vonChristian Ihle 02.03.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Tides (Regie: Tim Fehlbaum)

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Ein Jahrzehnt nach seinem Debüt „Hell“ kehrt der Schweizer Regisseur Tim Fehlbaum mit einem neuen dystopischen Science-Fiction-Film zurück, der wie bereits sein Erstling beweist, dass mit minimalen Mitteln bei geschicktem World Building auch hierzulande Science-Fiction möglich ist: die Welt ist verseucht, die Überlebenden sind in eine All-Kolonie geflohen und schicken nun eine Expedition zurück zu Mutter Erde, um die Überlebenschancen zu prüfen.

Nach sehr starkem Beginn verliert sich leider das Drehbuch in einem Konflikt zwischen verschiedenen Fraktionen und leidet aus meiner Sicht bei allem erhobenem Zeigefinger über die Zerstörung der Erde auch an einem gewissen Zynismus in die andere Richtung. Dafür dass das Leben so geschätzt wird, gehen alle Beteiligten hier doch recht leichtfertig mit ihm um.

Bad Luck Banging (Regie: Radu Jude)

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Radu Jude, radikalster Kritiker Rumäniens, verknüpft diesmal seine wie immer didaktisch-aphoristische Anklage gegen die Zustände mit einer Amateur-Porno-Farce, was sowohl einen interessanten Gegenpol zum im Film stattfindenden Diskurs bietet als auch anfangs den Ton einer leichteren Komödie annimmt.

Allerdings ist der dritte Akt einer Verhandlung in einer Schulaula über Anstand und Toleranz zu lang geraten, weil Jude eben auch nicht davor zurückscheut, seine Charaktere ganze Wikipedia-Artikel vorlesen zu lassen.

Das klingt trockner als es letztendlich ist, denn immerhin endet alles in einer Wonder-Woman-Fantasie, in der die schärfsten Kritiker mit den größten Dildos oral niedergestochen werden.

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