In Vorbereitung zu den „Obskur“-Sonderkonzerten der Pet Shop Boys mit ausschließlicher Raritäten-Setlist mal wieder ihr Debütalbum in Gänze durchgehört.
Und was ist das für ein Album! Seite A hat keine schlechte Sekunde, aber drei Ewigkeitsklassiker mit den Singles „West End Girls“ (ein Song, der es irgendwie schafft, nicht überspielt zu sein, sondern sogar cooler klingt als vor 20 oder 30 Jahren), „Suburbia“ (das Lied, dank dessen ich mich damals in die Pet Shop Boys verliebt hatte) und „Opportunities“, für mich eine der unterschätztesten PSB-Singles überhaupt. Dazu noch der tolle Electro-Opener „Two Divided By Zero“ und die Ballade „Love Comes Quickly“.
Doch auch wenn alle vier Singles des Albums auf der ersten Hälfte zu finden sind, ist auch Seite B stark. „Later Tonight“ ist für mich der stärkere der beiden Slowies, „Violence“ hat ein leichtes Latin-Theme, das sie in späteren Jahren noch häufiger bedienen werden, und „I Want A Lover“ wie auch der Schlußsong „Why Don’t We Live Together?“ sind beste Hi-NRG-Disco der Mitt-80er, die andere Bands zu ihren Leadsingles gemacht hätten. Auch schön, gerade in „I Want A Lover“ von Neil Tennant, dem smart-seriösen Dandy der Gaydisco, ein portrait of the artist as a young horny man gezeichnet zu bekommen:
„I don’t want another drink or fight
I want a lover
I don’t care whether it’s wrong or right
I want a lover tonight
Tonight“
Ein noch besseres Album als ich es in Erinnerung hatte.
P.S.: völlig verrückt auch, dass sie mit „Paninaro“ einen ihren allerbesten Songs überhaupt damals nur als B-Seite verbraten hatten, der demzufolge nicht mal auf dem Album zu finden ist!