Das musikalische Filmdrama basiert auf dem Leben des titelgebenden jamaikanischen Reggae-Sängers Bob Marley, der von Kingsley Ben-Adir verkörpert wird.
Als Bob Marley Mitte der 70er zwischen die Fronten der heimischen Politik gerät, verduftet er nach Großbritannien, wo seine Musik such dank der Offenheit der gerade explodierenden Punk-Bewegung auf einmal zu einem weltweiten Sound wird (die Marley-Punk-Liaison wird kurz durch einen Besuch bei einem The-Clash-Gig angedeutet) – und Bob Marley damit der erste jamaikanische Weltstar.
Reinaldo Marcus Greens Biopic spielt die erwartbaren Töne an. Bis auf einen Disput mit seiner Frau handeln Marley und sein innerster Zirkel wie Quasi-Heilige, so dass selbst sein tragischer, zu junger Tod kaum Fallhöhe bietet. Da die Marley-Family auch die Produzentenstühle belegte, ist „One Love“ schon sehr nah an einer Hagiographie und selbst der fundamentalistische religiöse Fanatismus wird nicht einmal leise hinterfragt (der beispielsweise ja durchaus ein Grund gewesen sein soll, dass Marley keine Behandlung für seine Erkrankung suchte).
Für Fans vielleicht ein Fest, aber kein ernstzunehmender Film. (5/10)
zur Leihe bei den üblichen Anbietern
ich konnte immer mit den Reggae-Vorgängern mehr anfangen, 60ies Ska / Rocksteady sind oftmals tolle 7inches erschienen, gerade auf Trojan. Auch als die Punks jamaikanische Elemente integrierte, wie eben The Clash, oder die Specials ihre Karriere darauf komplett begründeten – toll.
Reggae kam mir dann oft wie eine verwässerte Version vor, auch der kulturelle Bezugsrahmen war eher nicht mein Ding.