vonChristian Ihle 17.06.2019

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Wer in Berlin in den letzten Jahren auf der Suche nach einem guten Ausgehabend zu Indie- & Postpunk-Musik war, ist früher oder später zwangsläufig bei „What Difference Does It Make“ gelandet, einem vierköpfigen DJ-Kollektiv, das immer am liebsten die undergroundigen Läden (Internet Explorer, Amiga Club, Loophole, Antje Öklesund,…) bespielte.
Zur Fünfjahresfeier veranstaltet What Difference Does It Make eine 48-Stunden-Party am kommenden Wochenende mit Oum Shatt und Fenster als Live-Acts und etlichen Gast-DJs (yours truly: Samstag nacht von 3.20 bis 3.40, direkt vor Isolation Berlin).
Zum Fünfjährigen haben wir Andre und Jule eingeladen, uns ihre Lieblingsplatten vorzustellen:

* Die drei besten Punksongs/-singles?

Jule:
X-Ray Spex – Oh Bondage! Up yours!
Gang of Four – Damaged Goods
Ramones – Teenage Lobotomy

Andre:
Undertones – Teenage Kicks
Buzzcocks – I dont mind
Slits – i heard it through the grapevine

* Ein Song, der Dich immer zum Tanzen bringt?

Jule:
La Femme – Antitaxi

Andre:
Talking Heads – This must be the place

* Die interessanteste / beste „neue“ Band/Künstler ist?

Jule:
Fontaines D.C.: klingen alt und trotzdem authentisch frisch

Andre:
Patience: Toller Indie Pop im elektronischen Gewand

* Deine liebste deutschsprachige Textstelle?

Jule:
„Wenn Du einmal ganz tief unten bist
Und in der Nacht bist Du wach
Und am Tag bist Du müde
Und der Kopf tut Dir so weh
Und Dein Herz hast Du verloren
In irgendeiner Diskothek (…)“

Andre:
„Wir tanzten bis zum Ende
zum Herzschlag der besten Musik
Jeden Abend Jeden Tag
wir dachten schon, das wär der Sieg“

* Der beste Song über Revolte, Aufruhr und Revolution?

Jule:
– Die goldenen Zitronen – Flimmern

Andre:
– Bikini Kill – Rebel Girl

* Der beste Film über Musik

Jule
B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989

Andre:
B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989

* Eine Meinung zu Morrissey?
Jule:
That joke isn’t funny anymore

Andre:
Angry old white man

* Die schlechteste Platte, die Du Dir letztes Jahr angehört hast?

Jule:
– habe ich nicht gehört
Andre:
– höre nur gute Sachen

* Der beste Song im letzten Jahr dagegen war?

Jule
– International Music einmal komplett!

Andre:
-Alles von International Music

* Die beste deutsche/deutschsprachige Platte?

Jule:
– Tocotronic – K.O.O.K.

Andre:
Fehlfarben – Monarchie und Alltag

* Die beste Platte aller Zeiten?

Jule:
Electrelane – The Power Out

Andre:
Talking Heads – 77

5 Jahre What Difference Does It Make im Humboldthain:

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https://blogs.taz.de/popblog/2019/06/17/my-favourite-records-mit-what-difference-does-it-make/

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kommentare

  • Ich habe ziemlich lange gebraucht, um die Talking Heads wirklich zu verstehen. Television lag mir immer deutlich näher (auch heute noch). Aber insbesondere was den Einfluss der Talking Heads angeht, gibts wohl wenige Bands, die die letzten 15 Jahre Gitarrenmusik so präsent waren.

  • Diedrich Diederichsen hatte ja TALKING HEADS 77 in seiner 70er Top Ten (SOUNDS Februar 80) auch sehr hoch plaziert, neben John Cale, Residents, David Bowie, Alex Chilton.

    Ich empfinde eigentlich die Eno-produzierten LPs (MORE SONGS … / FEAR … / REMAIN …) als die stärksten, habe mir aber 77 jetzt nochmal angehört und verstehe, dass man diesen rauhen Charme des Debütalbums sehr hoch ansiedelt, das war seinerzeit das non-plus-ultra, neben dem verwandten MARQUEE MOON von Television.

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