vonSchröder & Kalender 13.11.2014

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Es ist dunstig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.

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Die Kunsthalle Krems in der Wachau widmet dem Wiener Künstler und Autor Dominik Steiger, der im Januar 2014 starb, eine umfassende Retrospektive. Steiger gehörte zur Gruppe um Oswald Wiener, Otto Mühl, Christian Ludwig Attersee, Hermann Nitsch, Ingrid Schuppan, Kurt Kalb, Peter Weibel und Valie Export. Er arbeitete zusammen mit Dieter Roth, Günter Brus, Gerhard Rühm und war befreundet mit Joseph Beuys.

 

Wir nicht, 1968. Walter Pichler, Ernst Graf, Ingrid Schuppan, Oswald Wiener Christian Ludwig Attersee, Kurt Kalb und Dominik Steiger Foto: Christian Skrein, © Bildrecht, Wien, 2014 © IMAGNO / Christian Skrein

›Wir nicht‹, 1968

v.l.n.r.: Walter Pichler, Ernst Graf, Ingrid Schuppan, Oswald Wiener Christian Ludwig Attersee, Kurt Kalb und Dominik Steiger

Foto: Christian Skrein, © Bildrecht, Wien, 2014

© IMAGNO / Christian Skrein

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Von Dominik Steiger erschien 1970 im MÄRZ Verlag die literarische Scharade ›Vierundachtzig Österreichische Erzähler‹, herausgegeben von Dominik Steiger.

Aus einer Wiener Boulevard-Gazette entnahm er, was dort unter der Rubrik ›Mein ulkigstes Erlebnis‹ erschienen war, als Exponate der ›Fünften Wiener Schule«. Und so reagierte die Literaturkritik: »Hier wird endlich ehrlich eingestanden, dass in der österreichischen Literatur, die, aus gutem Grund, kaum über die Landesgrenzen dringt, noch ein erschreckend provinzielles Niveau herrscht.« Jörg Drews, Süddeutsche Zeitung, 23.05.1970.

»Mini-Prosa, mit trivialstem Sprachmaterial und nach schlichtesten Erzählmustern dargestellt, hat Dominik Steiger bei ein paar bekannten und vielen unbekannten österreichischen Autoren zusammengesucht und für den initiativen MÄRZ Verlag zu einer Analogie (sic) zusammengestellt.« KHR, Die Furche, Wien, 23.05.1970.

Und im ›Mammut – MÄRZ Texte 1 & 2‹ veröffentlichten wir im Jahr 1984 Dominik Steigers Romananfang ›Mutti‹, eine polymorph perverse Parodie.

Im Pressetext der Kunsthalle Krems heißt es: »Steiger gilt noch immer als Entdeckung.« Das stimmt. Nicht stimmt, dass dies »im zurückhaltenden Charakter des Künstlers und seinem dezidierten Streben nach Privatheit begründet ist«.

Wir haben Dominik Steiger in anderer Erinnerung. Das kann man in unserem Beitrag zum demnächst erscheinenden, opulenten Katalogbuch im Verlag der Buchhandlung Walther König nachlesen oder etwas ausführlicher in unserem tazblog.

 

 

Ausstellung in der Kunsthalle Krems

›Dominik Steiger. Retrospektive‹

15. November 2014 bis 8. Februar 2014

 

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(BK / JS)

 

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