Hausmeisterkunst (234)

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Dieses Poller-Schachspiel erfand der Hausmeister „Doc“ Meinard, die Stadt stellte ihm dafür ein Gelände an einem Park zur Verfügung und legte auch die erforderlichen 64 schwarz-weißen Bodenplatten. Um welche Stadt es sich handelt, ist leider nicht bekannt. Der Photograph Peter Grosse geizte wie immer mit diesbezüglichen Angaben. Ich vermute, weil er sich als bescheidener Bremer schämt, dass er so viel und weit in der Welt herumkommt. Früher hatte diese Bescheidenheit noch reale Gründe: Zwar kamen die zur See fahrenden Bremer einst überall hin, aber sie sahen doch meistens nicht viel mehr als den jeweiligen Hafen und ein oder zwei Seemannskneipen. Anders dagegen Peter Grosse, der sich gut und gerne in allen Städten umtut – wo er hinkommt, und seien sie nun am Meer oder im Binnenland gelegen. Aber das Bewußtsein hinkt dem Sein hinterher  („Die Lila Eule der Minerva beginnt erst in der Dämmerung ihren Flug“) und deswegen photographiert Peter Grosse auch eigentlich lieber die Originalpoller, die in den Häfen dem  Schiffsverkehr zum Anleinen dienen, als die Pollerkopien und -kreationen in den Innenstädten, die zur Verkehrsabweisung da sind.

Kommentare (2)

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  1. D.Zendt:oute dich….nur mut,wir sind doch alle 1 wenig pylon/poller.Der nylon pilot.

  2. hallo helmut höge,
    als Pilonenforscher erster Stunde muss ich leider mit Freuden feststellen das es sich beim Poller-Schachspiel um ein Pilonen-Schachspiel handelt.
    So ist doch der gemeine Verkehrsleitkegel(Pylon), im Gegensatz zum nicht minder gemeinen Poller, nach allen Seiten hin frei zu bewegen und kegelförmig.
    “Doc” Meinard gebührt ein hoher Rang in der Pilonisten Ordnung da er es geschafft hatt dem Problem der Bedeutung der Pylone zwar auch keine endgültige Definition zu verpassen, jedoch es in einem hohen Grad versucht zu verstehen, es visualisiert und variiert.
    Ihm ist damit ein Meisterwerk an der Grenze von Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung gelungen.
    Peter Grosse scheint mir Mensch gewordener Pylon zu sein, heute hier morgen dort, ungreifbar und unbegreifbar.
    Es gilt jedoch weiterhin:
    Pilon oder Pylon , das ist hier die Frage

    grüsse
    D.Zendt