vonChristian Ihle 12.06.2015

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Ich weiß nicht, wofür Herr Wenders, dieser Miniatur-Goethe, so berühmt ist. Vielleicht fehlt mir einfach das Gen für diese gediegene Ästhetik, die einen immer noch mit der „Iphigenie“ quälen muss. Ich habe mich bei seinen Spielfilmen immer grauenvoll gelangweilt. Mit einem Freund habe ich mal während einer Vorstellung einen Wenders-Film wie einen Porno synchronisiert. Das war lustig!“


Neben Wenders hat Roehler auch wenig übrig für die sonstige heimische Kollegenschaft:

„Schauen Sie sich doch mal die Filmakademie an: Die werden alle mit Preisen überschüttet, dabei sind das doch alles Analphabeten. Keiner von denen liest je ein Gedicht. Die wissen nicht mal, wer Honoré de Balzac war! (…) Überall findet nur die totale Restauration statt. Deutschland ist ein Altersheim, geheimnislos, alles brave, liebe Köpfe.
I don’t fucking care.“


(„Tod den Hippies, es lebe der Punk“- Regisseur Oskar Roehler in der SZ über Regiekollegen Wim Wenders)


[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=33G1QFlmuW4[/youtube]


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kommentare

  • […] “Tod den Hippies, es lebe der Punk” ist übrigens gar kein schlechter Film – wenn man denn weiß, was einen bei Oskar Roehler erwartet: nämlich Drama, Farce und Übertreibung. Wer sich hier eine wie auch immer geartete realistische oder gar abgewogene Darstellung erhofft, der sollte – wie bei allen Roehler-Filmen – einen weiten Bogen um “Tod den Hippies” machen. Wer aber Roehler als einen der wenigen Querköpfe des deutschen Kinos schätzt, als Regisseur, der sich immer ohne Rücksicht auf Geschmack und Konventionen in seine Filme stürzt, kann auch an “Tod den Hippies” seine Freude haben. Zudem ist Alexander Scheers Darstellung von Blixa Bargeld allein eigentlich das Eintrittsgeld wert – siehe auch im Trailer ab 1.10 Minute: Mehr: * Filmkritik zu B-Movie – Lust & Sound In West Berlin * Schmähkritik: Oskar Roehler über Wim Wenders und die deutsche Filmakademie […]

  • Ja, da wird man gleich doppelt neugierig auf das Schaffen des Roehler. Aber ein wenig Rumgiften finde ich grundsätzlich nicht falsch, unterhaltsamer und gedankenanregender als diese ewiggleichen inzestuös-familiäre Regieschulterschlüsse, auf die man im Filmbusiness leider allerorts stößt.
    Von demher auch noch einmal ein Lob für die Kategorie der Schmähkritiken.

  • Oskar Roehler mit seinem Trash-Getue, ja gut, o.k. so weit; findet sozusagen außerhalb ernsthafter Wertung statt.

    Aber in dieser primitiven Art auf Wim Wenders einzudreschen wirkt schon sehr infantil.

  • Präpubertäres und offenbar unreflektiertes Gewäsch. Ich weiß, wer Balzac war, kann mich aber auch zum hundertsten Mal auf die Iphigenie einlassen. Wo ist der Unterschied? Ist das eine restaurativ, das andere nicht? Nun ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Wenders finde ich mal so, mal so. „Paris, Texas“ und „Der amerikanische Freund“ haben mir sehr gut gefallen, „Der Himmel über Berlin“ hatte seine Momente. Wie gesagt: mal so, mal so. Nur Roehler finde ich eigentlich immer zum Kotzen.

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