vonChristian Ihle 01.03.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Ich bin dein Mensch (Regie: Maria Schrader)

Mit einer für den Berlinale-Wettbewerb erstaunlich leichtfüßigen romantischen Satire über Einsamkeit geht Maria Schrader ins Rennen, die gemeinsam mit Jan Schomburg („Über uns das All“) auch das Drehbuch zum Humanoiden-Dating-Film „Ich bin dein Mensch“ geschrieben hat.

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Nach allerlei Schmunzeleien über die Weirdigkeit des selbst besten Alghorithmus der Welt, will er sich wirklich wie ein Mensch verhalten, führt Schrader die Geschichte erfolgreich auf einen emotionalen Kern und stellt Fragen danach, wie sehr Gemeinsamkeit zum Leben gehört – oder wie sehr vielleicht auch die Möglichkeit zur Nichtverbindung das Menschsein ausmacht.

Für einen letztlich durchaus romantisch geprägten Film kein Leichtes, hier ein glückliches Ende zu finden, was Schrader mit dem Kniff löst, auf der einen Seite die unweigerlichen Implikationen im Großen zu kommentieren, die es auslösen würde, gäbe es den perfekt programmierten Partner und damit keine Notwendigkeit mehr, sich mit menschlichen Makeln auseinanderzusetzen, aber andererseits ihren Protagonisten durchaus auch die Unvernunft im Kleinen zuzugesteht, wenn darin ihr Seelenheil liegen könnte.

Stop-Zemlia (Regie: Kateryna Gornostai)

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Ukrainische Teenager zwischen Schulende, Abschlussparty und Universitätsstart.
Auch dank der durch die Bank überzeugenden Laienschauspieler (stark: Maria Fedorchenko) und den eingestreuten Interview-Szenen wirkt „Stop-Zemlia“ quasi-dokumentarisch.

Allerdings hat Kateryna Gornostais Film auch nicht mehr zu fragen als jeder andere Teenager-Film: in wen verliebe ich mich? bin ich depressiv? wohin gehöre ich? was wird?

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kommentare

  • „Ich bin dein Mensch“ mag nur eine Komödie sein, mag nur Satire sein, banales Zeug, was man nicht unbedingt schauen muss – und ich auch nicht tun werde, denn der Trailer schreckt schon ab. Der Kamerablick ist männlich, die Schnitte auf männliche Konsumiergewohnheiten ausgerichtet. Es ödet nur noch an. Haben weibliche Regisseurinnen wirklich keine anderen Ideen, als von Männern etablierte „Kultur“ zu repetieren?

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