vonChristian Ihle 15.09.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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The Personal History of David Copperfield

Mit dieser Charles-Dickens-Verfilmung begiebt sich Satire-Großmeister Armando Iannucci (The Thick Of It, Veep, Death Of Stalin) auf ungewohntes Terrain. Nur in Spurenelementen ist der beißende Spott von Iannucci zu entdecken, ist „The Personal History Of David Copperfield“ doch mehr ein flappsiger Kostümfilm (mit großer Besetzung: von Tilda Swinton über Peter Capaldi und Ben Whishaw bis Hugh Laurie in den Nebenrollen) als die von mir vermutete Satire der Iannuccischen Art.

„Personal History“ hat dagegen sehr viel Geschichte zu erzählen und ist so eine Plotkanonade, die doch ziemlich ermüdet.
Am besten gelingen Iannucci kurioserweise die dramatischen Momente des Abstiegs in die Armut, aber ansonsten hätte ich mir deutlich mehr erhofft.
Schade, nicht meine Baustelle.

Daniel Isn’t Real

„Daniel isn’t real“ ist, wie der Titel schon vorwegnimmt, eine Geschichte über Schizophrenie, über den eingebildeten Anderen.

Natürlich manifestiert sich der Andere in „Daniel isn’t real“ früher oder später nicht nur als Trugbild unseres Protagonisten, sondern schlüpft in ihn hinein und durch ihn hindurch in die reale Welt, um dort Unheil anzurichten, gespielt als Teenie-Horror-Version von Christian Bales „American Psycho“ übrigens vom Sohn des Arnie: Patrick Schwarzenegger.

Das ist in erster Linie nervig und anstrengend, wenig unterhaltsam und leider auch nie spannend. Manche Cornenberg’sche Body-Horror-Momente erheben „Daniel…“ kurz aus seiner Unterdurchschnittlichkeit, aber selbst die „gute“ Seite der Hauptfigur ist halt ein elender Langweiler, für den ich mich nie interessiert habe.

Das Fantasy Film Fest ist bereits in Berlin gestartet und noch in den folgenden Städten auf Tour:

Hamburg
16.–20.09.

Köln
23.–27.09.

München
16.–20.09.

Nürnberg
16.–20.09.

Stuttgart
23.–27.09.

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