vonChristian Ihle 03.06.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„The Masque of the Red Death“ – oder wie sich der deutsche Verleih damals nicht entblödete zu sagen: „Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie“ – ist eine Variation einer Edgar Allan Poe – Erzählung über einen sadistischen Satanisten (oder wenn ich präzisieren möchte: einen satanistischen Sadisten), der als Prinz zur Zeit der Pest sein Volk triezt, tortured und tötet und mit den wenigen verbliebenen, sich innerhalb des Schlosses vor der Pest in Sicherheit wiegenden Seinesgleichen schabernackige Späßchen zur Erniedrigung aller treibt.

„Sympathisch!“, mag man da denken, und tatsächlich ist der gute alte rote Tod (aka Die Pest) mehr so Herzenscharakter als Vincent Prices wunderbar ausgereizt gespielter Prince Prospero. Muss man auch erstmal schaffen, die Pest zum Sympathieträger zu machen!

Roger Corman findet in „The Masque of the Red Death“ den sweet spot aus Horrorgroteske und Mantel- & Degen-Film, die mit jeden zehn Minuten Spielzeit mehr überzeugt. Dacht ich anfang noch, das hölzert horrorseicht so vor sich hin, hat mich das Ende dann regelrecht begeistert und ist in seiner farbenrauschigen Todesprozession näher an einer Argento-Version von Bergmans „Das siebente Siegel“ als an üblichen Horrorschinken der frühen 60er.

Ich präferiere also eindeutig diese Corman-Version von 1964 zur aktuellen US-Neuauflage mit Donald Trump als Prince Prospero, auch wenn sich jener im Overacting vor Vincent Price natürlich nicht verstecken muss.

Legal als Stream im Netz:

und auf Amazon Prime

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