de schrieb, ist der taz-Autor Deniz Yücel ausgezeichnet worden. Am 23. Oktober erhält er den mit 3.000 Euro dotierten Kurt-Tucholsky-Preis 2011 für literarische Publizistik.

Mit seinen „Vuvuzela“-Kolumnen hatte Yücel rund 1.200 Leserkommentare provoziert und war dabei gleichermaßen auf vehemente Ablehnung wie auf begeisterte Zustimmung der taz.de-User gestoßen. Bei der Frauen-WM 2011 gab es mit den „Trikottausch“-Kolumnen eine ebenfalls in vielen Kommentaren gewürdigte Fortsetzung.

Die Jury der Kurt Tucholsky-Gesellschaft schätzt den Ansatz von Yücels Kolumnen: „Dabei übersteigerte er bewusst das nationalistische Element, riskierte lustige Wortspiele sowie einen überdeutlichen Stimmungsumschwung nach der deutschen Niederlage (‚Gurkentruppe‘)! Dabei habe er sich Tucholskys Maxime zu eigen gemacht: ‚Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.’“

Deniz Yücel zeigte sich gerührt von der Auszeichnung. „Ich weiß gar nicht, bei welcher Mannschaft dieser Tucholsky gespielt hat, werde aber mal im Internet nachgucken“, erklärte er.

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https://blogs.taz.de/hausblog/ehrung_fuer_deniz_yuecel_und_seine_vuvuzela-kolumne_auf_tazde/

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kommentare

  • Ich hielt immer die für dumm, welche zu dämlich waren, Satire zu erkennen. Muss ich meine Meinung nun revidieren? Hmmmm…nö!
    Satire darf alles!

  • @all
    Findet ihr den Yücel wirklich gut? Ich dachte immer, dass „links denkende Menschen“/taz-Leser mehr oder weniger intellektuell sind, aber dass ihr diese spätpubertären Pöbeleien, die ich eher von rechten Dumpfbacken erwarten würde, gut findet, entsetzt mich schon irgendwie.
    Die taz scheint sich mit ihren Proll-Kolumnen als pseudolinker Gegenpol zur allseits gehassten RechtsBILD etablieren zu wollen, warum sonst bedient sie sich genau der gleichen Stilmittel. Links dumm = rechts dumm. Und ihr seid begeistert.

  • „Diese Gesellschaft setzt sich höchstwahrscheinlich nicht sonderlich kritisch/differenziert mit dem Thema “Satire” auseinander.“

    Oder aber sie ist schlicht anderer Meinung als Sie, was den Wirt und Satiregehalt von Yücels Kolumnen anbetrifft. Kann ja mal passieren.

  • Meinen Glückwunsch!

    Ich finde Tucholsky absolut großartig – in jeder Hinsicht – und der Preis ist wie gemacht für die Trikot-Tausch-Kolumne!

  • @vic

    Was Sie so despektierlich als „kleinliches Theater“ bezeichnen, könnten andere Menschen (wie ich z.B.) als wünschenswerte Debatte auffassen.

    Was stört Sie so daran, dass andere Leute eine andere Auffassung haben?

    Zum Thema:
    Die Tucholsky-Gesellschaft kenne ich nicht, wohl aber die Thesen Tucholskys zur Satire. Diesen stimme ich in weiten Teilen zu, in anderen auch nicht.
    Diese Gesellschaft setzt sich höchstwahrscheinlich nicht sonderlich kritisch/differenziert mit dem Thema „Satire“ auseinander. Falls ich mit meiner Einschätzung falsch liege, bitte ich um Korrektur.

    Vor dem Hintergrund hat Herr Yücel die Auszeichnung gewiss verdient. Beglückwünschen möchte ich ihn dazu allerdings nicht.

  • Ja, ja, good old Tucholskys Maximen: Satire muss übertreiben, wehtun, unlesbarer Scheiß sein und darf nicht lustig sein. Oder so ähnlich. Egal. Aber was heißt: „Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.“ im Zusammenhang mit dem zweiten Absatz hier? Die deutschen Spielerinnen sind tatsächlich Schlampen? “Trikottausch”-Kolumnen for Literaturnobelpreis!

  • Ist die Anzahl der „provozierten“ Leserkommentare inzwischen der Qualitätsmaßstab für literarische Publizistik?
    Und dabei weiss der Yükel noch nicht einmal bei welcher Mannschaft der Tucholsky gespielt hat. Witzig ist unser prämierter Topautor neben seinen satirischen Qualitäten also auch noch. Ich bin sprachlos. Gute Nacht.

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