vonChristian Ihle 18.11.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Mit ihrem 2014 erschienenen Debüt kündigte sich die Hamburger Band damals als große Hoffnung des deutschen Indie an – und wurde hier im Popblog mit „Revolte“ auch zum Song des Jahres gekürt. Die Weiterentwicklung wollte mit Album Nummer Zwei aber nicht so recht glücken, so dass Trümmer nun eine längere Pause bis zur gerade veröffentlichten dritten Platte einlegten.

Auf „Früher war gestern“ ist die Produktion ausdifferenziert und lässt angenehm viele unterschiedliche Momente zu und vermeidet jede Form von „Breitwandindierock“. Der Gesang von Paul Pötsch ist passend dazu manchmal fast flüsternd statt wie noch auf dem Debütalbum nach der „Euphorie“ fragend oder eine „Revolte“ einfordernd.

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Doch in „Draußen vor der Tür“ formulieren Trümmer so politisch 1:1 wie noch nie zuvor und begleiten diesen kämpferischen Text mit einer angemessen krachigen Gitarreninstrumentierung – und werden so in den Tönen wie im Gesang erstmals richtig laut auf diesem Album:

Aber hast du gesehen
Wer da auf dem Marktplatz steht

Dort packt jemand die alten Sprüche
In ein neues Gewand
Beschreit die Heimat
Und flüstert heimlich Vaterland

Und er träumt von neuen Grenzen
Und einer großen Nation
Verkauft billig neue Lügen
Denn seine alten, die haben wir hier schon

Doch ich brauch keine Grenzen
Und keine Nation
Und keine neuen Lügen
Denn die alten reichen schon

Also behalt deine Sprüche
Sie sind uns längst bekannt
Wir brauchen keine Heimat
Und erst recht kein Vaterland

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