vonbarbarajunge 23.07.2026

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Einblicken, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Von Barbara Junge

Vor wenigen Tagen hat der Musiker Danger Dan eine Ballade zur Lage der Nation veröffentlicht. Der Titel: „Keine Angst“. Sie erzählt von den vielen Möglichkeiten, sich als antifaschistisch gesinnter Mensch gegen Faschisten, Rechtsextreme und deren beider Erstarken in Deutschland zur Wehr zusetzen.

Der Hinweis auf Militanz als eines der Mittel der Wahl fällt in dem Song dabei nicht allzu subtil aus. „Ich freue mich sehr, diesen Debattenbeitrag zur Lage der Nation nun auf die Welt loslassen zu können“, schrieb Danger Dan zur Veröffentlichung. Und die Nation diskutiert.

Ein Fernsehsender allerdings hatte für die kritische Diskussion zu „Keine Angst“ wohl nicht den nötigen Mut. Die ZDF-Senderleitung verfügte, Danger Dan und der Pianist Igor Levit dürften den Song in der Satiresendung „Die Anstalt“ nicht interpretieren. Womit das ZDF Danger Dan und Igor Levit ganz nebenbei den Hit mindestens des Sommers beschert hat. Und der Gesellschaft die dringend notwendige Auseinandersetzung mit der Frage, was Antifaschismus praktisch heißen darf – und vor allem kann.

Wie viel darf Antifaschismus?

Diese Debatte wird auch in der taz intensiv geführt. In den ersten drei Tagen erschienen alleine vier Kommentare dazu, von Gaby Coldewey, Leon Holly, Daniel Bax und Andreas Fani­zadeh. Fortsetzung folgt. Denn die Frage „Was tun?“ beschäftigt Kol­le­g*in­nen. Es gibt ein großes Bedürfnis, sich selbst dazu zu positionieren. Das gilt genauso für unsere Community auf taz.de und in den Social-Media-Kanälen, die intensiv mit uns diskutiert. Und Sie, und Ihr?

Im Zentrum der Debatte steht das Besingen umstrittener bis strafbewährter Auslegungen von Antifaschismus. „Ist Danger Dan“ – der ja vor 5 Jahren schon mit ‚Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt‘ einen antifaschistischen Nerv getroffen hatte – „jetzt (nicht) zu weit gegangen?“, fragen (sich) viele in der und um die taz.

Den Gruß an inhaftierte militante An­ti­fa­schis­t*in­nen am Ende des Songs könne man als Gewaltaufruf lesen und er schade dem Anliegen, urteilen andere direkter. Aber ist dem so? Wenn Danger Dan nur ein fröhliches Liedchen über klandestines Sprühen gegen Faschisten hätte trällern wollen, (auch das taucht im Songtext auf), hätte er es auch einfach sein lassen können.

Erst die Zuspitzung im Liedtext auf das Outen von Nazis und den Gruß an die Inhaftierten „Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ (Lina E., Johann G., Maja T. und Thomas J.) gibt dem Lied den – einem Danger Dan würdigen – nötigen Provokationsgehalt.

Was in der Debatte fehlt

In dieser ganzen Debatte fehlt jedoch etwas ganz Wesentliches: Es ist ein Blick auf die Verzweiflung, die aus diesem Lied spricht. Was treibt Danger Dan dazu, solch eine Ballade zu schrei­ben, und was Igor Levit, sie am Klavier zu begleiten? Wo stehen wir als Gesellschaft, wenn diese beiden Musiker Militanz ins Spektrum der bürgerlichen Debatte tragen?

So trifft „Keine Angst“ ein Gefühl der Ohnmacht bei vielen Antifaschist*innen, ob sie Militanz ablehnen oder nicht. Gerade bei Jüngeren. Sie fühlen sich oft hilflos ob des Erfolges von Faschisten und Rechtsextremen in deutschen Parlamenten.

Sie ängstigt die totschlagbereite Entschlossenheit von Jungfaschisten auf der Straße, wie zuletzt in Göttingen oder Berlin. Oder sie erleben seit Jahren in Orten wie Cottbus, Demmin oder Wurzen rassistische, anti-semitische, queerfeindliche oder gegen politische Geg­ne­r*in­nen gerichtete Gewalt. Das ist die eigentliche innewohnende Tragik des Liedes.

„Die Welt dreht sich gerade schneller denn je und ich habe das Gefühl, es ist nicht die richtige Zeit, sich entspannt zurückzulehnen – ganz im Gegenteil“, schreibt Danger Dan zur Frage, warum er jetzt dieses neue Album aufgenommen hat.

Wir in der taz haben ja immerhin das Privileg, uns journalistisch einmischen zu können. Aber was ist mit Euch, mit Ihnen? Haben Sie, habt Ihr das Lied schon gehört, den dazugehörigen Liedtext schon gelesen? Steckt darin eine Kraft, sich über das eigene antifaschistische Tun Gedanken zu machen?

Was tun? Wir würden uns freuen, wenn auch Sie und Ihr diese Debatte mit uns führen würdet. Mailen Sie uns: briefe@taz.de

Barbara Junge ist Chefredakteurin der taz.

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https://blogs.taz.de/hausblog/muss-man-danger-dan-ausladen/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Im NDR wurde kürzlich über eien Untersuchung von Politotlogen (?) über die Zudammensetzung der Wählerschft das AFD berichtet. Es lohnt sich, sich damit auseinender zu setzen. Das könnte andere Handlungsperspektiven eröffnen.
    U.a ist ein Ergebnis, dass nur ein geringerer Anteil völkisch-nationalistische Motive hat. …….

  • Als damals gewisse Sänger, Autoren oder Lehrkräfte ausgeladen wurden, weil man der Meinung war sie dürften aufgrund ihrer Herkunft nicht so oder so aussehen oder über dieses oder jenes Thema sprechen war das dann aber ok ja?

    Linksheuchelismus in reinstform

  • Was tun (gegen Nazis)?

    Ich lade ein zu einem dringend notwendigen Perspektivwechsel. Verlassen wir doch bitte zumindest für einen kurzen Moment und nur gedanklich unsere privilegierte Position. Dazu müssen wir uns zunächst eingestehen, dass die meisten von uns genau das sind: privilegiert ohne auch nur irgendetwas dafür getan zu haben. Wir leben oft weit weg von Faschisten und denen, die kein Problem damit haben mit Faschisten in einer Partei zu sein oder diese zu wählen. Und das obwohl oder gerade weil diese Faschisten offen nach nichts anderes trachten, als danach unsere freiheitliche demokratische Grundordnung abzuschaffen. Wie planen sie das? Unter Anwendung von illegaler und mitunter tödlicher Gewalt gegen Millionen von Menschen. Dämmert es Ihnen schon? Wir bewegen uns weg von dem komplett postfaktischen und gefährlichem framing der Rechten, dass engagierte Bürger wie Danger Dan zu potenziellen Tätern und Faschisten zu Opfern verkehrt. Lassen Sie uns im Folgenden diese klassische Täter-Opfer-Umkehr der Rechten zerstören: Dazu müssen wir jedoch von unseren oftmals westdeutschen Schreibtischen und Küchentischen noch einen gewissen Weg zurücklegen. Bleiben Sie sitzen. Wir machen das weiter nur gedanklich ;-)

    Was also ist das Problem an unser privilegierten Position? Ganz einfach und brutal: es ist für die meisten von uns noch eine zu abstrakte Gefahr, gewaltsam und im Zweifel auch tödlich von Faschisten angegriffen zu werden. Warum „für die meisten“? Haben Sie – wie ich – in diesen letzten Wochen vor dem September 2026 das „Glück“, von den Faschisten weder als migrantisch, noch als queer oder irgendwie sonst bevorzugt angriffswürdig gesehen zu werden? Und Sie haben genauso wie ich nichts für dieses „Glück“ getan? Glückwunsch, Sie qualifizieren sich damit für den dringend nötigen Perspektivwechsel!

    Versuchen wir uns also gemeinsam und doch jeder für sich in die Lage von nur einer von Millionen Personen in Deutschland zu versetzen. Sie dürfen wählen, was Ihnen leichter fällt:

    Eine queere Person, die aufgrund von Medienberichten oder gar direkten Erfahrungen im Bekanntenkreis darum fürchten muss von Faschisten verprügelt, verfolgt oder gar getötet zu werden? Wenn nicht heute dann vielleicht später? Die Sorge hat, dass ihr Name und ihr Wohnort auf entsprechenden Listen der Faschisten auftaucht und sie nicht mal mehr zu Hause sicher vor ihnen ist?

    Oder wählen Sie die Perspektive einer migrantisch gelesenen Person, die jedes Mal, wenn ihr Teenager nicht pünktlich zu Hause ist, in Sorge gerät? Aber nicht nur diese Ihnen vielleicht bekannte Sorge, dass das Kind unvernünftig lange unterwegs ist oder ein Bier zu viel trinkt? Nein die existenzielle Sorge, dass allein das Aussehen des eigenen Kindes es vielleicht gerade zum nächsten Opfer eines rassistischen Gewaltverbrechens gemacht haben könnte? Nur weil irgendein Faschist vielleicht ein Bier zu viel oder zu wenig hatte?

    Ich könnte ewig so weiter machen ohne irgendwie phantasievoll werden zu müssen. Denn das sind alles Beschreibungen realer Ängste realer Menschen aufgrund realer Gewalt von Faschisten!

    Nur eine letzte Perspektive möchte ich Ihnen noch anbieten um damit vielleicht auch Danger Dan näher zu kommen: Möchten Sie sich in die Lage einer antifaschistischen Person versetzen, die als solche anhand ihrer Kleidung erkannt werden kann? Sie kann für Ihren kurzen Perspektivwechsel irgendwo im „Osten“ Deutschlands auf dem Land leben. Es ist gar nicht so wichtig wo sie lebt, so lange ein paar Faschisten in der Nähe leben. Ein paar davon haben sie schon mal verprügelt. Aus Spaß. Zum Glück kam kurz nach den ersten Schlägen und Tritten zufällig eine Polizeistreife und die Gewalttäter flüchteten. Aber aufgrund des Aussehens unserer antifaschistischen Person und der rechtsextremen Gesinnung von einem der beiden Polizisten passierte dann: nichts! Keine Verfolgung der potenziellen Täter. Kein „Die Polizei – Dein Freund und Helfer“. Da hatte unsere Perspektivtausch-Antifa Pech: auch bei der Polizei sind – wie im Rest der Gesellschaft – die Faschisten noch in der Minderheit. Das ändert jedoch nichts an der unglaublichen Angst und Ohnmacht die unsere Antifa nun jedes Mal spürt, wenn sie auf Polizei trifft oder Faschisten sieht.

    Ist jetzt der Groschen gefallen?

    Das Lied „Keine Angst!“ ist weder ein Aufruf zum Doxing beliebiger Faschisten noch eine Aufforderung zu illegaler Gewalt. Denn die besungene Staatsanwaltschaft würde ja z.B. nur bei solchen Faschisten „wach werden“ und ermitteln, die ihre menschenfeindliche Gewinnung schon in strafbare Taten umgemünzt haben.

    Die in dem Lied enthaltenen „Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ sind m.E. von Danger Dan bewusst nicht als konkrete Hinweise zu antifaschistischen Handlungen formuliert. Sie sind, so wie das auch Barbara Junge als Chefredakteurin der taz erkannt hat, lediglich eine Provokation. Eine Provokation, von der ich wünschte sie wäre gar nicht nötig. Vielleicht wäre Danger Dan auch ohne diese Grüße vom ZDF ausgeladen worden und hätte vom Streisand-Effekt profitiert? Aber was wenn nicht?

    So oder so hat das Thema diese große Bühne verdient. Viel zu viele Menschen können sich noch nicht vorstellen wie viele Opfer rechtsextremer Gewalt es heute schon gibt und in Zukunft geben wird … wenn nicht Menschen wie Danger Dan Zivilcourage zeigen. Er hat den Mut aufgebracht mit diesen Mitteln die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf dieses Thema zu lenken. Und dabei noch ganz nebenbei wenigen Menschen sehr konkrete Hinweise eines lyrischen Ichs zur klugen Vorbereitung auf hoffentlich nicht unvermeidbare aber doch viel zu wahrscheinliche Notwehrsituationen gegeben. Chapeau!

    Man sollte daher das Lied als nichts anderes als Hilfe zur Notwehr sehen. Als einen verzweifelten aber gelungenen Versuch Menschen dabei zu unterstützen, sich darauf vorzubereiten, sich falls nötig hoffentlich straflos gegen rechtswidrige Angriffe von rechtsaußen zu wehren. Viel Erfolg!

    • Sie hätten sich auch kürzer fassen können: „Leute brutal und organisiert zusammenschlagen ist okay, wenn man Recht hat.“. Wer darüber auch nur nachdenkt, hat seinen moralischen Kompass komplett verloren.

      • Genau, ich stimme zu. Wer sich als Opfer sieht, gibt sich das Recht, zum Täter zu werden. Das macht die AFD. Passen wir auf nicht dasselbe zu tun. Angst – auch wenn man sie berechtigter Weise hat – ist ein schlechter Ratgeber.

  • Aus meiner Sicht hat sie sog. „Linke“ sich schon disqualifiziert, als der Aufstand angesichts von Franz Münteferings „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ 2006 ausblieb. Die „bürgerliche Mitte“ oder „die Liberalen“ natürlich gleich mit. Wirksamer Antifaschismus muss sich gegen menschenfeindliche Inhalte richten, die offenen (Neo-)Nazis sind nur die Spitze des Eisbergs. Man kann dann natürlich sein moralisches Versagen kompensieren und kaschieren, indem man mehr oder weniger eindeutig und drastisch zur Gewalt gegen eben diese Spitze des Eisbergs aufruft.
    Helfen wird es wohl nicht.

  • 1.

    „Muss man Danger Dan ausladen?“

    Nein, im Sinne eines faktischen Zwangs ohnehin nicht; im Sinne eines rechtlichen Zwangs auch nicht – und auch im Sinne eines moralischen Gebots nicht.

    2.

    „Den Gruß an inhaftierte militante Antifaschist*innen am Ende des Songs könne man als Gewaltaufruf lesen und er schade dem Anliegen, urteilen andere direk­ter. Aber ist dem so?“

    In den Lieben Grüßen als solches liegt kein Aufruf; es sind halt liebe Grüße an Leute mit einer geteilten (antifaschistischen) Grundhaltung; zur Effektivität / der Richtigkeit der den Leuten vom Staaten vorgeworfenen Handlungen verhält sich das Stück nicht. […]. Der „Elefant“ wird nicht ausgesprochen; es wird auch nicht gesagt, was (als zu Tuen­des) „eh klar“ ist.

    Was tun (gegen Nazis)?

    Wenn ab September „Faschismus an der Macht“ in einem Bundesland – und dann vielleicht bald auch in weiteren – droht, dann ist jetzt allerhöchste Eisenbahn sich mit, „Nie ohne Handschuh, kein Fingerabdruck hinterlassen […], Ihr braucht Regeln für die Kommunikation, […], Ihr dürft von Anfang alles nur geheim kommunizieren, das bedeutet: Keine DMs, keine messenger und mails; alles, was verboten sein könnte, immer nur face-to-face“, zu befassen.

    Langfassung meiner Antwort:
    https://blogs.taz.de/theorie-praxis/antworten-auf-fragen-der-chefredakteurin/.

    • Am Samstag hat der Kabarettist Lars Reichow (politisches Lager: Merkelversteher – das ist echt nicht links!) im ÖR das Ergebnis seiner Prüfung des Liedes vorgestellt, und kam zu dem Ergebnis: Das Lied enthält nicht den von ach so vielen Leuten unterstellten Aufruf zur Gewalt! Recht hat er. Und spendierte den HörerInneN seiner stets musikgarnierten Matinee das ganze Lied in Danger Dans Originalaufnahme als Hörgenuss.

      IMHO: Das Lied erzählt lediglich in nüchternem Tone alte Rezepte organisierten Widerstandes: So war schon die Résistance in Frankreich drauf, im Widerstand, nicht etwa gegen Faschisten, nein gegen deren Perversion namens Nazis! Der Begriff Antifa wurde direkt nach dem Krieg geprägt. Aber wer war im deutschsprachigen Raum zuvor Faschist? In Österreich waren es die Bundeskanzler Dollfuß und Schuschnigg. Nach Annexion Österreichs durch Nazideutschland war der Faschismus dort prompt ersetzt durch die zigmal mörderischere Vernichtungsideologie Nazismus!!!! Ernst Jandl hat dem auf dem Heldenplatz anlässlich Hitlers erster Rede dort zelebrierten unterwürfigen Sieg-Heil-Opportunismus seiner Landsleute ein literarisches Denkmal spendiert. So wie Jandl es beschreibt ging vor dem Kalten Krieg „Perversion des Denkens“!

      Die AfD hat Nazis an sich gebunden, die statt „Sieg Heil“ heut halt sektenartig „Remigration“ rufen, und ihr wird ein Wahlsieg in Sachsen-Anhalt zugetraut. Eine Situation, die besonnene Liedermacher wie Danger Dan auf den Plan ruft, und der singt nur, was erforderlich wird, wenn etwa ein Nazibösewicht in Sachsen-Anhalt das Innenressort bekäme und schon mal anfinge zu zeigen, was Polizeistaat so alles kann. Das kann unangenehm werden. So unangenehm, dass es Widerstand herausfordert? Dan will nur auffordern, rechtzeitig zu überlegen, was da kommen könnte … was dann zu tun wäre.

      Was JETZT zu tun wäre, im ZDF: Intendanz nicht so ausüben, als hätte die AfD es schon in der Tasche!

  • Auch wenn ich Danger Dan (aufgrund seiner israelfreundlichen Gesinnung) nicht mag, so ist „Keine Angst“ doch ein wichtiges und richtiges Statement. Es ist schade, dass der ÖRR hier die Bremse zieht, wo doch sonst jeder Rechtsaußen (Nuhr), oder Antisemitinnen (Eckhardt) ihren Dreck abseiern dürfen

    • Ich denke , nicht mal ein Nuhr hat Bock, irgendwelche Leute brutal und organisiert ins Koma zu prügeln. Egal aus welchem Grund. Ernsthaft, geht’s noch?

  • … die Reaktion des ZDF erinnert mich an das Verhalten des Bayerischen Rundfunks (im ARD) vor langen Jahren, als man sich aus einer Sendung von und mit Dieter Hildebrandt (wg. „Rhein-Main-Donau-Kanal“) auskoppelte. Keine Ahnung, ob sie damals, anstatt, dann nur das Testbild gezeigt hatten. Aber „Zensur“ fand natürlich nicht statt. Weder damals noch heute. Ironie off.
    Und Gerhard Polt stand einmal ganze acht Minuten stumm auf der Bühne: so lange hätte sein eigentlicher Beitrag gedauert, der ebenfalls der Schere zum Opfer fiel. Ich denke, die lange Kunstpause in DIE ANSTALT, mit dem Kameraschwenk über die leere Bühne, sollte daran erinnern?

    • „Zensur“ hat der ZDF-Indedant tatsächlich nicht ausgeübt, da das ZDF nicht der Staat ist und niemandE gegen das ZDF oder eine Zeitung einen Anspruch darauf hat, daß dort seine/ihre Texte oder Lieder veröffentlicht werden.

      Abgesehen davon, steht es Danger Dan und Igor Levit weiter frei, ihr Stück zu spielen und zu verbreiten (und das machen sie ja auch) – sofern nicht noch irgendeine übereifrige Staatsanwaltschaft auf den Plan tritt.

      Abgesehen von politischen Fragen könnte allenfalls über die sog. innere Rundfunkfreiheit im Verhältnis von für die Sendung verantwortlicher Redaktion und ZDF-Intendanz diskutiert werden.

      • Zwar ist das ZDF nicht direkt der Staat, jedoch auch kein privates Frühstücksfernsehen, sondern als ÖRR Teil des öffentlichen Auftrages, zu dem auch die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes gehören, insbesondere natürlich Artikel 5, um den es hier vorrangig geht. Das ZDF kann also nicht ganz frei entscheiden, was es tut.
        Aber durch die Ablehnung durch das Management des ZDF, das wohl Angst vor „Keine Angst“ hatte, ist es immerhin gelungen, den Song besser als durch jeden Auftritt in der „Anstalt“ allgemein bekannt zu machen.

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